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Bewertung kommunaler Wohnungsunternehmen

Bewertung kommunaler Wohnungsunternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Danilo Schmidt
  • Abgabedatum: März 2004
  • Umfang: 98 Seiten
  • Dateigröße: 528,2 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Hochschule Wismar Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8830-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8830-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8830-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schmidt, Danilo März 2004: Bewertung kommunaler Wohnungsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Unternehmensbewertung, Immobilienwirtschaft, Net Asset Value, Ertragswertverfahren, Immobiliengesellschaft

Diplomarbeit von Danilo Schmidt

Einleitung:

Die Kommunen verfügen heute über einen ausgedehnten Immobilienbestand. Der Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen repräsentiert mit seinen ca. 3.200 Mitgliedsunternehmen die Vielfalt der Wohnungswirtschaft in Deutschland. Diese Unternehmen bewirtschaften mehr als 6,5 Mio. Wohneinheiten, was rund einem Drittel aller Mietwohnungen in Deutschland entspricht. Auch 740 kommunale Wohnungsgesellschaften haben sich dieser Verbandstruktur untergliedert. Sie bewirtschaften nahezu 42% der von den GdW Mitgliedsunternehmen im Bestand gehaltenen Wohnungen. Bei rund 38,7 Mio. Haushalten in der Bundesrepublik entspricht das einem Anteil von rund 7%.

Vor dem Hintergrund steigender Verschuldung der Kommunen wächst der Verkaufsgedanke zur Erlangung liquider Mittel. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass in der Zukunft auch kommunale Wohnungsgesellschaften zum Verkauf stehen und zu bewerten sein werden. In der jüngsten Vergangenheit konnte man bereits größere Transaktionen am deutschen Immobilienmarkt verzeichnen. So wurden von Investment- und Fondsgesellschaften bereits mehrere tausend Wohnungen gekauft. SOROS, eine US-Fondsgesellschaft, ist beispielsweise an der landeseigenen Berliner Wohnungsgesellschaft GSW interessiert. Insgesamt sollen mehrere ausländische Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt auf der Suche nach attraktiven Investitionsobjekten sein.

Aufgrund der zu erwartenden Veräußerungen kommunaler Wohnungsunternehmen soll es nun Ziel dieser Arbeit sein, ein geeignetes Bewertungsverfahren herauszuarbeiten, um einen aussagekräftigen Wert dieser Gesellschaften berechnen zu können. Diese Zielstellung steht vor dem Hintergrund, dass die Probleme bei der Bewertung von Immobilienunternehmen in der deutschsprachigen Literatur zur Unternehmensbewertung immer noch eine untergeordnete Rolle spielen und bei der Immobilienbewertung Probleme zu beachten sind, die weder aus theoretischer noch aus praktischer Sicht einfach zu lösen sind. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht dabei der Bewertungsanlass Kauf bzw. Verkauf eines kommunalen Wohnungsunternehmens an private Investoren. Den Bezugsrahmen für die Erarbeitung eines geeigneten Bewertungsverfahrens bilden die vom Institut der Wirtschaftsprüfer niedergelegten Grundsätze zur Durchführung von Unternehmensbewertung.

Gang der Untersuchung:

Um bewertungsrelevante Besonderheiten der kommunalen Wohnungsunternehmen herauszustellen, gilt es in einem ersten Schritt diese Unternehmen anhand bestimmter betriebswirtschaftlicher Charakteristiken zu analysieren. Eine Abgrenzung hierfür wird zum Großteil aus deren Geschäftstätigkeiten vorgenommen. Zu Beginn des ersten Abschnitts wird daher der Unternehmenszweck einer solchen Gesellschaft anhand eines Mustergesellschaftsvertrages dargestellt. Darauf aufbauend lassen sich die Leistungserstellung, der Produktionsfaktorenbezug sowie der räumliche Wirkungsbereich als Abgrenzungspunkte heraussondern. Wie der Unternehmensbezeichnung "kommunale Wohnungsunternehmen" zu entnehmen ist, stellen Wohnungen einen primären Gegenstand dieser Unternehmen dar, so dass insbesondere auf Immobilien und Immobilienunternehmen Bezug genommen wird. Daneben gilt es auch auf die Eigentümerstruktur und systembezogenen Tatbestände einzugehen, um ein abgerundetes Bild eines kommunalen Wohnungsunternehmens zu erhalten.

