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Burnout bei Lehrerinnen und Lehrern mit dem Arbeitsschwerpunkt Geistigbehindertenpädagogik

Eine Literaturstudie

Burnout bei Lehrerinnen und Lehrern mit dem Arbeitsschwerpunkt Geistigbehindertenpädagogik
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sabine Faust
  • Abgabedatum: Juni 2000
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 633,2 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2845-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2845-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2845-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Faust, Sabine Juni 2000: Burnout bei Lehrerinnen und Lehrern mit dem Arbeitsschwerpunkt Geistigbehindertenpädagogik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Pädagogik, Burnout, Prävention, Intervention, Untersuchungen

Diplomarbeit von Sabine Faust

Einleitung:

In wie weit sind Lehrer im allgemeinen - und Geistigbehindertenpädagogen im besonderen - von Burnout bedroht oder gar betroffen?

Um diese Frage zu klären, wird zunächst auf die allgemeine Burnout-Literatur eingegangen. Die dort vertretenen Ansätze und Theorien stellen sich zum Teil sehr uneinig dar, was die Ursachen, die Symptome und auch den Verlauf des Burnout-Syndroms angeht.

Doch sie liefern einige Einsicht in die möglichen Ausprägungsformen des Burnout.

Was nun macht den Beruf des Lehrers bzw. des Geistigbehindertenpädagogen so „gefährlich“, dass immer wieder von einer Bedrohung der Gesundheit durch Stress und Erschöpfung gesprochen wird?

Dazu wird zunächst das Berufsbild des Lehrers genau beleuchtet und auf Burnout-Gefährdungen untersucht.

Durch die Darstellung empirischer Untersuchungen wird die tatsächliche Ausprägung dieses Syndroms bei Lehrern belegt und auf den Geistigbehindertenpädagogen spezifiziert.

Dass Burnout nicht das Ende der Berufstätigkeit bedeuten muss, zeigen die darauf folgenden Ausführungen zu Präventions- und Interventionsmaßnahmen.

Inhaltsverzeichnis:

1. VORWORT 4
1.1 EINLEITUNG 5
1.2 AUSEINANDERSETZUNG MIT DER BEGRIFFLICHKEIT „(GEISTIGE) BEHINDERUNG“ 6
2. BURNOUT 10
2.1 DEFINITIONSPROBLEMATIK UND IHRE URSACHEN 12
2.2 BURNOUT-KONZEPTE IM VERGLEICH 13
2.2.1 INDIVIDUENZENTRIERTE ANSÄTZE 14
2.2.1.1 Edelwich & Brodsky 15
2.2.1.2 Freudenberger (& Richelson) 17
2.2.1.3 Fisher 18
2.2.2 ARBEITS- UND ORGANISATIONSBEZOGENE ANSÄTZE 20
2.2.2.1 Aronson, Pines & Kafry 20
2.2.2.2 Maslach & Jackson 22
2.2.2.3 Kahn 25
2.2.2.4 Cherniss (1. Burnout-Konzept) 27
2.2.3 SOZIOLOGISCH-SOZIALWISSENSCHAFTLICHE ANSÄTZE 30
2.2.3.1 Cherniss (2. Burnout-Konzept) 31
2.2.3.2 Karger 33
2.3 ZUSAMMENFASSUNG 34
3. BURNOUT BEI LEHRERN 35
3.1 ARBEITSPLATZ SCHULE 38
3.1.1 DIE ARBEITSZEIT VON LEHRERN 39
3.1.2 DER UNBEGRENZTE LEHRAUFTRAG 41
3.1.3 DIE ROLLEN DES LEHRERS 42
3.1.4 STREß BEI LEHRERN 44
3.1.4.1 Das Modell des Lehrerstresses 47
3.1.5 BERUFSZUFRIEDENHEIT 49
3.1.5.1 Empirische Befunde zur Berufszufriedenheit von Lehrern 50
4. EMPIRISCHE BEFUNDE ZU BURNOUT BEI LEHRERN 52
5. BESONDERHEITEN DES LEHRBERUFS DES GEISTIGBEHINDERTEN-PÄDAGOGEN IN BEZUG AUF EINE BURNOUT-GEFÄHRDUNG 58
6. PRÄVENTION UND INTERVENTION 64
6.1 PRÄVENTION UND INTERVENTION AUF PERSÖNLICHER EBENE 66
6.2 PRÄVENTION UND INTERVENTION AUF INTERPERSONELLER EBENE 69
6.3 PRÄVENTION UND INTERVENTION AUF INSTITUTIONELLER UND ORGANISATORISCHER EBENE 74
7. SCHLUßBETRACHTUNG 77
8. LITERATURVERZEICHNIS 80

Automatisiert erstellter Textauszug:

