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Chancen und Risiken von Hedgefonds für Investoren

Chancen und Risiken von Hedgefonds für Investoren
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Fabian Otto
  • Abgabedatum: Januar 2005
  • Umfang: 171 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8645-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8645-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8645-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Otto, Fabian Januar 2005: Chancen und Risiken von Hedgefonds für Investoren, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Arbitrage, Long/Short Equity, Managed Futures, hedge funds

Diplomarbeit von Fabian Otto

Einleitung:

Seit einigen Jahren sind Hedgefonds wieder in den Fokus der Anleger geraten. Vor allem in Zeiten fallender Aktienmärkte suchen Investoren verstärkt nach alternativen Anlagemöglichkeiten, um unabhängiger von der Entwicklung der Weltmärkte zu sein. Durch das Investmentmodernisierungsgesetz, welches am 1. Januar 2004 in Deutschland in Kraft getreten ist, werden der Vertrieb und die Auflage von Hedgefonds erstmals in Deutschland zugelassen. Bisher konnte der deutsche Anleger nur direkt im Ausland oder über verschiedene Zertifikatekonstruktionen in Hedgefonds investieren. Mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes stieg das öffentliche Interesse an dieser Anlageklasse enorm an. Die alten bislang hervorgebrachten Vorurteile und Halbwahrheiten über Hedgefonds traten wieder hervor.

Auf der einen Seite werden Hedgefonds als „die Königsklasse der Investments“ in den Himmel gehoben und von den Produktanbietern als die neue Anlageklasse bezeichnet, die in keinem Portfolio fehlen darf. Auf der anderen Seite gelten sie als hochspekulative Risikofonds, die die Kurse nach unten drücken, den Ölpreis beeinflussen und sogar ganze Volkswirtschaften in die Krise stürzen können.

Aus diesem Grund soll die vorliegende Arbeit einen Beitrag zur aktuellen Diskussion in Deutschland zu Hedgefonds leisten und helfen Vorurteile abzubauen sowie einen differenzierten Blick auf die Hedgefonds-Branche zu werfen. Mit Hedgefonds kann der Anleger Chancen nutzen, die ihm in dieser Form keine andere Anlageklasse bietet. Er setzt sich aber auch besonderen Risiken aus, die es zu beachten und einzukalkulieren gilt.

Diese Diplomarbeit ist wie folgt aufgebaut. Nach dieser kurzen Einführung folgt im zweiten Kapitel ein Überblick über die Charakteristika von Hedgefonds, in dem der Begriff definiert und auf die Besonderheiten im Vergleich zu traditionellen Investmentfonds eingegangen wird. Gegenstand der Betrachtung sind insbesondere die verschiedenen Finanzinstrumente und die rechtlichen Besonderheiten, die für Hedgefonds gelten.

Anschließend werden im dritten Kapitel die verschiedenen Hedgefonds-Strategien ausführlich dargestellt. Hierbei werden die Long/Short Strategien, die marktneutralen Strategien sowie Global Macro und Managed Futures Strategien erläutert. Das vierte Kapitel befasst sich eingehend mit den Chancen und Risiken von Hedgefonds für Investoren und thematisiert dabei auch die Problematik der Hedgefondsindizes sowie die Verzerrungen die durch die verschiedenen Methoden der Datenerhebung entstehen.

