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Die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen und die Auswirkungen ihrer Auslagerung

Die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen und die Auswirkungen ihrer Auslagerung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefan Flurschütz
  • Abgabedatum: April 2006
  • Umfang: 105 Seiten
  • Dateigröße: 2,3 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 66
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0026-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0026-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0026-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Flurschütz, Stefan April 2006: Die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen und die Auswirkungen ihrer Auslagerung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Rechnungslegung, US-GAAP, HGB, IAS, Pensionsrückstellungen

Diplomarbeit von Stefan Flurschütz

Einleitung:

Auch im Jahr 2005 setzte sich der Trend fort, dass deutsche Unternehmen zunehmend ihre unmittelbaren Pensionsrückstellungen aus der Bilanz auslagerten. Dabei wurde vor allem die Auslagerung auf ein CTA (Contractual Trust Arrangement) bevorzugt. Bekannteste aktuelle Beispiele aus der Presse waren BASF und Henkel, die im Jahr 2005 ein Großteil ihrer Pensionsverpflichtungen auslagerten. Im Jahr 2006 werden weitere folgen, wie u. a. die E.ON AG, Continental, die Deutsche Börse AG, MAN und die Heidelberger Druckmaschinen AG ankündigten. Die Gründe und Ursachen dafür sind vielfältig und zum Teil unternehmensspezifisch.

Die Zusammenhänge und Auswirkungen die zu einer solchen Auslagerung der Pensionsrückstellungen führen, sollen in dieser Diplomarbeit beleuchtet werden. Weiterhin soll untersucht werden, in welchem Umfang DAX Unternehmen bereits eine externe Finanzierung ihrer Pensionsrückstellungen nutzen und welche Form der Auslagerung am wirkungsvollsten ist.

Im internationalen Vergleich ist es bereits üblich, Pensionsverbindlichkeiten an externe Versorgungsträger zu übertragen. Somit erhöht eine Auslagerung die Vergleichbarkeit deutscher Unternehmen zu ihren internationalen Konkurrenten. Aber auch Basel II, die seit 2005 verpflichtende Bilanzierung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) für börsennotierte Unternehmen und die Politik der Ratingagenturen, Pensionsrückstellungen als Fremdkapital zu bewerten, beeinflussen die Entscheidung Pensionsrückstellungen auszulagern. Die weltweite Ausrichtung vieler deutscher Unternehmen zwingt diese, ihre Organisation und ihre Rechnungslegung an internationale Standards anzupassen.

Neben der Internationalisierung der Wirtschaft ist aber auch die demographische Entwicklung der Bevölkerung ein wichtiger Grund, warum sich gerade jetzt so viele Unternehmen Gedanken über die Finanzierung ihrer Pensionszusagen machen. Durch höhere Lebenserwartungen steigen die Pensionsrückstellungen an und die gesetzliche Rentenversicherung kann durch ihre Umlagefinanzierung den Lebensstandard im Alter nicht mehr sichern. Daher kommt auf die Unternehmen mittels der betrieblichen Altersversorgung (bAV) Verantwortung zu, die notwendige Verbesserung der Alterssicherung mit zu gestalten.

Gang der Untersuchung:

Um in das Thema einzuführen werden in Kapitel 2 die Grundlagen der Rechnungslegung von Pensionsrückstellungen nach HGB, IFRS und nach den US-amerikanischen General Accepted Accounting Principles (US-GAAP) betrachtet und miteinander verglichen.

Kapitel 3 geht dann genauer auf die fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung ein. Die Direktzusage ist davon der unmittelbare Durchführungsweg, die Unterstützungskasse, die Pensionskasse, die Direktversicherung und der Pensionsfond sind mittelbare Durchführungswege über einen externen Versorgungsträger. Dabei kommt dem neu geschaffenen Durchführungsweg Pensionsfond eine besondere Gewichtung zu.

Vor dem Hintergrund der Rechnungslegung wird dann in Kapitel 4 untersucht, welche Vorteile die Auslagerung hat und welcher Durchführungsweg für die Auslagerung am sinnvollsten ist. Dabei hat sich vor allem die Treuhandlösung bzw. CTA als sehr praktikabel erwiesen, obwohl dies gar kein Wechsel des Durchführungsweges notwendig macht. Aber auch die Auslagerung auf einen Pensionsfond, die vom Gesetzgeber besonders gefördert wird, wird genauer betrachtet.

In Kapitel 5 wird anschließend die Praxis der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen anhand aller DAX Unternehmen untersucht und näher beleuchtet, wie internationale Unternehmen dabei vorgehen.

Konkret werden dann in Kapitel 6 am Beispiel von BASF und Henkel die Veränderungen in der Bilanz dargestellt, die durch eine Auslagerung der Pensionsrückstellungen hervorgerufen werden.

