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Das Bildungswesen für Gehörlose in Großbritannien im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland

Das Bildungswesen für Gehörlose in Großbritannien im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Katja Oestreich
  • Abgabedatum: März 2000
  • Umfang: 148 Seiten
  • Dateigröße: 6,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5748-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5748-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5748-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Oestreich, Katja März 2000: Das Bildungswesen für Gehörlose in Großbritannien im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Warnock-Report, Integrative Beschulung, Großbritannien, Deaf-Education, Sonderschule

Staatsexamensarbeit von Katja Oestreich

Problemstellung:

Mit der aktuellen politischen Entwicklung in Europa zur Öffnung der Grenzen ist ein neues Aufgabenfeld der Erziehungswissenschaft in den Vordergrund gerückt. Die Vergleichende Erziehungswissenschaft beschäftigt sich mit dem Bildungswesen anderer europäischer Staaten und hat die internationale Verständigung zum Ziel. Als empirische Wissenschaft stellt sie sich verschiedene Aufgaben, deren Grundlage jedoch die Vertiefung pädagogischer Kenntnisse im weitesten Sinn, das heißt die Kenntnis von Schulsystemen anderer Staaten ist. Die Erziehungswissenschaft selbst lässt sich in verschiedene Teilgebiete untergliedern.

Während bei der Allgemeine Pädagogik die internationale Verständigung im Vordergrund steht, sind für die Sonderpädagogik neue Erkenntnisse in Bezug auf die Praxis des Unterrichts von Schülern mit Sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) von Bedeutung. Die Betrachtungen können sich ebenso auf die einzelnen Teilbereiche der Allgemeinen Sonderpädagogik, wie zum Beispiel der Gehörlosenpädagogik, beziehen.

Dabei bedient sich jeder Vergleich verschiedener methodischer Verfahren und inhaltlicher Ansätze. Historisch begründet sind zwei grundlegende Forschungsansätze: der ganzheitliche Ansatz und der analytisch-empirische Ansatz. Während bei ersterem die Erkenntnisse aus Textinterpretationen gewonnen werden, erfolgt die Erkenntniserweiterung beim analytisch-empirischem Ansatz durch statistisch nachweisbare Daten und daraus ablesbaren Tendenzen und Strömungen. Bei jedem Vergleich ist die Autorschaft von besonderer Bedeutung, da daraus Schlussfolgerungen über seine Objektivität gezogen werden können. Der mit dem Vergleich beauftragte Wissenschaftler wird von seinen Kenntnissen über das eigene Bildungssystem beeinflusst, entwickelt subjektive Thesen und Problemschwerpunkte.

Das kann verhindert werden, in dem wissenschaftliche Arbeiten von einer Forschergruppe bearbeitet werden, wie es in der Erziehungswissenschaft oft der Fall ist. Dabei erfolgt die Datenerhebung durch beauftragte Institutionen und Organisationen der beteiligten Länder, der eigentliche Vergleich und die Erarbeitung der Schlussfolgerung aber durch zusammengestellte multinationale Gruppen. Dadurch erhält man eine innere Sichtweise, d.h. aus Sicht eines ‚Einheimischen‘, auf das betroffene Bildungssystem.

Eine andere Möglichkeit ist die Beauftragung eines fremden Wissenschaftlers mit dem Vergleich, der mit keinem der Bildungssysteme grundlegend vertraut ist und so durch eine äußere Sichtweise größere Objektivität gewährleisten kann.

Auch auf der inhaltlichen Ebene werden verschiedene Methoden unterschieden. Historisch betrachtet ist die Gesamtanalyse (total analysis), die Anfang unseres Jahrhunderts weit verbreitet war, am bedeutsamsten. Hier wird eine Gesamtdarstellung der Bildungssysteme angestrebt. Da dieser hohe Anspruch aber nicht durchsetzbar ist, ohne dadurch der Gefahr der Oberflächlichkeit zu unterliegen, weicht er dem Problemansatz (problem approach). Ein Vergleich, der diesem Ansatz unterliegt, greift einzelne Schwerpunkte heraus.

Die vorliegende Arbeit versteht sich als Beitrag zur sonderpädagogischen Landeskunde, indem sie das Bildungswesen der Gehörlosen von Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland nach bestimmten Problemschwerpunkten miteinander vergleicht. Sie folgt somit dem problemorientierten Ansatz und verknüpft auf der methodischen Ebene zwei Sichtweisen miteinander, die innere und die äußere. Der innere Standpunkt trifft insofern zu, als dass es sich um das Bildungswesen für Gehörlose der Bundesrepublik Deutschland handelt, der äußere bei der Betrachtung von Großbritannien. Großbritannien wurde für diesen Vergleich ausgewählt, da es eines der europäischen Staaten ist, in denen fortschrittliche und wertvolle pädagogische Ideen und methodischen Ansätze in die Praxis umgesetzt werden. Durch meine eigene unterrichtliche Tätigkeit in Großbritannien in den Jahren 1994 bis 1996 und durch meine Ausbildung habe ich besonderes persönliches Interesse an dieser Thematik.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungen
I. Einführung 1
1. Problemstellung 1
2. Anlage der Arbeit 3
3. ,Gehörlosigkeit‘ und Deafness 5
II. Gesetzgebung in Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland
1. Großbritannien am Beispiel von England und Wales 8
1.1 Warnock-Report 9
1.2 Bildungsgesetz von 1981 16
1.3 Bildungsgesetz von 1993 22
2. Bundesrepublik Deutschland 26
2.1 Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder272.2. Bundesland Berlin 33
3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede 37
III. Organisationsformen im Bildungswesen für Gehörlose in Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland
0. Themeneinführung 41
1. Allgemeine Angaben zum Bildungswesen unter besonderer Berücksichtigung von Kindern und Jugendlichen mit Sonderpädagogischem Förderbedarf 42
1.1 Großbritannien am Beispiel von England und Wales 42
1.2 Bundesrepublik Deutschland am Beispiel der Berliner Schule 45
1.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede 48
2. Segregative Beschulung gehörloser Kinder und Jugendlicher 52
2.1 Zur Geschichte der Sonderschule für Gehörlose 52
2.2 Großbritannien am Beispiel von England und Wales 55
2.3 Bundesrepublik Deutschland am Beispiel der Berliner Schule 65
2.4 Gemeinsamkeiten und Unterschiede 71
3. Integrative Beschulung gehörloser Kinder und Jugendlicher 73
3.1 Begriffsbestimmung ‚Integration‘ 73
3.2 Historische Grundlagen der Integrationsbewegung 75
3.3 Großbritannien am Beispiel von England und Wales 77
3.3.1 Studien zur integrativen Beschulung gehörloser Kinder und Jugendlicher 78
3.3.2 Praxis integrativer Beschulung gehörloser Kinder und Jugendlicher 82
3.4 Bundesrepublik Deutschland am Beispiel der Berliner Schule 89
3.5 Gemeinsamkeiten und Unterschiede 95
IV. Perspektiven im Bildungswesen für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unter besonderer Berücksichtigung gehörloser Kinder und Jugendlicher
1. Großbritannien 98
2. Bundesrepublik Deutschland 101
V. Schlussbemerkungen 106
VI. Exkurs 108
Verwendete Literatur
Anhang

Arbeit zitieren:
Oestreich, Katja März 2000: Das Bildungswesen für Gehörlose in Großbritannien im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Warnock-Report, Integrative Beschulung, Großbritannien, Deaf-Education, Sonderschule

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