Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Bonussysteme für Führungskräfte in Sparkassen

Eine kritische Analyse

Bonussysteme für Führungskräfte in Sparkassen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Peter-Carsten Schreiber
  • Abgabedatum: Mai 2005
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Universität Duisburg-Essen, Standort Essen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9800-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9800-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9800-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schreiber, Peter-Carsten Mai 2005: Bonussysteme für Führungskräfte in Sparkassen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Anreizsystem, Agency-Theorie, Bankensteuerung, Rolfes, Motivationszyklus

Diplomarbeit von Peter-Carsten Schreiber

Einleitung:

Leistungsorientierte Vergütung ist die Urform der Entgeltzahlung. Bereits in der Wiege heutiger Zivilisation, im frühgeschichtlichen Mesopotamien, wurden Arbeiter anhand gefüllter Olivenkörbe bezahlt. Bonussysteme stellen die neuzeitliche Fortsetzung dieser Vergütungsart dar. Sie gewähren dem Entgeltempfänger einen monetären Mehrnutzen (Bonus) aus seiner Leistung, soweit diese Leistung über einem Mindestwert liegt. Sie verbinden so die positiven Effekte variabler leistungsorientierter Bezahlung auf das Leistungsverhalten mit den sozialen Absicherungseigenschaften eines Festlohnsystems.

Diese Art der Entgeltzahlung wird vielfältig kritisiert. „Motivationsvernichtend“, „fehlende Umsetzbarkeit für viele Berufe“, und „Setzung falscher Verhaltensanreize“ sind nur einige von vielen der Einwände gegen eine variabilisierte Vergütung und für Leistungsunabhängig zu zahlende Entgelte. Dabei wird übersehen, daß, wenn nicht nach Leistung, kein anderes wirtschaftlich sinnvolles Kriterium zur Entgeltzahlung zur Verfügung steht, und auch ein Festlohn sich an der Einschätzung der potentiellen Mitarbeiterleistung bemißt.

Ein Festgeltsystem stellt mithin lediglich die einfachste Ausprägung eines Bonussystems dar, welches in den Möglichkeiten seiner Ausgestaltung kaum Grenzen kennt. Eine hohe Komplexität ergibt sich dabei bereits aus den beiden Anspruchsgruppen eines solchen Entgeltsystems: dem Unternehmen als Organisation und dem Mitarbeiter als Mensch. Das Themengebiet ist daher durchsetzt von einer Vielzahl ökonomischer und psychologischer Theorien, dessen Implikationen systemisch auf den Erfolg oder Mißerfolg eines Bonussystems wirken.

Diese Arbeit ist fokussiert auf die Anspruchsgruppen Sparkassen und Führungspersonen. Sparkassen befinden sich in einer Umbruchphase, dessen drei Haupttreiber der Wegfall der Gewährträgerhaftung, die Abänderung der Anstaltslast und die allgemeinen Ertragskrise im Bankensektor sind. Für die bislang gemeinnützig orientierten Sparkassen erhöht sich der Ertragsdruck. Effizientere Organisationsformen müssen entwickelt und umgesetzt werden, um das Überleben des bisherigen Sparkassenwesens zu sichern. Die Entgeltpolitik ist dabei aufgrund ihrer vielfältigen Auswirkungen auf das betriebliche Geschehen hinsichtlich der Mitarbeitermotivation, Koordination und Personalattraktion von besonderer Bedeutung. Führungspersonen eignen sich für den Einsatz leistungsorientierter Vergütung in besonderer Weise. Einerseits hat ihr Leistungsverhalten aufgrund der vielfältigen betrieblichen Einflußbeziehungen besondere Bedeutung für die Unternehmung. Andererseits begünstigt die fehlende Tarifbindung bei der Mehrzahl von Führungskräften eine einfache und effektive Umsetzung von Bonussystemen.

