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Bilanzierung und Steuerung des Humankapitals

Bilanzierung und Steuerung des Humankapitals
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Daniel Thomas
  • Abgabedatum: Juni 2004
  • Umfang: 154 Seiten
  • Dateigröße: 1,8 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: FOM - Fachhochschule für Oekonomie und Management Essen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8239-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8239-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8239-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Thomas, Daniel Juni 2004: Bilanzierung und Steuerung des Humankapitals, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Personalcontrolling, Human Resource Management, Wissensarbeit, immaterielle Vermögenswerte, Wertschöpfung

Diplomarbeit von Daniel Thomas

Einleitung:

Verschiedene Faktoren wie die Dienstleistungsgesellschaft, Internet, Informationstechnologie, zunehmende Komplexität der Gesellschaft und Wirtschaft, Globalisierung sowie die Entwicklung von Innovationen verursachen einen stetig steigenden Bedarf an Mitarbeitern, die Informationen analysieren und nutzbringend einsetzen. Diese sogenannten Wissensarbeiter sind Träger von Kompetenzen und Motivationen. Diese Kompetenzen und Motivationen wiederum stellen für Unternehmen einen Wert dar: Humankapital. Das Human Capital Management beabsichtigt, das Humankapital entsprechend der Unternehmensstrategie zu entwickeln und optimal einzusetzen.

Es bedingt die Sichtweise, dass Wissensarbeiter beziehungsweise Mitarbeiter im Allgemeinen keine Kostenfaktoren, sondern langfristige Erfolgsfaktoren sind. Personalentwicklung stellt somit eine Investition in das Humankapital dar. Mithilfe von verschiedenen Instrumenten werden die Kosten, aber auch der Wert des Humankapitals gemessen. Dabei werden nicht nur quantitative, sondern auch qualitative Faktoren evaluiert, um durch die personalwirtschaftlichen Aufgaben wie Personalrekrutierung, Personalentwicklung, Personalführung, Kommunikation, et cetera eine nachhaltige und wertschöpfende Personalarbeit sicherzustellen. Bei SAP beträgt das Verhältnis Personal- zu Kapitalkosten (Abschreibungen und Zinsen auf das eingesetzte Kapital): 7,5 zu 1. Damit sind nicht mehr Maschinen der wesentliche Erfolgsfaktor, sondern die Mitarbeiter.

Jedoch wird dieser Wert oftmals nicht als solcher wahrgenommen, obwohl es ein Unterschied ist, ob ein Unternehmen durch Mitarbeiterentlassungen 20 Millionen pro Jahr spart, aber damit auch 500 Millionen Euro an Humankapital, inklusive der nicht-amortisierten Bildungsinvestitionen, vernichtet. Diese Transparenz zum Beispiel über Kennzahlensysteme herzustellen, ist eine weitere Aufgabe des Human Capital Managements. Außerdem sollte diese Transparenz den Kapitalmärkten zugänglich gemacht werden. Denn Humankapital wie auch andere immaterielle Vermögenswerte werden zurzeit nicht ausreichend in der Bilanz ausgewiesen. Heutige Bilanzen zeigen nur etwa 10 bis 15 Prozent des eigentlichen Unternehmenswertes an. Dies erschwert Aktionären die Investitionsentscheidung und kann aufgrund des Risikozuschlags aus Unternehmenssicht zu steigenden Kapitalkosten führen.

Diese Diplomarbeit „Bilanzierung und Steuerung des Humankapitals“ zeigt den aktuellen den Stand der Humankapitaldiskussion. Dazu wird die theoretische Basis und darauf aufbauend eine Auswahl der praxisrelevanten Ansätze zur Humankapitalbewertung und -steuerung vorgestellt. Es soll allerdings nicht der Anschein erweckt werden, dass die Ansätze zur Humankapitalbewertung und -steuerung reine technokratische Instrumente seien, wo man nur „einen Heben umlegt“, um das Humankapital auf den richtigen Kurs zu bringen: Jedes Unternehmen ist ein soziales Gebilde, in dem Menschen miteinander interagieren. Deshalb können die vorgestellten Kennzahlensysteme die Wertschätzung der Mitarbeiter nicht ersetzen.

Sie können aber im Idealfall das Bewusstsein für gutes Personalmanagement und partizipative Führung fördern. Insofern wird bei dieser Diplomarbeit auf den sozialen Aspekt des Humankapitalgedankens Wert gelegt. Da die Humankapitalbewertung und -steuerung für die Praxis die größere Bedeutung besitzt, nimmt diese den größeren Raum als das Thema Bilanzierung des Humankapitals ein.