Die aktuelle Situation am Markt für Hedgefonds in Deutschland nach Inkrafttreten des Investmentmodernisierungsgesetzes ist Gegenstand des fünften Kapitels. Hierbei wird auf die bisherige Marktentwicklung eingegangen und es werden die zwei häufigsten Hedgefondskonstruktionen in Deutschland, Fonds, insbesondere Dachfonds und Hedgefondszertifikate, untersucht. Im letzten Kapitel wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis VI
Verzeichnis der nummerierten Abbildungen im Textteil VIII
1. Kapitel: Einleitung 1
A. Motivation und Zielsetzung 1
B. Aufbau der Arbeit 1
2. Kapitel: Eigenschaften und Besonderheiten von Hedgefonds 2
A.. Definition Hedgefonds 2
B. Charakteristika von Hedgefonds 3
I. Instrumente und Bedingungen von Hedgefonds 3
a. Anlageinstrumente 3
1. Einsatz von Leerverkäufen 3
2. Einsatz von Kreditfinanzierung 4
3. Einsatz von Derivaten 6
b. Rechtliche Rahmenbedingungen 6
1. Regulierung durch den Gesetzgeber 6
2. Organisationsstruktur 7
3. Transparenz 7
c. Bedingungen für die Anlage in Hedgefonds 8
1. Gebührenstruktur 8
2. Mindestanlagebetrag 8
3. Liquidität 9
II. Management, Sitz und Zielgruppe von Hedgefonds 9
a. Hedgefonds-Management 9
b. Domizilisierung 10
c. Zielgruppe von Hedgefonds 10
1. Privatinvestoren 10
2. Institutionelle Investoren 11
III. Hedgefondsmarkt in Zahlen 11
C. Geschichtliche Entwicklung von Hedgefonds 12
I. Beginn in den USA 12
a. Jones neuartiges Konzept 12
b. Loomis’ Artikel und die folgenden Entwicklungen 13
II. Aufstieg der Hedgefonds 13
III. Neunziger Jahre und Entwicklung in Deutschland bis 2003 14
a. Neunziger Jahre 14
b. Entwicklung in Deutschland bis 2003 15
3. Kapitel: Strategien von Hedgefonds 16
A. Heterogenität der Strategien 16
B. Anlagestrategien von Hedgefonds 16
I. Long/Short-Equity-Strategien 16
a. Equity Hedge 17
b. Equity Non Hedge 18
c. Short Selling 18
d. Pair Trades 18
II. Market-Neutral-Strategien 19
a. Fixed Income Arbitrage 20
b. Convertible Bond Arbitrage 21
c. Equity Market Neutral 22
III. Event-Driven-Strategien 23
a. Merger Arbitrage 24
b. Distressed Securities 25
IV. Global-Macro-Strategien 26
a. Währungen 27
b. Rohstoffe 27
c. Emerging Markets 27
C. Managed Futures 28
I. Sonderrolle von Managed Futures 28
II. Handelsstrategien 28
III. Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit Hedgefonds 29
4. Kapitel: Die Beurteilung von Hedgefonds 30
A. Chancen 30
I. Absolute-Return-Ansatz 30
a. Benchmark- versus Absolute-Return-Ansatz 30
b. Wissensbasierte Strategie 31
II. Renditeentwicklung von Hedgefonds im Vergleich zu traditionellen Anlagen 32
a. Hohe Rendite 32
b. Geringeres Risiko 33
c. Schutz vor Verlusten 34
III. Marktneutralität 34
IV. Korrelation und Portfoliodiversifizierung 35
a. Geringe Korrelation zu traditionellen Anlagen 35
b. Diversifizierung für das traditionelle Portfolio 36
c. Beispielberechnung zu Portfoliooptimierung mit Hedgefonds 37
V. Sonstige Vorteile 38
a. Volle Flexibilität der Anlageentscheidungen 38
b. Keine Publizitätspflichten 39
c. Interessengleichheit 39
d. Niedrige Besteuerung 40
e. Geringe Liquidität 40
f. Hohe Mindestanlagesummen 40
g. Spezialisten im Fondsmanagement 40
B. Risiken 41
I. Allgemeine Risiken 42
a. Marktrisiko 42
b. Kreditrisiko 42
c. System-, Prozess- und rechtliches Risiko 43
d. Strukturrisiko 43
II. Besondere Risiken 44
a. Risiken hinsichtlich bestimmter Anlageinstrumente 44
1. Leverage-Risiko 44
2. Leerverkaufsrisiko 45
3. Liquiditätsrisiko 46
a.a Direktes Risiko durch Mindesthaltepflichten und Kündigungsfristen 46
b.b Indirektes Risiko durch illiquide Finanzinstrumente 47
c.c Margin-Call- und Catch-Match-Risiko 47
4. Bewertungsrisiko 48
b. Risiken hinsichtlich rechtlicher Rahmenbedingungen 49
1. Transparenzrisiko 49
2. Operationelles Risiko 50
3. Offshore-Risiko 51
c. Sonstige Risiken 51
1. Größenrisiko 51
2. Schlüsselpersonenrisiko 51
3. Strategiewechselrisiko 52
III. Finanzskandale der Vergangenheit 53
a. George Soros und die Krise des EWS 1992 53
b. „Valentinstag Massaker“ 1994 53
1. Askin Capital Management 54
2. Argonaut Capital Management 54
3. Vairocana Limited 54
c. Long-Term Capital Management 55
1. Anfang mit renommierten Namen 55
2. Zusammenbruch in der Russlandkrise 55
3. Rettung durch das Bankenkonsortium 56
C. Kritik an Rendite- und Risikokennzahlen 57
I. Überschätzte Renditen 57
a. Renditekennzahlen 57
1. Nettoinventarwert 57
2. Sharpe Maß 57
b. Hedgefonds-Indizes 58
1. Beispiele für Hedgefonds-Indizes 58
a.a Heterogenität der Hegefonds-Indizes 58
b.b CSFB/Tremont Hedge Fund Index 59
c.c Van Hedge Indizes 59
d.d Standard & Poor’s Hedge Fund Index 60
2. Schwächen von Hedgefonds-Indizes 60
a.a Survivorship Bias 60
b.b Selection Bias 61
c.c Backfill Bias 61
d.d Überhöht ausgewiesene Rendite 61
II. Unterschätztes Risiko 62
a. Risikokennzahlen 62
1. Standardabweichung 62
2. Semivarianz 62
3. Value at Risk 63
b. Schwächen der Risikokennzahlen 63
D. Kosten von Hedgefonds 64
I. Leistungsabhängige Vergütung 64
II. Verlustvortrag 65
III. Schwellenrendite 65
5. Kapitel: Aktueller Markt der Hedgefonds in Deutschland 66
A. Neuregelung durch das Investmentmodernisierungsgesetz 66
I. Investmentgesetz 66
a. Einzel-Hedgefonds nach deutschem Recht 66
b. Dach-Hedgefonds nach deutschem Recht 67
c. Behandlung ausländischer Hedgefonds 67
II. Besteuerung nach dem Investmentsteuergesetz 68
B. Angebotene Produkte in Deutschland 68
I. Einzel-Hedgefonds 68
II. Dach-Hedgefonds 69
a. Struktur eines Dach-Hedgefonds 69
b. Vorteile gegenüber Einzel-Hedgefonds 69
c. Nachteile von Dach-Hedgefonds 70
III. Zertifikate 71
a. Struktur eines Zertifikats 71
b. Vorteile von Zertifikaten 72
c. Nachteile von Zertifikaten 72
C. Absatzentwicklung, Anlegerreaktion und Tendenzen 73
I. Hedgefonds-Absatz in Deutschland 73
II. Anleger reagieren mit Zurückhaltung 74
III. Tendenzen 74
6. Kapitel: Fazit und Ausblick 75
Wissenschaftlicher Anhang IX
Verzeichnis der nummerierten Abbildungen im wissenschaftlichen Anhang X
Literaturverzeichnis XLIX
Eidesstattliche Erklärung LXI
Präsentationsanhang LXII

