Brand Licensing als Sonderform des Markentransfers
Markenlizenzierung in der Modebranche aus Sicht des Lizenzgebers
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sebastian Grosser
- Abgabedatum: Februar 2004
- Umfang: 95 Seiten
- Dateigröße: 3,2 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: FOM - Fachhochschule für Oekonomie und Management Essen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7746-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7746-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7746-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Grosser, Sebastian Februar 2004: Brand Licensing als Sonderform des Markentransfers, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Lizensierung, Marke, Mode, Strategie, Internationalisierung
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Diplomarbeit von Sebastian Grosser
Zusammenfassung:
Markenlizenzierung (Synonym: Brand Licensing) ist ein bedeutendes Instrument in der heutigen Marketingpraxis. Im Grunde handelt es sich um eine Sonderform des Markentransfers, welche zwar Analogien, aber auch Besonderheiten aufweist, die dem noch recht jungen Bereich des Licensing anhaften. Die Zusammenführung dieser beiden Bereiche ist das vordergründige Ziel dieser Arbeit. Daraus werden Erkenntnisse für den Fall der Markenlizenzierung generiert. Durch die Betrachtung von potentiellen Erfolgsfaktoren, Chancen und Risiken sowie die Darstellung von Beispielen aus der Praxis wird darüber hinaus die Eignung von Markenlizenzierung als Instrument der Markenführung im Sinne einer strategischen Handlungsoption betrachtet. Diese Betrachtung erfolgt aus Sicht des Lizenzgebers. Aufgrund der praktischen Relevanz wird hierbei ein besonderes Augenmerk auf die Anwendung in der Modebranche gelegt. Alle auf die praktische Anwendung bezogenen Ausführungen, beziehen sich deshalb vorerst auf den Konsumgüterbereich.
Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Markentransfers, seiner Bedeutung, Abgrenzung, den potentiellen Erfolgfaktoren, Chancen und Risiken sowie Praxisbeispielen und der Frage, warum es sinnvoll sein kann, den Markentransfer einer Markeninnovation vorzuziehen. In diesem Zusammenhang werden auch für die folgenden Betrachtungen relevanten Grundlagen des Themas Marke erläutert. Der Schwerpunkt beruht auf der Erläuterung von Markentransfereigenschaften, die in der Sonderform des Brand Licensing ihre Gültigkeit besitzen. Die Ausführungen schließen allgemeine Erläuterungen zum Thema Markentransfer mit ein.
Über das umfassende Konzept des Markentransfers wird in Kapitel 3 das Thema Licensing eingeführt. Zu Beginn stehen wichtige Grundlagen des Licensing, die mit diesem Marketinginstrument und seinen Besonderheiten vertraut machen. Häufig auftretende Missverständnisse machen eine Abgrenzung zum Merchandising notwendig. Eine rechtliche Betrachtung von Licensing wird hierbei explizit ausgeschlossen. Überschneidungen mit der Thematik Markentransfer werden anhand des Brand Licensing verdeutlicht und es wird auf Besonderheiten aufmerksam gemacht. Diese existieren vor allem bei den Erfolgsfaktoren. Aufgrund dessen werden sie direkt im Anschluss betrachtet. Die mit den Erfolgsfaktoren verbundenen Chancen und Risiken werden in die Ausführungen dieses Kapitels integriert. Im nachstehenden, eher praxisorientierten Kapitel 4 wird zum besseren Verständnis der folgenden Beispiele zuerst auf die deutsche Modebranche eingegangen. Die Bedeutung des Brand Licensing in der Modebranche und vertiefende Beispiele werden am Ende dieses Kapitels aufgeführt.
