Broadcatching
Veränderung der Intermediärsrolle kommerzieller Fernsehsender?
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sabine Demmel
- Abgabedatum: September 2005
- Umfang: 92 Seiten
- Dateigröße: 524,5 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9155-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9155-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9155-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Demmel, Sabine September 2005: Broadcatching, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Fernsehen, Wertschöpfungskette, Digitalisierung, Peer-to-Peer, Piraterie
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Diplomarbeit von Sabine Demmel
Einleitung:
Die Geschwindigkeit, mit der sich Musik und Filme mühelos reproduzieren, kopieren und über das Internet anonym verbreiten lassen, ist in den letzten Jahren rasant angewachsen. Vor allem Musik- und Filminhalte, welche urheberrechtlich geschützt sind, wurden über Peer-to-Peer-Netzwerke (im Folgenden verkürzt P2P) mittlerweile millionenfach verteilt. Die Umsatzeinbrüche, welche die jeweiligen Branchen durch die Piraterie (illegaler Download von Inhalten aus dem Internet) mit Hilfe von P2P-Netzwerken erlitten haben, übersteigen schätzungsweise 25 Prozent des jährlichen Einkommens.
Während es der Filmindustrie bislang noch nicht gelungen ist den Internet-Nutzern eine attraktive legale Alternative entgegen zu setzen, hat die Musikbranche bereits anhand des iTunes von Apple gezeigt, dass ein legaler on-Demand-Vertrieb durchaus profitabel sein kann und ein Verkauf von Musikinhalten auch ohne Einschaltung des klassischen Handels als Intermediär möglich ist. Mittlerweile sieht sich neben der Musik- und Filmindustrie auch die Fernsehbranche durch die zunehmende Fernsehpiraterie bedroht: „The Internet is in the process of revolutionising how people watch, obtain, and view television programs. A pirated copy of almost every first-run television show from any of the major television networks in the United States is now available for free download on the Internet hours it is shown".
Durch das Auftreten von neuen P2P-Netzwerken wie BitTorrent und Techniken wie Really Simple Syndication (RSS) wird das Abonnieren von Fernsehserien über das Internet realisierbar. Die Fernsehzuschauer erhalten die Möglichkeit, selbst ihre Programmgestaltung in die Hand zu nehmen. Broadcatching heißt das neue Prinzip, welches die beiden Technologien verbindet und das klassische Broadcasting-Modell ablösen und somit möglicherweise Auswirkungen auf die Intermediärsrolle der Fernsehsender haben könnte. Getrieben wird der Wandel vom Broadcasting zum Broadcatching sowohl durch die Veränderungen der technischen Rahmenbedingungen als auch durch den verstärkten Trend zum Individualismus seitens der Konsumenten.
Ausgangspunkt für die Betrachtungen innerhalb dieser Arbeit stellt der Fernsehmarkt in den United States of America (USA) dar.
Im Rahmen dieser Arbeit liegt der Fokus auf der Untersuchung inwiefern Broadcatching Auswirkungen auf die Intermediärsrolle der kommerziellen Fernsehsender haben könnte bzw. ob es zu einer Ablösung des klassischen Broadcasting-Modells durch Broadcatching kommen wird.