Inhaltsverzeichnis:

Gliederung I
Abkürzungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis V
Beispielverzeichnis VI
Anhangsverzeichnis VI
1. Einführung 1
1.1 Die betriebliche Altersversorgung 2
1.2 Grundsätzliches 4
2. Rechnungslegungsvorschriften für Pensionsrückstellungen 5
2.1 Bilanzierung nach HGB 7
2.1.1 Bewertung von Pensionsrückstellungen 10
2.1.2 Bewertungsmethoden 11
2.1.3 Bewertungsgrundlagen 14
2.1.4 Anhangsangaben 17
2.2 Bilanzierung nach IFRS 17
2.2.1 Beitragsorientierte Pläne (defined contribution plans) 19
2.2.2 Leistungsorientierte Pläne (defined benefit plans) 19
2.2.2.1 Die Höhe der Verbindlichkeit 20
2.2.2.2 Planvermögen (plan assets) 24
2.2.2.3 Ausweis 26
2.2.2.4 Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 28
2.2.3 Erstmalige Anwendung von IAS 19 32
2.2.4 Anhangsangaben nach IFRS 33
2.3 Bilanzierung nach US-GAAP 34
2.3.1 Grundbegriffe 35
2.3.2 Plan assets 37
2.3.3 Additional minimum liability 38
2.4 Unterschiede zwischen HGB, IFRS und US-GAAP 40
2.5 Ausblick der Rechnungslegung 45
3. Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung 47
3.1 Direktzusage 47
3.2 Unterstützungskasse 48
3.3 Direktversicherung 49
3.4 Pensionskasse 50
3.5 Pensionsfonds 51
4. Auslagerung von Pensionsrückstellungen 52
4.1 Auswirkungen von Basel II und die Bewertung der Ratingagenturen 53
4.1.1 Die Rolle der Bilanzkennzahlen bei der Kreditvergabe 53
4.1.2 Innenfinanzierung vs. Externe Finanzierung 56
4.2 Möglichkeiten der Auslagerung von unmittelbaren Pensionsrückstellungen 59
4.2.1 Auslagerung auf eine Direktversicherung 61
4.2.2 Auslagerung auf eine Pensionskasse 62
4.2.3 Auslagerung auf eine Unterstützungskasse 63
4.2.4 Auslagerung auf einen Pensionsfonds 64
4.2.4.1 Steuerfreiheit 65
4.2.4.2 Gründung 68
4.2.5 Auslagerung auf ein Contractural Trust Arrangement 68
4.2.5.1 Ausgestaltung eines CTA 69
4.2.5.2 Bilanzverkürzung 71
4.2.5.3 Insolvenzschutz 72
4.3 Bewertung der Auslagerungsmöglichkeiten 73
5. Praxis der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen 77
5.1 Durchführungswege 77
5.2 Die Höhe der Pensionsrückstellungen der DAX Unternehmen 78
5.3 Deckungsgrad 80
5.4 Internationaler Vergleich 82
6. Vergleich der Jahresabschlüsse (2004/2005) von BASF und Henkel bzgl. der Auslagerung von Pensionsrückstellungen 83
6.1 BASF 83
6.2 Henkel 85
7. Schlussbemerkung 87
Anhang 88
Literaturverzeichnis 91

Inhaltsverzeichnis:

Gliederung I
Abkürzungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis V
Beispielverzeichnis VI
Anhangsverzeichnis VI
1. Einführung 1
1.1 Die betriebliche Altersversorgung 2
1.2 Grundsätzliches 4
2. Rechnungslegungsvorschriften für Pensionsrückstellungen 5
2.1 Bilanzierung nach HGB 7
2.1.1 Bewertung von Pensionsrückstellungen 10
2.1.2 Bewertungsmethoden 11
2.1.3 Bewertungsgrundlagen 14
2.1.4 Anhangsangaben 17
2.2 Bilanzierung nach IFRS 17
2.2.1 Beitragsorientierte Pläne (defined contribution plans) 19
2.2.2 Leistungsorientierte Pläne (defined benefit plans) 19
2.2.2.1 Die Höhe der Verbindlichkeit 20
2.2.2.2 Planvermögen (plan assets) 24
2.2.2.3 Ausweis 26
2.2.2.4 Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 28
2.2.3 Erstmalige Anwendung von IAS 19 32
2.2.4 Anhangsangaben nach IFRS 33
2.3 Bilanzierung nach US-GAAP 34
2.3.1 Grundbegriffe 35
2.3.2 Plan assets 37
2.3.3 Additional minimum liability 38
2.4 Unterschiede zwischen HGB, IFRS und US-GAAP 40
2.5 Ausblick der Rechnungslegung 45
3. Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung 47
3.1 Direktzusage 47
3.2 Unterstützungskasse 48
3.3 Direktversicherung 49
3.4 Pensionskasse 50
3.5 Pensionsfonds 51
4. Auslagerung von Pensionsrückstellungen 52
4.1 Auswirkungen von Basel II und die Bewertung der Ratingagenturen 53
4.1.1 Die Rolle der Bilanzkennzahlen bei der Kreditvergabe 53
4.1.2 Innenfinanzierung vs. Externe Finanzierung 56
4.2 Möglichkeiten der Auslagerung von unmittelbaren Pensionsrückstellungen 59
4.2.1 Auslagerung auf eine Direktversicherung 61
4.2.2 Auslagerung auf eine Pensionskasse 62
4.2.3 Auslagerung auf eine Unterstützungskasse 63
4.2.4 Auslagerung auf einen Pensionsfonds 64
4.2.4.1 Steuerfreiheit 65
4.2.4.2 Gründung 68
4.2.5 Auslagerung auf ein Contractural Trust Arrangement 68
4.2.5.1 Ausgestaltung eines CTA 69
4.2.5.2 Bilanzverkürzung 71
4.2.5.3 Insolvenzschutz 72
4.3 Bewertung der Auslagerungsmöglichkeiten 73
5. Praxis der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen 77
5.1 Durchführungswege 77
5.2 Die Höhe der Pensionsrückstellungen der DAX Unternehmen 78
5.3 Deckungsgrad 80
5.4 Internationaler Vergleich 82
6. Vergleich der Jahresabschlüsse (2004/2005) von BASF und Henkel bzgl. der Auslagerung von Pensionsrückstellungen 83
6.1 BASF 83
6.2 Henkel 85
7. Schlussbemerkung 87
Anhang 88
Literaturverzeichnis 91

Textprobe:

Kapitel 2.2.1, beitragsorientierte Pläne (defined contribution plans) und 2.2.2 leistungsorientierte Pläne (defined benefit plans):

Bei beitragsorientierten Plänen wird ein festgelegter Beitrag an eine externe Versorgungseinrichtung gezahlt. Diese verpflichtet sich Pensionsleistungen zu zahlen. Eine schlechte Entwicklung am Kapitalmarkt hat keine Nachschusspflicht des Unternehmens zur Folge (Subsidiärhaftung). Es ist auch ausgeschlossen, dass es bei einem normalen versicherungsmathematischen Verlauf zu einer Beitragsminderung oder zu einer Beitragsrückzahlung an den Arbeitgeber kommt.

Die Höhe des Pensionsanspruches ergibt sich nur aus den geleisteten Beiträgen und den Vermögenserträgen aus der Anlage der Beiträge. In Deutschland entspricht diese Vorgehensweise denen von Direktversicherungen, Unterstützungskassen, Pensionskassen oder Pensionsfonds. Die geleisteten Aufwendungen an z. B. eine Direktversicherung werden erfolgswirksam in der GuV gebucht. Eine Rückstellungsbildung entfällt dadurch. Im Abschluss ist lediglich der Periodenaufwand anzugeben. Vorausgezahlte oder verspätete Zahlungen sind als Schulden oder Forderungen abzugrenzen (accrued pension liability/asset).

Somit sind die Versorgungsleistungen bei einem beitragsorientierten Plan immer vollständig gedeckt und das Unternehmen hat keine weiteren Verpflichtungen gegenüber dem externen Versorgungsträger. Das Anlagerisiko und das versicherungsmathematische Risiko trägt der Arbeitnehmer, d. h. der Arbeitgeber garantiert nicht die Höhe der Leistungen im Versorgungsfall.

Weitaus komplexer als beitragsorientierte Pläne sind leistungsorientierte Zusagen. Als solche werden laut IAS 19 alle nicht beitragsorientierten Pensionspläne bezeichnet. Im Gegensatz zu beitragsorientierten Pensionsplänen ist bei einem leistungsorientierten Plan der Arbeitgeber verpflichtet, für die zu leistenden Pensionen selbst einzustehen bzw. die Höhe der Pensionen zu gewährleisten.

So kann z. B. vereinbart werden, dass der Arbeitnehmer ein Pensionsanspruch von 1 % seines letzten Gehalt erhält. Das Unternehmen trägt somit sowohl das Anlage- als auch das versicherungsmathematische Risiko. Als Durchführungsweg ist eine unternehmensinterne Finanzierung möglich. Dabei werden die Mittel innerhalb des Unternehmens angesammelt. Oder es wird eine unternehmensexterne Finanzierung gewählt, bei welcher Zahlungen an einen Versorgungsträger geleistet werden.

Hat das Unternehmen seine Versorgungsleistungen extern bei z. B. einem Pensionsfonds finanziert und hat dieser sein zugesagtes Renditeziel verfehlt, so ist der Arbeitgeber, der die Pension einem Arbeitnehmer gewährt, verpflichtet, dem Pensionsfonds die fehlenden Mittel nachzuschießen. Somit besteht bei einem leistungsorientierten Plan weiterhin eine rechtliche Verpflichtung des Unternehmens gegenüber dem Versicherungsunternehmen. Demzufolge liegt eine ungewisse Verbindlichkeit vor. Durch die enge Definition von beitragsorientierten Plänen und aufgrund der Tatsache, dass in der Praxis meist ein Renditeziel und eine Nachschusspflicht bei Pensionszusagen vorliegt, sind die meisten Pensionspläne leistungsorientiert.

Arbeit zitieren:
Flurschütz, Stefan April 2006: Die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen und die Auswirkungen ihrer Auslagerung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Rechnungslegung, US-GAAP, HGB, IAS, Pensionsrückstellungen

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