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Der Businessplan als Entscheidungsgrundlage für Kapitalgeber

Der Businessplan als Entscheidungsgrundlage für Kapitalgeber
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Patrick Kevin Greaney
  • Abgabedatum: Februar 2004
  • Umfang: 130 Seiten
  • Dateigröße: 898,7 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8308-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8308-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8308-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Greaney, Patrick Kevin Februar 2004: Der Businessplan als Entscheidungsgrundlage für Kapitalgeber, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Venture Capital, Business Angel, Unternehmensgründung, Unternehmensfinanzierung, Liquiditätsplan

Diplomarbeit von Patrick Kevin Greaney

Zusammenfassung:

„Ein guter Businessplan beeindruckt durch Klarheit und (…) Sachlichkeit“. Diese in vielen Businessplanwettbewerb-Handbüchern oft wiedergegebene Weisheit als Merkmal erfolgreicher Businesspläne soll nicht angezweifelt werden. Allerdings gilt diese Erkenntnis – salopp formuliert – analog ebenso für die Gebrauchsanleitungen technischer Küchengeräte. Was also genau sind die entscheidungsrelevanten Merkmale erfolgreicher Businesspläne aus Sicht der Kapitalgeber? Und gelten diese Merkmale für eine Bank in gleichem Maße wie für eine Venture Capital Gesellschaft oder eine Mittelständische Beteiligungsgesellschaft?

Diese Arbeit ist in zwei Teile gegliedert. Der theoretische Teil beschäftigt sich dabei mit der Analyse und Abhandlung der vorherrschenden Literatur, Fachbeiträgen und wissenschaftlichen Studien zum Thema der kapitalgeberspezifischen Erstellung von Businessplänen, im empirischen Teil werden die Ergebnisse des Fragebogens anhand von geeigneten statistischen Testverfahren auf kapitalgeberspezifische Besonderheiten untersucht und interpretiert.

Insgesamt konnten auf Grundlage eines Online-Fragebogens (weiterhin einsehbar unter wwwgreaneyde/Studie/fragebogenhtml) von rund 200 angeschriebenen, in Deutschland ansässigen Kapitalgebern insgesamt 60 für die Teilnahme an der Erhebung gewonnen werden, davon 30 Venture Capital Gesellschaften, 12 Kreditinstitute, 6 Business Angels, 9 MBGen sowie 3 Teilnehmer aus dem Bereich der öffentlichen Förderbanken. Das Ziel dieser Arbeit ist es, auf Grundlage der empirischen Ergebnisse herauszufinden, welche kapitalgeberspezifischen Unterschiede bei den einzelnen Anforderungspunkten eines Businessplans festzustellen sind und ob diese Unterschiede – auch unter dem Gesichtspunkt neuer Finanzierungstendenzen – eine praktische Relevanz mit sich bringen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IX
Tabellenverzeichnis XI
Abkürzungsverzeichnis XV
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
1.2.1 Theoretischer Teil 2
1.2.2 Empirischer Teil 2
1.3 Ziel dieser Arbeit 2
2. Definition und begriffliche Abgrenzung 3
2.1 Der Businessplan 3
2.2 Arten von Kapitalgebern 4
2.2.1 Kreditinstitute 4
2.2.2 Banken mit Sonderaufgaben 5
2.2.3 Business Angels 6
2.2.4 Venture Capital Gesellschaften (VCG) 7
2.2.5 Mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBG) 8
2.3 Die Prinzipal-Agenten-Theorie 9
3. Theoretische Ansätze der Entscheidungsfindung bei Businessplänen 12
3.1 Gründe für die Erstellung eines Businessplans 12
3.2 Elementare Bestandteile eines Businessplans 13
3.2.1 Executive Summary 14
3.2.2 Das Unternehmen 15
3.2.3 Management 16
3.2.4 Produkte und Dienstleistungen 17
3.2.5 Markt und Wettbewerb 18
3.2.6 Produktion und F&E 20
3.2.7 Planungsrechnung 21
3.3 (K)eine Hilfe durch Businessplansoftware 23
3.4 Spezifische Stellenwerte eines Businessplans 25
3.4.1 Aus Sicht der Agency-Theorie 25
3.4.2 Unternehmensintern 31
3.4.3 Unternehmensextern 33
3.4.4 Im Lichte neuer Finanzierungstendenzen 34
3.5 Generelle Adressaten des Businessplans und deren Unterschiede 39
3.5.1 Spezifische Anforderungen der untersuchten Kapitalgeber 41
3.5.1.1 Kreditinstitute 41
3.5.1.2 Förderbanken 43
3.5.1.3 Business Angels 44
3.5.1.4 Venture Capital Gesellschaften 47
3.5.1.5 Mittelständische Beteiligungsgesellschaften 50
3.5.1.6 Abschließende Matrix 52
3.6 Ziele und Grenzen eines Businessplans 54
4. Empirische Evaluation: Die Entscheidungsfindung in der Praxis 56
4.1 Aufbau und Durchführung der Befragung 56
4.2 Grundgesamtheit und Stichprobe 56
4.3 Methodik der Auswertung 58
4.4 Darstellung der Ergebnisse 61
4.4.1 Verteilung der einzelnen Kapitalgeber 61
4.4.2 Anordnung nach Sitz der Kapitalgeber 62
4.4.3 Kapitalarten und Unternehmensphasen 63
4.4.4 Fragen zum Businessplan allgemein 65
4.4.5 Der Planungshorizont eines Businessplans 69
4.4.6 Unternehmensgegenstand und rechtliche Verhältnisse 73
4.4.7 Die Abbildung des Managements im Businessplan 77
4.4.8 Innovationen im Businessplan 80
4.4.9 Markt und Wettbewerb im Businessplan 83
4.4.10 Finanzplanung im Businessplan 84
4.4.11 Musts and Donts in Businessplänen 86
4.5 Diskussion und Schlussfolgerungen der empirischen Ergebnisse 87
5. Zusammenfassung und Ausblick 98
Literaturverzeichnis 101
Anhang Fragebogen 106