In dem darauf folgenden Abschnitt gilt es zunächst, ausgewählte Verfahren zur Bewertung von kommunalen Wohnungsunternehmen auf ihre Tauglichkeit zu analysieren. Hierzu werden in einem ersten Schritt verschiedene Bewertungsverfahren vorgestellt. Da die Grundsätze der Unternehmensbewertung Rahmenbedingungen abbilden, in dem die eigenverantwortliche Lösung der Bewertung liegen muss, gilt es diese in einem weiteren Schritt darzulegen. Es wird hierbei insbesondere auf die Grundsätze eingegangen, die eine Trennung der Unternehmenseinheit in einzelne Unternehmensteile erlauben. Im Anschluss daran gilt es, die klassischen Bewertungsmethoden - Ertragswertverfahren und Discounted Cash Flow Methode (DCF-Methode) - aufgrund ihrer Bedeutung für die Unternehmensbewertungspraxis vorzustellen. Auf den aus dem britischen Wirtschaftsraum stammenden Net Asset Value (NAV) wird in diesem Abschnitt darüber hinaus ausführlich Bezug genommen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass der NAV im Einklang mit internationalen Bewertungsstandards steht und als eine zentrale Messgröße für die Bewertung von Immobiliengesellschaften gilt.

Im Hinblick auf die gewonnen Erkenntnisse über die bewertungsrelevanten Besonderheiten der kommunalen Wohnungsunternehmen sowie der vorgestellten Bewertungsverfahren und -grundsätze, gilt es in einem weiteren Schritt anhand ausgewählter Kriterien zu diskutieren, ob die Anwendung dieser Verfahren zur Bewertung von kommunalen Wohnungsunternehmen tatsächlich zu einem aussagekräftigen Ergebnis führen und dem Wunsch der DVFA, den NAV als Standard anzuerkennen, gefolgt werden kann. Es werden darüber hinaus auch Lösungsvorschläge unterbreitet, die aufbauend auf den erarbeiteten Feststellungen, der Ermittlung eines Unternehmenswertes im Rahmen der Grundsätze der Unternehmensbewertung dienen.

