Die Bildung virtueller Gemeinschaften unter dem Aspekt des Customer Relationship Marketing als Chance für den elektronischen Handel
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Stefanie Schmidt
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 69 Seiten
- Dateigröße: 545,3 KB
- Note: 2,6
- Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6239-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6239-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6239-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schmidt, Stefanie Januar 2002: Die Bildung virtueller Gemeinschaften unter dem Aspekt des Customer Relationship Marketing als Chance für den elektronischen Handel, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: eCommerce, Virtuelle Gemeinschaft, Customer Relationship Marketing, Amazon.com, Internet
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Diplomarbeit von Stefanie Schmidt
Einleitung:
Im Marketing Erfolge zu feiern gestaltet sich für Unternehmen zunehmend schwieriger. Die Differenzierung unter den Wettbewerbern ist oftmals nur noch über den Preis möglich, so sehr hat sich das Leistungsangebot der einzelnen Konkurrenten angeglichen. Die Markentreue der Konsumenten bröckelt, und der preisbewusste Kunde wählt den Anbieter, der das gewünschte Produkt (in einer vom Markt allgemein vorausgesetzten hohen Qualität) zu einem niedrigen Preis bereitstellt. Der Kunde scheut also nicht vor einem Wechsel des Anbieters bzw. der Marke, der ihm durch die unzureichende Abhebung der einzelnen Angebote untereinander erleichtert wird. Zudem befinden sich die meisten Branchen in der Phase der Marktsättigung, welche den Absatz der Leistungen ebenfalls erschwert. Dies bedeutet, dass der Eintritt neuer Kunden auf den Märkten rar ist, und die Gewinnung von Kunden nur durch Abwerben von der Konkurrenz mit enormem Kostenaufwand und marginalen Gewinnen erfolgen kann, stets mit der Gefahr einer baldigen Abwanderung des Geworbenen verbunden. Im Vergleich zu einem Verkäufermarkt, auf dem Güter bestenfalls durchschnittlich komplex und spezifisch ausgestaltet sind und ein langfristig gleichmäßiger, einheitlicher Bedarf an diesen Produkten besteht, ist eine Kundenorientierung auf den heutigen Käufermärkten unumgänglich. Dies bedeutet, dass bei Unternehmensentscheidungen die Berücksichtigung von Verbraucherbedürfnissen und -wünschen oberste Priorität zukommt.
Der technische Fortschritt in den Bereichen der Produktion und Kommunikation bedingen ebenfalls eine Neustrukturierung der Unternehmensorganisation und ein Umdenken im Marketing. Aufgrund der neuen technologischen Möglichkeiten in der Produktion können Produkte den individuellen Kundenwünschen viel besser angepasst werden, und durch die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) wird eine bessere Interaktion zwischen Kunde und Unternehmen ermöglicht. Dies bedingt eine Bewegung vom undifferenzierten Massenmarketing hin zum Individualmarketing, wie im folgenden ausführlich dargelegt werden wird. Hinzu kommt die „Informationsüberlastung“ der Konsumenten, mitunter verstärkt durch den Einsatz neuer Medien, welche die Wahrnehmung bzw. Sensibilität gegenüber der dargebotenen Informationen in erheblichem Maße beeinträchtigt. Der Einsatz effizienter Werbemaßnahmen wird zunehmend schwieriger, nicht zuletzt aufgrund der ständig wechselnden Bedürfnisse und Wünsche der Konsumenten, welche die Prognose und Einordnung ihres Verhaltens problematisch gestalten. Daher ist es unabdingbar für eine Unternehmung, den Verbraucher zu verstehen und sich an seinen Verlangen zu orientieren.
Um der oben dargestellten aktuellen marktlichen und technologischen Dynamik Stand zu halten, benötigen Unternehmen neue Strategien zur Behauptung gegenüber ihren Wettbewerbern. In dieser Arbeit wird nachfolgend der auf virtuelle Gemeinschaften übertragene Ansatz des Customer Relationship Marketings von im Electronic Commerce tätigen Unternehmen als eine mögliche Lösung erörtert werden.
