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Bildungsproblematik der Jugendlichen türkischer Herkunft durch das selektive Schulsystem in Deutschland

Bildungsproblematik der Jugendlichen türkischer Herkunft durch das selektive Schulsystem in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Kirici Gülden
  • Abgabedatum: August 2008
  • Umfang: 119 Seiten
  • Dateigröße: 635,8 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Duisburg-Essen, Standort Duisburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 68
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1951-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gülden, Kirici August 2008: Bildungsproblematik der Jugendlichen türkischer Herkunft durch das selektive Schulsystem in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Migration, Schulsystem, Bildung, Türkei, Bildungsbenachteiligung

Diplomarbeit von Kirici Gülden

Einleitung:

Der Fokus dieser Arbeit richtet sich auf die Darstellung der schulischen Bildung junger Migrantinnen und Migranten in der Bundesrepublik Deutschland. Im Kern dieser Arbeit werden primär der Schulbesuch und die erbrachten schulischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund dargestellt, analysiert und bewertet. In dieser Arbeit sollen zunächst die migrationsbedingten Veränderungen/ Problematiken in Bezug auf die Bildungsbeteiligung im deutschen Bildungssystem betrachtet werden. Das schlechte Abschneiden Deutschlands bei der PISA Studie hat die bildungspolitische Debatte stark angeregt und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen.

Gerade im Hinblick auf den Anspruch auf Chancengleichheit sind die individuellen Lebensverhältnisse der Schüler und deren Familien untersucht worden. Auffallend ist, dass Kinder/ Jugendliche mit Migrationshintergrund auf Realschulen und Gymnasien unterrepräsentiert und auf Hauptschulen und Sonderschulen überrepräsentiert sind. Umstritten ist, ob die Ursachen für dieses Phänomen auf institutionelle Diskriminierung und systematische Benachteiligung durch das Bildungssystem zurückzuführen sind oder ob es sich um kulturalistische oder sozioökonomische Effekte handelt. Diesbezügliche Studien vor PISA haben vorwiegend nur in Expertenkreisen für Diskussionen gesorgt.

Der Arbeit liegt die zentrale These zugrunde, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem nicht dieselben Chancen für eine erfolgreiche Schulkarriere besitzen, wie die Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund.

Das zweite Kapitel dient der Einführung in die Thematik und stellt die Bedeutung der Migration für die Bundesrepublik Deutschland dar. Nachdem die für diese Arbeit relevanten Begrifflichkeiten definiert wurde, erfolgt anschließend eine Betrachtung der Migration und die zukünftige Entwicklung der Zuwanderung in die Bundesrepublik Deutschland um schließlich einen Überblick über die Zusammensetzung der ausländischen Wohnbevölkerung und der ausländischen Schülerschaft Deutschlands zu geben. Das dritte Kapitel umfasst den Schulbesuch und die Leistungen der Schülerschaft mit Migrationshintergrund. Im Rahmen dieses Kapitels wird zunächst die Bildungsbeteiligung der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund an den Schulformen des allgemein bildenden Schulwesens betrachtet und eine Übersicht über ihre erreichten Schulabschlüsse geliefert.

Im Rahmen der Bildungsbeteiligung der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund erfolgt auch eine Darstellung ihrer Repräsentanz an den Schulformen. Zudem wird auf besondere Problemstellungen der schulischen Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und im Rahmen dessen auf regionale und nationalitätenspezifische Unterschiede in der Bildungsbeteiligung eingegangen und auf eventuelle Ungleichheiten hingewiesen. Neben der Darstellung der schulischen Bildungsbeteiligung erfolgt eine Darstellung und Vorstellung des Leistungsniveaus der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund im Rahmen der Schulleistungsvergleichsstudie PISA. So weit möglich erfolgt in den einzelnen Betrachtungsaspekten des Schulbesuchs und der Leistungen der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund ein Vergleich mit den Schülerinnen und Schülern deutscher Herkunft um auf eventuelle Ungleichheiten und statistische Auffälligkeiten zwischen diesen beiden Gruppen hinzuweisen. Im folgenden Kapitel werden Erklärungsansätze für die Bildungsbenachteiligung der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund geliefert. Neben der Darstellung der soziokulturellen Faktoren, werden als weitere Erklärungsmöglichkeit sozioökonomische Faktoren vorgestellt, um dann abschließend auf den Aspekt schulorganisatorische Faktoren und die rechtliche Situation als Rahmenbedingungen für die Bildungssituation einzugehen. Im fünften Kapitel wird auf die schulische Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund eingegangen. Hier werden Fördermöglichkeiten in der Grundschule und in der Sekundarstufe aufgezeigt.