Der Hauptteil dieser Diplomarbeit beginnt mit dem Kapitel 2. Darin wird dargestellt, durch welche Entwicklungen das Humankapital eine der wichtigsten Ressourcen und Erfolgsfaktoren geworden ist. Im Kapitel 3, wie Unternehmen Wert schöpfen und welche Rolle das Personalmanagement darin spielt beziehungsweise spielen sollte.

Im Kapitel 4 wird das Personalmanagement und insbesondere die Funktion Personalcontrolling näher vorgestellt. Hier findet eine detailliertere Diskussion über wertschöpfende Tätigkeiten des Personalmanagements statt und mündet in die Vorstellung verschiedener Humankapitalbewertungs- und Steuerungsansätze. Das letzte Kapitel stellt die aktuelle Problematik in Bezug auf die Rechnungslegung und Offenlegung des Humankapitals dar.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 6
Tabellenverzeichnis 6
Abkürzungsverzeichnis 7
1. Zusammenfassung 8
2. Rahmenbedingungen 9
2.1 Informationsgesellschaft als Treiber immaterieller Vermögenswerte 9
2.1.1 Stetiger Wandel und Internet 9
2.1.2 Kostendruck und Digitalisierung der Geschäftsprozesse 10
2.1.3 Steigende Komplexität 12
2.1.4 Innovation 13
2.2 Eigenschaften von Informationen und Wissen 13
2.2.1 Gesetz vom abnehmenden Grenzertrag 14
2.2.2 Gesetz vom zunehmenden Grenzertrag 16
2.2.3 Netzwerkeffekte 17
2.2.4 Kauf unter Unsicherheit 18
2.3 Formen immaterieller Vermögenswerte 18
2.3.1 Humankapital 20
2.3.2 Strukturkapital 21
2.3.3 Kundenkapital 22
2.3.4 Beziehung zwischen Human- und Strukturkapital 23
2.4 Der Kern des Humankapitals: Wissensarbeiter 24
2.5 Die Arbeitswelt von morgen 27
2.5.1 Wissensarbeiter sind die wichtigste Ressource 30
2.5.2 Demographie und Fachkräftemangel 32
2.5.3 Entwicklungen am Hochschulstandort Deutschland 33
3. Wertschöpfung 35
3.1 Evolutorische Theorien 35
3.1.1 Resource-based-View 36
3.1.2 Knowledge-based-View 37
3.2 Volkswirtschaftliche Wertschöpfung 37
3.3 Betriebswirtschaftliche Wertschöpfung 38
3.3.1 Prozessbedingte Wertschöpfung 41
3.3.2 Strategiebedingte Wertschöpfung 42
3.3.2.1 Discounted-Cashflow 43
3.3.2.2 Cashflow-ROI 44
3.3.2.3 Übergewinnverfahren 47
3.3.3 Hintergründe für ein wertorientiertes Personalmanagement 48
3.3.3.1 Verhaltenswissenschaftliche Theorien und Konzepte 51
3.3.3.2 Personalwirtschaftliche Theorien 52
3.3.3.3 Humankapital und Unternehmenserfolg 54
3.3.3.4 Mitunternehmertum 57
4. Human Capital Management 60
4.1 Begriffe 62
4.2 Ökonomische Bedeutung der Personalstrategie 65
4.3 Wertschöpfung des Personalmanagements 67
4.3.1 Personalcontrolling im Detail 69
4.3.2 Wertschöpfungscenter Personal 72
4.3.3 Rollen des Personalmanagements 74
4.3.4 Bezugsgruppenorientierung 75
4.3.5 Differenzierung der Wertschöpfungsdimensionen 76
4.3.5.1 Wertsteigernde und wertsichernde Wertschöpfung 76
4.3.5.2 Ergebnis- und potenzialbezogene Wertschöpfung 77
4.3.5.3 Direkte und indirekte Wertschöpfung 79
4.4 Wertschöpfungsmessung 79
4.4.1 Grundlagen 79
4.4.1.1 Kennzahlen 81
4.4.1.2 Kennzahlensysteme 82
4.4.1.3 Entwicklungsstufen im Personalcontrolling 83
4.4.2 Humankapitalbewertung und -steuerung 85
4.4.2.1 Die Ansätze im Überblick 87
4.4.2.2 Einführung in die Balanced Scorecard 89
4.4.2.3 Skandia Navigator 92
4.4.2.4 Strategischer Einsatz der Balanced Scorecard 95
4.4.2.5 Workonomics 97
4.4.2.6 Balanced Scorecard mit Werthebelbäumen 102
4.4.2.7 Werttreiber des Human Capital Managements 103
4.4.2.7.1 Erfolgskritische Werttreiber 104
4.4.2.7.2 Best Practice oder Resource-based-View? 106
4.4.2.7.3 Wirkungszusammenhänge 108
4.4.2.7.4 Das Werttreibermodell des Humankapitals 109
5. Bilanzierung des Humankapitals 114
5.1 Principal-Agent-Theorie 116
5.2 Personalrisiken 117
5.3 Ausgewählte Anwendungen 120
5.3.1 Basel121
5.3.2 Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich 123
5.3.3 Due Diligence bei Fusionen & Akquisitionen 124
5.4 Rechnungslegung 126
5.4.1 Bilanzierungsformen 127
5.4.1.1 Personalbericht 127
5.4.1.2 Personalwertbericht 128
5.4.1.3 Personalbilanz 129
5.4.2 Handelsgesetzbuch 129
5.4.3 International Financial Reporting Standards 134
5.4.4 US-Generally Accepted Accounting Principles 135
5.4.5 Fair Value als Bewertungsmaßstab 136
5.4.6 Umsetzungsprobleme bei der Humankapitalbilanzierung 137
5.4.7 Intellectual Capital Statement 138
Literaturverzeichnis 142
Ehrenwörtliche Erklärung 149

