Beyond Budgeting
Ein neuer Ansatz als Alternative zur klassischen Budgetierung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ramona Rozsa
- Abgabedatum: August 2004
- Umfang: 129 Seiten
- Dateigröße: 499,6 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8311-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8311-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8311-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Rozsa, Ramona August 2004: Beyond Budgeting, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Balanced Scorecard, Performance Management Modell, Benchmarking, Netzwerkstruktur, Empowerment
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Diplomarbeit von Ramona Rozsa
Einleitung:
Unternehmen sehen sich zunehmend mit einer steigenden Komplexität und Dynamik innerhalb der Unternehmen selbst und in der Unternehmensumwelt konfrontiert. Die fortschreitende Globalisierung der Märkte, der technologische Fortschritt und damit verbundene kürzere Produktlebenszyklen, instabile Konjunkturverläufe, schwankende Wechselkurse und steigende Anforderungen der Kunden sind die Antriebskräfte dieser Entwicklung.
Diese Rahmenbedingungen erfordern eine strategie- und zielgerichtete Allokation von Ressourcen. Das Instrument der traditionellen Budgetierung scheint diese Anforderung nur noch in einem begrenzten Maße zu erfüllen und sieht sich daher seit geraumer Zeit starker Kritik ausgesetzt. Die Budgetierung wird als ein zu aufwändiges und starres Verfahren beanstandet, das der schnellen Anpassung an veränderte Marktsituationen und Kundenbedürfnissen entgegenwirkt. Sie motiviert die Mitarbeiter nicht, sich hohe Ziele zu setzen und beansprucht zu viele Ressourcen. Mit ihrer kurzfristigen Orientierung und Fortschreibungsmentalität besteht kein Bezug zu den strategischen Zielen einer Unternehmung, mit der Folge dass neue Managementinstrumente, wie beispielsweise die Balanced Scorecard, bei der Umsetzung scheitern.
Bei all der Kritik an der traditionellen Budgetierung stellt sich die Frage, welche Alternativen einem dynamischeren Unternehmensmodell gerecht werden können.
Eine radikale Alternative zur traditionellen Budgetierung stellt das Managementkonzept Beyond Budgeting dar. Beyond Budgeting, was so viel heißt wie „jenseits der Budgetierung“, steht für ein Steuerungsmodell, das völlig auf die Erstellung von Budgets verzichtet. Ziel des Konzeptes ist es, eine realitätsgetreue und aussagekräftige Planung zu realisieren, die sich mehr an Zielen und Ereignissen und weniger an festen Zeitperioden orientiert.
Das Konzept basiert auf zwei Kernelementen. Zum einen soll durch adaptive Managementprozesse eine laufende Anpassung an Umfeldbedingungen und Kundenanforderungen ermöglicht werden. Zum anderen soll durch radikale Dezentralisierung von Entscheidungen und lokale Autonomie der Prozess der Entscheidungsfindung beschleunigt, das Handeln flexibilisiert und dem Unternehmen das gesamte Potential der Mitarbeiter erschlossen werden. Diese Kernelemente werden jeweils durch sechs Prinzipien getragen, welche die Rahmenbedingungen zur Gestaltung eines flexiblen Konzeptes bilden.
Bereits vorhandene Instrumente, wie die Balanced Scorecard, Benchmarking, Rolling Forecasts und Activity Based Management bilden die Basis für die Umsetzung des Konzeptes.
Gang der Untersuchung:
In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, inwieweit das Beyond Budgeting Konzept eine Alternative zur traditionellen Budgetierung darstellt. Die Basis bildet eine vergleichende Analyse der beiden Konzepte, in der die Unterschiede zwischen ihnen erarbeitet werden. Die klassische Budgetierung beruft sich auf die Kernfunktionen Koordination, Motivation und Prognose. Die Kernelemente des Beyond Budgeting, welche durch die zwölf Prinzipien getragen werden, bilden die Rahmenbedingungen zur Gestaltung eines flexiblen Prognose-, Koordinations- und Motivationskonzepts. Es stellt sich die Frage, inwieweit das Beyond Budgeting Modell die Kernfunktionen der Budgetierung – Koordination, Motivation und Prognose – durch seine Elemente bzw. Prinzipien erfüllt und erweitert.