In einem letzten Abschnitt wird die Bewertung eines fiktiven kommunalen Wohnungsunternehmens exemplarisch an Hand des NAV-Verfahrens in seiner ursprünglichen Verfahrensweise sowie unter Anwendung des erarbeiteten, dem IDW entsprechenden Bewertungsverfahrens vorgenommen. Es soll hierdurch erreicht werden, dass die praktische Umsetzung zur Ermittlung sowohl des NAV, welcher aufgrund des derzeitigen Diskussionsstandes an Bedeutung gewonnen hat, als auch des speziell für kommunale Wohnungsunternehmen ermittelten Bewertungsverfahrens vorgestellt werden. Darüber hinaus gilt es gegebenenfalls entstehende Unterschiede aufzuzeigen.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
A. EINLEITUNG 1
1. ZIELSETZUNG 1
2. GANG DER UNTERSUCHUNG 2
B. ABGRENZUNG DES KOMMUNALEN WOHNUNGSUNTERNEHMENS 4
1. GEGENSTAND DES UNTERNEHMENS 4
2. ABGRENZUNGSKRITERIEN 6
2.1. Leistungserstellung 6
2.1.1. Arten der Leistungserstellung 6
2.1.2. Das Immobilienunternehmen 6
2.2. Faktorbezug 8
2.2.1. Arbeitsintensive Unternehmen 8
2.2.2. Anlageintensive Unternehmen 9
2.2.3. Materialintensive Betriebe 13
2.3. Räumlicher Wirkungsbereich 13
2.4. Eigentümerstruktur 13
2.5. Systembezogene Tatbestände 14
3. DAS KOMMUNALE WOHNUNGSUNTERNEHMEN 16
C. EIGNUNGSANALYSE AUSGEWÄHLTER UNTERNEHMENS-BEWERTUNGSVERFAHREN FÜR KOMMUNALE WOHNUNGSUNTERNEHMEN 18
1. VERFAHREN DER UNTERNEHMENSBEWERTUNG IM ÜBERBLICK 18
2. RELEVANTE GRUNDSÄTZE DER UNTERNEHMENSBEWERTUNG NACH IDW S1/HFA RS 10 22
2.1. Bedeutung der Grundsätze für die Unternehmensbewertung 22
2.2. Bewertungsrelevante Grundsätze im Überblick 23
3. KLASSISCHE BEWERTUNGSVERFAHREN 25
3.1. Gesamtbewertungsverfahren 25
3.1.1. Konzept der Gesamtbewertungsverfahren 25
3.1.2. Ertragswertverfahren 26
3.1.3. Discounted Cash Flow Verfahren (DCF-Verfahren) 29
3.2. Bestandsorientiertes Verfahren (Substanzwertverfahren) 32
4. DER NET ASSET VALUE 34
4.1. Ermittlung des Net Asset Value 34
4.2. Ansätze zur Marktwertbestimmung 35
4.3. Bestimmungsgrößen des Net Asset Value 35
4.3.1. Marktwert der Immobilien 35
4.3.1.1. Ermittlung der Reinerträge von Immobilien 37
4.3.1.2. Ermittlung des Bodenwertes 38
4.3.1.3. Der Liegenschaftszins 38
4.3.1.4. Der Vervielfältiger 39
4.3.2. Marktwerte sonstiger Vermögensgegenstände 40
4.3.3. Marktwert des Fremdkapitals 40
4.3.3.1. Rückstellungen 40
4.3.3.2. Verbindlichkeiten 41
4.3.4. Kapitalisierte Overheadkosten 41
5. WÜRDIGUNG DER BEWERTUNGSVERFAHREN FÜR KOMMUNALE WOHNUNGSUNTERNEHMEN 43
5.1. Berücksichtigung der stillen Reserven 43
5.2. Aussagekraft der Planungsrechnungen 44
5.3. Prinzip der Unternehmensfortführung 47
5.4. Berücksichtigung des Leerstandes 47
5.5. Bemessung des Kapitalisierungszinssatzes 48
5.5.1. Berücksichtigung immobilienspezifischer Risiken 48
5.5.2. Berücksichtigung inflationärer Aspekte 50
5.5.3. Liegenschaftszins als Kapitalisierungszins 50
5.6. Grundsatz der Bewertung der wirtschaftlichen Unternehmenseinheit 51
5.7. Berücksichtigung von Steuern 53
5.8. Berücksichtigung steuerlicher Verlustvorträge 55
5.9. Zusammenfassende Würdigung für kommunale Wohnungsunternehmen 57
D. DER UNTERNEHMENSWERT EINES AUSGEWÄHLTEN KOMMUNALEN WOHNUNGSUNTERNEHMENS (X-GMBH) 60
1. GESCHÄFTSBEREICHE DER X-GMBH 60
2. BEWERTUNGSRELEVANTE ANNAHMEN 60
3. DER NET ASSET VALUE DER X-GMBH 62
3.1. Marktwert der Immobilien nach WertV 62
3.2. Marktwert der übrigen Vermögensgegenstände 62
3.3. Marktwert des Fremdkapitals 64
3.3.1. Rückstellungen 64
3.3.2. Marktwert der Verbindlichkeiten 64
3.4. Kapitalisierte Overheadkosten 64
3.5. Unternehmenswert nach der NAV-Methode 65
4. DER ERTRAGSWERT DER X-GMBH 66
4.1. Ertragswerte der Immobilien 66
4.2. Allgemeine Aufwendungen/Erträge 67
4.3. Kapitalisierte Ertragsteuern 67
4.3.1. Ertragsteuerbelastung 67
4.3.2. Vorteil steuerlicher Verlustvorträge 68
4.4. Unternehmenswert nach der Ertragswertermittlung 69
5. GEGENÜBERSTELLUNG DER UNTERNEHMENSWERTE 70
E. SCHLUSSBEMERKUNG 71
LITERATURVERZEICHNIS 72
EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG 79
ANLAGENVERZEICHNIS 80
ANLAGEN 81

