Case Study - Welchen Einfluss hat Better Place auf die Entwicklung der Automobilindustrie?
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Andreas Fischer
- Abgabedatum: Juli 2010
- Umfang: 64 Seiten
- Dateigröße: 1,0 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Hohenheim Deutschland
- Bibliografie: ca. 100
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0331-2
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Fischer, Andreas Juli 2010: Case Study - Welchen Einfluss hat Better Place auf die Entwicklung der Automobilindustrie?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Elektromobilität, Better Place, Automobilindustrie, Automobil, Elektroauto
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Bachelorarbeit von Andreas Fischer
Einleitung:
Um die Folgen der globalen Erwärmung einzudämmen hat in fast allen Industrienationen im Bereich der Umweltpolitik die Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen höchste Priorität, und wird auch unter den Bevölkerungen dieser Staaten als eines der dringendsten Probleme wahrgenommen. Auch die US Umweltbehörde hat im Jahr 2009 das klimaschädliche Gas Kohlenstoffdioxid (CO2) zum ersten Mal als gefährlich für die Umwelt eingestuft.
In Deutschland ist mit einem Anteil von 18,1% der Straßenverkehr einer der Hauptverursacher des Ausstoßes von CO2. Die Europäische Union (EU) hat bereits 2009 mit einer Verordnung zu Festsetzung von Emissionsnormen die Automobilhersteller dazu verpflichtet, die CO2-Emissionen ihrer Fahrzeuge bis 2012 auf einen Grenzwert für die gesamte Fahrzeugflotte von 120g/km, bis 2020 auf dann nur noch 95g/km zu reduzieren. Die Automobilindustrie sucht derzeit nach Lösungen, um diese Vorgaben schnellstmöglich zu erreichen.
Bei der Entwicklung nach alternativen Antrieben liegt derzeit der Elektroantrieb im Fokus. Ein Manager aus der Automobilindustrie bestätigt, dass Politik, Spritpreise, Marktzwänge sowie die wachsende Erdbevölkerung und steigende Mobilität (v.a. auch in den Schwellenländern) die Treiber dieser Entwicklung sind, und es einen globalen Trend hin zur Elektromobilität gibt.
Was verbirgt sich genau hinter der Bezeichnung Elektroauto? Ein Elektroauto ist ‘ein Fahrzeug mit Aufbau, das für die Benutzung im Straßenverkehr bestimmt ist und ausschließlich von einem Elektromotor angetrieben wird, dessen Antriebsenergie ausschließlich von einer in das Fahrzeug eingebauten Antriebsbatterie geliefert wird’. Der Begriff ‘Elektromobil’ wird oftmals – wie auch in dieser Arbeit – synonym für Elektroauto verwendet.
Wie die Elektromobilität in der Zukunft aussehen und funktionieren könnte, daran arbeitet das kalifornische Unternehmen Better Place, welches Infrastrukturlösungen für Elektroautos entwickelt.
Better Place selbst bezeichnet sich als führenden Anbieter für Infrastrukturlösungen für Elektroautos, doch inwieweit ist Better Place auch die treibende Kraft in der Entwicklung hin zum Elektroauto, und in welchen Bereichen lässt sich ein Einfluss von Better Place nachweisen?
Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich, in Form einer Case-Study, mit der Frage, inwieweit Better Place seit der Gründung am 27.10.2007 die Entwicklung der Automobilbranche beeinflusst hat. Hierbei wird zuerst der methodische Rahmen abgesteckt, wichtige Begriffe vorgestellt und die Forschungshypothesen formuliert, danach wird, darauf aufbauend, die Entwicklung der Elektroautoindustrie untersucht und so die eingangs formulierten Hypothesen überprüft.
Inhaltsverzeichnis:
| Abstract der Arbeit | I | |
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Der Einfluss von Better Place auf die Entwicklung der Automobilindustrie – eine Fallstudie | 3 |
| 2.1 | Die Methodik einer Case-Study | 3 |
| 2.1.1 | Propositions und Datenanalyse | 4 |
| 2.1.2 | Standards | 7 |
| 2.1.3 | Lock-in-Effekte | 9 |
| 2.1.4 | Analyseeinheit: Die Entwicklung der Automobilindustrie | 12 |
| 2.2 | Das Unternehmen Better Place | 15 |
| 2.3. | Datenanalyse | 18 |
| 2.3.1 | Modellankündigungen und Zulassungszahlen | 18 |
| 2.3.2 | Kooperationen und Projekte | 31 |
| 2.3.3 | Batterien und Entwicklung | 40 |
| 2.4 | Ergebnisse | 46 |
| 3. | Ausblick Elektromobilität | 48 |
| Literaturverzeichnis | V |
Textprobe:
Kapitel 2.3.2, Kooperationen und Projekte:
Mit dem Trend zur Elektromobilität werden für alle Marktteilnehmer die Karten neu gemischt. Wer kann am schnellsten auf die Veränderungen reagieren? Wer vermag seine Technik so zu vermarkten, dass auch nachhaltig Erfolge für das Unternehmen daraus resultieren?
Es bieten sich in diesem technologischen Umbruch auch Möglichkeiten für Marktakteure, die mit dem Thema Automobil noch wenig oder gar nicht in Berührung kamen. So werden für die Elektrofahrzeuge neue elektrische Motoren benötigt, auch neue Materialien finden Verwendung, die die Autos leichter machen sollen, um so die Reichweite der Akkus zu erhöhen. Auch im Bereich der Akkus drängen nun neue Unternehmen in die Automobilindustrie, in der sie in Zukunft durch die zentrale Bedeutung der Akkus in den Elektroautos eine starke Stellung haben werden.
