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Branding Strategien

Die Gestaltung von Markennamen

Branding Strategien
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Martina Jobst
  • Abgabedatum: Februar 2003
  • Umfang: 98 Seiten
  • Dateigröße: 872,5 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Klagenfurt Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6612-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6612-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6612-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Jobst, Martina Februar 2003: Branding Strategien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marketing, Branding, Markennamen, Kreation, Gestaltung

Diplomarbeit von Martina Jobst

Zusammenfassung:

Bis Mitte der Achtzigerjahre war das wichtigste Anliegen eines jeden Herstellers die Güterproduktion. Durch die darauffolgende Rezession gerieten jedoch immer mehr große Unternehmen in Absatzschwierigkeiten. Etwa um diese Zeit begannen Unternehmen neuen Stils, wie Nike oder Microsoft, mit den traditionellen amerikanischen Herstellern um Marktanteile zu konkurrieren. Diese Unternehmen stellten nicht mehr in erster Linie Produkte, sondern Markenimages her. Ihre eigentliche Arbeit bestand somit nicht mehr in der Produktion, sondern in der Vermarktung. Diese Formel hat sich als äußerst gewinnbringend erwiesen und Marken in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt. Marken sind heutzutage unerlässliche Voraussetzung für jede Marketingstrategie, die nicht allein auf Preisvorteilen aufbaut. Wer versucht sich allein über einen Preiskampf Marktanteile zu sichern, wird sich auf Dauer nicht am Markt halten können, denn es werden immer Wettbewerber kommen, die auch den niedrigsten Preis noch unterbieten.

Obwohl die Macht der Marke unbestritten ist, sind sich Marketer uneinig, inwieweit der Markenname für einen Absatzerfolg mitverantwortlich sein kann. Die Bedeutung des Markennamens wird häufig abgewertet, da eine positive Einflussnahme auf den Produkterfolg durch den Namen als unwahrscheinlich erachtet wird. Bedenkt man jedoch, dass beispielsweise der Misserfolg des amerikanischen Automobils „Ford EDSEL“ in erster Linie auf seinen Markennamen zurückgeführt wurde, der Wert des Namens COCA-COLA auf $ 72,5 Milliarden geschätzt wird, oder dass die Suche nach einem neuen Firmennamen (EXXON) einen Ölkonzern $ 100 Millionen gekostet hat, wird deutlich, dass die Wahl des Markennamens ein wichtiger Bestandteil marketingpolitischer Entscheidungen ist. Die Entwicklung von Markennamen ist, obwohl die stiefmütterliche Behandlung in der Literatur dies vermuten lässt, ein nicht zu unterschätzendes Problem.

Der Markenname stellt den zentralen Bestandteil der Markierung und das wichtigste Erkennungsmerkmal dar. Durch den Namen erhält das Produkt seine Individualität und die Möglichkeit, sich gegenüber anderen Produkten abzuheben. Erst durch die individuelle Kennzeichnung wird der Einsatz produktbezogener Absatzwerbung sinnvoll.

Namen unterliegen auch keinem eigenen Lebenszyklus. Wenn sie vom Konsumenten akzeptiert werden, so sind sie das Element, welches im Gedächtnis bleibt, wie eine Studie der Boston Consulting Group – durchgeführt Mitte der achtziger Jahre – eindrucksvoll belegte. Die Studie bezog sich auf die Bekanntheit von Rührgeräten. Die befragten Personen sollten alle ihnen bekannten Marken nennen. General Electric erreichte hierbei Platz zwei, obwohl das Unternehmen seit zwanzig Jahren keine Rührgeräte mehr hergestellt hatte. Natürlich schwindet die Kraft eines Markennamens im Lauf der Zeit. Es ist aber ein bemerkenswertes Phänomen, dass sich ein wirklich etablierter Name mit hohem Bekanntheitsgrad auch ohne Werbeunterstützung über einen sehr langen Zeitraum im Bewusstsein der Verbraucher hält.

