Bildungscontrolling
Planung und Kontrolle der betrieblichen Weiterbildung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Doreen Krüger
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 113 Seiten
- Dateigröße: 733,3 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Kassel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5334-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5334-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5334-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Krüger, Doreen Januar 2002: Bildungscontrolling, Hamburg: Diplomica Verlag
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Diplomarbeit von Doreen Krüger
Einleitung:
Ständige Veränderungen in den Produktions- sowie Organisationsabläufen, in den Unternehmungen, verlangen flexibel agierende Mitarbeiter. Um diese Impulse des Forschrittes auch aus dem eigenen Unternehmen herauszuentwickeln bzw. das neu erworbene Wissen anzuwenden und umzusetzen, hat sich im Laufe der Jahre die betriebliche Weiterbildung etabliert.
Vor allem in Zeiten raschen technologischen und wirtschaftlichen Fortschrittes muss eine Weiterbildung der Mitarbeiter erfolgen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens aufrecht zu erhalten. Denn eine Investition in das Humanvermögen der Mitarbeiter ist gleichzusetzen, mit einer Investition in das Unternehmen. Aus diesem Grund muss die betriebliche Weiterbildung als ein langfristiger Prozess betrachtet werden. Es darf sich hierbei nicht um einmalige Schulungen nach dem „Gießkannenprinzip“ bzw. dem „Hau-Ruck-Verfahren“ handeln.
Da diese Schulungen natürlich Kosten verursachen, die zum größten Teil von dem Betrieb übernommen werden, muss eine ständige Kontrolle der betrieblichen Weiterbildung erfolgen.
Im Hinblick auf eine kunden- und bedarfsorientierte Schulung bietet das Bildungscontrolling orientierte Verfahren und Instrumente zur Bewertung und Steuerung der Bildungsarbeit. Durch die Instrumente, wie z. B. Ermittlung des Handlungsbedarfs, Erstellung des Bildungskonzeptes und Planung bzw. Durchführung von Bildungsmaßnahmen, können die Maßnahmen überprüft und gegebenenfalls optimiert werden.
Die betriebliche Weiterbildung solle daher auf ökonomischen und pädagogischen Aspekten aufgebaut werden, sowie die Anwendung der oben genannten Instrumente des Bildungscontrollings erfolgen. Mit Hilfe des Controllings kann festgestellt werden, ob das erhoffte Ziel bereits erreicht, die richtige Entscheidung getroffen und die genaue Menge an Kapital für die Zielerreichung verwendet wurde.
Zur Zeit wird ein geringer Professionalisierungsgrad der betrieblichen Weiterbildung festgestellt, da die Bedarfsbestimmung vielfach sehr aufwendig bzw. zu wenig ergiebig ist. Wollen Bildungsverantwortliche belegen, dass die von ihnen initiierten Bildungsprozesse zum Erfolg der Unternehmung beitragen, so ist die Einführung eines Bildungscontrollings unumgänglich.