Auch für die Stromversorgung und die Infrastruktur treten Stromkonzerne und Unternehmen wie Better Place in den Markt ein und bringen so eine neue Dynamik in einen Markt, der lange Jahre schon aufgeteilt schien.
Doch der technische Aufwand ist für alle beteiligten Unternehmen enorm, und so sind Kooperationen ein einfacher und produktiver Weg, die Entwicklung in allen Bereichen zu beschleunigen. Auch eine zunehmende Zusammenarbeit zwischen bisherigen Konkurrenten der Automobilbranche ist derzeit weltweit zu beobachten.
Wie wichtig das Thema ‘Strategische Partnerschaft’ in der Automobilindustrie der Zukunft werden kann, testet derzeit auch Better Place in vielen Bereichen.
Da Better Place die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge entwickeln und bereitstellen will, war die höchste Priorität für das Unternehmen, einen Partner zu finden, der die passenden Fahrzeuge hierzu entwickelt und in einer großen Stückzahl anbietet.
Wie in Kapitel 3.1 bereits beschrieben, konnte das kalifornische Start-Up hier den französischen Automobilkonzern Renault gewinnen, der in einer Partnerschaft mit dem japanischen Hersteller Nissan die Elektrofahrzeuge entwickeln und ab dem Jahr 2011 auf den Markt bringen will.
So konnte Better Place die wohl wichtigste Kooperation eingehen, um den Weg für eine elektromobile Zukunft zu ebnen.
Das diese Zusammenarbeit nur ein Grundstein auf diesem Weg ist, zeigen auch die Pläne von Better Place in Israel. Hier werden die Kooperationen nicht isoliert betrachtet, sondern sind Teil des ganzheitlichen Ansatzes von Better Place, bei der Markterschließung nicht nur auf die eigene Infrasturktur sowie die Elektroautos des Partners Renault zu setzen, sondern darüber hinaus Stromerzeuger und lokale Partner zur Einführung der Fahrzeuge zu suchen und mit einzubinden.
So wurden beispielsweise 92 ansässige Unternehmen mit Fuhrpark als Partner gewonnen, darunter auch namhafte Konzerne wie Computer Associates und Motorola, die sich verpflichten, einen Teil ihrer 45.000 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen.
Mit Israel Malls, einer der führenden Shopping-Mall Unternehmensgruppen, wurde vereinbart, auf den Parkplätzen der 17 Shopping-Center Ladestationen für Elektrofahrzeuge zu installieren. Zudem wurde auch mit Israel Railways ein weiterer großer Partner gewonnen, der Better Place erlaubt, an Bahnhöfen insgesamt 220 Ladestationen zu errichten. Somit kann eine hohe Verbreitung sichergestellt werden, ohne selbst Flächen zu kaufen und in direkte Konkurrenz zu den bestehenden Tankstellen zu treten.
Dass es aber auch Möglichkeiten gibt, wie Elektroautos und Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor nebeneinander existeren können, zeigt die Kooperation von Better Place und ‘Dor Alon’, einem der führenden Tankstellenbetreiber in Israel. Dieser erlaubt Better Place Batteriewechselstationen bei an diesen Tankstellen zu errichten, womit Better Place auch hier bestehende Infrastrukturlösungen nutzt, um die eigene Infrastruktur aufzubauen und zu etablieren.
Diese Beispiele zeigen den Ansatz, den Better Place bei seinen Expansionsplänen verfolgt. Sowohl die Infrastruktur als auch die Verbreitung der Elektroautos sollen in bestehende Strukturen ergänzt werden, um die Elektromobilität als weiteren Standard zu etablieren.
Ein weiteres großes Projekt von Better Place wurde im April 2010 in Tokyo vorgestellt. Hier wurde mit Nihon Kotsu, dem größten Taxibetreiber der Stadt, ein Pilotprojekt gestartet, bei dem elektrisch betriebene Taxis für 90 Tage im Dauerbetrieb getestet werden. Better Place stellt hierfür Batteriewechselstationen bereit, an denen die Taxis einfach und schnell ihre Akkus wechseln können sobald diese leer sind.
Da in Tokyo im besonderen Maße die Taxis für hohe CO2-Emissionen verantwortlich sind, insgesamt für 20% der gesamten Emissionen, bietet sich hier eine großes Einsparpotenzial und ein großes Geschäftsfeld für Better Place an. Zudem ist auch eine zeitnahe Umsetzung der Modellprojekte denkbar, denn durch die Standzeiten der Taxis spielt hier die Reichweite der Akkus eine weniger große Rolle als beispielsweise bei privaten PKW.
In Australien schloss Better Place auf einem weiteren Feld eine Kooperation. Mit dem Energieanbieter AGL Energy wurde ein Liefervertrag vereinbart, der AGL verpflichtet, die notwendige erneuerbare Energie für den Betrieb von Elektrofahrzeugen bereitzustellen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842803312
Arbeit zitieren:
Fischer, Andreas Juli 2010: Case Study - Welchen Einfluss hat Better Place auf die Entwicklung der Automobilindustrie?, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Elektromobilität, Better Place, Automobilindustrie, Automobil, Elektroauto