Durch die sich laufend ausweitende Angebotsvielfalt von Produkten einerseits und der damit einhergehenden Zunahme an Neueintragungen von Markennamen andererseits, wird es immer schwieriger, einen geeigneten und am Markt verwendbaren Namen zu kreieren.

Das Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist es daher, Unternehmen, welche sich in einer konkreten Neuproduktsituation befinden, einen Weg für die Entwicklung von marktgerechten Namen aufzuzeigen. Des weiteren soll geklärt werden, wann welcher Namenstyp vorteilhaft ist und welche Anforderungen an Markennamen gestellt werden.

Gang der Untersuchung:

In der vorliegenden Arbeit wird nach der Darlegung der Problemstellung und der abgeleiteten Zielsetzung in Kapitel 2 eine Klärung der für die Arbeit relevanten begrifflichen Grundlagen vorgenommen. Für die Einordnung des Markennamens sind dabei die Begriffe „Branding“ und „Marke“ von Interesse.

Bevor der eigentliche Kreationsprozess beginnen kann, werden zur Einführung in die Thematik in Kapitel 3 die wichtigsten Grundlagen, den Markennamen betreffend, erläutert. Zuerst werden die Herkunft von Markennamen und Typologieansätze behandelt. Anschließend wird auf die psychologische Wirkung von Markennamen näher eingegangen, da es sinnlos wäre, an die Namenswahl bestimmte psychologische Zielsetzungen zu knüpfen, ohne zu wissen, was für Wirkungen ein Name beim Konsumenten auszulösen vermag. Des weiteren werden Anforderungen diskutiert, die an Markennamen gestellt werden.

Im Kapitel 4 werden die für die Erstellung von Markennamen notwendigen Entscheidungsgrundlagen näher erläutert. Die Basis hierfür bilden eine genaue Unternehmens- und Umfeldanalyse.

Kapitel 5 beschäftigt sich mit dem eigentlichen Suchprozess. Als erstes werden mögliche Quellen für die Namensfindung dargestellt, danach verschiedene Verfahren für die Auffindung von Namen bestimmter Namenstypen erklärt. Methoden zur Auswahl des Markennamens und zur juristischen Überprüfung runden Kapitel 5 ab.