Durch das Geben von Handlungsempfehlungen wird aufgezeigt, wie die Sender auf die potenziellen Veränderungen reagieren können. Eine weitere Zielsetzung liegt in der Darstellung der zunehmenden Bedrohung der TV-Sender durch das Vorhandensein von P2P-Systemen und der damit einhergehenden TV-Piraterie sowie das Aufzeigen von Potenzialen für die Sender. Darüber hinaus wird der Versuch unternommen, den Begriff des Broadcatchings zu definieren. Eine eindeutige Definition ist aufgrund der Neuheit des Begriffes in der Literatur bislang nicht vorhanden.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Anhangsverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Das Fernsehen | 3 |
| 2.1 | Charakteristika des Fernsehens und Distributionsformen | 3 |
| 2.2 | Die Wertschöpfungskette und die Rolle der Fernsehsender als Intermediäre | 5 |
| 2.3 | Medienökonomie | 8 |
| 2.3.1 | Information als Wirtschaftsgut | 8 |
| 2.3.2 | Netzwerkökonomie | 10 |
| 3. | Theoretische Grundlagen | 12 |
| 3.1 | Individualisierungstheorie | 12 |
| 3.2 | Uses-and-Gratification-Ansatz | 14 |
| 3.3 | Transaktionskostentheorie | 16 |
| 4. | Fallstudie: Videora - Bedrohung für kommerzielle Fernsehsender? | 17 |
| 4.1 | Der Fernsehmarkt in den USA | 18 |
| 4.1.1 | Entwicklung und Struktur | 18 |
| 4.1.2 | Geschäftsmodell | 21 |
| 4.1.3 | Marktvolumen | 23 |
| 4.2 | Neue technologische Systeme bzw. Dienste | 24 |
| 4.2.1 | Near-Video-on-Demand, Video-on-Demand und Personal Video Recorder | 24 |
| 4.2.2 | Peer-to-Peer-Systeme | 27 |
| 4.2.3 | RSS - Really Simple Syndication | 31 |
| 4.3 | Das Programm Videora | 32 |
| 4.4 | Piraterie vs. legale Angebote - Bedrohung und Potenzial | 34 |
| 4.4.1 | Copyright Law | 34 |
| 4.4.2 | Peer-to-Peer-Systeme und Piraterie | 35 |
| 4.4.3 | Legale Angebote | 39 |
| 4.4.4 | Bedrohung und Potenzial für kommerzielle Fernsehsender | 41 |
| 5. | Vom Broadcasting zum Broadcatching | 43 |
| 5.1 | Broadcatching | 43 |
| 5.2 | Medienökonomie und Peer-to-Peer-Systeme | 45 |
| 5.3 | Abgrenzung der neuen technologischen Systeme bzw. Dienste anhand der Individualisierungstheorie | 47 |
| 5.4 | Abgrenzung der neuen technologischen Systeme bzw. Dienste anhand des Uses-and-Gratification-Ansatzes | 49 |
| 6. | Veränderung der Wertschöpfungsstufen durch Broadcatching und Implikationen für die Intermediärsrolle der kommerziellen Fernsehsender | 53 |
| 6.1 | Produktion | 53 |
| 6.2 | Bündelung | 54 |
| 6.3 | Distribution | 58 |
| 6.4 | Handlungsempfehlungen | 61 |
| 7. | Zusammenfassung und Ausblick | 62 |
| Anhang | 65 | |
| Literaturverzeichnis | LXVI | |
| Rechtsprechungsverzeichnis | LXXXIII | |
| Quellenverzeichnis | LXXXIV |
Zudem ermöglichen neue mobile Endgeräte wie die PlayStation Portable (PSP) die mit dem Programm Videora heruntergeladenen Fernsehinhalte an jedem beliebigen Ort anzusehen. Seit Anfang März 2005 gibt es eine neue Software namens PSP Video 9 mit der sich beliebige Videoinhalte konvertieren lassen, um diese dann auf Sonys SpieleHandheld PlayStation Portable abspielen zu können. Die Software PSP Video 9 übernimmt dabei sowohl die automatische Konvertierung der Dateien als auch die Verwaltung und Übertragung auf die PSP. Sajeeth Cherian, der neben Videora auch PSP Video 9 entwickelt hat, bezeichnet die Kombination aus PSP und Videora als PSPCasting.163 Neben dem Programm Videora existieren eine Reihe weiterer Video Downloading Programme164, wobei Videora und Torrentocracy (Plug-In) in Verbindung mit MythTV165 derzeit zu den bekanntesten zählen. Im Vergleich zu anderen Video Downloading Programmen zeichnet sich Videora insbesondere durch seine umfangreichen Suchfunktionen aus. Nachteile von Videora sind sowohl die Kosten für das Programm (22,95 USD pro Programm-Download) als auch die Begrenzung auf das Betriebssystem Windows. [...]