Nachdem bis zum Ende des Kapitels 4 ein immer engerer Fokus gewählt wird, öffnet Kapitel 5 den Blick auf die strategische Relevanz des Themas sowohl als Instrument der Markenführung und zur Expansion eines Unternehmens, wie auch zur Internationalisierung. Am Ende dieses Kapitels steht eine abschließende Beurteilung der Thematik. In Kapitel 6 erfolgt ein kurzer Ausblick.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit | 1 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 1 |
| 2. | Markentransferstrategien | 2 |
| 2.1 | Bedeutung von Markentransfers | 2 |
| 2.2 | Relevante Aspekte des Themas Marke | 3 |
| 2.2.1 | Grundlagen von Marke | 3 |
| 2.2.2 | Elemente der Markierung | 6 |
| 2.2.3 | Markenimage und Markenidentität | 7 |
| 2.3 | Der Begriff des Markentransfers | 8 |
| 2.3.1 | Definition des Markentransfers | 8 |
| 2.3.1.1 | Line Extension | 10 |
| 2.3.1.2 | Brand Extension | 11 |
| 2.3.1.3 | Imagetransfer | 12 |
| 2.3.2 | Formen des Markentransfers | 12 |
| 2.4 | Potentielle Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Markentransfers | 13 |
| 2.4.1 | Stärke und Qualitätseinschätzung der Transfermarke | 14 |
| 2.4.2 | Fit zwischen Transfermarke und Transferprodukt | 15 |
| 2.4.2.1 | Image-Fit von Transfermarke und Transferprodukt | 15 |
| 2.4.2.2 | Horizontale Abstimmung der Marketingmixe | 16 |
| 2.4.2.3 | Gemeinsame Nutzungssituationen oder Konzepte | 18 |
| 2.5 | Chancen und Risiken von Markentransfers | 19 |
| 2.5.1 | Chancen von Markentransfers | 19 |
| 2.5.2 | Risiken von Markentransfers | 20 |
| 2.6 | Markentransfers in der Praxis | 21 |
| 2.7 | Vergleichende Betrachtung der Markeninnovation | 23 |
| 3. | Brand Licensing und Markentransfer | 25 |
| 3.1 | Grundlagen des Licensing | 25 |
| 3.1.1 | Bedeutung Licensing, insbesondere Brand Licensing | 25 |
| 3.1.2 | Lizenz und Lizenzierung | 26 |
| 3.1.3 | Arten des Licensing | 27 |
| 3.1.3.1 | Personality Licensing | 28 |
| 3.1.3.2 | Character Licensing | 28 |
| 3.1.3.3 | Event Licensing | 29 |
| 3.1.3.4 | Brand Licensing | 29 |
| 3.1.3.5 | Designer Licensing | 31 |
| 3.1.4 | Ziele des Lizenzgebers | 32 |
| 3.1.5 | Abgrenzung zum Merchandising | 34 |
| 3.2 | Abgleich von Brand Licensing- und Markentransfertheorie | 35 |
| 3.3 | Potentielle Erfolgsfaktoren von Markentransfers durch Brand Licensing | 36 |
| 3.3.1 | Die Erfolgsfaktoren des Markentransfers bei Lizenzierung | 36 |
| 3.3.1.1 | Image-Fit von Transfermarke und Transferprodukt | 36 |
| 3.3.1.2 | Horizontale Abstimmung des Marketingmix | 37 |
| 3.3.2 | Die Bedeutung der Partnerwahl für den Erfolg | 38 |
| 3.3.3 | Koordination von Lizenzprogrammen | 39 |
| 3.3.4 | Der Lizenzvertrag | 41 |
| 4. | Brand Licensing in der Modebranche | 43 |
| 4.1 | Die Modebranche | 43 |
| 4.1.1 | Struktur der Modebranche | 43 |
| 4.1.2 | Nachfrage nach Bekleidung | 44 |
| 4.1.3 | Aktuelle Entwicklungen und Besonderheiten | 45 |
| 4.1.4 | Marke und Mode | 47 |
| 4.2 | Die Modebranche und Brand Licensing | 49 |
| 4.2.1 | Bedeutung des Brand Licensing in der Modebranche | 49 |
| 4.2.2 | Best Practice für Brand-Licensing in der Modebranche | 52 |
| 4.2.3 | Nicht erfolgreiches Brand Licensing in der Modebranche | 53 |
| 5. | Brand Licensing als strategische Handlungsoption | 54 |
| 5.1 | Brand Licensing als strategisches Instrument der Markenführung | 54 |
| 5.1.1 | Brand Licensing als Markenführungsstrategie | 54 |
| 5.1.2 | Brand Licensing als strategische Option | 56 |
| 5.1.3 | Konzeption von Brand Licensing - Strategie und – Programm | 57 |
| 5.2 | International Brand Licensing als Mittel zur Internationalisierung | 59 |
| 5.2.1 | Brand Licensing als Handlungsoption zur Expansion | 59 |
| 5.2.3 | Lizenzierung als Internationalisierungsstrategie | 61 |
| 5.2.3 | Beispiele für Internationalisierung durch Int. Brand Licensing | 63 |
| 5.3 | Abschließende Beurteilung des Brand Licensing | 64 |
| 6. | Ausblick | 66 |
uneingeschränkt gültig, da es in der Markentransfer-Theorie nicht von Bedeutung ist, ob die Produktsortimentserweiterung durch den Markenrechtsinhaber oder ein anderes Unternehmen erfolgt. Deshalb ist es möglich, Brand Licensing als Sonderform des Markentransfers zu bezeichnen.3 In der Folge sind vor allem die Erfolgsfaktoren von Markentransfers auch bei der Lizenzierung zu beachten (siehe Kapitel 3.4.1). Wie beim Markentransfer vorausgesetzt, muss eine Marke für ein Brand Licensing über eine herausragende Stärke verfügen. Die Marke, die es durch Lizenzierung zu transferieren gilt, sollte somit über ein eindeutiges Nutzenversprechen verfügen und dadurch dem Kunden einen Mehrwert bieten. Ferner sollte sie unterscheidbar und auf neue Produkte transferierbar sein. Die neuen Produkte darf es unter der Marke noch nicht gegeben haben.4 Grundsätzlich sollten sich die Lizenzprodukte in einer anderen Produktkategorie befinden als die bisher unter der Marke geführten Produkte. Somit gehört Licensing in den Bereich des „ Markentransfers im engeren Sinne“ Brand Extension. Ein Licensing als , der Line Extension ist als höchst kritisch anzusehen (=> Kannibalisierungseffekt / Kapitel 2.4.2). Der wichtigste Unterschied des Brand Licensing zum reinen Markentransfer ist das Aufeinandertreffen verschiedener Akteure im Rahmen des Licensing. Im Gegensatz zum Markentransferbegriff setzt ein Brand Licensing das Vorhandensein eines Lizenznehmers [...]
