Biomechanische Analyse von Trainingsübungen an einer Funktionsstemme in der Rehabilitation nach Knieverletzungen
- Art: Dissertation / Doktorarbeit
- Autor: Christoph Monfeld
- Abgabedatum: August 2002
- Umfang: 145 Seiten
- Dateigröße: 2,3 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6593-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6593-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6593-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Monfeld, Christoph August 2002: Biomechanische Analyse von Trainingsübungen an einer Funktionsstemme in der Rehabilitation nach Knieverletzungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gelenkmoment, Muskelkraft, Diagnostik, Modell
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Dissertation / Doktorarbeit von Christoph Monfeld
Problemstellung:
Ziel der Arbeit war es, die diagnostischen Möglichkeiten bei mehrgelenkigen Trainingsübungen der unteren Extremität durch eine biomechanische Bewegungsanalyse aufzuzeigen, diese für einen Einsatz in der Rehabilitation optimal anzupassen und schließlich anzuwenden. Der Schwerpunkt wurde dabei auf die muskuläre Belastungssituation des Kniegelenks gelegt. Die praktische Umsetzung der Untersuchungen erfolgte an einer isokinetischen Funktionsstemme, an der in horizontaler Bewegungsausrichtung unterschiedliche Beinstreck- und Beinbeugebewegungen ausgeführt werden können.
Zur Erreichung der Zielsetzung wurden in einem ersten Schritt die Gelenkmomente in der Sagittalebene mit üblichen kinemetrischen und dynamometrischen Messverfahren nach dem Prinzip der inversen Dynamik bestimmt. Im zweiten Schritt wurden die Möglichkeiten einer Methodenvereinfachung zur Bestimmung der Gelenkmomente erarbeitet, da für einen praktischen Einsatz in einem sportlichen oder rehabilitativen Training ein Verfahren mit geringem Aufwand von entscheidender Bedeutung ist. Dieses Verfahren sollte schließlich in einem dritten Schritt durch die Anwendung bei Patienten in der Rehabilitation nach Knieverletzungen evaluiert werden.
Die Ergebnisse der biomechanischen Analyse verdeutlichen den geringen diagnostischen Wert der äußeren Kraft und stellen die Notwendigkeit der Bestimmung von Gelenkmomenten zur Analyse der muskulären Belastungssituation bei Übungen an der Funktionsstemme deutlich heraus.
Im Rahmen der angestrebten Methodenvereinfachungen erwies sich die Einführung eines mechanischen Ersatzmodells der kinematischen Kette der unteren Extremität als akzeptabler Kompromiss zwischen der Reduzierung des Aufwands und dem zu tolerierenden Fehler. In dem verwendeten mechanischen Ersatzmodell wird die Position des Kniegelenks unter der Annahme einer konstanten Hüftgelenkposition auf dem Sitz und einer konstanten Sprunggelenkposition auf dem Stemmbrett über den veränderlichen Schlittenweg bestimmt.
Die Möglichkeiten und Chancen des Verfahrens konnten in der Anwendung bei Patienten in der Rehabilitation nach Knieverletzungen herausgestellt werden. Im Rahmen einer kombinierten Quer- und Längsschnittstudie mit 22 Patienten konnte der diagnostische Nutzwert des Verfahrens sowohl anhand von Einzelfallanalysen als auch anhand der Ansätze für mögliche Eckdaten im Heilungsverlauf gezeigt werden.