Die vorliegende Arbeit analysiert Bonussysteme kritisch hinsichtlich ihres Einsatzes für Führungskräfte in Sparkassen. Hierfür werden im 1. Teil zunächst die wirtschaftlichen Notwendigkeiten der Ertragssteigerung und der Kostensenkung in Sparkassen hergeleitet und Grundlagen der effizienteren Nutzung des Mitarbeiterpotentials dargestellt. Als Möglichkeit der Nutzung dieser Effizienzpotentiale werden Bonussysteme vorgeschlagen und ihre Funktionsweise sowie ihre Anforderungen aufgeführt.

Im 2. Teil werden die Ausgestaltungsmöglichkeiten der Komponenten eines Bonussystems im Kontext der zu erfüllenden Funktionen und Anforderungen vorgestellt und analysiert. Die hierbei eingenommene generelle Perspektive bedingt einen Verzicht der Darstellung konkreter und spezifischer Bonussysteme. Jedoch geht diese Betrachtungsweise einher mit einem Informationsgewinn hinsichtlich der diese Arbeit abschließenden kritischen Analyse.

Bonussystem für Führungspersonen in Sparkassen stellen eine umfassende Herausforderung an die Organisationsgestaltung dar. Neben funktionsorientierten allgemeinen Problemen können Umsetzungsschwierigkeiten gerade bei der Leistungsmessung auftreten. Auch Probleme, die im unternehmenspolitischen Umfeld von Sparkassen zu sehen sind, können von Bonussystemen begünstigt werden. Eine Darstellung der Ursachen dieser Probleme sowie Möglichkeiten zur Minderung negativer Konsequenzen eines Bonussystems, ist Thema der kritischen Würdigung im 3. Teil dieser Arbeit.

Das Fazit stellt die Arbeitsergebnisse abschließend zusammen und gibt einen Ausblick.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis V
Symbolverzeichnis VII
Abbildungsverzeichnis VIII
Tabellenverzeichnis IX
Einleitung 1
1. Anreizsysteme für Führungskräfte als Bestandteil eines strategischen Sparkassenmanagements 3
1.1 Die Sparkassen im Spannungsfeld zwischen Gemeinnützigkeitsauftrag und Sicherheitsziel 3
1.1.1 Die Grundlagen des Sparkassenwesens vor dem Hintergrund der Gemeinnützigkeit 3
1.1.2 Die Entwicklung des Bankenmarktes in Deutschland in Hinblick auf die Konkurrenzsituation der Sparkassen 5
1.1.3 Der verstärkte Sicherheitszielfokus als Voraussetzung für den Erhalt öffentlich-rechtlicher Kreditinstitute 8
1.2 Ausgewählte Grundlagen der Leistungssteuerung von Führungskräften 10
1.2.1 Die institutionsökonomischen Grundlagen arbeitsteiliger Handlungen 10
1.2.2 Die Mitarbeiterleistung im Lichte des Motivationszyklusses 12
1.2.3 Die organisatorische Einbettung der Führungskräftesteuerung in die Organisation 15
1.3 Das Anreizsystem als Instrument der Führungskräftesteuerung 18
1.3.1 Das Konzeptionsgerüst eines Anreizsystems für Führungskräfte 18
1.3.2 Die Funktionen eines führungskräftebezogenen Anreizsystems 21
1.3.3 Die Anforderungen an ein Anreizsystem für Führungskräfte 23
2. Die Konzeption eines Bonussystems als extrinsischer Teil eines Anreizsystems für Führungskräfte in Sparkassen 26
2.1 Die Leistungsmessung als Bindeglied zwischen Unternehmenspolitik und den Funktionen eines Bonussystems 26
2.1.1 Die adäquate Erfassung von Führungsleistung durch Zielsysteme 26
2.1.2 Die Kriterien zur Bemessung von Managementleistung in Sparkassen 29
2.1.3 Die konkreten Handlungsanreize der Leistungsbemessungskriterien von Führungskräften 35
2.2 Die Honorierung von Managementleistung durch Bonussysteme 39
2.2.1 Der Grad der materiellen Leistungshonorierung 39
2.2.2 Die Elemente der materiellen Honorierung 42
2.2.3 Die flexible Verknüpfung der Elemente der variablen Leistungshonorierung 45
2.3 Die Prinzipien zur Erstellung eines funktionsadäquaten Bonussystems 48
2.3.1 Die Relationsprinzipien zur Förderung der Motivation 48
2.3.2 Die Unterstützung der Koordination durch die Prinzipien gruppenautonomer Anreizgewährung 50
2.3.3 Die Verknüpfungsprinzipien zur Förderung indirekt-verhaltensorientierter Funktionen 52
3. Eine kritische Würdigung von Bonussystemen und deren Anwendbarkeit auf Führungsebene in Sparkassen 54
3.1 Grundlegende Funktionsprobleme von Bonussystemen in Kreditinstituten 54
3.1.1 Die Korrumpierung intrinsischer Motivation durch extrinsische Anreize bei Führungspersonen 54
3.1.2 Die Koordinationsadäquanz innerhalb des dualen Steuerungsmodells 56
3.1.3 Die langfristige Auswirkung von Bonussystemen auf das Unternehmens-Commitment 58
3.2 Die Leistungsmessung als zentrales Problem von Managementanreizsystemen in Sparkassen 61
3.2.1 Grundlegende Probleme der Operationalisierung des Ergebnisausweises von Führungsleistung 61
3.2.2 Die Problematik der Leistungsmessung in Bankbereichen ohne Erfolgsausweis 62
3.2.3 Das Problem objektiver Leistungsevaluation und individueller Leistungsattribution 64
3.3 Extrinsisch orientierte Bonussysteme im Kontext gemeinnützig ausgerichteter Sparkassen 67
3.3.1 Die Überakzentuierung des Sicherheitsziels innerhalb extrinsischer Bonussysteme 67
3.3.2 Die Notwendigkeit additiver intrinsischer Motivationsförderung bei Führungskräften in Sparkassen 69
3.3.3 Das Belohnungssystem als Möglichkeit der Verbindung der dualen Zielsetzung von Sparkassen auf Führungskräfteebene 71
Fazit 74
Anhang 77
Literatur 81
Ehrenwörtliche Erklärung 100