Die Arbeit schließt mit einem Resümee in Form einer zusammenfassenden Reflexion.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
TABELLENVERZEICHNIS V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
1. EINLEITUNG 1
1.1 EINFÜHRUNG IN DIE PROBLEMSTELLUNG 1
1.2 ZIELSETZUNG DER ARBEIT 3
1.3 VORGEHENSWEISE 3
2. BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN 4
2.1 BRANDING 4
2.2 MARKE 5
2.2.1 Begriffsdefinition 5
2.2.2 Markenelemente 6
2.2.3 Bedeutung von Marken 8
3. DER MARKENNAME 10
3.1 HERKUNFT VON MARKENNAMEN 10
3.1.1 Ableitung aus Eigennamen und Personennamen 10
3.1.2 Ableitung aus Zahlen 11
3.1.3 Ableitung aus Produkteigenschaften 12
3.2 KATEGORISIERUNG VON MARKENNAMEN 14
3.2.1 Typologie nach Gotta 14
3.2.2 Typologie nach Herstatt 15
3.2.2.1 „Relativ neutrale“ Markennamen 15
3.2.2.2 Markennamen mit vornehmlich phonetisch bedingter Aussagekraft 16
3.2.2.3 Markennamen mit vornehmlich semantisch bedingter Aussagekraft 17
3.2.2.4 Markennamen mit semantisch und phonetisch bedingter Aussagekraft 19
3.3 PSYCHOLOGISCHE WIRKUNG VON MARKENNAMEN 20
3.3.1 Wahrnehmung von Markennamen 21
3.3.2 Gedächtnisspeicherung von Markennamen 21
3.3.3 Einfluss auf die Wahrnehmung und Beurteilung des Produktes 22
3.3.4 Konditionierung von Markennamen 23
3.4 ANFORDERUNGEN AN GUTE MARKENNAMEN 24
3.4.1 Eigenständigkeit und Unverwechselbarkeit 24
3.4.2 Merkfähigkeit 25
3.4.3 Leichte Aussprechbarkeit 25
3.4.4 Internationale Anwendbarkeit 26
3.4.5 Juristische Schutzfähigkeit 28
4. ENTSSCHEIDUNGSGRUNDLAGEN FÜR DIE GESTALTUNG VON MARKENNAMEN 30
4.1 UMFELDANALYSE 31
4.1.1 Marktanalyse 31
4.1.2 Konkurrenzanalyse 31
4.1.2.1 Allgemein 31
4.1.2.2 Produktgattungsspezifische Eigenheiten bestehender Markennamen 31
4.1.2.3 Marktposition der Konkurrenzprodukte 33
4.1.2.4 Bestehende Markenschutzrechte Dritter 34
4.2 UNTERNEHMENSANALYSE 34
4.2.1 Einflussfaktoren im Überblick 34
4.2.2 Ausgewählte Aspekte 37
4.2.2.1 Markenpolitik 37
4.2.2.1.1 Grundlegende Markenstrategien 38
4.2.2.1.2 Markenarchitektur 41
4.2.2.1.3 Bildung von neuen Individualnamen 43
4.3 ZIELGRUPPENANALYSE 43
4.3.1 Allgemein 43
4.3.2 Geographische Merkmale 44
4.3.3 Soziodemographische Merkmale 45
4.3.4 Psychographische Merkmale 46
4.3.5 Verhaltensorientierte Merkmale 48
4.4 BEABSICHTIGTE POSITIONIERUNG 48
4.4.1 Allgemein 48
4.4.2 Positionierung bei internationaler Tätigkeit 50
4.4.3 Positionierung und Markenname 51
4.4.4 Anpassung des Markennamens bei internationaler Tätigkeit 53
5. GESTALTUNG VON MARKENNAMEN 54
5.1 FESTLEGUNG DES NAMENSTYPS 54
5.2 ENTWICKLUNG VON NAMENSVORSCHLÄGEN 56
5.2.1 Mögliche Quellen der Namensfindung 56
5.2.1.1 Allgemein 56
5.2.1.2 Analyse eigener Bestand 57
5.2.1.3 Analyse fremder Markennamen 58
5.2.1.4 Belegschafts- und Verbraucherbefragung 59
5.2.1.5 Einsatz von Software 60
5.2.1.6 Dokumentarische Untersuchungen 60
5.2.1.7 Kreativitätstechniken 61
5.2.1.7.1 Intuitiv kreative Verfahren 61
5.2.1.7.2 Systematisch-logische Kreativitätstechniken 63
5.2.2 Typengerechte Methoden 63
5.2.2.1 Verfahren für „Relativ neutrale“ Markennamen 63
5.2.2.2 Phonetische Markennamen 65
5.2.2.3 Semantische Markennamen 71
5.2.2.4 Semantische und phonetische Markennamen 74
5.3 BEWERTUNG UND TEST VON MARKENNAMEN 75
5.3.1 Vorauswahl geeignet erscheinender Namen 75
5.3.1.1 Checklisten und Punktbewertungsverfahren 75
5.3.1.2 Juristische Überprüfung 76
5.3.2 Einsatz von Testverfahren zur Beurteilung der Namensvorschläge 78
5.4 ENDGÜLTIGE WAHL DES MARKENNAMENS 81
6. RESÜMEE 82
ANHANG 85
BIBLIOGRAFIE 86

