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Die Börsenreife deutscher Fußballvereine

Eine Analyse der Erfolgsfaktoren eines Sportunternehmens

Die Börsenreife deutscher Fußballvereine
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Timo Brückner
  • Abgabedatum: März 2002
  • Umfang: 88 Seiten
  • Dateigröße: 679,8 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Bayerische Hochschule Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6016-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6016-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6016-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Brückner, Timo März 2002: Die Börsenreife deutscher Fußballvereine, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Going Public, Unternehmenserfolg, Informationsökonomik, Fußballkapitalgesellschaft

Diplomarbeit von Timo Brückner

Einleitung:

Was in Großbritannien bereits 1983 seinen Anfang nahm, stellt in Deutschland auch 19 Jahre später noch die Ausnahme dar: ein börsennotierter Fußballverein. In Großbritannien haben mittlerweile über 20 Klubs ihre Aktien am Kapitalmarkt platziert, eine wirklich positive Entwicklung hat jedoch nur das Papier von Manchester United vorzuweisen. Die meisten der anderen englischen Fussballaktien haben ihren Eigentümern vor allem Verluste eingebracht. Auch die seit dem 31. Oktober 2000 börslich gehandelten Aktien der Borussia Dortmund GmbH & Co KGaA konnten die Investoren bislang nicht begeistern. Ein konkreter Termin für den nächsten Börsengang eines deutsches Fußballvereins steht zum heutigen Tag nicht fest. Zwar nutzten einige Klubs die im Oktober 1998 vom DFB geschaffene Möglichkeit, sich in eine Kapitalgesellschaft umwandeln zu lassen. Von einem Drängen an die Börse kann in der ersten Fußball-Bundesliga jedoch nicht die Rede sein. Auch in fünf anderen europäischen Ländern stellen die börsennotierten Fußballunternehmen und insbesondere eine positive Kursentwicklung von Fußballaktien die Ausnahme dar.

Man kann sich daher fragen, welche Voraussetzungen ein Fußballverein erfüllen muss, um an der Börse erfolgreich zu sein. Die vorliegende Arbeit sucht außerdem eine Antwort auf die Frage, warum so wenige Klubs den Gang an die Börse wagen und weshalb die wenigen, die es getan haben, selten die Erwartungen erfüllen konnten.

Im Rahmen der theoretischen Grundlagen ist vorerst zu klären, was unter einem Sportunternehmen zu verstehen ist, inwieweit man einen Fußballverein als Sportunternehmen bezeichnen kann und was im Sinne der Arbeit unter Börsenreife zu verstehen ist.

Gang der Untersuchung:

Da in dieser Arbeit der Versuch unternommen wird, über Erfolgsfaktoren zu Voraussetzungen für ein börsenreifes Unternehmen zu gelangen, soll in Kapitel zwei zunächst ein kurzer Überblick über die Erfolgsfaktorenforschung gegeben werden. Insbesondere wird dabei erläutert, welcher Zusammenhang zwischen Unternehmenserfolg und Börsenreife besteht. Im Anschluss werden zwei Ansätze zur Erklärung von Unternehmenserfolg vorgestellt, die als Ausgangspunkt für die Ableitung der Erfolgsfaktoren von Sportunternehmen dienen sollen. Danach wird die neoklassische Wettbewerbstheorie vorgestellt, um die spezifische Marktstruktur im Sport zu erläutern. Mit Hilfe der Informationsökonomik soll schließlich das Verhältnis zwischen Management und Aktionär untersucht werden, da die Gestaltung dieser Beziehung für ein börsennotiertes Unternehmen von elementarer Bedeutung ist.

Im dritten Kapitel werden zunächst, ausgehend von Porters Ansatz zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen, Erfolgsfaktoren von Sportunternehmen herausgearbeitet. Der Ansatz zur wertorientierten Unternehmensführung dient dabei als Ergänzung, da der Bereich der Führung von Porter zu wenig detailliert behandelt wird, aber eine wichtige Funktion bei der Kommunikation zwischen Unternehmen und Aktionär einnimmt. Aus den dabei entwickelten Erfolgsfaktoren sollen dann wirtschaftliche Kriterien abgeleitet werden, die ein börsenreifes Sportunternehmen auszeichnen. Diese werden um die gesetzlichen und verbandsrechtlichen Kriterien ergänzt, wobei auch die hinter diesen Kriterien stehenden Motive Erwähnung finden.

