Business Process Outsourcing im Personalbereich
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dorothee Schulz
- Abgabedatum: Oktober 2005
- Umfang: 107 Seiten
- Dateigröße: 789,4 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9381-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9381-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9381-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schulz, Dorothee Oktober 2005: Business Process Outsourcing im Personalbereich, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Make-or-Buy, Payroll, BPO, Personalfunktion, Zeitarbeit
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Dorothee Schulz
Problemstellung:
Die Diskussionen um Business Process Outsourcing (BPO) werden auch in Deutschland immer lauter. Gemeint ist die Vergabe kompletter Unternehmensprozesse an externe Anbieter. Geteilte Meinung herrscht hinsichtlich dieses Themas auch auf dem Gebiet des Personalmanagements. Während Entscheider in Unternehmen einer Auslagerung personalwirtschaftlicher Funktionen eher skeptisch gegenüberstehen, preisen Outsourcing-Anbieter ihre Leistungen unter dem durch sie stark geprägten Trend-Begriff BPO an.
Aufgrund dieser gegensätzlichen Meinungen nimmt diese Arbeit eine neutrale Sichtweise gegenüber der Auslagerung kompletter Personalfunktionen ein. Da besonders deutsche Unternehmen neue Trends empirisch und durch Erfahrungsberichte belegt wissen möchten, bietet auch die vorliegende Arbeit Unternehmen die Möglichkeit, ihre zukünftigen Strategien an den zentralen Studienergebnissen auszurichten.
Gegenwärtig sind auf dem deutschen HR-BPO-Markt in erster Linie Payroll-Anbieter vertreten, die Unternehmen ihre Leistungen zur Übernahme der Lohn- und Gehaltsabrechnung anpreisen. Dieses für Wachstumsmärkte typische anbietergetriebene Verhalten spiegelt sich auch in den Umfrageergebnissen der innerhalb dieser Arbeit zum Thema HR-Outsourcing in mittelständischen, deutschen Unternehmen durchgeführten empirischen Studie wider. Obwohl viele Personalverantwortliche selbst einer externen Vergabe einzelner personalwirtschaftlicher Teilleistungen ablehnend gegenüberstehen, ist dennoch ein eindeutiger Trend in Richtung Payroll-Outsourcing zu erkennen.
Im Gegensatz zu den für das Unternehmen strategisch wichtigen Personalfunktionen kann es sich für Unternehmen rechnen, administrative Personalaufgaben extern über den Markt zu beziehen. Entsprechend verbindet der Großteil der Unternehmen mit der Auslagerung personalwirtschaftlicher Leistungen das Ziel der Kostenersparnis. Die Idee hinter dem HR-BPO ist aber letztendlich die Entlastung der personalwirtschaftlichen Administration, damit eine Konzentration auf die Kernaufgaben der Personalabteilung erfolgen kann.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in sechs Kapitel. Das erste Kapitel beinhaltet die Problemstellung, verbunden mit der Darlegung der Zielsetzung und des Aufbaus der Arbeit. Im folgenden Kapitel 2 werden die Grundlagen des Outsourcing gelegt. Da über die Theorie des Outsourcing ganze Bibliotheksregale gefüllt sind, soll in diesem Zusammenhang lediglich eine grobe Einführung in das Thema gegeben werden.
Vertiefende Aspekte zur allgemeinen Theorie des Outsourcing finden sich in nahezu allen innerhalb dieses Kapitels zitierten Werken. Neben der Begriffsdefinition, der historischen Entwicklung und dem Ziel und Zweck des Outsourcing werden weiterhin dessen unterschiedlichen Formen erläutert. Dabei gilt der speziellen Form des Business Process Outsourcing besondere Beachtung. Anders als bei der allgemeinen Theorie des Outsourcing ist das Gebiet des BPO wissenschaftlich noch nicht in dem Maße erforscht. Gegenwärtig existieren erst wenige, dafür aber meist sehr aktuelle Veröffentlichungen, welche BPO gesondert betrachten.
An dieser Stelle sei Prof. Dr. Axel Wullenkord erwähnt. Wullenkord beschäftigt sich bereits seit etwa zehn Jahren mit dem Thema BPO und hat die neuesten Erkenntnisse in seinem gleichnamigen Buch zusammengefasst.
