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Börsen als elektronische Märkte

Auswirkung der Automatisierung des Wertpapierhandels auf Börsenorganisation, Markttransparenz und Wettbewerb

Börsen als elektronische Märkte
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Daniela Zintzsch
  • Abgabedatum: März 2000
  • Umfang: 72 Seiten
  • Dateigröße: 3,9 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3265-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3265-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3265-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Zintzsch, Daniela März 2000: Börsen als elektronische Märkte, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wertpapierhandel, Computerbörse, Automatisierung

Diplomarbeit von Daniela Zintzsch

Einleitung:

In den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten ist das Wertpapiergeschäft zunehmend internationaler geworden, was höhere Umschlaggeschwindigkeiten mit steigenden Handelsvolumina zur Folge hatte. Daneben sind aber auch die Anforderungen der in- und ausländischen Investoren an die Börsen vielfältiger geworden. Beides hat einerseits einen raschen Fortschritt im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik mit sich gebracht, aber andererseits hat diese gestiegene Technisierung in allen Bereichen der Gesellschaft die genannten Entwicklungen im Aktienhandel ausgelöst.

Doch wie ist diese zunehmende Automatisierung des Wertpapierhandels zu bewerten, d.h. inwieweit unterstützt oder gar verbessert Computertechnik den Aktienhandel? Ein direkter Vergleich zwischen Präsenzbörse, deren Handel in einem Börsensaal, dem Parkett, zu feststehenden Geschäftszeiten bei Anwesenheit der Händler stattfindet, und Computerbörse, an der die Börsengeschäfte über ein Computersystem abgeschlossen werden, zeigt, daß sich die Automatisierung der Börsenhandelsplätze auf den Wertpapierhandel überwiegend positiv auswirkt. Er wird transparenter und effizienter, er erreicht eine höhere Liquidität und niedrigere Transaktionskosten, er ermöglicht einen standort- und zeitunabhängigen Wertpapierhandel und schließlich wird auch seine Marktüberwachung erleichtert. Weiterhin rücken die einzelnen deutschen Regionalbörsen bzw. nationalen Börsenplätzen global gesehen näher zusammen, wodurch der Wettbewerb verstärkt wird, was zusätzlich positive Impulse für eine Verbesserung des Leistungsniveaus der Handelsplattformen bietet.

Auch vor Deutschland haben die Automatisierungsbestrebungen nicht Halt gemacht. Hier kann zwischen Systemen unterschieden werden, die einerseits den Präsenzhandel unterstützen und andererseits als Computerbörsen selbst eingesetzt werden. Zu ersterem gehören die Börsengeschäftsabwicklung (BÖGA), das Kurs-Informations-Service-System (KISS), das Börsen-Order-Service-System (BOSS) und das computerunterstützte Börsenhandels- und Entscheidungssystem (CUBE). Zu den ersten Computerbörsen in Deutschland zählen das Integrierte Börsenhandels- und Informationssystem (IBIS) auf dem Kassamarkt, aus das sich 1997 der Nachfolger XETRA entwickelte, und die Deutsche Terminbörse (DTB) auf dem Terminmarkt, aus der sich 1998 die EUREX herausbildete.

Im Mittelpunkt der Untersuchung bezüglich des Einflusses der Automatisierung auf den Börsenwettbewerb stehen der horizontale Börsenwettbewerb, d.h. der Wettbewerb zwischen verschiedenen Handelsplattformen um die Orders der Investoren. Zwei konträre Ansichten befassen sich mit der Entwicklung des Börsenwesens unter Einfluß der Automatisierung. Auf der einen Seite stehen die Vertreter des Konsolidierungsstandpunktes, die davon ausgehen, daß zunehmende Computertechnik die Transaktionskosten soweit senkt, daß schließlich die Zahl der Börsenplätze abnimmt. Demgegenüber steht die Meinung der Vertreter des Fragementierungsstandpunktes, der besagt, daß die Integration der einzelnen Börsenplätze durch die Informations- und Kommunikationstechnik selbst erfolgt und daß es demnach keinen Einfluß auf die Kurse der Wertpapiere hat, ob sie an einer oder an mehreren Börsen gleichzeitig gehandelt werden. Weiterhin wird die Ansicht vertreten, daß die Bedürfnisse der Anleger immer heterogener werden und sich die Börsen dem anschließen werden bzw. müssen und sich somit zu spezialisierten Handelsplattformen entwickeln.