Im vierten Kapitel sollen schließlich durch die Anwendung der hergeleiteten Kriterien analysiert werden, ob deutsche Fußballvereine börsenreif sind, wobei die Unternehmensentwicklung von Fußballvereinen, Charakteristika der Fußballbranche, die Art der Unternehmensführung in der Fußball-Bundesliga und Gestaltungsmöglichkeiten einer Fußballkapitalgesellschaft im Mittelpunkt stehen. Einige Daten der Borussia Dortmund GmbH & Co KGaA sollen dabei der Veranschaulichung dienen.

Den Schluss dieser Arbeit bildet eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie ein kurzer Ausblick.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. Theoretische und begriffliche Grundlagen 3
2.1 Begriffliche Abgrenzung des Untersuchungsobjekts 3
2.1.1 Sportunternehmen im professionellen Mannschaftssport – Definition und Abgrenzung 3
2.1.2 Ein Fußballverein als Sportunternehmen 4
2.2 Börsengang und Börsenreife 5
2.2.1 Definition Börsengang 5
2.2.2 Motive der an einem Börsengang beteiligten Interessengruppen 6
2.2.2.1 Das emittierende Unternehmen 6
2.2.2.2 Die Altgesellschafter 7
2.2.2.3 Die zukünftigen Investoren 8
2.2.2.4 Sonstige Interessengruppen 9
2.2.3 Definition Börsenreife 10
2.3 Die Erfolgsfaktorenforschung als Instrument zur Ableitung von Börsenreifekriterien 11
2.3.1 Unternehmenserfolg und Börsenreife 11
2.3.2 Die Erfolgsfaktorenforschung – ein Überblick 12
2.3.3 Ansätze zur Erklärung von Unternehmenserfolg 13
2.3.3.1 Wettbewerbsvorteile - der Ansatz von Porter 13
2.3.3.2 Wertorientierte Unternehmensführung 15
2.4 Die neoklassische Wettbewerbstheorie 16
2.4.1 Die idealtypischen Wettbewerbsmodelle 16
2.4.2 Realwirtschaftliche Folgerungen der Wettbewerbsmodelle 17
2.5 Neue Institutionenökonomie und Informationsökonomik 18
2.5.1 Einordnung der Informationsökonomik 18
2.5.2 Informationsasymmetrie und Opportunismusprobleme 20
2.5.3 Information und Anreiz als Lösungsmöglichkeiten 22
3. Sportunternehmen – von den Erfolgsfaktoren zu Kriterien der Börsenreife 24
3.1 Erfolgsfaktoren eines Sportunternehmens 24
3.1.1 Unternehmensbezogene Erfolgsfaktoren 24
3.1.2 Branchen- und konkurrenzbezogene Erfolgsfaktoren 27
3.2 Kriterien zur Beurteilung der wirtschaftlichen Börsenreife 30
3.2.1 Unternehmensentwicklung und Perspektiven 30
3.2.2 Branchenentwicklung 32
3.2.3 Wertorientierte Unternehmensführung 34
3.3 Gesetzliche und verbandsrechtliche Kriterien der Börsenreife 36
3.3.1 Anforderungen von Aktien- und Wertpapierhandelsgesetz 36
3.3.2 Anforderungen des Börsensegments 39
3.3.3 Anforderungen der Sportverbände 40
4. Eine Analyse der Börsenreife deutscher Fußballvereine 43
4.1 Unternehmensentwicklung von Fußballvereinen 43
4.2 Die Fußballbranche 47
4.2.1 Die Attraktivität der Fußballbranche 47
4.2.2 Folgen des Börsengangs eines Fußballvereins für die Attraktivität der Liga 51
4.3 Unternehmensführung in der Fußball-Bundesliga 53
4.3.1 Die Führung deutscher Bundesligavereine 53
4.3.2 Erfüllung der Publizitätsanforderungen als Hauptproblem einer Fußballkapitalgesellschaft 55
4.4 Gestaltung einer Fußballkapitalgesellschaft 57
4.4.1 Zielkonflikte bei der Gestaltung 57
4.4.2 Gestaltungsempfehlung für eine Fußballkapitalgesellschaft 61
5. Schlussbetrachtung 63
Anhang 64
Literaturverzeichnis 76

