Der Börsengang der Siemens AG in den USA
März 2001
- Art: Studienarbeit
- Autor: Oliver Wolschon
- Abgabedatum: Mai 2001
- Umfang: 97 Seiten
- Dateigröße: 663,4 KB
- Note: 2,1
- Institution / Hochschule: Hogeschool Zeeland Niederlande
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4333-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4333-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4333-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wolschon, Oliver Mai 2001: Der Börsengang der Siemens AG in den USA, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Marktwertermittlung, US-GAAP, Listing, NYSE
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Studienarbeit von Oliver Wolschon
Einleitung:
In der heutigen Zeit nutzen viele der börsennotierten Unternehmen zunehmend die internationalen Kapitalmärkte um Investitionen zu finanzieren und neue Kapitalquellen zu erschließen. Auch die Aussage, dass hocheffiziente Kapitalmärkte den wirtschaftlichen Nutzen mehren und Arbeitsplätze schaffen, findet in großem Maße Befürworter. Sich von der Abhängigkeit eines Kapitalmarktes zu lösen beziehungsweise diese zu verringern, ist ein Hauptgrund für viele große Unternehmen sich an ausländischen Kapitalmärkten zu etablieren.
Im Zuge der fortschreitenden Globalisierung konnten Kenntnisse über internationale Finanzplätze und der dort geltenden Bedingungen erlangt werden, welche notwendigerweise zum Überleben der Gesellschaften dazugehörten. Das dabei die US - Börsen im Mittelpunkt stehen, lässt sich auch aus dem Eingangs angeführten Zitat erahnen. Aufgrund dessen, dass die US Börsen eine wesentlich höhere Marktkapitalisierung als andere Börsen der Welt vorweisen, gehören diese auch mit der Anzahl der notierten Gesellschaften an die Spitzenposition.
Viele Gesellschaften entschlossen sich an diesem Markt Fuß zu fassen. Als erstes deutsches Unternehmen hatte sich Daimler Benz den Zugang zum größten Kapitalmarkt der Welt eröffnet, deren Aktie wurde im Jahr 1993 zum ersten Mal an der NYSE gehandelt. Innerhalb des 10 Punkte Programms, welches 1998 entworfen wurde, entschloss sich auch Siemens in New York an die Börse zu gehen.
Auf die Frage, welche Motive sich hinter dem Börsengang in den USA verbargen, bekamen wir von dem Projektleiter des New York Listing Programms Herrn Thomas Krug folgende Aussage:
„... Das durchgeführte Listing eröffnet der Siemens AG wesentlich bessere Finanzierungsmöglichkeiten. Durch die Aktie als Akquisitionswährung hat man Vorteile schneller, billiger und reibungsloser zukünftige Unternehmenszusammenschlüsse umzusetzen. Zudem erreicht man einen enorm hohen Bekanntheitsgrad nicht nur in den USA, auch die „World Media Präsenz“ profitiert durch dieses Vorhaben. Da ein in den USA gelistetes Unternehmen eine hohe Sicherheit darstellt (sehr strenge Zulassungsbedingungen), ist schnell verständlich warum das Image einer Unternehmung positiv beeinflusst wird.
Durch die im Rahmen des Listing benötigte Einführung des US-GAAP wird eine internationale Vergleichbarkeit und Durchschaubarkeit erreicht. So können Schwachstellen nicht nur schneller erkannt sondern auch die Reaktionszeit, um Fehler zu verhindern bzw. nachträglich zu beseitigen, enorm reduziert werden.“ Durch das NY Listing Projekt scheint somit der richtige Weg, das angestrebte Ziel in allen Geschäftsgebieten die Nr. 1, 2 oder 3 des Weltmarktes zu werden, eingeschlagen worden zu sein.
Die folgende Fallstudie beschäftigt sich nun mit den Zielen und Voraussetzungen, den nötigen Vorbereitungen, sowie der Umsetzung des Listing - Projekts und den daraus resultierenden Erwartungen. Zudem werden die Unterschiede durch die Umstellung auf US - GAAP aufgezeigt und es wird eine Marktwertermittlung vorgenommen.