Nachdem im Kapitel 2 die Grundlagen des Outsourcing geschaffen wurden, sollen diese im Kapitel 3 auf den Bereich des Personalwesens übertragen werden. Dabei gilt es, sich mit der Kernfrage auseinander zu setzen, welche Personalfunktionen besser durch das Unternehmen selbst zu erstellen sind und welche sich durchaus für eine Auslagerung an einen externen Anbieter eignen.
Nachdem der Begriff Personalmanagement erklärt wurde und dessen Einordnung in den unter-nehmerischen Wertschöpfungsprozess erfolgte, wird auf die Erläuterung der Make-or-Buy-Entscheidung von Personalfunktionen eingegangen. Da eine Auslagerung der Kernkompetenzen eines Unternehmens eher nicht in Frage kommt, ist zunächst zu klären, inwieweit auch das Personalmanagement eine unter-nehmerische Kernkompetenz darstellt. In der anschließenden Betrachtung einzelner Personalfunktionen gilt es, für eine Auslagerung geeignete Personalfunktionen zu bestimmen. Hierbei wird besonders auf die Auslagerung kompletter IT-abhängiger Personalfunktionen Wert gelegt.
Damit eine Outsourcing-Entscheidung im Personalbereich aber Erfolg verspricht, sollten Unternehmen mittels einer langfristigen Planung sowohl die internen Voraussetzungen schaffen als auch die Wahl eines kompetenten Personaldienstleisters beherzigen. Schließlich kann Outsourcing sogar eine Neuorientierung der Personalabteilung mit sich bringen. Dabei spielt vor allem die moderne Form des Business Process Outsourcing eine Rolle. Doch inwieweit sich das BPO im Personalmanagement bereits auf dem deutschen Markt behaupten kann, gilt es im Kapitel 4 zu erläutern.
Nachdem die aktuellen Entwicklungen auf dem deutschen HR-BPO-Markt ange-sprochen und ein Überblick über namhafte BPO-Anbieter gegeben ist, werden anhand ausgewählter Unternehmen mögliche Chancen und Risiken des Out-sourcing erläutert. Die Betrachtung von Shared Service Centern als Alternative zum BPO und der Hinweis, dass BPO nur mit entsprechender Geduld zum Erfolg führt, runden dieses Kapitel ab.
An diese qualitative Betrachtung der aktuellen HR-BPO-Marktsituation schließt sich im Kapitel 5 die quantitative Darstellung der Ergebnisse einer empirischen Studie zum Outsourcing personalwirtschaftlicher Leistungen an. Wie in ähnlichen Untersuchungen zu diesem Thema setzt auch diese Studie auf die Erforschung der Haltung ausgewählter Personalverantwortlicher in deutschen Unternehmen. Im Gegensatz zu den bereits existierenden Befragungen von Großunternehmen und Konzernen konzentriert sich jedoch diese empirische Untersuchung hauptsächlich auf mittelständische Unternehmen.
Da sich besonders in dieser Zielgruppe viele Unternehmen noch nicht mit dem Thema BPO beschäftigt haben, ist die Umfrage allgemein auf das Outsourcing von Personalfunktionen ausgerichtet. Angesichts der Tatsache, dass in einer allgemeinen Befragung die Abgrenzung des modernen Business Process Outsourcing gegenüber dem konventionellen Outsourcing nur schwer zu handhaben ist, macht es keinen Sinn, Personalverantwortliche auch noch zusätzlich mit dieser Trennung zu überfordern.
