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Die Bretton Woods-Institutionen

Entwicklung und Aufgabenwandel des IWF & der Weltbank

Die Bretton Woods-Institutionen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Reza Nemetzade
  • Abgabedatum: März 2003
  • Umfang: 99 Seiten
  • Dateigröße: 404,2 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8563-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8563-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8563-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Nemetzade, Reza März 2003: Die Bretton Woods-Institutionen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Internationale Finanzsituation, Schuldenkrise, Asienkrise, Welthandel, Verhältnis Industrie- und Entwicklungsländer

Diplomarbeit von Reza Nemetzade

Einleitung:

Das Thema dieser Diplomarbeit ist die Entwicklung und der Aufgabenwandel der Bretton-Woods-Institutionen. Untersucht wird im Rahmen dieses Titels der Anpassungsprozess des Internationalen Währungsfonds und der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung vor dem Hintergrund einer dynamischen, sich global orientierenden Wirtschaft.

Die Gründung sah IWF und Weltbank als Instrumente zur Lösung von akuten Währungs- und Wirtschaftsproblemen der Nachkriegszeit. Dementsprechend beeinflussten sie die weltwirtschaftliche Entwicklung ab 1945 durch die Förderung des Wirtschaftswachstums, die Nutzung und Entwicklung von Ressourcen der Mitgliedsländer und die Bewältigung von Zahlungsbilanzproblemen.

Außerdem rückten mit Etablierung der beiden Organisationen beratende Tätigkeiten neben finanziellen Aktivitäten in den Mittelpunkt der Aktivitäten, wobei sich Regierungen zunehmend auf obligatorische Beratungshilfe angewiesen sahen, um an finanziellen Programmen teilnehmen zu können. Der IWF als eine primär monetäre Institution hat die währungspolitische Zusammenarbeit und die Zahlungsbilanzproblematik zur Aufgabe, während die Weltbank von jeher entwicklungspolitisch ausgerichtet ist.

Das heißt, dass sie im Gegensatz zum Internationalen Währungsfonds langfristige Strategien für strukturell schwache Staaten entwickelt und konkret ausgedrückt Investitionen für produktive Zwecke finanziert. Wechselnden Bedingungen und Erfordernissen sind die beiden multilateralen Organisationen mit flexibler Politik und entsprechenden Mitteln begegnet. Mit dieser Abfassung ist die Fragestellung zu erörtern, inwiefern die Bretton-Woods-Institutionen seit ihrem Entstehen auf eine sich beschleunigt ändernde Wirtschaft und ihre Krisen, insbesondere in der Dritten Welt, einwirken konnten.

Bezüglich der Literaturlage ist anzumerken, dass eine Fülle von Publikationen über die Thematik der Bretton-Woods-Institutionen existiert, nicht zuletzt wegen der Bedeutung von IWF und Weltbank für die globale Wirtschaft, wie die folgenden Kapitel zeigen werden. Sehr positiv aufzunehmen ist die Tatsache, dass beide Organisationen einerseits neben den jährlichen Berichten weitere Dokumente regelmäßig publizieren, darunter das „World Economic Outlook“ des IWF und die „Global Economic Prospects and the Developing Countries“ der Weltbank, die als seriöse Quellen einzustufen sind.

Andererseits veröffentlichen hohe Angestellte der Institutionen des öfteren Aufsätze oder gar Monographien bezüglich der Multilateralen, was durch seinen Insider-Charakter einen bedeutenden Stellenwert hat. Beispiele dafür sind Dokumente von Jacques Polak, Fred Bergsten, Robert McNamara oder Joseph Stiglitz, auf die im Rahmen dieser Diplomarbeit unter anderem Bezug genommen wird.

Ferner ist es interessant, dass von allen Autoren, die sich mit der Thematik der Bretton-Woods-Institutionen beschäftigen, zwar oft Kritik geübt wird, jedoch selten ihre Existenz völlig in Frage gestellt wird. Das zeigt, dass trotz der gemachten und weiterhin bestehenden Fehler ein stiller Konsens über die Notwendigkeit des IWF und der Weltbank besteht, möge es auch nur für ein Minimum an Nord-Süd-Beziehungen sein.

Das Ziel der Arbeit ist die Darstellung der Entwicklung des IWF und der Weltbank seit ihrem Bestehen vor dem Hintergrund einer dynamischen Weltwirtschaft. Es stellen sich vor allem die Fragen, wie die Bretton-Woods-Institutionen mit sich verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen umgegangen sind und inwiefern sie Lösungskonzepte für neue Probleme fanden. Kann man von einem Aufgabenwandel des IWF und der Weltbank sprechen?

Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der Tabellen IV
Verzeichnis der Abbildungen V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Die Konferenz von Bretton Woods 5
3. Die Grundsätze und Aufgaben der Organisationen 7
3.1 Der IWF 7
3.2 Die Weltbank 8
4. Anfängliche Entwicklung der Organisationen – Wachsende Bedeutung und Ausweitung 10
4.1 Der IWF bis zum Niedergang von Bretton Woods 10
4.1.1 Die Gründerjahre 10
4.1.2 Der IWF in den sechziger Jahren 11
4.1.3 Die siebziger Jahre bis zur Konferenz von Jamaika 14
4.2 Die ersten Dekaden der Weltbank 18
4.2.1 Die Aufnahme der Weltbankaktivitäten 18
4.2.2 Die IFC-Gründung 20
4.2.3 Die IDA-Gründung 21
4.2.4 Technische Probleme der Weltbank 22
4.2.5 Weltbankexpansion und Eindämmungspolitik 24
4.3 IWF und Weltbank als Richtungsweiser 26
5. Der Paradigmenwechsel der Weltbank 29
5.1 Theoretischer Hintergrund 29
5.2 Die Präsidentschaft McNamaras 30
5.2.1 Die Kapitalmärkte als Finanzierungsquelle 32
5.2.2 Beschaffungswirtschaftliche Aspekte 33
5.2.3 Entwicklungsruinen, Machtabfluss und die Lokomotiventheorie 34
6. Die Schuldenkrise der achtziger Jahre 36
Exkurs: IWF-Aufgaben im historischen Kontext 39
6.1 Die Rolle des IWF in der Schuldenkrise 40
6.1.1 Der Wandel der Fazilitäten 41
6.1.2 Der IWF als Katalysator 42
6.1.3 Konditionalität der Kreditvergabe 43
6.1.4 Kritik an der Konditionalität 44
6.2 Kooperation des IWF mit der Weltbank 46
6.2.1 Sektor- und Strukturanpassungsprogramme 47
6.2.2 Die Pläne von Baker und Brady 49
6.3 Kritik an der Bewältigung der Schuldenkrise 50
7. Die Entwicklungssituation zu Beginn der neunziger Jahre 52
7.1 Eine Bestandsaufnahme der Dritten Welt 53
7.2 Neue Aufgaben für den IWF 53
7.3 Die Neuorientierung der Weltbank 54
8. Der IWF vor der Schwelle zum neuen Jahrtausend 57
8.1 Die Asienkrise 57
8.1.1 Probleme der IWF-Stabilisierungsprogramme 59
8.1.2 Weltwirtschaftliche Folgen der Asienkrise 61
8.1.3 Kritik am IWF 62
8.2 Bail-Out, Frühwarnsysteme, Bankenaufsicht und Prävention 63
8.3 Interessenkonflikte der Nationen 64
9. Der Jahrtausendwechsel und ein Ausblick 65
9.1 Grundsatzdiskussionen 68
9.1.1 Weltbank ohne Existenzberechtigung? 69
9.1.2 Der IWF im Wandel? 70
9.2 Aussichten und wichtige Aufgabenbereiche 71
9.2.1 Reformen im öffentlichen Sektor 73
9.2.2 Technische Unterstützung und Training des IWF 74
9.2.3 Globalisierung und Umwelt 75
10. Schlussbemerkungen 77
Anhang 80
Literaturverzeichnis 85

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bufferstock-Fazilität hat die Stabilisierung von Rohstoffpreisen zur Aufgabe und ist finanziell in dem betrachteten Zeitraum, wie in Tabelle 6 darstellt, von sekundärer Bedeutung. Zuletzt sollte erwähnt werden, wenn es auch nur in indirekter Beziehung zum Wandel der IWF-Fazilitäten steht, dass die Mitgliederquoten 1983 in ihrer Gesamtheit von 61 Mrd. auf 90 Mrd. Sonderziehungsrechte aufgestockt wurde. Die Kreditpolitik änderte sich erheblich durch eine generelle Erhöhung der Rückzahlungsfristen, und der Erweiterte Zugang ermöglichte Mitgliedern, innerhalb von drei Jahren kumulierte Ziehungen von über 400% der Quote zu tätigen. Im Folgenden vergab der IWF also nicht nur mehr Kredite, er orientierte sich zusätzlich langfristiger.77 [...]

6.1.1. Der Wandel der Fazilitäten Bemerkenswert ist die Fülle von Finanzierungsinstrumenten, die 1985 bereits bestand. Das zeigt, dass der IWF auf neue Probleme mit neuen Instrumenten antwortete, so dass für verschiedene Situationen die jeweilig passenden Finanzierungen vorgenommen werden konnten. Neben der Ölfazilität schuf das IWF-Direktorium 1974 die Erweiterte Fondsfazilität, zur Unterstützung von Anpassungsprogrammen, mit einer maximalen Laufzeit von drei Jahren. Die 1979 geschaffene Zusätzliche Finanzierungsfazilität ermöglichte fortan Ausleihungen, die die Länderquote um ein Vielfaches überstiegen. 1982 wurde sie vom Erweiterten Zugang abgelöst. Tabelle 6 zeigt auch die Anfang der 1980er an Bedeutung gewinnende Kompensatorische Finanzierungsfazilität, die als Hilfe für Exporterlösausfälle gedacht war und Getreideimporte ermöglichte. Die 41 [...]

Exkurs: IWF-Aufgaben im historischen Kontext Wie die Gliederung des Abschnitts 4.1. zeigt, durchlebte der IWF in seiner Entwicklungsgeschichte seinen einschneidensten Aufgabenwandel nach etwa 30 Jahren. Vor der Reform durch die flexiblen Wechselkurse und Sonderziehungsrechte verwaltete der IWF das System fester Wechselkurse und half den Mitgliedsstaaten bei etwaigen wirtschaftlichen Problemen. Dazu gewährte er hauptsächlich kurzfristige Finanzhilfen, die als Überbrückungskredit gedacht waren und die Währungsparitäten aufrechterhalten sollten. Die für ein Land zur Verfügung stehenden Mittel richteten sich nach seiner eingezahlten Quote in den Fonds. Die Inanspruchnahme von IWF-Mitteln erfolgt durch Ziehungen, bei der das Land Devisen, später Sonderziehungsrechte genannt, vom IWF im Austausch gegen eigene Währungsbestände kauft. Das Mitgliedsland kann bei der Devisenwahl frei entscheiden. [...]

Arbeit zitieren:
Nemetzade, Reza März 2003: Die Bretton Woods-Institutionen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Internationale Finanzsituation, Schuldenkrise, Asienkrise, Welthandel, Verhältnis Industrie- und Entwicklungsländer

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