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CRM-Systeme in der öffentlichen Verwaltung

Eine Analyse der Einsatzpotentiale zur Verbesserung der Kundenorientierung mit Schwerpunkt A2B

CRM-Systeme in der öffentlichen Verwaltung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marc Petry
  • Abgabedatum: März 2002
  • Umfang: 115 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5993-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5993-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5993-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Petry, Marc März 2002: CRM-Systeme in der öffentlichen Verwaltung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: e-Government, Government to business, G2B, Customer Relationship Management, Baugenehmigungsverfahren

Diplomarbeit von Marc Petry

Einleitung:

Die öffentliche Verwaltung steht bereits seit langer Zeit im Kreuzfeuer der Kritik. Es wird ihr ein Management-Defizit vorgeworfen, das sich in mangelnder Effizienz, Effektivität und Kundenorientierung niederschlägt. Durch eng gewordene finanzielle Spielräume, gewandelte Wertvorstellungen in der Gesellschaft und einen globalen Standortwettbewerb, zusätzlich verstärkt durch die Auswirkungen der neuen Informations- und Kommunikations-technologien, werden Verwaltungen jedoch zur Modernisierung gezwungen.

Weltweit stellen die Verwaltungsbehörden fest, dass sie ihr Dienstleistungsangebot verbessern müssen. Mit E-Government hat die E-Business-Revolution die öffentliche Verwaltung erreicht. Betriebswirtschaftliche Ansätze sollen Berücksichtigung finden und moderne Konzepte und Technologien aus dem E-Business übernommen werden. Die Umsetzung dieser Konzepte findet in Deutschland vor allem auf der kommunalen Ebene statt. Fraglich ist, ob die Goldgräberstimmung des E-Business-Hypes, die in der Privatwirtschaft längst verflogen ist, nun in der öffentlichen Verwaltung mit E-Government wiederholt werden kann und ob sich der öffentliche Sektor überhaupt für solche Konzepte eignet. Nähere Betrachtung verdient in diesem Zusammenhang die Monopolstellung der Kommunalverwaltung, die den Handlungsbedarf für mehr Kundenorientierung schmälern kann.

Die Frage, inwieweit das Handeln öffentlicher Träger kundenorientiert gestaltet und unternehmerische Initiativen unterstützt werden können, wird mehr und mehr zum Faktor erfolgreicher Standort- und Ansiedlungspolitik. In diesem Zusammenhang wird in der Kommunalverwaltung, wo die Innovationsbereitschaft am ausgeprägtesten und der Legitimationsdruck größer ist als auf Länder- und Bundesebene, dem Gedanken der Kundenorientierung zunehmende Aufmerksamkeit gewidmet.

Angesichts wettbewerbsintensiveren Märkten und flüchtigeren Konsumenten haben Unternehmen schon vor längerer Zeit den Fokus auf die Pflege ihrer Kundenbeziehungen gelegt. Customer Relationship Management (CRM) ist ein strategischer und informationstechnischer Ansatz, der die Firmen dabei unterstützt ihre Beziehungen zu anspruchvollen und unbeständigen Kunden profitabel zu gestalten. Während in zunehmendem Maße Informationen über den Einsatz von CRM-Instrumenten in privatwirtschaftlichen Unternehmen veröffentlicht werden, ist bisher noch wenig darüber berichtet worden, welchen Stellenwert dieses Thema im öffentlichen Sektor hat. Darüber hinaus müssen die Motive für CRM (Kundenbindung und Ertragsteigerung), die in der Privatwirtschaft eine Rolle spielen, in der öffentlichen Verwaltung jedoch nicht vorhanden sind, näher untersucht werden. So muss der Frage nachgegangen werden, inwiefern CRM-Grundsätze, die in erster Linie für privatwirtschaftliche Unternehmen entwickelt wurden, auf die Kommunalverwaltung übertragbar sind. Da sich die Kommunen jedoch immer weniger als Verwalter hoheitlicher Aufgaben verstehen und zunehmend als Dienstleiter ihrer Kunden begreifen, besteht für CRM zumindest theoretisch ein gewaltiges Potenzial.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Einsatzpotenzialen von CRM in der öffentlichen Verwaltung zur Verbesserung der Kundenorientierung. Der Schwerpunkt der Analyse liegt dabei auf den Administration-to-Business (A2B) Wechselbeziehungen, im vorliegenden Fall den speziellen Verhältnissen der Kommunalverwaltung mit Unternehmen.