31 4.2.3 RSS - Really Simple Syndication Die Abkürzung RSS wird je nach Interpretation unterschiedlich aufgelöst. RSS steht für Really Simple Syndication, Rich Site Summary oder RDF Site Summary. Ursprünglich stand die Abkürzung für RDF Site Summary, da die erste Version von RSS als reine Resource Description Framework (RDF)–Anwendung entwickelt wurde. RDF152 stellt dabei eine Spezifikation für ein Modell zur Repräsentation von Metadaten (Daten über Daten, z.B. Informationen über eine Webseite) dar. Im Jahr 1999 führte die Firma Netscape jedoch eine neue Version von RSS ein, da die alte Version als zu kompliziert angesehen wurde. Hierbei verzichtete die Firma Netscape vollständig auf RDF. Während bei anderen Versionen von RSS der RDF Standard wieder benutzt wurde, verzichtet die Version 2.0, welche sich derzeit als Quasi-Standard immer mehr durchsetzt, vollständig auf RDF.153 RSS ist ein Extensible Markup Language (XML)154 - basiertes Dateiformat, welches sich in den letzten Jahren als Standard für den Austausch von Nachrichten und Informationen durchgesetzt hat.155 Mit Hilfe von RSS lassen sich Informationen speichern und in maschinenlesbarer Form im Internet bereitstellen. Der so genannte RSS-Feed besteht aus einer XML-Datei, deren Inhalt sich meist aus einer Überschrift, einer kurzen Zusammenfassung und einem Link zum eigentlichen Inhalt (z.B. einer Videodatei oder einem Artikel) zusammensetzt.156 RSS stellt ein reines Inhaltsformat dar, es enthält keinerlei Informationen über das Layout oder Design des jeweiligen Dokumentes. Der Standard verwendet XML, um die Informationen semantisch auszeichnen und Inhalt von Präsentation trennen zu können.157 Für den Abruf bzw. das Abonnement der RSSFeeds benötigt der Nutzer einen so genannten Feed-Catcher bzw. Feed-Reader, welcher über die Links auf die RSS-Feeds verfügt. Mit Hilfe des Feed-Catchers werden die RSS-Dateien automatisch heruntergeladen und dem Nutzer in sortierter Form angezeigt. Der Feed-Catcher selbst agiert im Hintergrund und tritt nur in Erscheinung, wenn neue Informationen vorhanden sind. Der Nutzer kann dabei sowohl die Anzahl der abzufra- [...]
30 werden.144 Den Wegweiser zu einem Tracker erhält der Nutzer durch den Klick auf einen Torrent-Link, welcher bspw. auf einer Webseite (auch als Verteilerseite bezeichnet) angeboten wird und neben dem Uniform Resource Locator des Trackers auch Informationen über die Datei enthält. Beim Anklicken dieses Links informiert der Tracker den Nutzer wo die gewünschte Datei heruntergeladen werden kann.145 Mit Hilfe von Multiple-Source-Download-Mechanismen können Nutzer Teile der Datei von unterschiedlichen Peers herunterladen, bis die vollständige Datei zusammengesetzt ist.146 Darüber hinaus kann der Nutzer, sobald er den Download der Datei beginnt, als neue Quelle für andere Teilnehmer dienen. Der Nutzer kann somit einzelne Segmente der Datei sowohl von kompletten als auch von noch unvollständigen Quellen gleichzeitig beziehen. Dabei werden die Peers, welche über die vollständige Datei verfügen als „Seeders“ bezeichnet. Nutzer, die gerade eine Datei herunterladen und deswegen nur über einen Teil der Datei verfügen, heißen dagegen „Leechers“.147 BitTorrent ist aufgrund der Möglichkeit eines gleichzeitigen Uploads, welche bei traditionellen P2P-Netzen nicht gegeben ist, und aufgrund des Multiple-Source-Download-Mechanismus insbesondere für das Verteilen von großen Datenmengen geeignet, da sich hierdurch eine hohe Downloadgeschwindigkeit erzielen lässt. Die Downloadgeschwindigkeit ist meist höher als bei bisherigen File-Sharing-Netzen, denn es gilt: je schneller der Upload des Nutzers ist, desto schneller ist sein Download.148 BitTorrent hat sich im Verlauf des letzten Jahres zu einer der größten Tauschbörsen entwickelt. Cache Logic, ein auf die Überwachung von Tauschbörsen spezialisiertes Unternehmen, gibt an, dass ca. 50 Prozent der Tauschbörsenaktivitäten mittlerweile über BitTorrent laufen.149 Des Weiteren soll BitTorrent für ca. 35 Prozent des gesamten Datenverkehrs im Internet verantwortlich sein.150 Genutzt wird BitTorrent sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen, welche bspw. Produktdemos oder Programm-Updates schneller verteilen wollen.151 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832491550
Arbeit zitieren:
Demmel, Sabine September 2005: Broadcatching, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Fernsehen, Wertschöpfungskette, Digitalisierung, Peer-to-Peer, Piraterie