Nach einer Schlussbetrachtung der Umfrageergebnisse und deren Vergleich zu anderen Studien, fasst das abschließende Kapitel 6 die wesentlichen Erkenntnisse dieser Arbeit zusammen und wagt eine persönliche Einschätzung der zukünftigen Entwicklungen auf dem deutschen HR-BPO-Markt.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | II | |
| Abstract | III | |
| Inhaltsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| Abbildungsverzeichnis | VIII | |
| Tabellenverzeichnis | X | |
| 1. | Problemstellung | 1 |
| 1.1 | Motivation und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Gang der Analyse | 4 |
| 2. | Grundlagen des Outsourcing | 6 |
| 2.1 | Der Begriff Outsourcing | 6 |
| 2.2 | Historische Entwicklung - Die drei Revolutionen | 7 |
| 2.3 | Outsourcing aus strategischer Sicht | 9 |
| 2.3.1 | Ziel und Zweck | 9 |
| 2.3.2 | Transaktionskostenansatz | 10 |
| 2.3.3 | Ressourcenorientierter Ansatz | 11 |
| 2.4 | Formen des Outsourcing | 12 |
| 2.4.1 | Internes versus externes Outsourcing | 12 |
| 2.4.2 | BPO - spezielle Form des Outsourcing | 14 |
| 3. | Outsourcing von Dienstleistungen im Personalmanagement | 16 |
| 3.1 | Der Begriff Personalmanagement | 16 |
| 3.2 | Personalmanagement und das "Kippen der Wertschöpfungskette" | 17 |
| 3.3 | Die Make-or-Buy-Entscheidung von Personalfunktionen | 18 |
| 3.3.1 | Personalmanagement als Kernkompetenz? | 18 |
| 3.3.2 | Personalfunktionen | 19 |
| 3.3.2.1 | Personalbeschaffung und -auswahl | 20 |
| 3.3.2.2 | Personalentwicklung | 21 |
| 3.3.2.3 | Personaladministration | 22 |
| 3.3.2.4 | Personalbetreuung | 23 |
| 3.3.2.5 | Personalcontrolling | 24 |
| 3.3.3 | Die richtigen Personalfunktionen auslagern | 25 |
| 3.4 | Erfolgsfaktoren des Outsourcing | 27 |
| 3.4.1 | Interne Voraussetzungen schaffen | 27 |
| 3.4.2 | Die Wahl des richtigen Personaldienstleisters | 29 |
| 3.5 | Die Personalabteilung der Zukunft - Von der Administration zur Strategie | 30 |
| 4. | Aktueller Lagebericht des deutschen HR-BPO-Marktes | 32 |
| 4.1 | Was ist neu an BPO? | 32 |
| 4.2 | HR-BPO - Ein Wachstumsmarkt | 33 |
| 4.2.1 | Wohin geht der Trend? | 33 |
| 4.2.2 | Profil spezialisierter Personaldienstleister | 35 |
| 4.3 | Payroll - Der BPO-Klassiker | 37 |
| 4.4 | Chancen und Risiken des BPO am praktischen Beispiel | 41 |
| 4.4.1 | Erfahrene Unternehmen im Payroll-Outsourcing | 42 |
| 4.4.1.1 | Procter & Gamble GmbH | 42 |
| 4.4.1.2 | Soda-Club GmbH | 42 |
| 4.4.1.3 | Autoliv GmbH | 43 |
| 4.4.2 | Chancen | 43 |
| 4.4.2.1 | Kostenreduzierung | 43 |
| 4.4.2.2 | Konzentration auf Kernkompetenzen | 45 |
| 4.4.2.3 | Höhere Motivation der Mitarbeiter | 46 |
| 4.4.3 | Risiken | 47 |
| 4.4.3.1 | Abhängigkeit vom Dienstleister | 47 |
| 4.4.3.2 | Know-how-Verlust | 48 |
| 4.4.3.3 | Flexibilitätsverlust | 49 |
| 4.5 | Shared Service Center als Alternative zum BPO | 50 |
| 4.6 | HR-BPO - Nur für Unternehmen mit langem Atem | 52 |
| 5. | Empirische Studie zum Outsourcing personalwirtschaftlicher Leistungen | 54 |
| 5.1 | Warum eine Studie? | 54 |
| 5.2 | Inhalt der Studie | 55 |
| 5.3 | Methodischer Ansatz | 56 |
| 5.4 | Teilnehmeranalyse | 57 |
| 5.4.1 | Branchenverteilung | 57 |
| 5.4.2 | Umsatzverteilung und Gewinnentwicklung | 58 |
| 5.4.3 | Mitarbeiterzahl | 59 |
| 5.5 | Ergebnisse der Erhebung | 60 |
| 5.5.1 | Umsetzungsstand des Outsourcing von Personalfunktionen | 60 |
| 5.5.2 | Outsourcing-Potenzial | 62 |
| 5.5.3 | Formen des Outsourcing | 64 |
| 5.5.4 | Ziele | 66 |
| 5.5.5 | Vor- und Nachteile | 67 |
| 5.5.6 | Methodik und Durchführung | 69 |
| 5.5.7 | Outsourcing-Partner | 71 |
| 5.5.8 | Probleme | 72 |
| 5.5.9 | Zusammenhang zwischen Unternehmenskultur und Outsourcing | 73 |
| 5.6 | Schlussbetrachtung der Studie | 74 |
| 5.7 | Bilanz - Empirische Studien zum Outsourcing personalwirtschaftlicher Leistungen im Vergleich | 76 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 78 |
| Anhang | 81 | |
| Literaturverzeichnis | 90 | |
| Gesprächsverzeichnis | 97 |