Die in der Studie erwähnte CD ist nicht im Lieferumfang enthalten, da sie für das Verständnis der Studie nicht notwendig ist.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | 3 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 4 | |
| Glossar | 5 | |
| 1. | Einleitung | 7 |
| 2. | Der US - amerikanische Kapitalmarkt | 8 |
| 2.1 | Warum NYSE? | 10 |
| 3. | Ziele und Vorteile eines Börsengangs in den USA | 10 |
| 3.1 | Finanzierungspolitische Ziele | 11 |
| 3.1.1 | Breitere Aktionärsbasis | 11 |
| 3.1.2 | Geringere Volatilität | 11 |
| 3.1.3 | Zukünftige Akquisitionsmöglichkeiten | 12 |
| 3.2 | Marktpolitische Ziele | 12 |
| 3.2.1 | Erhöhung der Visibilität von Siemens | 13 |
| 3.2.2 | Marktauftritt / Prestige | 13 |
| 3.3 | Personalpolitische Ziele | 14 |
| 3.3.1 | Mitarbeiterbeteiligungen | 14 |
| 4. | Nachteile eines Börsengangs in den USA | 15 |
| 5. | American Depositary Receipt | 15 |
| 5.1 | ADRs allgemein | 15 |
| 5.2 | Siemens ADR | 17 |
| 6. | US - GAAP | 18 |
| 6.1 | Einführung von US - GAAP bei der Siemens AG | 18 |
| 6.1.1 | Einführung von US - GAAP | 18 |
| 6.1.2 | Gründe für die Einführung von US - GAAP bei Siemens | 19 |
| 6.1.3 | Auswirkungen von US - GAAP auf die Unternehmensführung | 20 |
| 6.2 | Vergleich HGB mit US - GAAP | 21 |
| 6.2.1 | Ziele von US - GAAP | 21 |
| 6.2.2 | Gesetzliche Grundlagen | 22 |
| 6.2.3 | Institutionen | 22 |
| 6.3 | Registrierungs- und Berichtspflichten | 25 |
| 6.3.1 | Registrierung | 26 |
| 6.3.2 | Das 20F - Formular | 27 |
| 6.4 | Langfristige Auftragsfertigung | 30 |
| 6.4.1 | Grundlagen und Vorgehensweise | 31 |
| 6.4.2 | Percentage-of-completion method | 32 |
| 7. | Der Weg für Siemens an den US-Kapitalmarkt | 34 |
| 7.1.1 | Der Unterschied des Auktionsmarkts NYSE zu Händlermärkten | 35 |
| 7.1.2 | Welchen Ansprüchen muss eine Firma gerecht werden um am NYSE listen zu dürfen | 36 |
| 8. | Die Vorbereitung des Listing - Prozesses | 36 |
| 9. | Die Management Struktur des Listing - Projektes | 38 |
| 10. | Die Rolle des Beraters für das Listing | 39 |
| 11. | Der Listing Prozess im Überblick | 41 |
| 12. | Anforderungen an das Marketing und Investor Relations am US-Kapitalmarkt | 43 |
| 13. | Die Zeremonie des Listings und der erste Tag des Handels an der NYSE | 44 |
| 14. | Veränderung der Unternehmenskommunikation durch das Listing | 45 |
| 15. | Marktwertermittlung | 45 |
| 15.1 | Marktwertermittlung durch Discounted - Cash -Flow - Verfahren | 47 |
| 15.1.1 | Entity-Approach (Bruttoverfahren) auf Basis von Free-Cash-Flows | 48 |
| 15.1.2 | Bruttoverfahren (Entity-Approach) auf Basis von Total Cash-flows | 51 |
| 15.1.3 | Nettoverfahren (Equity Approach) | 51 |
| 15.1.4 | Adjusted Present Value-Verfahren | 53 |
| 15.2 | Praktische Anwendung des Bruttoverfahrens(Entity-Approach) auf Basis von Free - Cash - Flows am Beispiel der Siemens AG | 54 |
| 15.2.1 | Aktueller Marktwert | 54 |
| 15.2.2 | Prognose über den zukünftigen Marktwert | 56 |
| 15.3 | Normal Case | 57 |
| 15.4 | Worst Case | 61 |
| 15.5 | Best Case | 63 |
| 16. | Fazit | 66 |
| Quellenverzeichnis | 68 | |
| Anlagen | 69 |
Um an der NYSE listen zu dürfen, wird von Siemens die Erfüllung bestimmter Kriterien erwartet und die Bereitschaft bestimmte Qualifikationen erfüllen zu wollen. Siemens wird verpflichtet die investierende Öffentlichkeit zu informieren und den Fortschritt seiner Geschäftstätigkeiten bekannt zu geben. Wenn man die Eignung einer Unternehmung für ein Listing feststellen möchte, wird ein besonderes Augenmerk auf folgende Qualifikationen gelegt: 1. der Grad des nationalen Staatsinteresse an der Durchführung des Listing 2. die Firma muss mindestens auf dem Weg zu einem Konzern sein oder der Nachfolger eines solchen 3. die relative Position und Stabilität der Firma in der Industrie 4. ob es eine sich engagierende und expandierende Firma ist, welche die Aussicht hat seine relative Position mindestens beizubehalten 5. der Marktwert der Aktien soll mindestens 18 Millionen $ betragen 6. es sollen mindestens 2000 round-lot Aktionäre vorhanden sein („round-lot“ entspricht ca. 100 Anteilen) 7. net income before federal income tax sollte in den letzten Jahren über 2,5 Million $ gelegen haben und 2 Millionen $ in den vorhergehenden zwei Jahren betragen haben [...]