Automatisiert erstellter Textauszug:

d) Niedrige Besteuerung Der Standort von Hedgefonds in Offshore-Regionen bietet auch steuerliche Vorteile373. Die niedrigere Besteuerung führt dazu, dass die Einsparungen reinvestiert werden und so für zusätzliches Wachstum sorgen. So können ca. 30 Prozent der Gewinne, die sonst versteuert würden, reinvestiert werden374. Deswegen haben Offshore-Fonds oft eine höhere Rendite375 als Fonds, die in Industrieländern beheimatet sind. e) Geringe Liquidität Viele Hedgefonds verfolgen Strategien wie z.B. Distressed Securities und MBS-Arbitrage, bei denen große Positionen in illiquiden Instrumenten gehalten werden. Erst die für Hedgefonds typischen langen Kündigungs- und Mindesthaltepflichten ermöglichen es dem Fondsmanagement, die Ineffizienzen in diesen Märkten gewinnbringend auszunutzen. Investmentfonds können in derartigen Märkten gar nicht agieren, da sie dem Investor börsentäglich die Rückgabe seiner Anteile ermöglichen müssen. Hedgefonds können hier ihren Vorteil für die Investoren nutzten. In der Untersuchung von Cottier zeigt sich, dass die Rendite steigt, je länger die Kündigungsfristen sind. Allerdings nimmt mit größer werdenden Rückgabeintervallen auch die Volatilität zu376. f) Hohe Mindestanlagesummen Die hohen Mindestanlagesummen verhindern den Zugang von Kleinanlegern zu Hedgefonds. Somit können nur wenige Investoren mit großen Beträgen in die Fonds investieren. Diese Anleger haben zumeist einen langfristigen Anlagehorizont377, wodurch dem Fonds ermöglicht wird, langfristige Strategien zu verfolgen. Außerdem bedeuten weniger Investoren auch weniger administrativen Aufwand für den Hedgefonds378, was wiederum die Kostenbelastung gering hält. g) Spezialisten im Fondsmanagement Die meisten Hedgefonds-Manager sind Spezialisten auf ihrem Gebiet, viele von ihnen sind ehemalige Eigenhändler der großen Investmentbanken379. Diese haben einige ihrer besten [...]

