Bildung und Eigenschaften von selbstorganisierten Schichten von speziellen Thiolen auf Metallelektroden
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Abdellaziz Laaboudi
- Abgabedatum: Mai 2004
- Umfang: 70 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8152-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8152-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8152-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Laaboudi, Abdellaziz Mai 2004: Bildung und Eigenschaften von selbstorganisierten Schichten von speziellen Thiolen auf Metallelektroden, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: photoelektronenspektroskopische Untersuchung, Laborbedampfungsanlage, Spektrometer, Thiol_Acetal
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Diplomarbeit von Abdellaziz Laaboudi
Einleitung:
Selbstorganisierende Monoschichten (Self-assembled Monolayers =SAMs) bilden sich spontan beim Eintauchen geeigneter Substrate in Lösungen organischer, oberflächenaktiver Substanzen. Insbesondere Alkyl-, Arylthiole, Trichorsilane aber auch Alkylamine bilden mit Metallen wie Gold, Silber, Kupfer, Quecksilber und Platin sowie Halbleitern wie Silizium, Galliumarsenid und Indiumphosphid meist kovalente Bindungen, die dem Adsorbat eine hohe Stabilität verleihen. Zusätzlich führen Van-der-Waals-Wechselwirkungen zwischen längeren Alkylketten ab(CH2)10, entsprechend 1,2 nm) bzw. p-p-Wechselwirkungen zwischen aromatischen Ringsystemen sowie Wasserstoffbrückenbindungen zu einer hohen inneren Ordnung und darüber hinaus zu einer weiteren Stabilisierung der Monoschicht. Derartige Proben sind teilweise an Luft über Monate haltbar. Durch die Wahl unterschiedlich langer Alkyl- bzw. Arylketten- und die Verwendung weiterer funktioneller Endgruppen lassen sich modifizierte Elektroden mit maßgeschneiderten Eigenschaften herstellen. Der Ladungs-Transfer über die in der Regel sehr gut isolierenden, nur 1-2 nm dünnen Monoschichten kann nur über feine Poren der SAMs an der Substratoberfläche oder als Tunnelprozess über die Monoschicht selbst erfolgen. SAM- modifizierte Elektroden finden vielfältige Anwendungen in der Sensorik, zu Zelluntersuchungen, im Korrosionsschutz sowie in der Mikro- und Bioelektronik.
Das Ziel dieser Arbeit ist die Charakterisierung verschiedener SAMs auf Gold- bzw. auf Gold(111)-Einkristallelektroden durch elektrochemische und oberflächenanalytische Methoden. Die Modifizierung der Thiolverbindung wurde extra für die vorliegende Arbeit von Abdellaziz- Laaboudi selbst durchgeführt. Dabei wurde die Adsorption von 2-[1,3]-Dioxalan-2-yl-ethan-1-thiol (C3 TA: Thiol-Acetal mit 3C Atomen in der Molekülkette) (C2H9O2S, M=133,03 g /mol) auf Au(111)-Oberfläche untersucht. Das gebildete SAM inhibiert die anodische Oxidbildung bei elektrochemischen Untersuchungen, das auf Au(111) adsorbierte Acetalthiol wird in verdünnte Schwefelsäure zum Aldehydthiol (C3H5OS, M=89,01 g/mol) und anschließend mit Purpald (C2H6N6S) zum 6-(2-Mercaptoethyl)-[1,2,4]triazolo[4,3-b][1,2,4,5] tetrazin-3-thiol (C5H5N6S2, M=213,00 g .mol) umgesetzt.