Dazu werden in Kapitel 2 zunächst theoretische Grundlagen und aktuelle Trends der Themengebiete Neues Steuerungsmodell, E-Government und CRM erläutert. In Kapitel 3 wird die Verbesserung der Kundenorientierung in der Verwaltung näher untersucht, indem Status Quo des A2B Beziehungsverhältnisses und Handlungsnotwendigkeit beleuchtet werden. Weiterhin werden existierende CRM-Ansätze analysiert und schließlich Aspekte der Realisierung beschrieben. Die Ausführungen schließen in Kapitel 4 mit einer genauen Betrachtung der Verwaltungsprodukte, eines Vorgehensmodells bei der Umsetzung des CRM-Konzeptes und des Baugenehmigungsverfahrens als Beispiel.

Inhaltsverzeichnis:

I. Inhaltsverzeichnis II
II. Abbildungsverzeichnis IV
III. Tabellenverzeichnis V
IV. Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Grundlagen 3
2.1 Die öffentliche Verwaltung 3
2.1.1 Staat und Verwaltung 3
2.1.2 Die öffentliche Verwaltung im Wandel 5
2.1.2.1 Die Herausforderungen der jüngsten Zeit 5
2.1.2.2 NPM und NSM 6
2.1.3 E-Government 9
2.1.3.1 Grundlagen des E-Government 9
2.1.3.2 Status Quo des E-Government 12
2.2 Das Konzept des Customer Relationship Management 16
2.2.1 Konsequente Kundenorientierung als neue Maxime im Marketing 16
2.2.2 Grundlagen Customer Relationship Management 17
2.2.3 Strategische Aspekte des CRM 20
2.2.3.1 Kundensegmentstrategie 20
2.2.3.2 Multikanalstrategie 22
2.2.3.3 Servicestrategie 23
2.2.4 Taktische Aspekte des CRM 24
2.2.4.1 Kundenkenntnis 25
2.2.4.2 Kundenselektion 27
2.2.4.3 Kundenbindung 28
2.2.4.4 Kundengewinnung 30
2.2.4.5 Prozesse des CRM 30
3. Verbesserung der Kundenorientierung in der Verwaltung 33
3.1 Kundenorientierung in der öffentlichen Verwaltung 33
3.1.1 Status quo der Kundenorientierung 33
3.1.2 Notwendigkeit für den Wandel in der Ausgestaltung der Kundenbeziehung 37
3.1.2.1 Die Kunden 37
3.1.2.2 Das Standortmarketing 38
3.1.2.3 Die Politik 40
3.1.2.4 Die Technik 41
3.2 Status quo der CRM-Ansätze in der Wechselbeziehung A2B 43
3.2.1 Das virtuelle Rathaus 43
3.2.2 One-Stop-Government 46
3.2.3 Virtuelle Marktplätze 48
3.3 CRM im Verhältnis A2B 50
3.3.1 Abgrenzung der Einsatzpotenziale 50
3.3.2 Aspekte der Realisierung 51
3.3.2.1 Strategische Aspekte 52
3.3.2.2 Organisatorische Aspekte 53
3.3.2.3 Aspekte der Mitarbeiterführung 54
3.3.2.4 Sonstige Aspekte 58
3.3.2.5 Kritische Erfolgfaktoren 59
4. Gestaltungsmöglichkeiten für CRM im Verhältnis A2B 62
4.1 Produkte der Kommunalverwaltung 64
4.1.1 Information 64
4.1.2 Rechtsgüterdienstleistung 65
4.1.3 Nominalgüterdienstleistung 66
4.1.4 Beratungsdienstleistung 66
4.2 Vorgehensmodell 69
4.2.1 Bestimmung einer segmentspezifischen Basisstrategie 69
4.2.1.1 Segmentierung nach Beziehungsdauer 69
4.2.1.2 Segmentierung nach Unternehmensgröße 71
4.2.1.3 Zusammenfassung 72
4.2.2 Auswahl von Kontaktkanälen und Interaktionsformen 73
4.2.3 Modellierung einer „Business-Situation“-orientierten Bearbeitung 79
4.2.4 Planung des Datenmanagements 82
4.2.5 Handlungsempfehlungen 86
4.3 Ein Beispiel: das Baugenehmigungsverfahren 90
5. Ausblick 94
V. Literaturverzeichnis VII
VI. Verzeichnis der Gesprächspartner XVII
VII. Eidestattliche Erklärung XVIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