Automatisiert erstellter Textauszug:

2.2.1 Der Grad der materiellen Leistungshonorierung Die durchschnittliche Grad der variablen Leistungshonorierung, relativ zum Gesamtgehalt, ist für die Funktion des Bonussystems entscheidend. Ist sie zu niedrig, kann das Bonussystem lediglich über die Wirkung der formulierten Ziele eine geringe Funktionswirkung entfalten.191 Ist sie zu hoch, kann es durch den ausgeübten Leistungs- und Kontrolldruck zu Motivationsverlusten kommen.192 Ein Fixum, welches zumindest einen der gesellschaftlichen Position angemessenen Lebensstandard ermöglicht, erscheint als eine logische Grundvoraussetzung für die innerbetriebliche und außerbetriebliche Akzeptanz eines Bonussystems.193 Der optimale Grad der Variabilisierung kann aus der Agency-Theorie abgeleitet werden. Wird die Führungskraft als risikoavers modelliert, kann davon ausgegangen werden, daß ihr subjektiver Erwartungswert einer völlig fixen Vergütung oberhalb einer objektiv gleichwertigen, erfolgsabhängigen, variablen Vergütung liegt. Diese ist für die Führungskraft mit Risiko verbunden,194 da ihr Leistungsergebnis neben ihrem Leistungsverhalten auch von nicht zu beeinflussenden, externen Faktoren abhängt.195 Dies bedingt, daß mit steigender Variabilisierung der objektive Entlohnungsanspruch steigt, da der Führungskraft so Teile des Ertragsrisikos übertragen werden und diese hierfür Kompensation in Form einer Risikoprämie verlangt. Je höher der Anteil der Führungskraft am Risiko, desto stärker ihre Motivation die Erfolgssituation zu verbessern (Leistungsverhalten),196 desto größer jedoch auch die von ihr geforderte Risikoprämie.197 Die Motivation der Mehrarbeit wird vom einhergehend, steigenden Arbeitsleid ge- [...]