Im sechsten Kapitel werden die vorgestellten Daten aus den vorangegangen Kapiteln zusammengefasst dargelegt und kritisch beleuchtet und eine abschließende Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der Bildungsbeteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im Bildungswesen der Bundesrepublik Deutschland vorgenommen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 4
2. Migranten türkischer Herkunft in der deutschen Gesellschaft 6
2.1 Begrifflichkeiten 6
2.2 Migrationsgeschichtlicher Hintergrund 11
2.2.1 Gründe zur Einwanderung der türkischen Migranten nach Deutschland 12
2.2.2 Förderung der Rückkehr 14
2.2.3 Von Gastarbeitern der Ausländer zu Zuwanderern 17
2.3 Stellungen der zweiten und dritten Generation türkischer Migranten in der deutschen Gesellschaft 21
2.3.1 Psychosoziale Situation und soziale Identität 22
2.3.2 Arbeitsstatus als Stigma 26
2.3.3 Berufliche Stellung 27
2.3.4 Wohnverhältnisse und Familiengröße 29
2.3.5 Kulturelle Bindungen 30
2.3.6 Sprache und Sprachkompetenz 32
3. Schulbesuch und Bildungsbenachteiligung von Migranten türkischer Herkunft im deutschen Schulsystem 34
3.1 Jugendliche aus Migrantenfamilien 34
3.2 Basiskompetenzen der Jugendlichen mit und ohne Migrationhintergrund 35
3.3 Zusammensetzung der ausländischen Schülerschaft 38
3.4 Bildungsbeteiligung und Schulerfolg 40
3.4.1 Ursachen für das Schulversagen von Migrantenkinder 41
3.4.2 Besondere Problemstellungen der schulischen Situation von türkischen Kindern und Jugendlichen 44
3.4.3 Bildungsabschlüsse im Vergleich 45
3.4.4 Folgen für die weitere Bildungs- und Berufslaufbahn 49
3.5 Einfluss bestimmter Sozialisationsbedingungen auf den Schulerfolg 50
3.5.1 Auswirkungen des Sprachgebrauchs auf den Schulerfolg 52
3.5.2 Bildungsniveau und berufliche Stellung 55
3.5.3 Traditionelle Erziehungsziele und Religion 56
3.6 Schulleistungsvergleichsstudie PISA 58
3.6.1 Befunde zu den Herkunftsgruppen bei der PISA-Studie 60
3.6.2 Das deutsche Bildungssystem – integrativ oder selektiv? 62
3.7 Schlussfolgerung 65
4. Erklärungsansätze 67
4.1 Erklärungsmöglichkeiten für die Bildungsbenachteiligung 67
4.2 Sozio-kulterelle Faktoren 68
4.2.1 Zum Kulturbegriff 69
4.2.2 Kulturelle Transformationen 71
4.2.3 Sprachliche Voraussetzungen 72
4.2.4 Religion 73
4.2.5 Benachteiligung durch sozio-kulturelle Faktoren 75
4.2.5.1 Schule und Zweisprachigkeit 76
4.2.5.2 Schule und Religion 78
4.2.5.3 Kulturelle Heterogenität im Schulsystem 80
4.3 Sozio-ökonomische Faktoren 81
4.3.1 Bildungsniveau und soziale Einstellungen der Eltern 82
4.3.2 Auswirkungen der Lebensbedingungen auf den Schulerfolg 84
4.3.3 Benachteiligung durch sozio-ökonomische Faktoren 86
4.4 Schulorganisatorische Faktoren 88
4.4.1 Institutionelle Diskriminierung 89
4.4.2 Vorschulische Erziehung 91
4.5 Rechtliche Situationen als Rahmenbedingungen für die Bildungssituation 92
5. Perspektiven und Chancen für ein gerechtes deutsches Schulsystem 93
5.1 Die Aufgabe der deutschen Schule 93
5.2 Fördermaßnahmen im Elementar-, Primar- und Sekundarbereich 94
5.2.1 Sprachliche Fördermaßnahmen 99
5.2.2 Migrantenkindern an der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen 102
5.3 Defizite und mögliche Veränderungen 106
6. Fazit 112
Literaturverzeichnis 114

Textprobe:

Kapitel 4.1, Erklärungsmöglichkeiten für die Bildungsbenachteiligung:

Die oben beschriebenen Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem und damit auch die Benachteiligung im schulischen Lernen von Kinder und Jugendlichen nicht-deutscher Herkunft haben bereits zahlreiche Erklärungsversuche hervorgebracht.

Gogolin, Neumann und Roth bspw. sprechen allgemein davon, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund besondere Sozialisationserfahrungen und Bildungsvoraussetzungen in die Bildungsinstitution mitbringen.

Die Autoren stellen in ihren Ausführungen zu den besonderen Bildungsvoraussetzungen von Migrantenkindern fest, dass in vielen Familien die materiellen, sozialen und kulturellen Rücklagen fehlen, ‚um die angemessenen Strategien zur Umsetzung ihrer Bildungserwartungen in Bildungserfolg einsetzen zu können’.