ausführlich und elementare Informationen wie Öffnungszeiten und Adressen fehlen. Ebenso sind Schwächen bei der Anwendung der Kommunikationspolitik vorzufinden, die auf eine lückenhafte interne Vernetzung der Verwaltung zurückzuführen sind.151 E-Mails werden beispielsweise erst spät oder gar nicht beantwortet. "Virtuelle Rathäuser" sind durch die Informations- und Kommunikationsfunktionalitäten groß geworden. Viele gehen nicht über das reine Publizieren von Informationen hinaus, sind nicht zwangsläufig interaktiv, und der Transaktionsvorgang ist selten medienbruchfrei. Formulare müssen nach dem Herunterladen ausgedruckt und per Post verschickt werden, was unnötiger Aufwand für den Kunden bedeutet. Dennoch gibt es Beispiele, die neben E-Mail-Angeboten (Newsletter), Formular-Server, Behördenwegweisern oder interaktiven Stadtplänen auch online abzuwickelnde, allerdings auf Bürger beschränkende Transaktionen anbieten. Das virtuelle Rathaus ist die Grundlage, auf der das Konzept des One-Stop-Government aufbaut. Dieses Konzept wird allerdings mit der damit verbundenen Prozessintegration weiter unten näher analysiert. Die Stadt Mannheim hat sich schon 1995 für die Nutzung des Mediums Internet und die aktive Werbung zugunsten des Wirtschaftsstandortes an Rhein und Neckar entschieden. Interessenten aus der Wirtschaft stehen somit im Internet-Programm jeweils eigene Informations- und Nutzwertpakete zur Verfügung. Kreative und innovative Forscher und Unternehmer erhalten auf einen Blick die Adressen der einschlägigen Patentämter, um Erfindungen auf ihre Innovationstauglichkeit hin zu prüfen – und dies weltweit. Interessenten, beispielsweise aus den USA, die den Mannheimer Server anwählen, können die „USPackage“ – Schwerpunktinformationen auf Englisch nutzen. Mannheim richtet so sein Angebot auf seine potenziellen Kunden aus.152 Mit Einladungen, Stadtführungen, Diskussionsrunden mit Vertretern der Wirtschaft usw. wirbt die Stadt für den Austausch zwischen Wirtschaft und Verwaltung. ELSTER (Elektronische Steuererklärung) ist ein Projekt der deutschen Steuerverwaltung, das die sichere elektronische Übermittlung von Steuererklärungsdaten zum Ziel hat. Die Daten für den Ausdruck der Steuererklärungsformulare werden hierbei elektronisch erfasst. Diese bereits erfassten elektronischen Daten werden von der Steuerverwaltung zur [...]

