Bilanzierung von Mitarbeiter-Aktienoptionen nach US-GAAP, IAS und HGB
Vergleichende Gegenüberstellung der Bilanzierungsansätze, Betrachtung der zukünftigen Bilanzierung von Aktienoptionen in deutschen Jahresabschlüssen und Analyse der gegenwärtigen Rechnungspraxis
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Melanie Heer
- Abgabedatum: Juni 2003
- Umfang: 143 Seiten
- Dateigröße: 777,3 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Furtwangen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7304-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7304-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7304-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Heer, Melanie Juni 2003: Bilanzierung von Mitarbeiter-Aktienoptionen nach US-GAAP, IAS und HGB, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bewertung, Aktie, Aktienoptionspläne, Accounting, Bilanz
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Diplomarbeit von Melanie Heer
Zusammenfassung:
Gegenstand der vorliegenden Diplomarbeit ist die bilanzielle Behandlung von Aktienoptionen, welche als Komponenten der erfolgsabhängigen Vergütung von Führungskräften und Mitarbeitern auch in Deutschland immer mehr Verbreitung finden. Die bilanzielle Behandlung von Aktienoptionen ist dabei ein auf internationaler Ebene kontrovers diskutiertes Thema, wobei vor allem die Frage bezüglich der erfolgswirksamen Erfassung den zentralen Streitpunkt bildet.
Die international vorliegenden Bilanzierungsansätze werden zunächst vorgestellt und anschließend in Form einer vergleichenden Gegenüberstellung aufbereitet. Im Einzelnen behandelt werden dabei die Regelungen der US GAAP, die Vorschriften des HGB, einschließlich des Bilanzierungsvorschlags des DSR E-DRS 11 und die Bestimmungen der IAS, einschließlich des Standardentwurfs ED 2. Es wird gezeigt, dass sich die verschiedenen Bilanzierungsansätze auf den ersten Blick nicht erheblich unterscheiden. Mit Hilfe eines Zahlenbeispiels wird dann aber deutlich, dass sich doch Differenzen hinsichtlich der Höhe und der zeitlichen Verteilung eines zu erfassenden Personalaufwands ergeben können. Daran anknüpfend wird auf die Zukunft der bilanziellen Erfassung von Aktienoptionen in deutschen Konzern- und Einzelabschlüssen eingegangen, gefolgt von einer kritischen Würdigung dieser Erkenntnisse vor dem Hintergrund des vorgestellten Meinungsbildes in Deutschland. Es kann festgestellt werden, dass eine erfolgswirksame Erfassung der Aktienoptionen als Personalaufwand bei Abwägung aller Argumente befürwortet werden muss.
Anhand einer Untersuchung der Konzernabschlüsse 2002 von 30 ausgewählten Unternehmen wird abschließend die aktuelle Rechnungslegungspraxis in Deutschland abgebildet; untersucht werden die Verbreitung, die vorhandenen Ausgestaltungsformen sowie die bilanzielle Erfassung von Aktienoptionsplänen. Im Rahmen der Untersuchung wird deutlich, dass die Offenlegungspraxis in IAS- und HGB-Abschlüssen als äußerst mangelhaft zu bezeichnen ist, was die Notwendigkeit der Verabschiedung eines detaillierten Rechnungslegungsstandards noch einmal hervorhebt.
Abstract:
The subject of the following thesis are financial accounting issues regarding stock options. In Germany, stock options gain more and more in importance as a component of the performance-based compensation package of managers and employees. Accounting for stock options is being considered a highly controversial topic, whereby the main point of contention is whether compensation cost for stock options should be recognized or not.
To begin with, the existing international accounting requirements are being presented and compared. Part of the analysis are the regulations according to US GAAP, the regulations of the German Commercial Code, including the exposure draft of the DSR E-DRS 11 and the regulations according to IAS, including the exposure draft ED 2. It will be demonstrated that the various accounting regulations do not show significant differences at first sight, however, with the help of a illustrating example it becomes clear that there are in fact differences regarding the extent of the compensation expense as well as the distribution of the expense over the recognition period. Next, the future of financial accounting for stock options in German consolidated as well as individual financial statements is being portrayed, followed by a review of the findings against the background of the presented spectrum of differing opinions in Germany. After consideration of all relevant arguments the conclusion can be drawn that the recognition of stock options in the form of personnel expenses has to be strongly supported. Finally, an analysis of the consolidated financial statements 2002 of 30 selected companies depicts the current financial accounting practices in Germany.
The following areas are being examined: the extent and the characteristics of stock option plans, as well as the applied financial accounting practices. The analysis shows that the disclosure practices in financial statements according to IAS and HGB are to a great extent unsatisfactory. As a consequence, the need for a detailed financial accounting standard becomes once again evident.
Inhaltsverzeichnis:
| Eidesstattliche Erklärung | 2 | |
| Kurzfassung | 3 | |
| Abstract | 4 | |
| Inhaltsverzeichnis | 5 | |
| Abbildungsverzeichnis | 8 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 8 | |
| 1. | Einleitung | 11 |
| 1.1 | Problemstellung | 11 |
| 1.2 | Zielsetzung und Aufbau der Arbeit | 13 |
| 2. | Gründe für die steigende Bedeutung von Aktienoptionsplänen | 15 |
| 3. | Grundlagen von Aktienoptionsplänen | 18 |
| 3.1 | Grundmodelle für die Gestaltung von Aktienoptionsplänen | 18 |
| 3.1.1 | Aktienoptionen in Form von reinen Bezugsrechten („nackte Optionen“) | 18 |
| 3.1.2 | Aktienoptionen auf Basis von Wandelschuldverschreibungen oder Optionsanleihen | 20 |
| 3.1.3 | Aktienoptionen in Form von virtuellen Optionen | 22 |
| 3.1.4 | Vor- und Nachteile der verschiedenen Grundmodelle | 22 |
| 3.2 | Wirtschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten für Aktienoptionspläne | 24 |
| 3.2.1 | Kreis der Bezugsberechtigten | 24 |
| 3.2.2 | Festlegung des Ausübungspreises | 25 |
| 3.2.3 | Erfolgsziele bzw. Ausübungshürden | 27 |
| 3.2.4 | Erwerbs- und Ausübungszeiträume, Laufzeit des Aktienoptionsplans | 28 |
| 4. | Die Bilanzierung und Bewertung von Aktienoptionsplänen basierend auf reinen Bezugsrechten | 29 |
| 4.1 | Bilanzierung und Bewertung nach US GAAP | 30 |
| 4.1.1 | Bilanzielle Erfassung von Aktienoptionen im Jahresabschluss | 30 |
| 4.1.2 | Bewertung der Aktienoptionen und Bewertungszeitpunkt | 32 |
| 4.1.2.1 | Bewertung gemäß Accounting Principle Board Opinion No. 25 | 32 |
| 4.1.2.2 | Bewertung gemäß Statement of Financial Accounting Standards No. 123 | 36 |
| 4.1.3 | Periodengerechte Erfassung des Personalaufwands | 42 |
| 4.1.4 | Offenlegungspflichten im Anhang des Jahresabschlusses | 43 |
| 4.2 | Bilanzierung und Bewertung nach dem deutschen Handelsrecht und dem Standardentwurf des DSR E-DRS 11 | 44 |
| 4.2.1 | Bilanzielle Erfassung von Aktienoptionen im Jahresabschluss | 46 |
| 4.2.1.1 | Erfolgswirksame Erfassung von Aktienoptionen | 46 |
| 4.2.1.2 | Keine erfolgswirksame Erfassung von Aktienoptionen | 50 |
| 4.2.1.3 | Zwischenbeurteilung | 52 |
| 4.2.2 | Bewertung der Aktienoptionen und Bewertungszeitpunkt | 54 |
| 4.2.3 | Exkurs über die Anwendung von Optionspreismodellen zur Wertermittlung | 59 |
| 4.2.4 | Periodengerechte Erfassung des Personalaufwands | 61 |
| 4.2.5 | Offenlegungspflichten im Anhang des Jahresabschlusses | 62 |
| 4.3 | Bilanzierung und Bewertung nach IAS und dem Standardentwurf ED 2 | 64 |
| 4.3.1 | Bilanzielle Erfassung von Aktienoptionen im Jahresabschluss | 65 |
| 4.3.2 | Bewertung der Aktienoptionen und Bewertungszeitpunkt | 67 |
| 4.3.3 | Periodengerechte Erfassung des Personalaufwands | 70 |
| 4.3.4 | Offenlegungspflichten im Anhang des Jahresabschlusses | 74 |
| 5. | Vergleichende Gegenüberstellung der vorgestellten Bilanzierungsansätze | 76 |
| 5.1 | Tabellarische Übersicht über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede | 76 |
| 5.2 | Gemeinsamkeiten der Bilanzierungsansätze | 78 |
| 5.3 | Unterschiede der Bilanzierungsansätze | 80 |
| 5.4 | Vergleich anhand eines illustrierenden Zahlenbeispiels | 84 |
| 6. | Zukünftige bilanzielle Behandlung von Aktienoptionsplänen in Deutschland | 88 |
| 6.1 | Zukünftige Behandlung von Aktienoptionsplänen in konsolidierten Jahresabschlüssen | 88 |
| 6.2 | Zukünftige Behandlung von Aktienoptionsplänen in Einzelabschlüssen | 90 |
| 6.3 | Kritische Würdigung der Bilanzierung von Aktienoptionsplänen gemäß ED 2 | 91 |
| 7. | Besonderheiten bei der Bilanzierung von virtuellen Aktienoptionen | 93 |
| 8. | Bilanzierung und Bewertung von Aktienoptionsplänen in den Konzernabschlüssen deutscher Unternehmen | 95 |
| 8.1 | Generelle Beobachtungen | 97 |
| 8.2 | Ausmaß vorhandener Aktienoptionspläne im Geschäftsjahr 2002 | 98 |
| 8.3 | Ausgestaltung der Aktienoptionspläne | 99 |
| 8.4 | Bilanzielle Erfassung der Aktienoptionspläne | 101 |
| 9. | Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick | 106 |
| Literaturverzeichnis | 109 | |
| Anhang | 117 |
Unternehmensbereich (KonTraG) wird gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 5 AktG die Offenlegung der Zahl der Bezugsrechte nach § 192 Abs. 2 Nr. 3 AktG unter Angabe der durch sie verbrieften Rechte verlangt. Angabepflichtig sind die am Bilanzstichtag bestehenden, aber noch nicht ausgeübten Optionen. Darüber hinaus müssen, nach Auffassung der Literatur, auch die spezifischen Bedingungen der Aktienoptionen offengelegt werden, so u.a. die Ausübungszeitpunkte, der Ausübungspreis und das Bezugsverhältnis196. Ellrott schlägt vor, die Punkte offenzulegen, die auch im Rahmen einer bedingten Kapitalerhöhung gemäß § 193 Abs. 2 Nr. 2 AktG im Hauptversammlungsbeschluss festgelegt werden müssen197. § 285 Nr. 9 a HGB und § 314 Abs. 1 Nr. 6 a HGB regeln die Offenlegung der jährlichen Bezüge der Geschäftsführung jeweils für den Einzel- sowie den Konzernabschluss. So müssen im Anhang die jährlichen Gesamtbezüge, bestehend aus Gehältern, Gewinnbeteiligungen, Bezugsrechten, Aufwandsentschädigungen, Versicherungsentgelte, Provisionen und sonstigen Nebenleistungen jeder Art angegeben werden, wobei es ausreichend ist, die Bezüge des gesamten Vorstands in einer Summe auszuweisen. Gewährte Aktienoptionen stellen dabei explizit ein offenzulegender Bestandteil der Vergütung dar, was auch durch die Aufnahme des Begriffs „Bezugsrechte“ in den Wortlaut des § 285 Nr. 9 a HGB im Rahmen des KonTraG [...]
Im Allgemeinen geht der DSR davon aus, dass Aktienoptionen als Entgelt für zukünftig zu erbringende Arbeitsleistungen anzusehen sind191. Der im Zeitpunkt der Gewährung ermittelte Gesamtwert des Aktienoptionsplans muss demnach zeitanteilig über den in der Zukunft liegenden Zeitraum der Leistungserbringung verteilt werden192. Dieser Zeitraum entspricht dabei in der Regel der Sperrfrist der Aktienoptionen. Das Beispiel in Abschnitt 4.2.2 verdeutlicht die Vorgehensweise bezüglich der zeitanteiligen Verteilung des zu erfassenden Personalaufwands. Auch die übrigen Befürworter einer bilanziellen Erfassung von Aktienoptionen sprechen sich für eine Verteilung über die Sperrfrist der Aktienoptionen aus193. In Ausnahmefällen kann es sich bei gewährten Aktienoptionen auch um eine Vergütung für bereits erbrachte Arbeitsleistungen handeln, gemäß E-DRS 11 kann hiervon jedoch nur ausgegangen werden, wenn dies vertraglich explizit so vereinbart ist und das Ausscheiden des Mitarbeiters aus dem Unternehmen nicht zu einem Verfall [...]
Standardoption kann eine Mitarbeiteraktienoption auch schon vor Ende der Laufzeit ausgeübt werden, d.h. die Optionslaufzeit kann nicht als Konstante • angesetzt werden, sondern sie stellt vielmehr eine Zufallsvariable dar. Sperrfristen: da Optionen innerhalb der Sperrfrist nicht ausgeübt werden können, verringert sich der Optionswert tendenziell. Darüber hinaus gestaltet sich auch die Ermittlung und Festsetzung von zwei der benötigten Variablen als äußerst schwierig. Während der aktuelle Aktienkurs, der Bezugskurs sowie die Laufzeit direkt feststellbar sind, muss der risikolose Zinssatz sowie die Aktienvolatilität mittels Annahmen festgelegt werden186. Während der risikolose Zinssatz noch über die Renditen laufzeitadäquater Staatsanleihen hergeleitet werden kann, muss die Volatilität geschätzt werden und da Aktienoptionspläne in der Regel mit einer äußerst langen Laufzeit ausgestattet sind, üben schon geringe Variationen der Volatilität einen erheblichen Einfluss auf den Wert der Optionen aus187. Die folgende verkürzte Tabelle verdeutlicht dies188: [...]
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