Selye hat den Reaktionsverlauf eines Körpers auf Stressoren untersucht und kam dadurch zur Formulierung seines „Allgemeinen Anpassungssyndroms“. Wenn ein Stressor auftritt, kommt es anfänglich zu einer Alarmreaktion des Körpers. In dieser Phase kommt es zu einer Mobilmachung der Abwehr und der Anpassungskräfte des Körpers. Nach der Alarmreaktion paßt sich der Körper an die Beanspruchung an und die Alarmreaktionen verschwinden. Es kommt zur Gewöhnung an den Stressor. A: Alarmreaktion Der Körper weist für die erste Einwirkung des Stressors charakteristische Veränderungen auf. Die Widerstandsfähigkeit des Körpers sinkt vorübergehend ab. Wenn der Stressor zu stark ist, kann der Tod eintreten. B: Stadium des Widerstandes Wenn sich die anhaltende Einwirkung des Stressors mit der Anpassung vereinbaren läßt, setzt der Widerstand ein, z. B. die körpereigene Produktion von Antikörpern. Die Alarmzeichen verschwinden, der Widerstand ist größer als normal. Anpassungsenergie wird in hohem Maße verbraucht. C: Stadium der Erschöpfung Wenn sich die Einwirkung des Stressors, an den sich der Körper angepaßt hatte, unbegrenzt fortsetzt, kommt es schließlich zur völligen Verausgabung der Anpassungsenergie. Die Symptome der anfänglichen Alarmreaktion stellen sich wieder ein, sind aber nicht mehr rückgängig zu machen. Dieser Prozeß kann zum Tod führen. Nicht in jedem Streßprozeß werden die drei Phasen des allgemeinen Anpassungssyndroms durchlaufen. Nur wenige Reize sind imstande, das Erschöpfungsstadium auszulösen, z. B. eine lebensbedrohende Krankheit. In den meisten Fällen gewöhnen sich die Betroffenen an einen Stressor (z. B. Straßenlärm in der Großstadt oder Belastungen im Beruf). Auf der Grundlage des oben beschriebenen Allgemeinen Anpassungssyndroms könnte man nun annehmen, daß jeder Mensch auf einen bestimmten Stressor auf ein und dieselbe Weise reagieren würde. Doch das ist nicht der Fall. [...]

„Das Überleben des Lehrers wird somit zu einer Frage der Bewältigung von Rollenkonflikten“ (ebd., 92). Doch gerade diese Bewältigung ist schwierig. „Erwartungsdruck und Rollenkonflikte erfordern in jeder Situation vom Lehrer Entscheidungen, sich dem Erwartungsdruck zu beugen oder zu widersetzen, bei Rollenkonflikten so oder so zu reagieren. Oft geschieht auch einfach eine Anpassung an die Erwartungen, die mit dem stärksten Nachdruck hervorgebracht werden. Obwohl die meisten dieser Entscheidungen gar nicht einmal bewußt getroffen werden, belasten sie den Lehrer. Als subjektive Bilanz steht am Ende eines Arbeitstages dann die Überzeugung, gestreßt zu sein. Dies kann zu psychosomatischen Beschwerden, einer nicht greifbaren Unzufriedenheit, dem Erschöpfungssyndrom Burnout führen“ (ebd., 97f.). Viele Burnout-Forscher, wie z. B. Cherniss (s. a. 2.2.2.4; 2.2.3.1) oder Kahn (s. a. 2.2.2.3), sehen einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Erleben und Bewältigen von Rollenkonflikten und der Entstehung von Burnout. Es ist folglich, unter Berufung auf diese BurnoutKonzepte, als sicher zu erachten, daß Rollenkonflikte und im besonderen deren defensive Bewältigung (s. a. 2.2.2.4) eine Ursache für die Entstehung von Burnout bei Lehrern darstellen. [...]

Ein Lehrer sieht sich also in jeder Situation und zu jeder Zeit vielen verschiedenen Erwartungen ausgesetzt, durch die er zwangsläufig in Rollenkonflikte gerät. „Rollenkonflikte ergeben sich aus einander widersprechenden Erwartungen, die der Rollenträger als unvereinbar erlebt“ (Barth 1997, 92). Schon ein einzelner Erwartungsträger kann zur gleichen Zeit verschiedene Erwartungen an einen Lehrer stellen, die unvereinbar sind: „Die Schüler erwarten vom Lehrer, daß er einerseits ihr Freund und Berater ist, andererseits als traditioneller Wissensvertreter auftritt, der sich möglichst objektiv verhält“ (ebd., 96). Noch komplizierter wird es, sobald mehrere Erwartungsträger mit unterschiedlichen Erwartungen an den Lehrer herantreten. Einen weiteren Rollenkonflikt erfährt der Lehrer, wenn er seinen eigenen Erwartungen und Überzeugungen nicht gerecht werden kann. [...]

Arbeit zitieren:
Faust, Sabine Juni 2000: Burnout bei Lehrerinnen und Lehrern mit dem Arbeitsschwerpunkt Geistigbehindertenpädagogik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Pädagogik, Burnout, Prävention, Intervention, Untersuchungen

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