Ein Blick in die Zukunft zeigt, daß die Regionalbörsen in Deutschland nur eine Chance besitzen, wenn sie sich auf Spezialmärkte konzentrieren, beispielsweise auf mittelständische Unternehmen der eigenen Region. Weitere Überlegungen bezüglich des Einflusses des Internets auf die Entwicklung der Börsenlandschaft kommen zu dem Schluß, daß sich das Internet insbesondere als weiterer Wettbewerbspartner eignet, mit dessen Hilfe die Positionen und vor allem das Dienstleistungsangebot der einzelnen Börsenplätze verbessert werden kann.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
1. Einleitung 1
2. Grundlagen des Börsenwesens 3
2.1 Definition des Börsenbegriffs 3
2.2 Börsenarten 4
2.3 Börsenfunktionen 5
2.4 Börsenteilnehmer 5
2.5 Börsenablauf 7
2.6 Organisationsformen 8
2.6.1 Auktionsprinzip 8
2.6.2 Market-Maker-Prinzip 9
2.6.3 Auktions- vs. Market-Maker-Prinzip 10
3. Präsenzbörse versus Computerbörse 11
3.1 Definitionen 11
3.2 Vergleich 13
3.2.1 Vorteile von Präsenzbörsen 13
3.2.1.1 Kein anonymer Handel 13
3.2.1.2 Sicherheit und Zuverlässigkeit 15
3.2.1.3 Ausführung von Blockorders 16
3.2.2 Vorteile von Computerbörsen 17
3.2.2.1 Erhöhung der Markttransparenz 17
3.2.2.2 Erhöhung der Informationseffizienz 20
3.2.2.3 Erhöhung der Liquidität 21
3.2.2.4 Reduktion der Transaktionskosten 23
3.2.2.5 Standort- und Zeitunabhängigkeit des Börsenhandels 27
3.2.2.6 Beschleunigung des Transaktionsprozesse 28
3.2.2.7 Minimierung der Fehleranfälligkeit 29
3.2.2.8 Verbesserung der Handelsüberwachung 29
3.2.3 Zusammenfassung 30
4. Automatisierung des Börsenhandels in Deutschland 30
4.1 Computerunterstützung der Parkettbörse 31
4.1.1 BÖGA 31
4.1.2 KISS/pcKISS 32
4.1.3 BOSS-CUBE 32
4.2 Computerbörsen 33
4.2.1 XETRA (IBIS) 33
4.2.2 EUREX (DTB) 37
5. Einfluß der Automatisierung auf den Börsenwettbewerb 38
5.1 Wettbewerbsarten 38
5.2 Regionalbörsen in Deutschland 41
5.2.1 Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) 41
5.2.2 Baden-Württembergische Wertpapierbörse zu Stuttgart 42
5.2.3 Rheinisch-Westfälische Börse zu Düsseldorf (RWB) 43
5.2.4 Bayerische Börse zu München 44
5.2.5 Berliner Börse 44
5.2.6 Bremer Wertpapierbörse 45
5.2.7 Hamburger Wertpapierbörse 47
5.2.8 Niedersächsische Börse zu Hannover (NB) 47
5.2.9 Automatisierungsbestrebungen der deutschen Börsen 47
5.3 Auswirkungen der Automatisierung auf den Interbörsenwettbewerb 50
6. Aussichten und Strategien für die Börsenlandschaft in Deutschland 53
6.1 Die Zukunft der Regionalbörsen 53
6.2 Das Internet als zukünftige Wertpapierbörse? 56
7. Resümee 59
Literaturverzeichnis III

Arbeit zitieren:
Zintzsch, Daniela März 2000: Börsen als elektronische Märkte, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wertpapierhandel, Computerbörse, Automatisierung

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