Automatisiert erstellter Textauszug:

Trotz aller progressiven Ansätze der Banken wird es ein Unternehmensgründer schwer haben, ein Darlehen ohne Sicherheiten und ohne ausreichendes EK zu erhalten. Gerade letzterer Punkt ist wesentlich, wenn es um die Vergabe von FK geht242. So ermittelte die IHK Koblenz in einer Studie243, dass unzureichende Sicherheiten in rund 23 % und fehlendes EK in rund 19 % der Fälle zur Ablehnung von Kreditanträgen geführt haben244. Auch diese Ergebnisse wurden empirisch bestätigt. Eine EK-Quote von mind. 15 % wurde insgesamt als sehr wichtig eingestuft ebenso wie die sonstigen Sicherheiten und das Vorhandensein zusätzlicher Investoren, um das Kreditausfallrisiko zu minimieren. Diese Funktion wird zu großen Teilen indirekt durch die Bürgschaftsbanken der Länder wahrgenommen, mit deren Ausfallbürgschaften die Unternehmensgründer oft erst einen Kreditantrag von ihrer Hausbank bewilligt bekommen. Dennoch gaben 8 KI an, dass sie erst mit Beginn der Markteinführung in die Finanzierung einsteigen, um durch die dadurch erzielten Cash Flows einen stabilen Kapitaldienst zu generieren. Diese Ergebnisse decken sich mit den Angaben in der Literatur245. Das Ziel ist auch hier die Vermeidung von überproportionalem Risiko und die generelle Absicherung der Kredite, wie sie das Kreditwesengesetz den Banken vorschreibt246. [...]

20 % der untersuchten 60 Kapitalgeber sind der Gruppe der Kreditinstitute (KI) zuzuordnen. Dabei gaben 3 der 12 Teilnehmer an, dass sie auch Eigenkapital (EK) vergeben. Um jedoch geeignete Aussagen der einzelnen Kapitalgebergruppen zu erzielen ist es notwendig, diese 3 Teilnehmer von der Auswertung auszuschließen, da deren Kapitalvergabekriterien eher denen der Risikokapitalgeber und nicht der Fremdkapitalgeber entspricht. Jeweils 3 der verbleibenden 9 KI vergeben neben dem klassischen Fremdauch Mezzanine- Kapital und (bankinterne) Fördermittel234. Das Mezzanine-Kapital ist dabei dem Fremdkapital (FK) in diesem Fall näher als dem EK. Dieses so genannte „Quasi-FK“235 besteht bei der Gruppe der Banken z.B. aus nachrangigen oder partiarischen Darlehen236. Die Kreditfinanzierung ist in Deutschland für mittelständische Unternehmen237 nach wie vor eine der wichtigsten Kapitalquellen neben der Innenfinanzierung aus Gewinnen238. Im Zuge der Basel II Richtlinien wird sich die Vergabepolitik der Banken jedoch zum Teil grundlegend ändern239. Dem Businessplan wird diesbezüglich eine größere Bedeutung zukommen. So bemerkt Kußmaul, dass „in zunehmenden Maße auch Banken“240 ein solches Unternehmenskonzept verlangen und Klandt stellte bereits 1996 die Tendenz fest, dass das „Denken in dinglichen Sicherheiten“ zugunsten einer ganzheitlichen Unternehmensbetrachtung seitens der Banken an Gewicht verlieren wird241. Diese Aussagen werden auch empirisch bestätigt. So gaben 8 KI an, dass ein Engagement ohne Businessplan grundsätzlich nicht möglich sei. [...]

Dabei werden mehr als zwei Drittel aller mittelständischen Betriebe von einem Inhaber oder einem geschäftsführenden Gesellschafter geleitet229 was oft das Problem mit sich bringt, dass Beteiligungskapitalgebern nur sehr bedingt ein Mitspracherecht im eigenen Unternehmen gewährt wird230. Mithilfe geeigneter Mezzanine-Finanzierungen kann dieses Problem entschärft werden. Zu betonen ist jedoch, dass die oft vorherrschende „Herr im Haus“-Mentalität mittelständischer Unternehmer kontraproduktiv ist hinsichtlich der zukünftig stärker kapitalmarktorientierten Unternehmensfinanzierung. Eine „reportingprogressive“ Einstellung der Inhaber sowie die Bereitschaft zu strukturellen Veränderungen im eigenen Unternehmen wird die Grundvoraussetzung dafür sein, neue Finanzierungsquellen zu erschließen, insbesondere wenn es um die Eigenkapitalbeschaffung von außen geht. Hier wird der Businessplan weiter stark an Bedeutung gewinnen. [...]

Arbeit zitieren:
Greaney, Patrick Kevin Februar 2004: Der Businessplan als Entscheidungsgrundlage für Kapitalgeber, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Venture Capital, Business Angel, Unternehmensgründung, Unternehmensfinanzierung, Liquiditätsplan

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