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Der Bildungsbegriff in der psychoanalytischen Pädagogik

Eine paradigmatologische Untersuchung der Begriffe von 'Bildung' anhand von ausgewählten psychoanalytisch-pädagogischen Texten

Der Bildungsbegriff in der psychoanalytischen Pädagogik
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Monika Paramita Engel
  • Abgabedatum: Oktober 2007
  • Umfang: 160 Seiten
  • Dateigröße: 893,7 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
  • Bibliografie: ca. 194
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0969-2
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Engel, Monika Paramita Oktober 2007: Der Bildungsbegriff in der psychoanalytischen Pädagogik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Heilpädagogik, Sonderpädagogik, Psychoanalyse, Bildung, Pädagogik

Magisterarbeit von Monika Paramita Engel

Einleitung:

Die vorliegende Arbeit will vor dem Hintergrund eines spezifischen Modells wissenschaftlicher Grundannahmen – der Paradigmatologie – einen Beitrag zur Klärung des Bildungsbegriffes der Psychoanalytischen Pädagogik leisten. Diese drei Themenfelder – Bildungsbegriff, Psychoanalytische Pädagogik und Paradigmatologie – werden dabei zueinander in Beziehung gesetzt und darüber hinaus wird eine empirische Untersuchung in Form von Textanalysen ausgewählter Beispieltexte durchgeführt.

Gang der Untersuchung:

In Kapitel I, der „Hinführung zum Themenbereich/Gegenstandsbereich“, wird zuerst über den anthropologischen Hintergrund in Form von Menschenbildern, ein bedeutsamer Einflussfaktor auf den Untersuchungsgegenstand aufgezeigt und der Bezugsrahmen der Arbeit dargestellt. Dies erfolgt über einen historischen Abriss von Sichtweisen des Menschen von der Antike bis zur Gegenwart.

In der Folge werden die Wurzeln von „Bildung“ und beispielhaft markante Bildungs-begriffe aus den Epochen vorgestellt.

In Kapitel II, „Hinführung zur Betrachtungsweise“, wird in das der Arbeit zugrunde liegende Wissenschaftsverständnis der Paradigmatologie eingeführt. Dafür wird das als Basis dienende Denkmodell des Empirischen Zirkels dargelegt und die spezielle Empirisch-Hermeneutische-Textanalysemethode erklärt.

In Kapitel III erfolgt die „Spurensuche“ nach Elementen eines psychoanalytisch-pädagogischen Bildungsbegriffs: Zuerst wird dazu rückblickend das Zusammenwirken von Psychoanalyse und Pädagogik im 20. Jahrhundert betrachtet.

Im ersten Teil der Spurensuche erfolgt zunächst ein „Streifzug“ durch die Fachliteratur. Hier werden psychoanalytisch-pädagogische AutorInnen, die „Bildung“ in irgendeiner Form thematisieren, vorgestellt und eine erste Strukurierung vorgenommen. Dann wird nochmals an die Fragestellung und die Herangehensweise an die Texte erinnert.

Im zweiten Teil der Spurensuche, der eigentlichen empirischen Untersuchung, werden die Texte der ausgewählten AutorInnen vorgestellt, besprochen und mit „EZ-Kommentaren“ versehen.

Im dritten Teil der Spurensuche werden die auf diese Weise aufgefundenen, vielfältigen Aspekte von „Bildung“ zusammengeführt. Die Kernaussagen werden entlang der Struktur der Dimensionen aufgezeigt. Dann werden die, diesen Hauptaussagen zugrunde-liegenden Menschenbilder nochmals zusammengefasst. In weiterer Folge werden die herausgearbeiteten Elemente einer Version von „Bildung“, mit dem historischen Kontext in Beziehung gesetzt.

Schließlich erfolgt eine Zusammenfassung der Spurensuche und Herausarbeitung der Ergebnisse.