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das Neuprodukt darf nicht völlig isoliert von bereits bestehenden Produkten des Unternehmens betrachtet werden. Es muss analysiert werden, inwieweit sich das neue Produkt in das bestehende Produktprogramm einordnen lässt. Dabei geht es vor allem um die bisher verfolgte Markenstrategie.191 Welche Markenstrategie dem Unternehmen zur Verfügung stehen und welche Konsequenzen sich hieraus für die Namenswahl ergeben, wird im folgenden Kapitel erläutert. 3. Finanzwirtschaftliche Aspekte Eine wichtige Determinante stellt das finanzielle Potential des Unternehmens dar. Im Gegensatz zu einer Produkteinführung unter bereits bekannten Firmen- bzw. Sortimentsnamen erfordert der Aufbau einer Individualmarke einen ungleich höheren Aufwand an Marketingaktivitäten. Wenn dementsprechende Finanzmittel fehlen, wird die Unternehmung eher dazu tendieren, das Neuprodukt dem bestehenden Programm namentlich unterzuordnen. Wenn hingegen ein verhältnismäßig hohes Budget für das Neuprodukt eingeräumt werden kann, können bei der Suche nach Individualnamen sogar wahrnehmungs- und gedächtnisbedingte Anforderungen zugunsten anderer Zielsetzungen in den Hintergrund verdrängt werden.192 Das bedeutet also, wenn man nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt, um eine an sich sinnlose Buchstabenkombination („relativ“ neutrale Markennamen) mit Sinn zu erfüllen, sollte man derartige Markennamen vermeiden. Auch wenn das Budget für Kommunikationsmaßnahmen nur gering ist und der Markenname einen Teil der Werbelast tragen muss, spricht das eher für einen Namen, der leicht verständlich ist.193 [...]

Je nach Situation sind diese Ziele von unterschiedlicher Bedeutung und erfordern eine besondere Beachtung bei der Wahl des Namens. So sollte z.B. dem Aspekt der leichten Erkennbarkeit von Name und dessen Produkt ein hoher Stellenwert eingeräumt werden, wenn eine der folgenden Situationen vorliegt: Low involvement Produkte (mangelnde Aktivierung) Relativ homogene Produkte innerhalb der Produktgattung (mangelndes Differenzierungsbedürfnis durch Markennamen) Produkte mit geringer Kauf- und/oder Verwendungshäufigkeit Sozial wenig sichtbare, belanglose Produkte Produkte ohne große Werbeunterstützung189 Das Entscheidungsproblem bei der Formulierung der psychologischen Ziele liegt häufig weniger darin, dass bestimmte Prozesse (Wahrnehmung, Erinnerung usw.) ablaufen sollen, sondern darin, welchen Beitrag der Markenname hierzu leisten soll. Diese Leistung muß immer im Zusammenhang mit den anderen Marketingmixbestandteilen (Produkt i.e.S., Werbung, Preis, Distribution) und deren Leistungsvermögen gesehen werden.190 [...]

34 4.1.2.4 Bestehende Markenschutzrechte Dritter Um einen einsetzbaren Markennamen auffinden zu können, müssen die bestehenden Markenschutzrechte der Konkurrenten berücksichtigt werden. Dabei sollte sich die Abgrenzung der relevanten Konkurrenten weniger nach den wirtschaftlich bedingten Konkurrenzbeziehungen, sondern in erster Linie nach den Zuordnungskriterien des Patentamtes richten.180 Daher müssen nicht nur die rechtlich geschützten Markennamen gleicher Produkte, sondern auch die der vergleichbaren Produkte für die Untersuchung herangezogen werden.181 Für einen raschen Überblick können Nachschlagewerke oder Warenzeichenblätter verwendet werden. Eine intensive Beschäftigung mit dem bestehenden Markenschutzrechten der Konkurrenz ist erst dann ratsam, wenn bereits konkrete Namensvorschläge erarbeitet worden sind.182 Welche Methoden hierfür zur Verfügung stehen, wird unter Punkt 5.3.1.2 noch behandelt. [...]

Arbeit zitieren:
Jobst, Martina Februar 2003: Branding Strategien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marketing, Branding, Markennamen, Kreation, Gestaltung

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