Das entstehende System ist durch Vorhandensein von konjugierten Doppelbindungen und eine Thiolendgruppe charakterisiert. Taucht man das mit Purpald umgesetzte System in einer Lösung mit kolloidal gelösten Goldteilchen ein, so bildet sich spontan ein eindimensionaler Leiter. Dies ist durch eine Reaktion der Kopfgruppe mit dem kolloidal gelösten Gold zu erklären. Der Inhibitionseffekt verschiedener Thiolschichten wurde elektrochemisch charakterisiert, die Zusammensetzung und die elektronische Struktur entsprechender Schichten wurde durch winkelabhängige XPS untersucht. Die elektrische Leitfähigkeit der entstehenden eindimensionalen Leiter wurde ebenfalls elektrochemisch geprüft.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Allgemeines | 1 |
| 1.2 | Aufgabenstellung | 1 |
| 2. | Theoretische Grundlagen | 2 |
| 2.1 | Allgemeine Daten zum Substrat Gold | 2 |
| 2.1.1 | Struktur und thermodynamische Daten | 2 |
| 2.1.2 | Elektrochemische Eigenschaften | 4 |
| 2.2 | Darstellungsprozess der angewendeten Thiole | 4 |
| 3. | Theoretische Grundlagen der verwendeten Oberflächenanalytischen Methoden | 5 |
| 3.1 | Photoelektronenspektroskopie | 5 |
| 3.1.1 | Photoeffekt | 5 |
| 3.1.2 | Röntgenquelle | 7 |
| 3.1.3 | Röntgenabsorption | 9 |
| 3.1.4 | Elektronen-Energie-Analysator | 9 |
| 3.1.5 | Informationstiefe | 12 |
| 3.1.6 | Chemische Verschiebung | 13 |
| 3.1.7 | Quantifizierung | 14 |
| 3.1.8 | Winkelabhängige Photoelektronenspektroskopie | 16 |
| 4. | Elektrochemische Untersuchung | 17 |
| 5. | Allgemeine Daten zu Selbstorganisierenden Monoschichten | 18 |
| 5.1 | Selbstanordnende Monolagen | 18 |
| 5.2 | Selbstanordnende Monolagen auf Gold | 19 |
| 5.3 | Verwendete Thiole und das Reaktionssystem. | 21 |
| 6. | Experimenteller Teil | 22 |
| 6.1 | Elektrodenpräparation | 22 |
| 6.1.1 | Au(111)-Elektrodenpräparation | 22 |
| 6.1.2 | Bedampfte Goldfilme | 23 |
| 6.2 | Thiolösungen | 24 |
| 6.3 | XPS-Untersuchungen | 24 |
| 6.4 | Elektrolytlösungen und verwendeten Elektroden | 25 |
| 6.5 | Arbeitssicherheit | 26 |
| 7. | Auswertung und Ergebnisse | 26 |
| 7.1 | XPS-Untersuchungen | 26 |
| 7.1.1 | Auswertung der XPS-Daten | 26 |
| 7.1.2 | XPS-Untersuchungen zum Acetalthiol | 27 |
| 7.1.3 | XPS-Untersuchngen zum Aldehydthiol | 30 |
| 7.1.4 | XPS-Untersuchungen zum mit Purpald umgesetzten Aldehydthiol | 32 |
| 7.1.5 | XPS-Untersuchungen zum ( Aldehydthiol+Purpald+Goldkolloidalteilchen) System | 37 |
| 7.2 | Elektrochemische Untersuchungen | 39 |
| 7.2.1 | Elektrochemische Messungen zur Prüfung der Au(111) Oberfläche in verschiedenen Elektrolyten. | 39 |
| 7.2.2 | Elektrochemische Messungen zum Acetalthiol | 43 |
| 7.2.3 | Elektrochemische Messungen zum Aldehydthiol | 47 |
| 7.2.4 | Elektrochemische Messungen zum mit Purpald umgesetzten Aldehydthiol | 49 |
| 7.2.5 | Elektrochemische Messungen zum System Au(111)/ Aldehydthiol+Purpald+kolloidale Goldteilchen | 52 |
| 7.2.6 | Messungen zum Vergleich der verwendeten Thiolverbindungen mit TAM1-Verbindung | 54 |
| 7.2.7 | Elektrochemische Untersuchungen zur Bestimmung von Elektronenleitfähigkeit der untersuchten Schicht | 56 |
| 8. | Zusammenfassung | 58 |
| 8.1 | Zusammenfassung der Ergebnisse der winkelabhängigen XP-Spektroskopie | 58 |
| 8.2 | Zusammenfassung der Ergebnisse der elektrochemischen Messungen | 59 |
| 9. | Literaturverzeichnis | 61 |
Die neue erhaltene Thiolschicht wurde ebenfalls durch winkelabhängige XPS untersucht. Die erhaltenen charakteristischen Ergebnisse sind in Abbildung 7.1.3.2 zusammengestellt: Bei dem steigenden Austrittswinkel des Photoelektrons nehmen die Verhältnisse IS/IAu und IC/IS sowie die Verhältnisse IC/IAu stark zu, daraus erhält man die oben dargestellte Reihenfolge Au-S-C für die Orientierung des entstandenen Systems (siehe Abbildungen 7.1.3.2a, 7.1.3.2b und 7.1.3.2c). Die winkelabhängige Intensitätsverhältnisse IS/IAu, IO/IS und IO/Au geben ebenfalls die erwartete Reihenfolge Au-S-O für die Orientierung der untersuchten Schicht (Abbildungen 7.1.3.2a, 7.1.3.2d, 7.1.3.2e). Entscheidend sind die Verhältnisse Sauerstoff/ Kohlenstoff bei einer Aldehyd-Thiolschicht. Die Abbildung 7.1.3.2f zeigt einen steigenden Verlauf der genannten Verhältnisse (IO/IC) bei Zunahme des Austrittswinkels. Bei der Verknüpfung aller Reihenfolgen, Au-S-C, Au-S-O und C-O resultiert eine erwünschte und erwartete Reihenfolge, nämlich Au-S-C-O (siehe Abbildung7.1.3.1). [...]