Automatisiert erstellter Textauszug:

Eine betriebswirtschaftliche Binsenweisheit lautet: „Was man nicht misst, kann man nicht managen.“ Im Falle des Humankapitals rührt die geringe Wertschätzung auch daher, dass Unternehmen oftmals unzureichende Messsysteme einsetzen und es keine gemeinsame Sprache zwischen Controllern und Personalmanagern gibt: Die bisher verbreitetste Verbindung zwischen Mitarbeiter und Finanzergebnis ist die Kennzahl Umsatz pro Mitarbeiter. Diese Kennzahl ist allerdings zu simplizistisch, da sie die Wirkung anderer Ressourcen (zum Beispiel Weiterbildung, Prozesse, Marketing) nicht berücksichtigt.225 Häufig führt diese Art der Messung zur nennerorientierter Umstrukturierung. Das Ziel: mit geringem Ressourceneinsatz gleich bleibende oder steigende Ergebnisse zu erwirtschaften.226 Da die Mitarbeiter ein enormer Kostenfaktor sind, honoriert dies die Börse oftmals mit steigenden Kursen, wenn Manager Massenentlassungen ankündigen. Neue Vorstände amerikanischer Unternehmen kündigen oftmals gleich zu Beginn ihrer Amtszeit [...]

Immaterielle Vermögenswerte haben durch die Informationsgesellschaft eine große Bedeutung für den Unternehmenserfolg gewonnen. Die Mitarbeiter sind der Hebel zum Gewinn, da sie die einzigen aktiven Ressourcen eines Unternehmens sind. Alle anderen Werte sind passive Ressourcen, die nur durch menschliches Handeln Wert erzeugen.223 Bislang ist aber das Humankapital nur in geringem Maße in den Fokus der Unternehmensführung gerückt. In guten Zeiten drückt sich die Wertigkeit des Personals in dem Satz aus: „Unsere Mitarbeiter sind das wertvollste Kapital.“ Ob dieser Satz wirklich ernst gemeint ist, merken die Mitarbeiter in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, denn bisher wurde noch kein Vorstandsvertrag verlängert, weil der Vorstand die Mitarbeiterzahl erhöhte.224 [...]

Das Konzept weist jedoch auch Probleme und Grenzen auf: Dies sind zum Beispiel mögliche Manipulationen oder gar Ausbeutung engagierter Mitarbeiter, nur bedingt veränderbare Unternehmenskulturen und Werthaltungen von Mitarbeitern und Vorgesetzten sowie Implementierungsprobleme.219 So wollen nach dem BAT Freizeit-Forschungsinstitut 71 Prozent der Mitarbeiter lieber Beständigkeit, Sicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen, als Risiko und flexible Vergütung.220 „Die wenigen Veränderer und Mitunternehmer in der Belegschaft benötigen flexible, verantwortungsvolle und leistungsorientierte Regelungen und Möglichkeiten. Die Mehrheit der Mitarbeiter erhält hingegen stabile, sicherheitsorientierte Regelungen auf niedrigem ökonomischen Niveau.“221 Ferner gibt es widersprüchliche Grundhaltungen der Unternehmensführungen gegenüber Mitarbeitern und Personalmanagement. Auf der einen Seite steht der Mensch im [...]

Arbeit zitieren:
Thomas, Daniel Juni 2004: Bilanzierung und Steuerung des Humankapitals, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Personalcontrolling, Human Resource Management, Wissensarbeit, immaterielle Vermögenswerte, Wertschöpfung

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