weiter oben angeführt, sind heute alle größeren Städte mit mehr als 10 000 Einwohnern im Internet vertreten. Webauftritte der Kommunalverwaltungen werden nicht selten als "Virtuelle Rathäuser" bezeichnet. Bei dem Vorhaben "elektronische Ämter" aufzubauen wird das Ziel verfolgt, den Zugang zu allen Dienstleistungen der Kommunen zu schaffen und den Gang zu Behörden zu ersetzen. Durch die bessere Verfügbarkeit sowie schnelle und einfache Abwicklung der Verwaltungsvorgänge kann Bürgern und Unternehmen der zeitraubende Amtsweg erspart werden. Die Kommunalverwaltung hat, wenn auch aufgrund der Kosteneinsparungen nicht ganz uneigennützig, den Bedürfnissen ihrer Kunden Rechnung getragen. MEDIA@Komm ist beispielsweise ein vom Bundesministerium für Wirtschaft gefördertes Projekt. Es fokussiert die ganzheitliche Entwicklung von virtuellen Rathäusern und virtuellen Marktplätzen – mit fundamentalen Veränderungen in den Verwaltungen und im Wirtschaftsleben. Als die fünf wichtigsten, angestrebten Vorteile gelten: mehr Information, bessere Kommunikation, größere Transparenz, erhöhte Effizienz und mehr Effektivität in Wirtschaft und Gesellschaft.147 Im Rahmen des MEDIA@Komm Projektes wurden "virtuelle Rathäuser" von Städten wie Hamburg, Bremen, Esslingen, Nürnberg oder Mannheim subventioniert und ihren Kunden somit recht früh zur Verfügung gestellt. Für den „Bremer Stadtinformanten“ wurden rund 8,4 Mio Euro von MEDIA@Komm gestiftet.148 Preisträger des MEDIA@Komm Städtewettbewerbs sind die Städte Bremen, Nürnberg und Esslingen am Neckar. Mannheim ging schon 1995 mit einem ersten bescheidenen Programm ins Netz.149 [...]

Der Umsetzungsstand von CRM-Lösungen in der öffentlichen Verwaltung ist vergleichbar mit jenem in der privaten Wirtschaft vor vier bis fünf Jahren. Reorganisation, elektronische Verknüpfung und Ablauffähigkeit der Verwaltungsprozesse prägen die derzeitige Situation in den Kommunen. Bisher sind CRM-Projekte in öffentlichen Verwaltungen nur vereinzelt und überwiegend nicht in Deutschland umgesetzt worden.146 Wie bereits im Vorfeld (siehe Abschnitt 2.2.2) erwähnt, besteht Unklarheit über die genaue Definition von CRM. Im weiteren Verlauf wird daher der Gedanke der kundenorientierten Unternehmensphilosophie stärker untersucht als deren software-technische Umsetzung. Da eine kundenorientierte bzw. wirtschaftsfreundliche Verwaltungsphilosophie in Ansätzen erkennbar ist, werden zunehmend Lösungen entwickelt, die sich im Sinne von CRM an den Kundenbedürfnissen orientieren. Der vorliegende Abschnitt ist der Betrachtung von existierenden E-Government-Lösungen gewidmet, die unter dem Gesichtspunkt der Kundenorientierung analysiert werden können. Hierbei wird deutlich, dass CRM in der öffentlichen Verwaltung nicht ohne die Grundlage E-Government, also ohne die Integration der Wechselbeziehungen zwischen Verwaltung und Unternehmen mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologie, umgesetzt werden kann. Mit der Bestrebung nach erhöhter Effizienz und Kundenorientierung und der Umsetzung von E-Government, sind in den letzten Jahren verschiedene Projekte und Lösungen vor allem in Städten umgesetzt worden. "Virtuelle Rathäuser", One-stop-shop Lösungen, elektronische Marktplätze, Call Center, Tele-Learning und City Card tragen alle zu einem besseren Service und einer kundenfreundlicheren Verfügbarkeit der Dienstleistungen bei. 3.2.1 Das virtuelle Rathaus Vor der Verbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologie war der Gang zum Rathaus oder der örtlichen Behörde ein Muss. Dass der Amtsweg bei langen Wartezeiten, unfreundlicher Bedienung und bürokratischer Abwicklung keinen erfreulichen Vorgang darstellte, ist unschwer nachzuvollziehen. Mit dem Internet haben sich für Bürger und Unternehmen nach und nach Möglichkeiten ergeben, Kommunikation und Interaktion mit der Verwaltung neu zu gestalten. Wie schon [...]

Arbeit zitieren:
Petry, Marc März 2002: CRM-Systeme in der öffentlichen Verwaltung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
e-Government, Government to business, G2B, Customer Relationship Management, Baugenehmigungsverfahren

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