Inhaltsverzeichnis:
| A. | Einleitung | 1 |
| B. | Grundlagen der Weiterbildung | 3 |
| I. | Geschichtlicher Hintergrund | 3 |
| II. | Teilnahme an Weiterbildung | 5 |
| III. | Weiterbildung | 8 |
| 1. | Allgemeine Weiterbildung | 8 |
| 2. | Betriebliche Weiterbildung | 9 |
| a. | Gründe | 11 |
| b. | Zielsetzungen | 12 |
| aa. | Ziele des Unternehmens | 13 |
| bb. | Ziele der Mitarbeiter als Bildungsteilnehmer | 14 |
| 3. | Richtlinien der EU | 14 |
| C. | Planung und Organisation der Weiterbildung | 17 |
| I. | Didaktische Aspekte | 17 |
| 1. | Allgemeine Didaktik | 17 |
| 2. | Didaktische Umsetzung | 18 |
| II. | Lehrmethoden | 21 |
| 1. | Ausgangspunkt | 21 |
| 2. | Personalentwicklungsmethoden | 23 |
| III. | Bedarfsermittlung | 25 |
| IV. | Controllinginstrumente | 28 |
| 1. | Controlling mittels Kennzahlen | 29 |
| a. | Betriebswirtschaftliche Kennzahlen | 29 |
| b. | Kennzahlensysteme | 32 |
| c. | Beispiel | 33 |
| 2. | Kriteriumsorientierte Leistungsmessung | 34 |
| a. | Gütekriterien | 34 |
| b. | Zusammenhänge | 36 |
| 3. | Lerntransfer | 36 |
| a. | Transfersicherung | 37 |
| b. | Transferkriterien | 38 |
| c. | Bildungstransfer in der Praxis | 40 |
| 4. | Qualitätsaspekte | 41 |
| a. | Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9000 - 9004 | 42 |
| b. | Qualitätssicherung | 43 |
| c. | Dimensionen | 44 |
| d. | Bewertung | 45 |
| D. | Möglichkeiten und Grenzen des Bildungscontrollings | 47 |
| I. | Strategisches und operatives Bildungscontrolling | 48 |
| 1. | Aufgaben | 51 |
| 2. | Ablauf | 52 |
| 3. | Zielsetzung | 52 |
| II. | Bedeutung des Bildungscontrollings | 54 |
| III. | Aspekte der Erfolgskontrollen | 56 |
| IV. | Controlling-Funktionen | 58 |
| 1. | Planung und Konzeption | 59 |
| 2. | Phasen des Maßnahmenkatalogs | 61 |
| V. | Stand und Perspektiven der Bildungsarbeit | 63 |
| 1. | Aktuelle Situation | 63 |
| 2. | Zukünftige Entwicklung | 64 |
| E. | Wirtschaftlichkeit der Weiterbildung | 66 |
| I. | Budgetierung der Weiterbildungsmaßnahmen | 67 |
| II. | Kostenanalyse der betrieblichen Weiterbildung | 68 |
| 1. | Grundstruktur | 69 |
| 2. | Empirische Ermittlungen der Weiterbildungskosten | 71 |
| 3. | Problematik | 73 |
| III. | Nutzenanalyse der betrieblichen Weiterbildung | 74 |
| 1. | Erfassung des Nutzens | 75 |
| 2. | Empirische Ermittlungen einzelner Nutzenaspekte | 76 |
| 3. | Problematik | 79 |
| F. | Evaluation betrieblicher Weiterbildung | 81 |
| I. | Begriff | 81 |
| II. | Evaluationsmanagement | 82 |
| 1. | Aufgaben | 82 |
| 2. | Funktionen | 82 |
| 3. | Evaluationsgegenstände | 83 |
| 4. | Zuständigkeiten | 84 |
| 5. | Veränderungen von Einstellungen und Verhaltensweisen | 85 |
| III. | Programmevaluation | 86 |
| 1. | Durchführung der Evaluation | 86 |
| 2. | Problematik bei Evaluationsmaßnahmen | 88 |
| IV. | Evaluationsmethoden | 90 |
| 1. | Mündliche Rückmeldung | 90 |
| 2. | Schriftliche Befragung | 91 |
| 3. | Leistungsnachweise | 92 |
| 4. | Dialoge | 93 |
| G. | Schlussbetrachtung | 95 |
| Literaturverzeichnis | 98 | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI |
- 49 Die Bildungsprozesse können nicht nur ökonomisch als quantitative Größe, sondern auch pädagogisch als qualitative Größe betrachtet werden. Das quantitative Bildungscontrolling erfasst eindeutige zahlenmäßige Sachverhalte. Hierzu zählen beispielsweise Bildungsinvestitionen im Rahmen der Budgetierung sowie Betrachtungen der Weiterbildungsaufwendungen. Aufgrund dessen können abteilungs-, mitarbeiterbezogene und bedarfsorientierte Bildungspläne im Unternehmen erstellt werden. Das qualitative Bildungscontrolling unterliegt subjektiven Kriterien. Hierzu zählen die Einstellung der Mitarbeiter zu Bildungsmaßnahmen und deren Tätigkeiten am Arbeitsplatz, sowie Leistungs- und Potentialbeurteilungen und das Organisationsklima. Die Anforderungen der Teilnehmer sollen durch Bildungsmaßnahmen ausgewählt, sowie durch den Bildungstransfer übertragen werden. Durch das qualitative Bildungscontrolling werden abgestimmte Weiterbildungspläne erarbeitet und die Inhalte nach dem Bedarf und der Aktualität angeboten. Desweiteren werden die Lehr- bzw. Lernmittel und Lehr- bzw. Lernmethoden sowie die Trainer nach fachlichen, didaktischen, organisatorischen und sozialen Kompetenzen überprüft.112 Bildungscontrolling trägt zu einer wichtigen Ergänzung bereits bestehender Konzepte zur Verbesserung betrieblicher Bildungsarbeit bei. Das Bildungscontrolling greift in einen Zyklus von Planung, Messung, Bewertung und Korrektur des Bildungsgeschehens ein. Ziel ist es, den Nutzen von Weiterbildungsmaßnahmen zu messen bzw. sichtbar zu machen. Das effektive Bildungscontrolling gilt als Instrument der Unternehmensführung und ist somit an den Zielen, Produkten und Prozessen des Unternehmens beteiligt.113 [...]