Die aufgezeigten Möglichkeiten einer anwendbaren biomechanischen Diagnostik unter vereinfachten Messbedingungen können insgesamt als sehr aussichtsreich bewerten werden letztlich sogar als Aufforderung verstanden werden, sie auf andere Trainingsgeräte und sogar andere Gelenke zu übertragen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Literaturbesprechung | 4 |
| 2.1 | Kraft und Krafttraining | 4 |
| 2.2 | Bestimmung von Muskelkraft und Muskelkraftmomenten | 9 |
| 2.3 | Ausgewählte biomechanische Bewegungsanalysen der unteren Extremität | 13 |
| 2.4 | Gerätegestützte Rehabilitationsmaßnahmen nach Knieverletzungen | 18 |
| 2.4.1 | Medizinisch-orthopädische Aspekte von Knieverletzungen | 18 |
| 2.4.2 | Bewegungskonzepte von Krafttrainingsgeräten für die untere Extremität | 21 |
| 2.4.2.1 | Zum Begriff der offenen und geschlossenen kinematischen Kette | 21 |
| 2.4.2.2 | Vor- und Nachteile der verschiedenen Bewegungskonzepte des gerätegestützten Krafttrainings | 25 |
| 2.4.3 | Zur Isokinetik | 29 |
| 2.4.3 | Untersuchungsparameter an Krafttrainingsgeräten der unteren Extremität | 30 |
| 3. | Methodik | 33 |
| 3.1 | Biomechanische Belastungsparameter zur Analyse von Bewegungen an der Funktionsstemme | 34 |
| 3.1.1 | Anthropometrisches Modell | 34 |
| 3.1.2 | Berechnung der Gelenkmomente | 36 |
| 3.2 | Messmethoden zur Ermittlung der biomechanischen Eingangsparameter | 38 |
| 3.2.1 | Kinemetrie | 38 |
| 3.2.2 | Dynamometrie | 41 |
| 3.2.3 | Elektromyografie | 42 |
| 3.3 | Untersuchung möglicher Methodenvereinfachung | 44 |
| 3.3.1 | Dynamometrische Messverfahren | 44 |
| 3.3.2 | Kinematisches Ersatzmodell | 47 |
| 3.4 | Studie mit Patienten im Aufbautraining nach Knieverletzungen | 48 |
| 4. | Untersuchungsdurchführung | 51 |
| 4.1 | Probanden | 51 |
| 4.2 | Versuchsaufbau | 52 |
| 4.3 | Einstellungen an der Funktionsstemme | 53 |
| 4.4 | Versuchsprotokolle | 54 |
| 4.5 | Versuchsablauf | 56 |
| 4.6 | Auswertungsmethoden | 57 |
| 5. | Ergebnisse | 59 |
| 5.1 | Analyse von Bewegungen gesunder Versuchspersonen an der Funktionsstemme | 59 |
| 5.1.1 | Die äußeren Kräfte | 59 |
| 5.1.2 | Die Gelenkmomente | 64 |
| 5.1.3 | Daten der Elektromyografie | 71 |
| 5.1.4 | Ausgewählte Parameter zur Bewegungsanalyse im interindividuellen Vergleich | 74 |
| 5.1.5 | Bewegungen mit höherer Geschwindigkeit | 80 |
| 5.1.6 | Diskussion der Bewegungsanalyse bei gesunden Versuchspersonen | 83 |
| 5.2 | Aspekte zur Methodenvereinfachung | 88 |
| 5.3 | Bewegungsanalyse an der Funktionsstemme mit Patienten in der Rehabilitation nach Knieverletzungen | 98 |
| 5.3.1 | Einzelfallanalysen | 98 |
| 5.3.1.1 | Beispiel 1 | 99 |
| 5.3.1.2 | Beispiel 2 | 105 |
| 5.3.1.3 | Schlussfolgerungen aus den Einzelfallanalysen | 110 |
| 5.3.2 | Bewegungsanalysen an der Funktionsstemme im kombinierten Quer- und Längsschnitt | 112 |
| 5.3.2.1 | Statistische Auswertung | 112 |
| 5.3.2.2 | Deskriptive Auswertung | 118 |
| 6. | Resümee der Ergebnisse | 122 |
| 7. | Zusammenfassung | 127 |
| 8. | Literaturverzeichnis | 130 |
| 9. | Anhang | 136 |
statistische Aufbereitung des Vergleichs zwischen den beiden Belastungsformen erfolgt mit einer zweifaktoriellen Varianzanalyse mit Messwiederholungen. Der neben dem Faktor der zwei Belastungsarten hinzugenommene Faktor Versuchswiederholung dient dazu, trotz der statistisch gesehen geringen Anzahl von Versuchspersonen zuverlässige Aussagen zu machen, da durch die Versuchswiederholungen der Anteil der Individualstreuung an der Gesamtvarianz bereits erklärt wird. Das Ergebnis der für die Parameter Kraftmaximum und Kniewinkel bei Kraftmaximum durchgeführten Varianzanalyse liefert keinen Unterschied zwischen den konzentrischen und exzentrischen Belastungsformen. Da keine maximalen Belastungen durchgeführt wurden, widersprechen die Ergebnisse auch nicht der Tatsache, dass grundsätzlich bei exzentrischer Kontraktionsform der Muskulatur mehr Kraft zu erzeugen ist als konzentrisch. [...]