Automatisiert erstellter Textauszug:

wettbewerbsfähige Mannschaft aufbieten zu können. Außerdem sollte ein Teil des Emissionserlöses in wertstabilere Vermögenswerte fließen, etwa ein eigenes Stadion, mit dem ein Verein auch in Zeiten sportlicher Krise durch fußballfremde Veranstaltungen Einnahmen generieren kann.162 In der Praxis wird zusätzlich eine strategische Ausrichtung in Geschäftsfelder gefordert, deren Entwicklung nicht vom sportlichen Erfolg abhängig ist, um die Planungssicherheit zu erhöhen und das Anlagerisiko zu verringern.163 Vom finanzwirtschaftlichen Standpunkt aus kann man dem entgegenhalten, daß eine solche Diversifikationsstrategie auch innerhalb des Portfolios eines Anlegers geschehen kann. Gleichwohl erscheint eine zumindest teilweise Abkopplung der wirtschaftlichen Entwicklung vom sportlichen Bereich zum Zwecke der Planungskontinuität sinnvoll. Durch ein auf diese Art und Weise verringertes Investitionsrisiko ist es dem Unternehmen möglich, breitere Anlegerkreise zu erschließen. Außerdem darf bezweifelt werden, daß Anlegergruppen, die eine eher emotionale Beziehung mit einem Fußballverein verbindet, ihre Investitionsentscheidung in rationaler Art und Weise im Sinne der Portfeuille-Theorie treffen.164 Die Planung der wirtschaftlichen Entwicklung dient letztlich auch der [...]

3.2.1 Unternehmensentwicklung und –perspektiven Ein börsenreifes Unternehmen ist in der Lage, seine zukünftigen Eigentümer davon zu überzeugen, daß es sich lohnt, dem Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung zu stellen. Die Investition muß dazu der Renditeerwartung und Risikoeinstellung des Anlegers entsprechen. Potentielle Investoren beurteilen vor allem anhand der Umsatz-, Ertrags und Liquiditätsplanungen eines Unternehmens, ob eine Erfüllung ihrer Renditeerwartungen realistisch ist. Deshalb sollte ein Fußballunternehmen, daß das Interesse breiter Anlegerkreise wecken will, bereits vor dem Börsengang eine gesunde und profitable wirtschaftliche und finanzielle Basis aufweisen.158 Darüber hinaus gilt es, mittels einer verläßlichen und schlüssigen Planung die Entwicklung auf den Märkten für Eintrittskarten sowie Übertragungs-, Werbeund Lizenzrechten langfristige vorzuzeichnen.159 [...]

Sportverband. Gerade die Voraussetzung sportlicher Qualifikation führt jedoch zu einer höheren Wettbewerbsintensität als in anderen Branchen, denn Voraussetzung für ein Verbleiben im Markt ist nicht die absolute, sondern die relative sportliche Leistung im Vergleich zur Konkurrenz.152 Es kann also theoretisch vorkommen, daß ein wirtschaftlich florierender Verein mit einem unter normalen Umständen ausreichenden Punktestand nach einer sehr ausgeglichenen Saison den Markt, sprich die Liga, verlassen muß.153 Bei einer derart hohen Wettbewerbsintensität kommt der Konkurrenzanalyse offensichtlich eine um so höhere Bedeutung zu. Die genaue Kenntnis der Fähigkeiten, Ziele und Strategien der Konkurrenten kann vor allem im sportlichen Wettstreit um eine möglichst gute Plazierung von Nutzen sein. Sportlicher Erfolg beeinflußt schließlich wie beschrieben die Vermarktungsmöglichkeiten und diese verbessern wiederum den finanziellen Gestaltungsspielraum bei der Zusammenstellung des Teams.154 Aus Sicht des einzelnen Unternehmens erscheint die genaue Analyse des Verhaltens und Reaktionsprofils der Konkurrenz somit wie in jeder anderen Branche als völlig legitim, denn sie erhöht das sportliche und wirtschaftliche Erfolgspotential. Eine weitere Besonderheit des Mannschaftssports steht jedoch dem bedingungslosen eigennützigen Streben nach Erfolg entgegen. Die Attraktivität für den Zuschauer wird maßgeblich von der Unsicherheit über den Ausgang des sportlichen Wettkampfes bestimmt.155 Ist nun ein Unternehmen in der Lage, die eigenen Erfolgspotentiale derart auszuschöpfen, daß es sowohl in wirtschaftlicher als auch in sportlicher Hinsicht alle Konkurrenten dominiert, wird der Markt bzw. die Liga uninteressant für die Zuschauer und alle übrigen Marktpartner, da der Gewinner von vornherein feststeht.156 Alle wettbewerbsbeschränkenden Eingriffe seitens der Sportverbände sind vor diesem [...]

Arbeit zitieren:
Brückner, Timo März 2002: Die Börsenreife deutscher Fußballvereine, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Going Public, Unternehmenserfolg, Informationsökonomik, Fußballkapitalgesellschaft

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