In der Literatur werden zur Erklärung von Chancenungleichheiten diese Erfahrungen in unterschiedliche Faktoren aufgeteilt. Ich fasse diese als sozioökonomische Faktoren, sozio-kulturelle Faktoren, schulorganisatorische und rechtliche Faktoren zusammen.

Ich werde im Folgenden die genannten Faktoren kurz beleuchten. Insgesamt kommt dem sozio-kulturellen Faktor eine genauere Betrachtung zu.

Sozio-kulterelle Faktoren:

Mit dem sozio-kulturellen Faktor werde ich die kulturelle Heterogenität von Migrantenfamilien behandeln, auf deren sprachliche Vorraussetzungen sowie deren religiöse Bindungen eingehen. Anschließend werde ich die mögliche Benachteiligung im deutschen Bildungssystem durch die genannten Faktoren beschreiben. Um den sozio-kulturellen Faktor zu einer eventuellen Begründung einer Benachteiligung im schulischen Lernen anzuführen, bedarf es zuvor jedoch einer Klärung des Begriffs Kultur.

Zum Kulturbegriff:

Wissenschaftlern zufolge soll es über 100 Definitionen von Kultur geben, was die Schwierigkeit der genauen Fassbarkeit des Begriffs deutlich macht. Hansen bspw. definiert Kultur als die Gesamtheit der Gewohnheiten eines Kollektivs. An diesen zunächst einfach erscheinenden Kulturbegriff sind jedoch Fragen geknüpft, die die Komplexität dieser Definition zum Vorschein bringen: Wie entstehen und vergehen Kollektive? Wie entwickeln sich ihre Gewohnheiten? Wie verändern sie sich? Welches ist das Verhältnis von Individuum und Kollektiv? Wie stark wird das Individuum von den Kulturen, an denen es partizipiert, geprägt, beispielsweise von der Nationalkultur? An dieser Stelle wird deutlich, dass eine umfassendere Analyse von Nöten ist, um Kultur zu definieren. Ich möchte mich in meinen folgenden Ausführungen im Wesentlichen auf die Auseinandersetzung mit dem Kulturbegriff von Auernheimer beschränken, da es nicht dem Rahmen entspricht, eine umfangreichere Analyse des Begriffs vorzunehmen. Bezüglich des Kulturbegriffs herrschen bei vielen Wissenschaftlern einige Bedenken vor, dass er als Erklärung und als Entschuldigung für gesellschaftliche Problemlagen oder zur und Ausgrenzung beitragen kann und beigetragen hat. Auch Sökefeld verweist darauf, dass beispielsweise eine Darstellung der Türkei oder der türkischen Kultur eine grobe Vereinfachung sei. Hier sei von einem Bild der Türkei, das auf Stereotypen wie ländlich, (halb-) feudal, traditionalistisch und starr beruht, loszulassen, da die Türkei entgegen dieser Vorstellungen sehr dynamisch sei. Auernheimer macht im Hinblick dessen darauf aufmerksam, dass starren Kulturvorstellungen eine Absage zu erteilen ist und beschreibt dementsprechend einen dynamischen Kulturbegriff. In den zahlreichen und mehrdeutigen Definitionen lassen sich nach Auernheimer zwei Aspekte herausfiltern, die vielen gemeinsam sind: Zum einen der Aspekt des symbolischen Charakters und zum anderen der der Orientierungsfunktion. Als elementare Bestandteile von Kultur werden Werte und Normen gesehen, die als Verhaltenserwartungen im Alltag zur Geltung kommen.

Der symbolische Charakter von Kultur lässt sich in der symbolischen Verwendung von Dingen im Alltagsleben wieder finden: Wohnformen, Wohnstile und Accesoires markieren soziale Bindungen, gesellschaftliche Selbstzuordnungen und Lebensweisen. Der Wohnstil von Migrantenfamilien zum Beispiel verdeutlicht in der Regel die Zugehörigkeit zu zwei sozialen Welten, nämlich zur Herkunftskultur und zur Aufnahmegesellschaft. Das Symbol zerlegt sich in seine Bestandteile Zeichen und Bedeutung. Das Zeichen dient dabei der Verständigung, die durch die Bedeutung, die ihm zugrunde liegt, möglich wird. Ein Kopfschütteln als Zeichen z.B. bedeutet zumindest in der deutschen Gesellschaft eine Verneinung. Symbole unterliegen jedoch einer Mehrdeutigkeit und damit auch Missverständnissen, Umdeutungen und neuen Bedeutungsgebungen. Auernheimer beschreibt weiterhin, dass die kulturellen Symbole somit zum einen der Verständigung dienen und damit der Darstellung nach außen, zum anderen aber auch der Möglichkeit zur eigenen Vorstellung von etwas und der symbolischen Vergewisserung einer Bedeutung. Er definiert Kultur demnach als unser Repertoire an Kommunikations- und Repräsentationsmitteln.