Zum besseren Verständnis werden zunächst die einzelnen Teilbereiche sukzessiv vorgestellt und ihre typischen Charakteristika dargestellt, damit sie abschließend im letzten Kapitel zusammengefasst betrachtet und auf die Problemstellung bezogen werden können. Beginnend mit einem kurzen Überblick über die Entwicklung des Internets und dessen Bedeutung für marktliche Aktivitäten wird anschließend auf den elektronischen Handel eingegangen und ausgewählte Bereiche vertieft behandelt. Fortgeführt wird die Arbeit mit der Definition des Customer Relationship Marketings und der darauf folgenden Bearbeitung virtueller Gemeinschaften, unterteilt in eine soziale und kommerzielle Sichtweise, wobei erstere knapp angesprochen und die kommerzielle Nutzung weiter ausgearbeitet wird. Im abschließenden Fazit werden die einzelnen Bereiche zusammengeführt und die theoretisch erarbeiteten Ergebnisse in Form eines Praxisbeispiels auf den weltweit größten und erfolgreichsten Online-Anbieter Amazon.com übertragen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Übersichtsverzeichnis | V | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Die aktuelle Lage der Märkte und die Notwendigkeit eines Umdenkens im Marketing | 1 |
| 1.2 | Gegenstand dieser Arbeit | 2 |
| 2. | Neue Medien – Das Internet | 2 |
| 2.1 | Die Entwicklung des Internets zum Massenmedium | 3 |
| 2.2 | Kennzeichen und Aufbau des Internet | 4 |
| 3. | Die Geschäftsabwicklung über elektronische Medien – Der Electronic Commerce | 6 |
| 3.1 | Die Aktuelle Situation der Märkte | 6 |
| 3.2 | Die Betrachtung des eCommerce | 6 |
| 3.2.1 | Begriffserläuterung des eCommerce | 7 |
| 3.2.2 | Der elektronische Einkauf, die Online-Distribution | 7 |
| 3.2.3 | Realisierbare Formen elektronischer Märkte | 8 |
| 3.2.4 | Der Einsatz von IKT zur Unterstützung der Kommunikation bei Markttransaktionen | 10 |
| 3.3 | Die Folgen einer zunehmenden Virtualisierung der Distribution | 11 |
| 3.3.1 | Vom traditionellen zum modernen Handel | 11 |
| 3.3.2 | Akteure auf virtuellen Marktplätzen | 12 |
| 3.3.3 | Intermediär - Die (neue) Rolle der Zwischenhändler im elektronischen Handel | 13 |
| 3.4 | Das Electronic Shopping | 15 |
| 3.4.1 | Die Motivation der Teilnehmer | 15 |
| 3.4.2 | Geeignete Produkte | 16 |
| 3.4.3 | Die Einrichtung und attraktive Gestaltung eines eShops | 17 |
| 3.5 | Zusammenfassende Betrachtung des eCommerce | 18 |
| 3.5.1 | Die Bedeutung der zunehmenden Nutzung elektronischer Medien im Geschäftsbereich | 18 |
| 3.5.2 | Die aktuelle Lage und möglichen Auswirkungen auf den Handel | 20 |
| 4. | Das Customer Relationship Marketing | 23 |
| 4.1 | Einleitung | 23 |
| 4.1.1 | Die Notwendigkeit marktorientierter Unternehmensführung | 23 |
| 4.1.2 | Die Bindung von Kunden | 24 |
| 4.2 | Die Definition des CRM | 25 |
| 4.2.1 | Das kundenorientierte Beziehungsmanagement | 25 |
| 4.2.2 | Prinzipien zum Aufbau eines leistungsindividualisierenden Marketing | 26 |
| 4.2.3 | Gegenüberstellung des erobernden und des bewahrenden Marketing | 28 |
| 4.3 | Die Bedeutung der Anwendung von CRM-Praktiken für Kunde und Unternehmen | 30 |
| 4.3.1 | Die Begründung für die Nutzung des CRM-Ansatzes | 30 |
| 4.3.2 | Der Einsatz moderner Kommunikationstechniken im CRM | 31 |