In Kapitel IV schließlich wird der in dieser Diplomarbeit beschrittene Weg zusammen-gefasst, Ergebnisse besprochen und Resümee gezogen. Darauf aufbauend werden Anknüpfungspunkte für weitere Forschungsvorhaben angedacht.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 5
Einleitung 7
I. Hinführung zum Gegenstandsbereich 9
1. Die Bedeutung von Menschenbildern für die Pädagogik 11
1.1 Historisch bedeutsame Menschenbilder 15
1.1.1 Antike 15
1.1.2 Die Prägung des Menschenbildes durch das Christentum und dessen besondere Bedeutung im Mittelalter 16
1.1.3 Neuzeit - Renaissance 17
1.1.4 Aufklärung 18
1.1.5 Neuhumanismus - die deutsche Klassik 21
1.2 Aktuelle Menschenbilder 23
1.3 Psychoanalytisches Menschenbild 28
2. Bildungsbegriffe in der Pädagogik 32
2.1 Zu den Ursprüngen eines Bildungsbegriffes 32
2.2 Historische Versionen des Bildungsbegriffs 33
2.2.1 Antike 34
2.2.2 Bildung im Mittelalter? 34
2.2.3 Aufklärung 35
2.2.4 Neuhumanismus - die deutsche Klassik im 19. Jahrhundert 38
2.3 Pluralismus als Zeichen der aktuellen Bildungsdiskussion 41
3. Zusammenfassende Überlegungen zum Gegenstandsbereich 53
II. Hinführung zur Betrachtungsweise - Vom Paradigmenbegriff zur Paradigmatologie 55
1. „Paradigma“ bei Thomas Samuel Kuhn 56
2. Der Empirische Zirkel 58
3. Der ParadigmenbegriffEZ nach Thomas Stephenson 61
4. ParadigmatologieEZ 65
5. Empirisch Hermeneutische Textanalyse: EHT 68
III. Auf der Suche nach „dem“ psychoanalytisch-pädagogischen Bildungsbegriff 72
1. Psychoanalyse und Psychoanalytische Pädagogik 75
2. Spurensuche nach einer psychoanalytisch-pädagogischen Version eines Bildungsbegriffs - Teil 1 78
2.1 Annäherungen an eine gegenwärtige psychoanalytisch-pädagogische Version von Bildung - ein Streifzug durch die Fachliteratur 79
2.2 Eine psychoanalytisch-pädagogische Version eines Bildungsbegriffs als Aufgabe der Paradigmenforschung 82
3. Spurensuche nach einer psychoanalytisch-pädagogischen Version eines Bildungsbegriffs - Teil 2: Die Aussagen der vorgestellten AutorInnen unter Gesichtspunkten des Empirischen Zirkels 84
3.1 Anbindungen an den neuhumanistischen Bildungsbegriff 85
3.2 Psychotherapie als Bildungsprozess 87
3.2.1 Rainer Randolph 87
3.2.2 Wilfried Datler 89
3.3 Bildung in verschiedenen Entwicklungsphasen (mit besonderem Augenmerk auf die frühe Kindheit) 93
3.3.1 Gerd E. Schäfer: Bildungsprozesse in der frühen Kindheit 93
3.3.2 Volker Schmid: Frühkindliche und kindliche Bildung 106
3.3.3 Helmuth Figdor: Bildung im Kindergartenalter 108
3.3.4 Rolf Göppel: Magisches Denken im Vorschulalter 111
3.3.5 Heiner Hirblinger: Die Entwicklungsphase der Adoleszenz 112
3.4 Emotionen als Element von Bildung 113
3.4.1 Rolf Göppel: Gefühle und Bildung 113
3.4.2 Karl Gebauer: Emotionen als Basis und Teil von Bildung 115
3.4.3 Margret Dörr: Gefühlssymbole 116
3.5 Bildung als Reflexion 117
3.5.1 Margret Dörr: Aspekte reflexiver Lebensplanung 118
3.5.2 Günther Bittner: Biographische Reflexion 119
3.5.3 Volker Fröhlich: (Er-)Leben oder Reflexion? 122
3.5.4 Thomas Stephenson: Bildung und Entwicklung 122
4. Spurensuche nach einer psychoanalytisch-pädagogischen Version eines Bildungsbegriffs - Teil 3: Die Ergebnisse der Untersuchung 124
4.1 Zusammenschau der Ergebnisse in Hinblick auf die DimensionenEZ: Rahmen, Positionen, Themen, Ebenen und Bereiche 124
4.1.1 Rahmenlegungen im Überblick 124
4.1.2 Die eingenommenen Positionen der AutorInnen 125
4.1.3 Themenkreise, die an den Bildungsbegriff angelegt wurden 126
4.1.4 Ebenen und Bereiche 127
4.2 Elemente einer psychoanalytisch-pädagogischen Version eines Bildungsbegriffs - die aufgefundenen Hauptaspekte 128
4.2.1 Kernaussagen entlang der Hauptthemen 128
4.2.2 Zugrundeliegende Menschenbilder der untersuchten AutorInnen 130
4.2.3 Die aufgefundenen Elemente einer psychoanalytisch-pädagogischen Version eines Bildungsbegriffs im historischen Kontext 131
4.3 Zusammenführung und Besprechung der Erkenntnisse 134
IV. Zusammenfassung und Ausblick 137
1. Zusammenfassung der Diplomarbeit und Resümee 138
2. Ausblick 141
V. Verzeichnisse 142
1. Literaturverzeichnis 142
2. Graphikverzeichnis 155
VI. Anhang 156
1. Auflistung der vorgefundenen Details von Bildung und Bildungsprozessen 156
2. Auflistung der Hinweise auf die Menschenbilder der untersuchten AutorInnen 160

Textprobe:

Kapitel 2., Der Empirische Zirkel:

Da für das Verständnis des „rekonstruierten Paradigmenbegriffs“ nach Stephenson die Dimensionen des Empirischen Zirkels eine Grundvoraussetzung darstellen, ist es das Ziel dieses Kapitels diesen in einem nächsten Schritt vorzustellen. Das Denkmodell des Empirischen Zirkels – in Folge häufig mit EZ abgekürzt – bildet den Hintergrund für die Anwendung der Empirisch-Hermeneutischen-Textanalyse und der Paradigmatologie.