Standardabweichungen der dargestellten gemittelten Kraftkurven widerspiegeln. Die Maxima unterscheiden sich im Mittel nicht zwischen den konzentrischen und exzentrischen Bewegungsabschnitten. Bei den exzentrischen Abschnitten sind allerdings die Streuungen zwischen den Versuchen deutlich größer. Darüber hinaus ist es im dargestellten Fall auffällig, dass die Streuungen in den gebeugten Kniewinkelstellungen kleiner sind als in den gestreckten Positionen. Während die Streubänder der äußeren Kraft schon für eine Versuchsperson zeigen, dass Bewegungsausführungen mit unterschiedlicher Kraft realisiert werden, so ergeben sich ebenso beim Vergleich mit anderen Versuchspersonen einige Unterschiede. Neben der Größe der Kraft unterscheiden sich auch die Verläufe der Kraft über den Kniewinkel. Dabei treten nicht nur Verläufe mit maximalen Kraftwerten im mittleren Kniewinkelbereich auf, sondern bei einigen Versuchspersonen werden die maximalen Kraftwerte auch bei gestreckteren oder gebeugteren Kniewinkeln erreicht. In Bezug auf die äußeren Kräfte bestätigt sich also, dass aufgrund des angesprochenen selbst bestimmbaren Krafteinsatzes trotz gleicher kinematischer Bewegung unterschiedliche Kräfte produziert werden. Dies erschwert natürlich eine vergleichende Beschreibung mehrerer Versuchspersonen und verschiedener Versuchsbedingungen. Wenn in Abbildung 5.2 ein solcher Vergleich mit Hilfe der Parameter des Kraftmaximums und des zugehörigen Kniewinkels unternommen wird, ist klar, dass mit diesen ausgewählten Parametern die Reaktionskräfte an der Funktionsstemme nur eingeschränkt wiedergegeben werden. Dennoch kann die Größe und Position des Kraftmaximums und deren Streuung zumindest einen groben Überblick geben, um die einzelnen Versuchspersonen zu vergleichen. [...]
Die folgenden Parameter zur Beschreibung der untersuchten Bewegungsausführungen von gesunden Versuchspersonen an der Funktionsstemme sind auf der Grundlage der Messergebnisse der dreidimensionalen Kinemetrie mit Hilfe des SELSPOT-Systems und der dreidimensionalen Kraftmessung (KISTLER) entstanden. Diese Verfahren können in Bezug auf ihre Qualität als aktuell üblicher Standard für eine biomechanische Bewegungsanalyse gesehen werden und werden damit auch als Referenz für die Berechnungen mit Hilfe eines vereinfachten Modells verwendet (Kapitel 5.2). Die vorrangig interessierenden Daten für die biomechanische Beschreibung sind die Plattenreaktionskräfte und die Gelenkmomente in der Sagittalebene bezüglich des Kniegelenks. Zur vollständigeren Beschreibung werden darüber hinaus auch die sagittalen Gelenkmomente des Hüft- und Sprunggelenks betrachtet. Da der Bewegungsumfang bzw. der Schlittenweg individuell über den Kniebeugewinkel festgelegt wurde, sind die Parameter bei den dynamischen Bewegungsausführungen jeweils als Funktion des Kniebeugewinkels dargestellt. Daraus folgt, dass sich in den Diagrammen für die konzentrischen Abschnitte der Bewegungszyklen ein zeitlicher Verlauf von rechts nach links ergibt, und für die exzentrischen Daten entsprechend von links nach rechts. Zur besseren Orientierung geben die eingezeichneten Pfeilrichtungen diesen zeitlichen Verlauf an. Die Kräfte und Gelenkmomente beziehen sich auf das rechte Bein der Versuchsperson, das bei der beidbeinigen Bewegungsausführung durch das SELSPOT-System kinematisch erfasst wurde. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832465933
Arbeit zitieren:
Monfeld, Christoph August 2002: Biomechanische Analyse von Trainingsübungen an einer Funktionsstemme in der Rehabilitation nach Knieverletzungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gelenkmoment, Muskelkraft, Diagnostik, Modell