| 5. | Virtuelle Gemeinschaften | 32 |
| 5.1 | Die virtuelle Identität | 32 |
| 5.2 | Allgemeines | 33 |
| 5.2.1 | Die Definition virtueller Gemeinschaften | 34 |
| 5.2.2 | Die Spezifik virtueller Bindungen | 35 |
| 5.3 | Die soziologische Betrachtung des Gruppenphänomens | 36 |
| 5.3.1 | Soziale Gruppen und virtuelle Bindungen | 37 |
| 5.3.2 | Zusammenfassung und Aussicht virtueller Gruppen | 38 |
| 5.4 | Die kommerzielle Nutzung virtueller Gemeinschaften | 38 |
| 5.4.1 | Die Entstehung kommerziell genutzter Internetgemeinschaften | 38 |
| 5.4.2 | Der Aufbau und die attraktive Gestaltung einer geschäftlichen Cybercommunity | 39 |
| 5.4.3 | Das generierte Wissen der Gemeinschaft als wertvollste Ressource | 42 |
| 5.4.4 | Die Bedeutung virtueller Gemeinschaften für die wirtschaftliche Marktdynamik | 45 |
| 6. | Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse | 49 |
| 6.1 | Die zunehmende Nutzung elektronischer Medien in der Wirtschaft | 49 |
| 6.2 | Die Kundenbindung in virtuellen Gemeinschaften als Erfolgsfaktor für den eCommerce | 50 |
| 6.3 | Die Aktuelle Lage der Internetnutzung | 52 |
| 6.4 | Das positive Beispiel eines erfolgreichen Internethändlers mit integrierter virtueller Community: Amazon.com | 53 |
| 6.4.1 | Der Beginn | 53 |
| 6.4.2 | Die Einbindung einer Community in den Online-Shop | 54 |
| 6.4.3 | Die Strategie | 56 |
| 6.4.4 | Abschließende Bemerkung zur Amazon.com-Erfolgsgeschichte | 58 |
| Literaturverzeichnis | 60 |
4.2.3 Gegenüberstellung des erobernden und des bewahrenden Marketing Die ausgeführte Darstellung macht deutlich, daß die Neukundengewinnung nur als ein erster Schritt im Marketingprozeß zu betrachten ist. Im weiteren Vorgehen müssen die Beziehungen zu den Erstkäufern gefestigt, unentschlossene Käufer zu treuen Kunden transformiert und bestehende Kunden zu einer Erhöhung ihrer Kauffrequenz animiert werden, so daß vorhandene Kundenpotentiale optimal ausgeschöpft werden.153 Laut empirischer Studien ist nachweislich erwiesen, daß ein „signifikanter Zusammenhang zwischen der Kundenabwanderung infolge mangelnder Kundenbindung und den Gewinnschwankungen von Unternehmen“154 besteht. Sehen Kunden keinen Anlaß zum Wechsel ihres Anbieters, so ist die Wettbewerbsfähigkeit ergo der Fortbestand am Markt gesichert. Aus ökonomischer Sicht sind Investitionen in die Betreuung bestehender Kunden über mehrere Produktgenerationen hinweg effektiver als die stetige Akquisition neuer Kunden. Laut Praxisschätzungen benötigt der Aufwand für Kundenpflege nur fünfzehn bis zwanzig Prozent der Investitionen zur Neukundengewinnung.155 Außerdem macht eine Stammkundschaft von zwanzig Prozent bis zu achtzig Prozent des Gesamtumsatzes,156 und eine Abwanderungsverhinderung von fünf Prozent je nach Branche einen um fünfundzwanzig bis fünfundachtzig Prozent steigenden Gewinn157 aus. Die Gewinnung weiterer Marktanteile ist letztendlich kostspieliger als die Ausschöpfung bereits existierender Kundenpotentiale.158 Auf kurze Sicht gesehen ergibt sich eine Ausgabenerhöhung ohne entsprechende Ertragsveränderungen. Langfristig betrachtet werden die Kosten jedoch bei steigenden Gewinnen sinken,159 vor allem durch erhebliche Kostenersparnisse aufgrund entfallender