Das Bildungscontrolling kann nach zwei Schwerpunkten unterschieden werden, nach operativem und strategischem Controlling. Das operative Controlling hat das Ziel die betriebliche erforderliche Bildungsarbeit möglichst wirtschaftlich zu gestalten. Durch das strategische Bildungscontrolling wird der Einsatz von Zielen und Schwerpunkten der Bildungsarbeit überprüft. Die beiden Schwerpunkte, das operative Bildungscontrolling als quantifizierende Betrachtung von Bildungsprozessen und das strategische Bildungscontrolling als qualitative Betrachtung, ergänzen sich gegenseitig. Im Gegensatz zum operativen Bildungscontrolling mit einem kurzfristigen Steuerungsprozess in der Regel bis zu einem Jahr, hat das strategische Bildungscontrolling einen längerfristigen Planungshorizont von mindestens drei Jahren. Aufgrund der Unternehmensziele kann das Unternehmen Strategien entwickeln und damit die Bildungsfunktion des Unternehmens vorantreiben. Der Bedarf kann so ermittelt und gedeckt werden, damit jeder einzelne Mitarbeiter diese Zielsetzungen entsprechend seiner Tätigkeit verrichten kann.111 [...]
Das Controllerbewusstsein war schon im letzten Jahrhundert vorhanden, als erstmalig in einem nordamerikanischen Unternehmen ein Controller für den finanzwirtschaftlichen Bereich beschäftigt wurde. Aufgrund der Krisensituationen in den Unternehmen verbreitete sich Controlling in den 20-iger Jahren, dieses Jahrhunderts, in den USA. In den 70-iger Jahre wurde das Controlling in den deutschen Unternehmen eingeführt und angewendet, was sich in den 80-iger Jahren mehr und mehr durchsetzte. Controlling wird vor allem als strategisches Instrument zur Überwachung und Steuerung der Umsetzung von Plänen angesehen. Beim Controlling ist das gerichtete Steuern von Abläufen und Prozessen weniger vergangenheits-, sondern eher zukunftsorientiert.107 Bildungscontrolling etabliert sich erst seit wenigen Jahren im Bereich der beruflichen Weiterbildung und setzt sich mit der Wirtschaftlichkeit von Weiterbildungsmaßnahmen auseinander. Im Laufe der Zeit wurde die berufliche Bildung als Investition in das Humanvermögen betrachtet. Im Bildungsbereich ist das Bildungscontrolling mittlerweile verankert, wie auch die zunehmende Anzahl von Veröffentlichungen beweist. Durch das Controlling werden Bildungsmaßnahmen optimiert und die Bildungserfolge langfristig gesichert. Eine einheitliche akzeptierte Definition des Begriffes liegt bislang nicht vor. Dem Controlling kommen häufiger in unterschiedlichen Anwendungsfeldern unterschiedliche Funktionen zu und kann so hinsichtlich des jeweiligen Anwendungsfeldes konkretisiert werden.108 [...]
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Arbeit zitieren:
Krüger, Doreen Januar 2002: Bildungscontrolling, Hamburg: Diplomica Verlag
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