Die am häufigsten angewandte Methode ist die cost - to - cost method. Bei dieser Methode werden die angefallenen Kosten und die geschätzten Gesamtkosten zueinander ins Verhältnis gesetzt. Jedoch führt auch diese Methode nicht in allen Fällen zur Ermittlung eines angemessenen Fertigstellungsgrades. Die ist z.B. bei Projekten der Fall, bei denen die Materialkosten den größten Teil der Kosten darstellen und diese in einem frühen Stadium der Fertigung geliefert werden. Die cost - to - cost method führt hier zu einem vorzeitigen Ergebnisausweis. In solchen Fällen stellt die efforts - expended method eine bessere Schätzung des Fertigungsprozesses dar. 15 Hierbei werden zur Schätzung des Fertigungsgrads die bis dahin angefallenen Fertigungsstunden in Beziehung zu den geschätzten Gesamtstunden gesetzt. Eine andere Möglichkeit wäre es, andere plausible Parameter, z.B. Maschinenstunden, zur Schätzung heranzuziehen. Außerdem hat man die Möglichkeit, den Fertigstellungsgrad anhand von Bau- oder Konstruktionsgutachten zu bestimmen. [...]
Fallen Beginn und Beendigung eines spezifischen Auftrags in unterschiedliche Rechnungsperioden, so spricht man von langfristiger Auftragsfertigung bzw. langfristigen Dienstleistungsverträgen. Das Problem liegt in diesem Fall eindeutig darin, dass die Erlöse und die Aufwendungen den einzelnen Perioden zugeordnet werden müssen. Der Ausweis der Erträge für die langfristigen Fertigungsaufträge erfolgt je nach Sachverhalt entsprechend der percentage - of - completion method, d.h. mit Teilgewinnrealisierung, oder entsprechend der completed - contract method.12 Die percentage - of - completion method ist anzuwenden, wenn zuverlässige Schätzungen über die Gesamtkosten und den Grad der Fertigstellung möglich sind. Andernfalls ist die completed - contract method heranzuziehen. Bei Anwendung dieser Methode werden die Erträge erst erfasst, wenn die Fertigstellung im wesentlichen abgeschlossen ist.13 Die percentage - of - completion method führt zu einem zeitnaheren Erfolgsausweis als die completed - contract method und entspricht somit stärker der Zielrichtung der US-GAAP. Deshalb wird diese Methode in der Praxis von den börsennotierten Gesellschaften überwiegend angewandt. Der Vorteil in dieser Methode liegt eindeutig darin, dass die Beziehung zwischen dem Gewinn pro Auftrag und dem Periodenaufwand genauer dargestellt wird. Der prinzipielle Nachteil der percentage - of - completion method liegt hingegen in den mit Unsicherheit behafteten Schätzungen. Ist ein Auftrag so gestaltet, dass er verlustfrei abgewickelt werden kann (z.B. cost - plus contract, bei dem auf die anfallenden Kosten eine prozentuale oder fixe Marge erhoben wird), ist die percentage - of - completion method, die auf einer zero - profit - margin (kein Gewinnausweis) aufbaut, der completed - contract method vorzuziehen. Bei dieser Methode werden die Erträge und Aufwendungen laufend dem Fertigstellungsgrad einer Periode in gleicher Höhe angepasst. Es erfolgt solange kein Bruttogewinnausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung, bis der Auftrag fertiggestellt ist. Der Ansatz einer zero - profit - rate bei der percentage - of - completion method gibt dem Bilanzleser Hinweise auf das Geschäftsvolumen der Gesellschaft und auf die Verwendung ihrer Ressourcen. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832443337
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Marktwertermittlung, US-GAAP, Listing, NYSE