Automatisiert erstellter Textauszug:

der Immobilien als wichtigste Einflussgröße zur Bestimmung des NAV. Zum Zwecke der Marktwertermittlung gibt es sowohl nationale als auch internationale Verfahren. Es sollen hier jedoch nur die nationalen Verfahren betrachtet werden171. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass nach der deutschen Rechtsprechung für Mietwohnbauten und Gewerbebauten in der Regel der nach der Wertermittlungsverordnung ermittelte Ertragswert anzusetzen ist172. Bei der Bestimmung des Marktwertes für Immobilien wird nach deutschem Recht auf den Verkehrswert gemäß § 194 BauGB eingegangen. Für die Ermittlung des Verkehrswertes enthält die Wertermittlungsverordnung (WertV) anerkannte Grundsätze. An diese sind jedoch grundsätzlich lediglich die Gutachter der örtlichen Gutachterausschüsse, die als Behörde für den Bereich der kreisfreien Städte bzw. Gemeinden gebildet werden, gebunden. Es ist aber zu berücksichtigen, dass die dort festgelegten Verfahren ein anerkanntes Regelwerk darstellen, so dass Abweichungen hiervon grundsätzlich im Gutachten zu begründen sind173. Der Verkehrswert orientiert sich an einer fiktiven Veräußerung des Grundstücks und stellt somit den Marktwert von Grundstücken dar174. Für die Ermittlung des Verkehrswertes schreibt die WertV grundsätzlich das Ertragswert-175, Vergleichswert-176 oder das Sachwertverfahren177 gemäß § 7 WertV vor178. Bezogen auf den IDW S 1, wonach sich der Wert eines Unternehmens nach den zukünftigen Zahlungsströmen bemisst, den Vergleichsverfahren lediglich eine plausibilisierende Aufgabe zukommt179 und der NAV als besonderes Verfahren dem S 1 angepasst werden soll, wird auf die Darstellung des Vergleichswert- wie auch Sachwertverfahrens verzichtet. Der Ertragswert einer Immobilie entspricht „der Summe der Barwerte aller bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung eines Grundstücks nachhaltig erzielbaren Reinerträge einschließlich des Barwerts des Bodenwerts“180. Das Ertragswertverfahren eignet sich besonders für Immobilien, bei denen eine Ertragserwirtschaftung im Vordergrund steht181. [...]

stärkeren Bezug auf die Bilanz. Hier wird das Fremdkapital nicht extra aufgeführt. Es findet seine Berücksichtigung in der Weise, dass von den Marktwerten der einzelnen Vermögenspositionen die entsprechenden Buchwerte in Abzug gebracht werden und in einem weiteren Schritt das ausgewiesene Eigenkapital hinzu addiert wird. Das Fremdkapital entspricht dementsprechend der Differenz aus den Buchwerten des Vermögens und des Eigenkapitals. Dabei wird unterstellt, dass der Marktwert dem bilanzierten Rückzahlungsbetrag entspricht. Es finden also nur die stillen Reserven der einzelnen Vermögenspositionen ihre Berücksichtigung. Insbesondere Analysten bevorzugen diesen Ansatz, der sich wie folgt darstellen lässt169: Marktwert der Immobilien Marktwert sonstiger Vermögensgegenstände Buchwert der Immobilien Buchwert der sonstigen Vermögensgegenstände Eigenkapital kapitalisierte Overheadkosten Net Asset Value [...]

Der NAV entspricht der Summe der Marktwerte des Vermögens abzüglich der Schulden des betreffenden Unternehmens. Er spiegelt jedoch nicht einen Substanzwert wider. Hier werden die einzelnen Immobilienobjekte zu ihren Ertragswerten angesetzt, so dass letztlich vom Gegenwartswert der in Zukunft erwarteten Nettoeinnahmen des Investors ausgegangen werden kann164. Als Kennzahl findet der NAV bereits national wie auch international seine Anerkennung für bestandshaltende Immobiliengesellschaften (NAV pro Aktie). Diese Kennzahl soll jedoch, aufgrund der schlechten Vergleichbarkeit des kommunalen Wohnungsunternehmens mit börsennotierten Immobilien-AG, im weiteren Verlauf vernachlässigt bleiben. Von Interesse ist der NAV hier nur als Bewertungsverfahren. In Deutschland ist dieses Verfahren jedoch nicht als Bewertungsstandard anerkannt165. Es werden nun die Vorgehensweise bei der Ermittlung vorgestellt und Lösungsansätze für eventuell auftretende Fragen erarbeitet. [...]

Arbeit zitieren:
Schmidt, Danilo März 2004: Bewertung kommunaler Wohnungsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Unternehmensbewertung, Immobilienwirtschaft, Net Asset Value, Ertragswertverfahren, Immobiliengesellschaft

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