Die komplette Auslagerung der Lohn- und Gehaltsabrechnung ist vor allem für Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern kein Fremdwort. Nur wurde in diesem Fall bisher nie der Begriff „Business Process Outsourcing“ verwendet. Unternehmen dieser Größenklassen, wie beispielsweise Handwerksbetriebe, die über keine eigene Personalabteilung verfügen, lassen ihre Personalabrechnung durch einen Steuerberater erstellen. Die Steuerberater, welche zu den Genossenschaftsmitgliedern der 1968 gegründeten Datev zählen, nutzen dafür eine speziell entwickelte Abrechnungs-Software. Heute übernimmt die Datev als externer Dienstleister der Steuerberater die Erstellung sowie den Druck und Versand jeder vierten Gehaltsabrechnung in Deutschland. Trotz ihrer indirekten Stellung zu kleinen Unternehmen gilt die Datev auch heute bei vielen Personaldienstleistern als Vorbild im Bereich des Payroll-Outsourcing.138 Im Gespräch mit Herrn Reichhart, Teamleiter Lohn und Gehalt bei der Datev, wurde hingegen bestätigt, dass sich die Datev selbst als „Subunternehmer“ für die Steuerberater versteht und sich selbst nicht in die Branche der Personaldienstleister einreiht. Allein aufgrund ihrer Rechtsform verfügt die Datev im Gegensatz zu anderen Anbietern nicht über den direkten Kontakt zum Kunden, sondern korrespondiert über ihre Genossen, den Steuerberatern, als Software-Nutzer mit den abrechnenden Unternehmen.139 Es handelt sich bei der Datev daher weder um einen Payroll-Anbieter für Unternehmen noch können Unternehmen, die ihre Lohn- und Gehaltsabrechnung nie selbst erstellt haben, diese auslagern. Es muss daher in diesem Fall nicht von Outsourcing, sondern von „externem Personalwesen“140 gesprochen werden. [...]
Insgesamt gilt, dass „je komplizierter und umfangreicher die Lohn- und Gehaltsabrechnung auf Grund branchenbedingter Besonderheiten (...) ist, desto eher rechnet sich eine Auslagerung vor allem wegen teurer Software und ausgebildetem Personal“134. An dieser Stelle setzt der noch in der Entwicklung steckende „Komplexitätsindex“ von Wullenkord als Entscheidungshilfe des Payroll-Outsourcing an.135 Er misst die Komplexität der Entgeltabrechnung eines Unternehmens, indem er alle exogenen Faktoren, die negativ auf Kosten und Produktion der Entgeltabrechnung einwirken, berücksichtigt. Haben Unternehmen ihren Komplexitätsindex entsprechend dieses Modellansatzes berechnet, entnehmen sie einer im Rahmen eines Benchmarking von Entgeltabrechnungen erstellten Skala, ob ein Payroll-Outsourcing für sie in Frage kommt.136 Dabei gilt, dass „je höher die Komplexität, desto sorgfältiger ist Outsourcing zu planen“137. Zu ergänzen ist, dass es sich bei dieser auf Vergleichswerten beruhenden Methode lediglich um eine Hilfestellung handelt und von auslagerungswilligen Unternehmen nicht als endgültiges Entscheidungskriterium herangezogen werden sollte. [...]
der Regel können Dienstleister die Erstellung der Lohn- und Gehaltsabrechnung jedoch durch die Nutzung von Größenvorteilen günstiger anbieten als bei unternehmerischer Selbsterstellung. Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht den Einsparungseffekt. Angenommen sei ein Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern, dessen Abrechnungserstellung bei einem Preis von 30 Euro pro Abrechnung 360.000 Euro im Jahr betragen würde. Bei einer externen Erstellung der Lohn- und Gehaltsabrechnung zu je 10 Euro pro monatlicher Abrechnung würde das Unternehmen jährlich 240.000 Euro einsparen und hätte mehr Freiraum, sich den strategischen Aspekten der Personalarbeit zu widmen.133 Diese Rechnung geht jedoch nur auf, wenn der Outsourcing-Geber auf die zufriedenstellende Erfüllung der vereinbarten Leistungen vertrauen kann. [...]
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832493813
Arbeit zitieren:
Schulz, Dorothee Oktober 2005: Business Process Outsourcing im Personalbereich, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Make-or-Buy, Payroll, BPO, Personalfunktion, Zeitarbeit