Durch die Kultur kann also das gesellschaftliche Leben gedeutet werden und sie dient der Orientierung des Handelns. Oftmals wird auch von Landkarten der Bedeutung gesprochen, die Kultur beinhalten: Diese 'Landkarten der Bedeutung' trägt man nicht einfach im Kopf mit sich herum: sie sind in den Formen der gesellschaftlichen Organisation und Beziehungen objektiviert, durch die das Individuum zu einem 'gesellschaftlichen Individuum' wird. Kultur ist die Art, wie die sozialen Beziehungen einer Gruppe strukturiert und geformt sind; aber sie ist auch die Art, wie diese Formen erfahren, verstanden und interpretiert werden.

Kulturelle Transformationen:

Um von einem starren Bild von Kulturen loszulassen, ist es wichtig, auf deren Heterogenität, aber auch auf die kulturelle Dynamik zu verweisen. Entscheidend sind dabei die ökonomischen und sozialen Strukturveränderungen, also die Veränderung der Lebensverhältnisse, der eine Gruppe unterliegt. Es kann dabei zu einem Kontakt zwischen verschiedenen Kulturen und damit auch zur Übernahme der kulturellen Merkmale kommen. Dabei muss die Gruppe neue kulturelle Formen finden, die den veränderten Strukturen angemessen sind. Eine kulturelle Transformation findet statt, bei der die lebenspraktische Relevanz über die Aktualisierung und Neuschöpfung kultureller Inhalte und Formen entscheidet. Diese kulturellen Transformationen können innerhalb von Nationen, aber auch innerhalb kleiner Gemeinden stattfinden. Schon allein dies zeigt, dass man von der Kultur einer ganzen Nation verallgemeinernd nicht sprechen kann. Schiffauer macht anhand eines anatolischen Dorfes die kulturelle Transformation deutlich. Diese wurde durch eine Veränderung der Arbeits- und Lebensverhältnisse nötig. Die Existenz der Bauern änderte sich drastisch von einer bäuerlichen Subsistenzwirtschaft zu einer Lohnarbeiterexistenz. Durch die Veränderung der Arbeitsverhältnisse verändert sich das Verständnis von Arbeit weg von gegenseitigen Verpflichtungen hin zur sachlichen Abhängigkeit. Die ausgeführte Arbeit ist aufgrund seiner Zweckrationalität nun auch nur noch bedingt rollen- und geschlechtsspezifisch, wodurch wiederum es zu einer Veränderung der Familienstruktur kommt.

Traditionelle Rollen- und Aufgabenverteilungen werden durch eine flexiblere Rollenverteilung und einer pragmatischen Arbeitsteilung abgelöst. Auch die Dorfgemeinschaft löst sich wegen der neuen Arbeits- und Lebensverhältnisse auf, wodurch es auch keine gemeinsamen religiösen Rituale mehr gibt. Somit ändert sich auch die Rolle der Religion, in diesem Falle des Islams. Die gemeinschaftliche Verpflichtung gegenüber Allah (z.B. durch gemeinsame Gebete für eine gute Ernte) wird durch eine individuelle abgelöst. Der Islam gewinnt nun an Bedeutung für die Sinn- und Identitätsfindung der Individuen. Diese Ausführungen machen erkennbar, wie es bereits in einer kleinen Dorfgemeinde zu kulturellen Transformationen kommen kann und welcher Komplexität diese Veränderungen unterliegen.

Im Familienbericht des deutschen Bundestages wird deutlich, dass dies in noch viel kleineren Gemeinschaften, nämlich der der Familien, stattfinden kann. Hier wird auf den Wandel in Migrantenfamilien aufmerksam gemacht. So stehen die Familien nicht-deutscher Herkunft vor der Aufgabe, sich in einer anderen Kultur und in einer anderen Gesellschaft zurechtzufinden, eine Balance zu erreichen zwischen Bewahrung der eigenen Identität und dem Aufnehmen und Gestalten neuer Möglichkeiten. Dies gilt für jedes Mitglied der Familie, aber auch für die Familie als ganze. Dieser Herausforderung sind die Familienmitglieder auch im Umgang mit der Institution Schule gegenübergestellt, ebenso, wie sich dadurch der Schulalltag hin zur kulturellen Vielfalt verändert, die von Seiten der Schule aufgegriffen werden muss.

Arbeit zitieren:
Gülden, Kirici August 2008: Bildungsproblematik der Jugendlichen türkischer Herkunft durch das selektive Schulsystem in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Migration, Schulsystem, Bildung, Türkei, Bildungsbenachteiligung

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