Aufbauend auf der vergleichenden Analyse werden die Chancen und Risiken bei der Implementierung von Beyond Budgeting aufgezeigt. Die Basis für die Umsetzung bilden Instrumente wie Balanced Scorecard, Rolling Forecasts, Benchmarking und Activity Based Management. Dies führt zu der Frage, welche Rolle diese Instrumente im Konzept erfüllen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Darstellung der klassischen Budgetierung und Beyond Budgeting | 4 |
| 2.1 | Das Konzept der Klassischen Budgetierug | 4 |
| 2.1.1 | Begriffliche Grundlagen, Funktionen und Arten von Budgets | 4 |
| 2.1.2 | Partizipation in der Budgetierung | 9 |
| 2.1.3 | Verfahren zur Ermittlung von Budgets | 10 |
| 2.1.4 | Verhaltenswirkungen von Budgetvorgaben | 13 |
| 2.1.5 | Kritik an der Budgetierungspraxis | 15 |
| 2.2 | Beyond Budgeting | 18 |
| 2.2.1 | Ursprung des Beyond Budgeting Modells | 18 |
| 2.2.2 | Prinzipien der Unternehmensführung ohne Budgets | 20 |
| 2.3 | Vergleichende Analyse von Budgetierung und Beyond Budgeting | 32 |
| 2.3.1 | Der Wandel vom Industriezeitalter zum Informationszeitalter | 32 |
| 2.3.2 | Multidivisionale Organisationsstruktur versus Netzwerkstruktur | 35 |
| 2.3.3 | Absolute Ziele versus relative Ziele | 38 |
| 3. | Implementierung des Beyond Budgeting Konzeptes | 43 |
| 3.1 | Beyond Budgeting in der Unternehmenspraxis - Fallbeispiele | 43 |
| 3.1.1 | Svenska Handelsbanken AB | 43 |
| 3.1.2 | Borealis A/S | 49 |
| 3.2 | Die Implementierung des Beyond Budgeting Konzeptes | 53 |
| 3.2.1 | Entwicklung des Veränderungsbedarfes und Formulierung einer Vision | 54 |
| 3.2.1.1 | Initiatoren und weitere Akteure des Wandlungsprozesses | 55 |
| 3.2.1.2 | Die Entwicklung einer Problemdarstellung und einer Projektvision | 57 |
| 3.2.2 | Die Gestaltung und Implementierung der neuen Prozesse, Instrumente und Systeme | 62 |
| 3.2.2.1 | Die Balanced Scorecard | 64 |
| 3.2.2.2 | Unternehmensweite Informationssysteme und Rolling Forecasts | 67 |
| 3.2.2.3 | Das Benchmarking | 72 |
| 3.2.2.4 | Shareholder Value-Ansätze | 75 |
| 3.2.2.5 | Das Prozesskostenmanagement | 77 |
| 3.2.2.6 | Das Customer Relationship Management | 79 |
| 3.2.3 | Empowerment der operativen Einheiten | 82 |
| 3.2.3.1 | Die Veränderung der Strukturen und Verankerung der neuen Ansätze | 82 |
| 3.2.3.2 | Anpassung von Leistungsbewertung und Vergütung | 87 |
| 3.3 | Bewertung des Beyond Budgeting Konzeptes | 91 |
| 3.3.1 | Bedeutung von Komplexität und Dynamik | 91 |
| 3.3.2 | Sachliche Aspekte der Implementierung | 97 |
| 3.3.3 | Kostenaspekte der Implementierung | 98 |
| 3.3.4 | Personelle Aspekte der Implementierung | 100 |
| 3.3.5 | Kulturelle Aspekte der Implementierung | 102 |
| 4. | Ausblick und Fazit | 105 |
| Literaturverzeichnis | VIII |
Eigenkapitalrendite (ROE) als der Branchendurchschnitt, geht ein Teil des Saldos (ein Drittel des ROE Saldos multipliziert mit dem Eigenkapital der Bank) an die „Oktogonen Fonds“. Das Geld aus den Fonds wird teilweise in Aktien der eigenen Bank und in Aktien anderer Unternehmen angelegt. Treten die Mitarbeiter in den Ruhestand erhalten sie, unabhängig von ihrer ehemals begleiteten Position, den gleichen Betrag vom Fond ausgezahlt. So konnte ein Mitarbeiter der seit 1972 dreißig Jahre bei Svenska Handelsbanken beschäftigt war mit Eintritt in das Rentenalter einen Auszahlungsbetrag von 300.000 EUR beziehen. Durch ein solches Anreizsystem sind die Mitarbeiter der Bank aktiv am Unternehmenserfolg beteiligt. Sie werden zur Ausschöpfung ihres Potenzials angespornt und zur Verfügungsstellung ihrer Ideen und Optimierungsvorschläge über ihre Filiale oder Region hinaus.11 [...]
Durch den Grad der Exaktheit eines Ziels wird festgelegt wie präzise und zuverlässig eine Person handeln kann um das angestrebte Ziel zu erreichen. Locke/Latham stellten fest, dass durch die konkrete Beschreibung eines Zieles die Möglichkeit auftretender Missverständnisse zwischen Zielgeber und Zielempfänger reduziert wird.104 Das bedeutet, dass durch konkrete Ziele die Erwartungen klar dargestellt werden. Während absolute Ziele klare Erwartungen vermitteln (in der Periode x wird ein Umsatz von x Mill. € erwartet), umschreiben relative Ziele eher unscharf die Erwartungen (es wird erwartet, dass der Gewinn maximiert wird und im Vergleich zum Branchendurchschnitt im oberen Drittel liegt). Relative Ziele sind somit im Vergleich zu absoluten Zielen weniger exakt, was die Gefahr eines geringeren Leistungsniveaus mit sich bringt.105 [...]
Ein weiterer Vorteil relativer Ziele besteht in der leichteren Akzeptanz durch den Zielempfänger.101 Die Akzeptanz der Ziele durch die betroffenen Einheiten hängt im Wesentlichen von der subjektiven empfundenen Möglichkeit zu dessen Beeinflussung ab.102 Absolute Ziele sind in dieser Hinsicht problematisch. Wie bereits erörtert, findet bei absoluten Zielen keine Berücksichtigung der Umweltdynamik innerhalb der Budgetperiode statt. Der Budgetverantwortliche hat somit aufgrund der externen Faktoren nur bedingt Einfluss auf eine erfolgreiche Zielerreichung. Im Gegensatz dazu können relative Ziele dieses Problem weitestgehend kompensieren. Relative Ziele stellen sich vergleichsweise zeitnah auf neue Umweltzustände ein. Dadurch wird die Zielerreichung hauptsächlich durch Faktoren gelenkt, die der Budgetverantwortliche selbst durch sein Handeln beeinflussen kann. Demzufolge werden Ziele, die im Einflussbereich der Budgetverantwortlichen liegen, eher akzeptiert als Ziele die durch sein Handeln nicht beeinflusst werden können. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832483111
Arbeit zitieren:
Rozsa, Ramona August 2004: Beyond Budgeting, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Balanced Scorecard, Performance Management Modell, Benchmarking, Netzwerkstruktur, Empowerment