Dreizehn Dimensionen oder Aspekte des EZ bieten Reduktions- und Kontextualisierungsmöglichkeiten wissenschaftlicher Aussagensysteme. Diese sind als spezifische Strukturierungshilfen verstehbar, um wissenschaftliche Texte hinsichtlich deklarierter Gesichtspunkte zu beschreiben und zu analysieren.

Als Dimensionen werden „Seiten, Themen, Rahmen“, „Strukturen, Bereiche, Ebenen, Abschnitte, Bezüge, Positionen, Räume, Modalitäten, Chronologien und Übergänge“ unterschieden.

Als einer der ersten Schritte erscheint es bei einer Textanalyse sinnvoll, den Rahmen festzustellen, in den sich der zu analysierende Text einbindet. Einerseits geht es dabei um den Rahmen, in dem sich der Text befindet. Es wird einen Unterschied machen, ob er in einem Lehrbuch publiziert wurde, das den Anspruch hegt, StudentInnen der Disziplin Wissen zu vermitteln, das als fundiert gilt, oder ob es sich um einen Artikel in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift handelt, mit dem Anspruch der Aktualität und eventuell noch nicht etablierten Thesen. Auch der an den Text herangetragene Anspruch hinsichtlich Differenzierungsgrad wird sich auf den Rahmen einstellen, da ein bestimmter Aspekt in einem nur wenige Seiten langen Artikel in anderer Weise bearbeitbar ist, als beispielsweise in einer Monographie. Außerdem wird dieser Rahmen auch innerhalb des Textes angelegt, da Aussagen eine unterschiedliche Bedeutung zugewiesen bekommen, wenn sie in der Einleitung oder aber im Hauptteil einer Arbeit stehen.

Betrachtet man Aussagen in einem wissenschaftlichen Text, so können sich diese auf die von AutorIn in den Blick genommenen „Gegenstände“ (i.S. von behandelter Thematik) beziehen, oder auf ihre Tätigkeit – ihr Vorhaben, ihre Zielsetzung. Sie können also entweder der Seite des Autors/der Autorin oder der Seite des Gegenstandes zugehörig sein. Der EZ bietet für diese Differenzierung die Dimension der Seite an, der die vorgefundenen Äußerungen zugeordnet werden können.

Ein anderer Aspekt, der im Verlauf einer Analyse bedeutsam werden kann ist, welche Themen von der/dem AutorIn gesetzt werden und ob das Thema gewechselt wird. Bei Themenwechsel achten wir auf die Art des Überganges – der etwas später erklärt wird.

Bei der Betrachtung eines Textes lassen sich Strukturen ausmachen. Kernaussagen stellen Sinneinheiten dar und organisieren den Text. Mithilfe der Analyse dieser „Organisationselemente“ wird der „rote Faden“ des Aussagensystems nachvollziehbar gemacht.

Bei der Bestimmung der Bereiche wird relevant, ob die untersuchten Aussagen konkrete, in Zeit und Raum verortbare Personen bzw. Phänomene betreffen, oder ob die Aussagen eher übergeordnete Gültigkeit beanspruchen. Direkt oder indirekt beobachtbare Elemente werden in der Empirie beschrieben und in der Theorie zu Definitionen zusammen-gefasst. Hier lässt sich auch die Unterscheidung zwischen Hypothese und These festmachen. Hypothesen stellen „empirische Thesen“ dar, also Annahmen über konkret erfassbare Phänomene, während Thesen Aussagensysteme darstellen, die hinsichtlich ihres übergeordneten Gültigkeitsanspruchs, den Bereich der Theorie in der Modalität der Behauptung (s.u.) betreffen.

Je nach Gültigkeitsanspruch lassen sich innerhalb dieser Bereiche Ebenen differenzieren. So macht es zum Beispiel im Bereich der Empirie einen Unterschied, ob eine Aussage für einen Einzelfall, eine Stichprobe oder die Grundgesamtheit der existierenden Fälle getroffen wird.

Arbeit zitieren:
Engel, Monika Paramita Oktober 2007: Der Bildungsbegriff in der psychoanalytischen Pädagogik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Heilpädagogik, Sonderpädagogik, Psychoanalyse, Bildung, Pädagogik

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