Die Umgehung von Regularien gestattet ihnen außerdem in Zeiten, in denen sie keine Investitionsmöglichkeiten finden, bis zu hundert Prozent des Fondsvermögens als Bargeld zu halten365. Ein solches Vorgehen ist Investmentfonds nicht möglich, sie dürfen nur bis zu einer bestimmten maximalen Grenze366 Bargeld im Portfolio halten. Außerdem gelten für sie keine Grenzen für den Maximalanteil von bestimmten Wertpapieren am Gesamtportfolio, wodurch sie die Höhe ihrer Anlagen völlig frei bestimmen können. Die Möglichkeit zur flexiblen Umschichtung des Fondsvermögens ist eine wesentliche Ursache für die Rendite von Hedgefonds367. b) Keine Publizitätspflichten Da Hedgefonds kaum Regularien unterliegen, sind sie auch nicht verpflichtet, der breiten Öffentlichkeit Informationen über ihre Strategien und die Zusammensetzung ihrer Portfolios zur Verfügung zu stellen. Viele Hedgefonds-Strategien leben davon, dass die Manager Ineffizienzen an den Kapitalmärkten ausnutzen, die den meisten nicht bekannt sind. Dadurch können sie für ihre Investoren gute Renditen erwirtschaften. Bei bekannt werden derartiger Informationen würden Nachahmer versuchen die gleichen Ineffizienzen zu nutzen, was den Wettbewerbsvorteil des Managers verringern368 und sich in einer schlechteren Wertentwicklung des Fonds niederschlagen würde. c) Interessengleichheit Aufgrund der Eigenbeteiligung des Hedgefonds-Managements am Fondsvermögen und der erfolgsabhängigen Vergütung partizipiert der Manager genauso wie der Investor an einer positiven Wertentwicklung des Fonds. Dadurch stimmt die Motivation des Managers mit der des Kunden überein369. Das Management hat somit ein größeres Interesse das Fondsvermögen vor Verlusten zu schützen und gleichzeitig die Rendite zu verbessern370. Es profitiert zum einen durch die Wertsteigerung der eigenen Anteile als auch durch die erfolgsabhängige Vergütung, wenn die restlichen Investoren ebenfalls einen Gewinn erzielt haben. Das moralische Wagnis, dass der Manager risikoreichere Strategien verwirklicht um sein Erfolgshonorar zu steigern, wird dadurch reduziert371. Somit kann kein Interessenkonflikt auftreten372. [...]

Bei derartigen Berechnungen ist allerdings darauf hinzuweisen, dass diese auf historischen Daten basieren und damit unterstellen, dass der Zusammenhang zwischen Risiko und Ertrag in Zukunft konstant bleibt360. Wobei allgemein bekannt ist, dass Vergangenheitsdaten nur bedingt als Indikator für die zukünftige Entwicklung geeignet sind361. V. Sonstige Vorteile a) Volle Flexibilität der Anlageentscheidungen Aufgrund ihrer rechtlichen Struktur und ihrer Domizilisierung in Offshore-Regionen haben Hedgefonds alle Freiheiten bei ihren Anlageentscheidungen. Sie können somit flexibler auf sich bietende Gewinnmöglichkeiten reagieren362. Ihnen stehen sämtliche Investitionsstrategien, Vermögensklassen, Märkte, Instrumente und Handelsstile zur Verfügung, die es gibt363. Da Hedgefonds so viele Wahlmöglichkeiten haben, müssen sie schon allein aufgrund dieser Tatsache besser sein als traditionelle Investmentfonds, die nur auf steigende Märkte setzen können364. [...]

Arbeit zitieren:
Otto, Fabian Januar 2005: Chancen und Risiken von Hedgefonds für Investoren, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Arbitrage, Long/Short Equity, Managed Futures, hedge funds

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