Ertragsdaten, welche i. d. R. eine durchgängige Profit-Center-Organisation187 notwendig machen dürften.188 Auch mitarbeiterorientierte Kriterien setzen nicht durchgängig konsistente Handlungsanreize. So können Kundenzufriedenheitsmaße ebenfalls zu einer Verringerung der Vertriebsleistung führen, falls diese verhältnismäßig besser vergütet werden als das Leistungsmaß, da u. a. die Beratung unverhältnismäßig ausgedehnt wird. Die Durchsetzung von Mitarbeiterbefragungen zur Mitarbeiterzufriedenheit gegen den Widerstand von Betriebsräten kann ein gestiegenes Gefühl der Verfolgung und der Kontrolle entstehen lassen, was wiederum dazu führen könnte, daß genau die Motivation zerstört wird, welche mittelbar durch die Messung erhöht werden soll.189 Die Nutzung von Absentismusraten kann ebenfalls zu einer Verschlechterung der Mitarbeiterunzufriedenheit führen, da seitens der Führungskraft dann ein Handlungsanreiz besteht, lediglich auf die physische Anwesenheit der Mitarbeiter zu achten. Fluktuationsquoten lassen im Vergleich zu anderen Bereichen zwar darauf schließen, wie beliebt / unbeliebt eine Führungskraft ist, dies gilt aber nur für innerbetriebliche Fluktuation innerhalb sachlich gleicher oder ähnlicher Bereiche. Die außerbetriebliche Fluktuation ist wiederum von vielen Faktoren abhängig, welche von der Führungskraft nicht zu beeinflussen sind.190 Dadurch taugen diese Kennzahlen nur beschränkt zur Messung der von der Führungskraft beeinflußbaren Mitarbeiterzufriedenheit. [...]

Letzteres gilt ähnlich für Volumen- und Stückzahlen. Hinzukommt bei diesen Kriterien der fehlende Anreiz zur Kosteneffizienz und Ertragsorientierung,181 sowie die Tendenz zum Hard-Selling.182 Eine Verletzung der Wirtschaftlichkeitsanforderung ist bei diesen Kennzahlen daher wahrscheinlich. Die Auswirkungen von Hard-Selling können zudem das Image von Sparkassen nachhaltig negativ prägen und neben hohen Stornoquoten so zu nachhaltiger Kundenabwanderung führen.183 Als sinnvolle Leistungskriterien erscheinen EVA als kapitalmarktorientierte Größe auf Gesamtbank- und der DB3 auf Individualebene. Der EVA macht im Gegensatz zu Kriterien der ROI-Analyse das reale Wertwachstum des Unternehmens transparent. Die sog. Deltas (absolute Veränderung der Kennnzahl) spielen dabei eine weitaus wichtigere Rolle als Bestandswerte. Boni können immer dann gezahlt werden, wenn das Delta positiv ist und somit der Unternehmenswert steigt. Dies könnte auch bei insgesamt negativen EVA der Fall sein. So hätten Führungskräfte auch in schlechter Unternehmenssituation einen Anreiz zur Mehrleistung.184 Der Deckungsbeitrag bezieht gegenüber den Kriterien Volumen und Stückzahl, Kosten und Erlöse mit ein. Die Möglichkeit der individuellen Zurechenbarkeit ist positiv hervorzuheben. Auch bei dieser Kennzahl verbleibt jedoch die Gefahr des Hard-Selling.185 Allerdings könnte eine Korrekturgröße wie die Stornoquote bzw. die Kundenzufriedenheit, oder spezielle Relationsvorschriften der Anreizverknüpfung dieser Gefahr Abhilfe schaffen.186 Voraussetzungen für den Einsatz des Deckungsbeitrages sind weiterhin verläßliche Kosten- und [...]

Arbeit zitieren:
Schreiber, Peter-Carsten Mai 2005: Bonussysteme für Führungskräfte in Sparkassen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Anreizsystem, Agency-Theorie, Bankensteuerung, Rolfes, Motivationszyklus

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren