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Bilanzierung und Bewertung von Humankapital am Beispiel des Profifußballs in Deutschland

Bilanzierung und Bewertung von Humankapital am Beispiel des Profifußballs in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Carolin Schmückle
  • Abgabedatum: Januar 2006
  • Umfang: 108 Seiten
  • Dateigröße: 914,2 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 108
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0004-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0004-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0004-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schmückle, Carolin Januar 2006: Bilanzierung und Bewertung von Humankapital am Beispiel des Profifußballs in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bundesliga, Fußball, Rechnungswesen, Bilanzierung, IFRS

Diplomarbeit von Carolin Schmückle

Einleitung:

Der Begriff „Humankapital“ wurde von deutschen Sprachwissenschaftlern zum Unwort des Jahres 2004 gekürt mit der Begründung, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens nur noch ökonomisch interessante Größen seien. Die Begriffsverwendung wird als ethisch und moralisch bedenklich bezeichnet, ebenso die Bewertung in monetären Größen. Im Rahmen dieser Arbeit soll daher geklärt werden, ob es sich bei der Auslegung des Begriffs „Humankapital“ um eine zu enge Interpretation handelt oder ob die Kritik berechtigt ist.

Bevor der Terminus „Humankapital“ jedoch näher erläutert wird, werden die „immateriellen Werte“ und das „intellektuelle Kapital“ beschrieben und anschließend das „Humankapital“ in diese Begriffsverwendungen eingeordnet.

Nach dieser Begriffseinordnung wird die Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte allgemein sowie nach den Rechnungslegungsnormen des Handelsgesetzbuches (HGB) und der International Financial Reporting Standards (IFRS) erläutert und jeweils die Bilanzierungsfähigkeit des Humankapitals überprüft. Danach folgt eine Darstellung der Notwendigkeit einer Berichterstattung über immaterielle Werte und die damit einhergehenden Schwierigkeiten. Im Anschluss daran werden Methoden vorgestellt, die der Bewertung von Humankapital dienen können und ihre Eignung zu diesem Zweck überprüft.

Danach wird die Branche des Profifußballs vorgestellt und deren Besonderheiten erörtert sowie die Bilanzierung und Bewertung von Humankapital in dieser Branche dargestellt. Im Rahmen der Bilanzierung werden v.a. die Kritikpunkte hervorgehoben, die in der Literatur an der Rechtsprechung zur Bilanzierung der wichtigsten immateriellen Werte der Fußballbranche zum Ausdruck kamen. Darauf aufbauend werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Bilanzierung zu anderen Branchen ausgeführt.

Die Erörterung der Bilanzierung von Humankapital der Fußballbranche nach den IFRS rundet die Klärung der Frage der Bilanzierung ab. Hinsichtlich der Bewertung von Profifußballspielern werden Methoden der Humankapitalbewertung auf ihre Eignung auf die Spielerbewertung hin untersucht und im Anschluss daran ein marktorientiertes Bewertungsmodell vorgestellt, das in ähnlicher Form bereits in der Praxis getestet wurde.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 1
2. Begriffserklärungen 2
2.1 Immaterielle Werte 2
2.2 Intellektuelles Kapital 3
2.3 Humankapital 5
3. Bilanzierung von Humankapital 7
3.1 Allgemeine bilanzielle Einordnung des Humankapitals 7
3.2 Bilanzierung nach HGB 10
3.2.1 Aktivierung eines Vermögensgegenstandes 10
3.2.2 Bilanzierung des Humankapitals nach HGB 12
3.3 Bilanzierung nach IFRS 15
3.3.1 Aktivierung eines Vermögenswerts 15
3.3.2 Aktivierung eines immateriellen Vermögenswerts 18
3.3.3 Bilanzierung von Humankapital nach IFRS 20
3.4 Berichterstattung über immaterielle Werte 22
4. Bewertung von Humankapital 24
4.1 Historie 24
4.2 Grundlagen 25
4.3 Kostenorientierte Bewertungsverfahren 27
4.4 Zukunftserfolgsorientierte Bewertungsverfahren 29
4.5 Marktorientierte Bewertungsverfahren 30
4.6 Bewertungsproblematik 33
5. Profifußball 33
5.1 Begriff 33
5.2 Rechtsformen 34
5.3 Die Verbände 35
5.4 Die Transferentschädigung und die rechtliche Stellung des Spielers 35
5.5 Die Rahmenbedingungen des Transfers 36
5.6 Die Bedeutung der Transfererträge 40
5.7 Ablauf des Transfergeschäfts 41
6. Die Bilanzierung von Humankapital im Profifußball 42
6.1 Bilanzierung nach deutschem Bilanzrecht 42
6.1.1 Rechnungslegungspflicht 42
6.1.2 Rechtsprechung 45
6.1.3 Kritik an der Qualifizierung der Spielerlaubnis 52
6.1.4 Spielerwerte in der Handelsbilanz 54
6.1.5 Spielerwerte in der Steuerbilanz 58
6.1.6 Bewertung, Folgebewertung und Bilanzausweis 59
6.1.7 Außerplanmäßige Abschreibung 62
6.2 Bilanzierung nach IFRS 64
6.2.1 Rechnungslegungspflicht 64
6.2.2 Ansatz 65
6.2.3 Bewertung, Folgebewertung und Bilanzausweis 68
6.2.4 Außerplanmäßige Abschreibung 71
7. Spielerbewertung 73
7.1 Relevanz einer finanziellen Spielerbewertung 73
7.2 Grundlagen zur Spielerbewertung 75
7.3 Zukunftserfolgsorientierte Bewertungsverfahren 76
7.4 Kostenorientierte Bewertungsverfahren 77
7.5 Marktorientierte Bewertung 79
7.5.1 Market Approach 79
7.5.2 Erster Schritt: Klassifizierung und Analyse realisierterTransferzahlungen 80
7.5.3 Zweiter Schritt: Anpassung an Marktentwicklungen 82
7.5.4 Dritter Schritt: Vornahme von Zu- und Abschlägen 83
8. Zusammenfassung 88
Literaturverzeichnis 90

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 1
2. Begriffserklärungen 2
2.1 Immaterielle Werte 2
2.2 Intellektuelles Kapital 3
2.3 Humankapital 5
3. Bilanzierung von Humankapital 7
3.1 Allgemeine bilanzielle Einordnung des Humankapitals 7
3.2 Bilanzierung nach HGB 10
3.2.1 Aktivierung eines Vermögensgegenstandes 10
3.2.2 Bilanzierung des Humankapitals nach HGB 12
3.3 Bilanzierung nach IFRS 15
3.3.1 Aktivierung eines Vermögenswerts 15
3.3.2 Aktivierung eines immateriellen Vermögenswerts 18
3.3.3 Bilanzierung von Humankapital nach IFRS 20
3.4 Berichterstattung über immaterielle Werte 22
4. Bewertung von Humankapital 24
4.1 Historie 24
4.2 Grundlagen 25
4.3 Kostenorientierte Bewertungsverfahren 27
4.4 Zukunftserfolgsorientierte Bewertungsverfahren 29
4.5 Marktorientierte Bewertungsverfahren 30
4.6 Bewertungsproblematik 33
5. Profifußball 33
5.1 Begriff 33
5.2 Rechtsformen 34
5.3 Die Verbände 35
5.4 Die Transferentschädigung und die rechtliche Stellung des Spielers 35
5.5 Die Rahmenbedingungen des Transfers 36
5.6 Die Bedeutung der Transfererträge 40
5.7 Ablauf des Transfergeschäfts 41
6. Die Bilanzierung von Humankapital im Profifußball 42
6.1 Bilanzierung nach deutschem Bilanzrecht 42
6.1.1 Rechnungslegungspflicht 42
6.1.2 Rechtsprechung 45
6.1.3 Kritik an der Qualifizierung der Spielerlaubnis 52
6.1.4 Spielerwerte in der Handelsbilanz 54
6.1.5 Spielerwerte in der Steuerbilanz 58
6.1.6 Bewertung, Folgebewertung und Bilanzausweis 59
6.1.7 Außerplanmäßige Abschreibung 62
6.2 Bilanzierung nach IFRS 64
6.2.1 Rechnungslegungspflicht 64
6.2.2 Ansatz 65
6.2.3 Bewertung, Folgebewertung und Bilanzausweis 68
6.2.4 Außerplanmäßige Abschreibung 71
7. Spielerbewertung 73
7.1 Relevanz einer finanziellen Spielerbewertung 73
7.2 Grundlagen zur Spielerbewertung 75
7.3 Zukunftserfolgsorientierte Bewertungsverfahren 76
7.4 Kostenorientierte Bewertungsverfahren 77
7.5 Marktorientierte Bewertung 79
7.5.1 Market Approach 79
7.5.2 Erster Schritt: Klassifizierung und Analyse realisierterTransferzahlungen 80
7.5.3 Zweiter Schritt: Anpassung an Marktentwicklungen 82
7.5.4 Dritter Schritt: Vornahme von Zu- und Abschlägen 83
8. Zusammenfassung 88
Literaturverzeichnis 90

Textprobe:

Kapitel 3.2.1, Aktivierung eines Vermögensgegenstandes:

Grundlage für die deutsche Rechnungslegung ist das HGB, das die entsprechenden Vorschriften im Dritten Buch in den §§ 238-342e enthält. Der Gesetzgeber fordert nach dem Vollständigkeitsgebot gem. § 246 Abs. 1 HGB, dass der Jahresabschluss sämtliche Vermögensgegenstände enthalten muss, er definiert diesen Begriff allerdings nicht. Es handelt sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, dessen Inhalt aus den Zwecken des Jahresabschlusses und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) abzuleiten ist. Zu diesem Zweck dient der Aktivierungsgrundsatz, der zu den nicht kodifizierten GoB gehört und definiert, welche Kriterien ein Vermögensgegenstand erfüllen muss.

Grundsätzlich ist zwischen abstrakter und konkreter Aktivierungsfähigkeit zu unterscheiden. Bei der Prüfung der abstrakten Aktivierungsfähigkeit muss geklärt werden, ob überhaupt ein Vermögensgegenstand vorliegt. Anschließend ist zu prüfen, ob der Vermögensgegenstand konkret aktivierungsfähig ist, d.h. dass der Aktivierung kein gesetzliches Verbot entgegensteht. Es ist also zu untersuchen, ob eine getätigte Ausgabe zur Aktivierung als Vermögensgegenstand führt. Der Aktivierungsgrundsatz schlägt auch auf das Steuerrecht durch. Grund dafür ist das Maßgeblichkeitsprinzips, das in § 5 Abs. 1 S. 1 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) verankert ist. Daher wird zunehmend angenommen, dass der handelsrechtliche Begriff Vermögensgegenstand und der steuerrechtliche Begriff Wirtschaftsgut identisch sind, wobei anzumerken ist, dass inhaltliche Unterschiede bestehen.

Betrachtet man die Grundidee der Bilanz, die statische Bilanztheorie, so wird deutlich, dass in der Bilanz auf der Aktivseite das Schuldendeckungspotenzial eines Unternehmens abgebildet wird, d.h. das Vermögen, das zur Deckung der Schulden, die auf der Passivseite ausgewiesen werden, verwendet werden kann. Dieser statische Charakter eines Vermögensgegenstandes kommt auch in § 242 Abs. 1 HGB zum Ausdruck, wo der Kaufmann verpflichtet wird, „einen dem Verhältnis seines Vermögens und seiner Schulden darstellenden Abschluss (Eröffnungsbilanz, Bilanz) aufzustellen“.

Der handelsrechtliche Aktivierungsgrundsatz orientiert sich an dieser statischen Betrachtungsweise. Ein Gut soll zur Schuldendeckung beitragen. In welcher Art und Weise dies erfolgen kann, wird im Schrifttum anhand verschiedener Kriterien festgelegt. In der Literatur werden unterschiedliche Anforderungen diskutiert, die an einen Vermögensgegenstand gestellt werden. An dieser Stelle soll eine solche Diskussion unterbleiben und es wird das Kriterium der „selbständigen Verwertbarkeit“ als Anforderung an einen Vermögensgegenstand vorausgesetzt. Diese ist erfüllt, wenn ein Gut durch Veräußerung, Einräumung eines Nutzungsrechts, bedingten Verzicht oder im Wege der Zwangsvollstreckung gegenüber Dritten in Geld transformiert werden kann. Somit wird deutlich, dass der wirtschaftliche Vorteil, nämlich dass ein Gut gegenüber Dritten verwertbar ist, entscheidend für das Vorliegen eines Vermögensgegenstandes ist. Die Einzelverwertbarkeit hat also eine entscheidende Bedeutung als Definitionsmerkmal eines Vermögensgegenstandes.

Arbeit zitieren:
Schmückle, Carolin Januar 2006: Bilanzierung und Bewertung von Humankapital am Beispiel des Profifußballs in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bundesliga, Fußball, Rechnungswesen, Bilanzierung, IFRS

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