Vertreterbesuche und Streuverluste in der undifferenzierten Massenwerbung und dem positiven Rücklauf aus der individuellen Kundenansprache mit durch Vertrauensgenerierung gesenkten Transaktionskosten.160 Für den Nachfrager ergeben sich aus dem Eingehen langfristiger Geschäftsbeziehungen Effektivitätsvorteile, wenn mit zunehmender Dauer die Qualität der Informationen über Anbieterleistungen zunimmt; insbesondere bei Erfahrungs- und Vertrauensgütern kann der Konsument das Risiko einer Fehlentscheidung reduzieren. Außerdem verringert sich sein Zeit- und Kostenaufwand durch bereits vorhandene Informationen von Beschaffungsalternativen bei Folgekäufen, so daß die Notwendigkeit der Suche nach neuen Anbietern entfällt.161 Andererseits erzeugt die notwendige Darlegung persönlicher Daten Unmut bei sensiblen Kunden, und auch eine durchschaubare standardisierte, an [...]
Leistungsangebot, während der Kunde Hinweise auf seine Wünsche liefert.148 Das Wissen um die Bedürfnisse des Kunden integriert diesen in die unternehmerischen Wertschöpfungsstufen, wodurch sich aufgrund der fortwährenden gemeinsamen Entwicklung von Leistungsangeboten eine gegenseitige Abhängigkeit zwangsläufig einstellt. Durch Preisgabe seiner Wünsche wirkt der Kunde bei etlichen Prozessen, wie z.B. der Entwicklung, Produktion, Distribution und dem Design, an der Erstellung verbesserter Lösungen mit.149 Aufwendige Investitionen in Aufbau und Pflege der Beziehungen zu einzelnen Kunden werden nur bei den Kunden getätigt, bei denen sich der Anbieter auf lange Sicht einen positiven monetären Erfolg verspricht,150 die eben im Einklang mit seinem obersten Ziel, Gewinne zu erwirtschaften, stehen.151 Die Betrachtung der Profitabilität der Kunden bezieht sich u.a. auf die Beziehungsdauer, der Organisationsgestaltung mit Ausrichtung auf maximal erreichbare Nähe zu Markt und Kunden und die Gewährleistung schneller und flexibler Reaktionen auf die jeweiligen Kundenwünsche unter Berücksichtigung von Qualitäts- und Produktivitätssteigerungen ohne Kostenerhöhungen.152 [...]
Im ersten Fall geht es darum, dem einzelnen Kunden die Exklusivität der Beziehung durch individuelle Betreuung zu vermitteln. Nach Beendigung der Transaktion ist der Anbieter weiterhin bemüht, den Kontakt zu pflegen, um den Kunden zu weiteren Käufen zu bewegen. Durch pflege des Kontaktes zwischen Anbieter und Nachfrager entsteht eine persönliche Bindung mit im Laufe der Zeit aufgebautem Vertrauen.146 Die wahrgenommene Spezifität der Geschäftsbeziehung zum Anbieter macht den Kunden weniger empfänglich für Konkurrenzbotschaften und schafft einen Toleranzbereich bei auftretenden Fehlleistungen. Die aus dem Dialog mit dem Kunden erworbenen Informationen über dessen Bedürfnisse und Wünsche kann der Anbieter in entsprechende Produktlösungen für den Kunden zur Steigerung der Attraktivität einer Beziehungsfortführung umsetzen.147 Der Prozeß der Interaktion, des wechselseitigen Dialogs, erstreckt sich über den Güter-, Informations- sowie Finanzmittelaustausch. Der direkte und intensive Kontakt erfolgt im Vergleich zur Massenwerbung in einer Zweiwegekommunikation: Der Anbieter übermittelt Informationen zu seinem [...]
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