Mit winkelabhängiger XP-Spektroskopie erhält man das erwartete Ergebnis, dass die Schwefel / Goldund Kohlenstoff / Schwefel-Verhältnisse bei steigendem Austrittswinkel der Photoelektronen zunimmt. Der Schwefel liegt also über den Gold und Kohlenstoff oberhalb vom Schwefel, der sich in der inneren Schicht befindet also direkt mit dem Gold verbunden ist. Berücksichtigt man auch das Verhältnis Kohlenstoff / Gold, so kann man folgende Reihenfolge Au-S-C für die Orientierung der untersuchten Schicht feststellen. Aus den Verhältnissen Schwefel/ Gold, Sauerstoff / Schwefel und Sauerstoff / Gold erhält man die charakteristische Reihenfolge Au-S-O für die Orientierung des untersuchten Systems. Nach der Verknüpfung der beiden Reihenfolgen erhält man eine Orientierung der Reihenfolge Au-S-C+O für das gemessene System. Die durch winkelabhängige XPS erhaltenen Ergebnisse der untersuchten Schicht stimmen bei der erwarteten Gold-Thiolatbindung gut überrein. Die Verhältnisse Sauerstoff / Kohlenstoff in Abbildung 7.1.2.3f können keine nützlichen Informationen geben, da der Kohlenstoff unterhalb und oberhalb des Sauerstoffs liegt. [...]
Die für einige Untersuchungen verwendeten Goldproben sind aufgedampfte Goldfilme. Für die XPS – Untersuchungen werden die Goldfilme dabei auf Stahlscheiben von 5 mm Radius aufgedampft, für die elektrochemischen Untersuchungen zur Messung der Elektronenleitfähigkeit werden die Goldfilme auf Borosilicat-Glas aufgedampft. Sowohl die Proben mit Stahlscheiben als auch mit Borosilicat-Glas als Substrat werden in der Laborbedamfungsanlage vom Typ UNIVEX 300 bedampft. Diese Bedampfungsanlage verfügt über zwei getrennt regelbare Bedampfungsquelle und kann mittels einer Turbomolekularpumpe mit vorgeschalteter Drehschiebpumpe in kurzer Zeit auf 5.10-5 hPa evakuiert werden. Zur Kontrolle der Schichtdicken wird eine Quarzmikrowaage des Typs MTM10 der Firma tectra verwendet. Die verwendeten Lösungsmittel entsprechen alle dem Reinheitsgrad und der Qualität,,zur Analyse”. Das verwendete Wasser ist Millipore Wasser. Zur Präparation der Stahlscheiben wurden die Proben zunächst mechanisch mit handelsüblichem Schleifpapier (Siliziumcarbid-Papier) geschliffen, anschließend werden in Diamantsuspension einer mittleren Körnung von 3 µm poliert. Zwischendurch wurden die Proben immer grundsätzlich mit Wasser gespült und mit Ethanol in Ultraschallbad gereinigt. Im Anschluss werden die Proben nochmals mit Ethanol gespült und mit Argon 5·0 getrocknet. Aus dem Borosilikat-Glas werden mit einer Diamandsäge Plätchen von 4 x 1 cm2 geschnitten, diese werden mit Argon abgeblasen, um noch anhaftenden Glasstaub zu entfernen. Diese Gläser wurden 30 Minuten in kochender Carot′scher Säure gereinigt, anschließend wurde mit Millipore Wasser mehrfach gespült, damit alle Säurereste entfernt werden. Die Gläser wurden danach zusätzlich mehrfach mit absolutem Ethanol gespült und grundsätzlich in Argonatmosphäre getrocknet. Die vorbereiteten Glasplatten wurden sofort in die Bedamfungsmaske eingelegt und bedampft. Während der beiden Probenpräparationen wurden immer Handschuhe getragen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832481520
Arbeit zitieren:
Laaboudi, Abdellaziz Mai 2004: Bildung und Eigenschaften von selbstorganisierten Schichten von speziellen Thiolen auf Metallelektroden, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
photoelektronenspektroskopische Untersuchung, Laborbedampfungsanlage, Spektrometer, Thiol_Acetal