Im Brand Licensing kann eine Unterscheidung in Brand Extension Licensing, Brand Promotion Licensing und International Brand Licensing erfolgen.1 Die Sonderform des Brand Promotion Licensing, bei dem es in der Regel um Lizenzen für Geschenk-, Werbe-. Fanartikel usw. bezüglich einer Marke geht,2 und die über eine enge Verbindung zum Merchandising verfügt, soll hier nicht weiter behandelt werden. Das International Brand Licensing und somit die Möglichkeit eines räumlichen Markentransfers wird in Kapitel 5.2 näher betrachtet. Grundlage der folgenden Ausführungen ist das Brand Extension Licensing, also der Transfer einer Marke durch Lizenzierung (im Folgenden Brand Licensing genannt). Brand Licensing entspricht damit in weiten Teilen dem Markentransfer. In manchen Bereichen sind allerdings Besonderheiten zu beachten. Im Bereich des Brand Licensing gelten alle Annahmen die in Kapitel 2 zum Thema Markentransfer im allgemeinen getroffen wurden. Diese Aussage ist deswegen [...]
Im allgemeinen versteht man unter Merchandising alle Maßnahmen im Rahmen der Absatzförderung, die eine Unternehmung beim Handel ergreift.1 Es geht folglich beim Merchandising vor allem um Verkaufsförderung. Zu diesem Zweck werden rechtlich geschützte Symbole verwendet.2 Dabei handelt es sich oft um eine Marke, die der Hersteller zur Markierung eines Hauptproduktes verwendet. Mit Hilfe des Merchandisings will er den Verkauf der Hauptprodukte fördern. Merchandising wird daher grundsätzlich nicht unter einer Gewinnerzielungsabsicht vorgenommen. Ziel ist demnach nicht, mit den Produkten Geld zu verdienen, sondern Werbezwecke zu verfolgen. Den Vertrieb der Merchandising Produkte übernimmt folglich auch meistens der Markenrechtsinhaber selber.3 Bei den im Rahmen des Merchandisings vertriebenen Produkten handelt es sich dabei oft um so genannte Streuartikel (Kugelschreiber, Luftballons, Bonbons, Fähnchen, Kalender, usw.) oder andere Werbemittel, die zum Selbstkostenpreis oder sogar kostenfrei abgegeben werden.4 Anders als beim Brand Licensing werden beim Merchandising in den seltensten Fällen neue Produkte geschaffen. In der Regel werden Standartartikel mit der Marke versehen, wodurch diese Artikel einen Mehrwert erhalten.5 Die Eigenschaften des Merchandisings zeigen deutlich, dass es sich dabei zwar grundsätzlich um einen „ Markentransfer im weiteren Sinne“ handelt, aber aufgrund der fehlenden Gewinnerzielungsabsicht kein „ Markentransfer im engeren Sinne“ vorliegt (siehe Kapitel 2.3.1). Ferner liegt zwar in den allermeisten Fällen die für ein Licensing erforderliche Trennung zwischen Markenrechtsinhaber und Markennutzer vor. Jedoch wird auch beim Licensing eine Gewinnerzielungsabsicht unterstellt. Das setzt voraus, dass durch das neue Produkt eine zusätzliche Leistung angeboten werden soll, die aber ein eigenständiges Markenprodukt erfordert. Dies ist durch Markierung von Standardprodukten (s.o.) jedoch meist nicht gegeben. Die hier vorgenommene klare Trennung ist oft nur in der Theorie möglich. In der Praxis sind die Übergänge häufig fließend. So werden z.B. im Sonderfall des Fremdvertriebs der Merchandising-Artikel (so z.B. bei Coca Cola) zumeist umsatzabhängige Lizenzgebühren vereinbart. 6 [...]
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Grosser, Sebastian Februar 2004: Brand Licensing als Sonderform des Markentransfers, Hamburg: Diplomica Verlag
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Lizensierung, Marke, Mode, Strategie, Internationalisierung



