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Bewertung der Planung und Umsetzung der Lokalen Agenda 21 Initiative der Verbraucher - Zentrale NRW

Unter der Berücksichtigung ihrer Einbindung in kommunale Agenda 21-Prozesse

Bewertung der Planung und Umsetzung der Lokalen Agenda 21 Initiative der Verbraucher - Zentrale NRW
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Spiekermann
  • Abgabedatum: Mai 2000
  • Umfang: 95 Seiten
  • Dateigröße: 594,4 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Münster Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2684-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2684-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2684-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Spiekermann, Markus Mai 2000: Bewertung der Planung und Umsetzung der Lokalen Agenda 21 Initiative der Verbraucher - Zentrale NRW, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Agenda 21, Umwelt und Beratung

Diplomarbeit von Markus Spiekermann

Einleitung:

Die Veränderungen der globalen Umwelt bedrohen die Zukunft der Menschheit. Ohne entscheidende Gegenmaßnahmen werden sich diese Veränderungen weiterhin verschärfen. Zwar führte der technische Fortschritt sowie Bewußtseinsänderungen in der Bevölkerung in den letzten Jahren zu einem effizienteren Umgang mit natürlichen Ressourcen, für das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung, wie es das Dokument der Agenda 21 fordert, reichen diese Fortschritte allein aber noch nicht aus. Allmählich entwickelt sich die Einsicht, daß die Endlichkeit natürlicher Ressourcen und die Belastung der Umwelt sowohl lokal als auch global zu sehen sind. Ohne eine umweltverträgliche Ausrichtung der Kommunen wird eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft nicht möglich sein. Das Leitbild beschreibt dabei nicht in erster Linie eine Umkehr oder Weiterentwicklung im kommunalen Umweltschutz, sondern erfordert die Abkehr von der isolierten Betrachtung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Aspekte.

Gang der Untersuchung:

In methodischer Hinsicht ist hierzu ein Verfahren notwendig, welches die Integration aller gesellschaftlichen Gruppen ermöglicht. Sowohl im Hinblick auf die angestrebte Zielfindung als auch bei der Durchführung der damit verbundenen Maßnahmen muß dieses dazu geeignet sein, alle örtlichen Akteure einzubeziehen. Mit den politischen Vorgaben sowie den sich daraus ergebenden Rahmenbedingungen, die dem lokalen Agenda 21-Prozeß zugrunde liegen, befaßt sich infolgedessen das Kapitel 2 dieser Arbeit. In Kapitel 3 sollen anschließend geeignete Schritte zur Erstellung und Umsetzung einer Lokalen Agenda 21 aufgezeigt werden. Das Hauptanliegen besteht dabei in der Erörterung geeigneter Kommunikations- und Beteiligungsverfahren sowie deren Organisation.

Die dargestellten Aspekte basieren auf einer vorausgehenden Betrachtung der Ansatzpunkte die einer Beteiligung der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalens an einer Lokalen Agenda 21 zugrunde liegen. Diese ergeben sich vor allem durch das Kapitel 4 der Agenda 21, „Änderung der Konsumgewohnheiten”.

Hier stellt sich die im politischen Selbstverständnis der Einrichtung verankerte Frage nach den Möglichkeiten und Chancen der Mitarbeit an einer zukunftsbeständigen Stadtentwicklung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Zielgruppe der Verbraucher. Aber auch dem produzierenden Gewerbe und dem Handel gilt es, zukunftsfähigen Konsum bewußt zu machen. In diesem Sinne wird zunächst nach dem Beziehungsverhältnis „Bildung als Voraussetzung zum Handeln” gefragt, welches vor allem in Bezug auf die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen eine bedeutende Rolle spielt.

Im Anschluß daran werden sowohl die Zielsetzungen und Arbeitsinhalte der eigentlichen Verbraucherarbeit als auch der Agenda 21-Arbeit der Verbraucher-Zentrale dargelegt. Insbesondere letztere Ausführung stützt sich dabei auf eine von der Verbraucher-Zentrale im Februar 1998 durchgeführte Bestandsaufnahme zum damaligen Stand der Beiträge zu einer Lokalen Agenda 21. Diese Untersuchung dient bei der späteren Auswertung zudem als Vergleichswert hinsichtlich meiner eigenen Erhebung. So läßt sich beispielsweise ermitteln, was aus geplanten Aktionen und Vorhaben geworden ist.

Das anschließende Kapitel beschäftigt sich auf der Basis einer empirischen Erhebung, mit der Beteiligung der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen an lokalen Agenda 21-Prozessen. Als Erhebungsmethode wurde eine schriftliche Befragung mittels eines standardisierten Fragebogens gewählt.

Ziel der Untersuchung ist, unter Berücksichtigung der theoretischen Überlegungen zur Erstellung lokaler Agenda 21-Prozesse, eine systematische Erhebung der Agenda 21-Initative der Verbraucher-Zentrale.

Dieser Untersuchungsschwerpunkt beinhaltet somit einen quantitativen Blick auf die Agenda-Arbeit der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen, unter Berücksichtigung ihrer Einbindung in den kommunalen Gesamtprozeß.

Auf Grundlage der theoretischen und empirischen Erkenntnisse wird abschließend in Kapitel 5 im Sinne einer Bewertung, die Planung, Umsetzung und Einbindung der Lokalen Agenda 21-Initiative der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalens in kommunale Agenda 21-Prozesse diskutiert.

Inhaltsverzeichnis:

0. Vorwort 5
1. Einführung 6
2. Theoretische Grundlegung 9
2.1 Das Prinzip des „sustainable development“ als Fundament von Agenda 21-Prozessen 9
2.2 Die Agenda 21 - als vorläufiges Ergebnis eines langjährigen Diskussionprozesses um Umwelt und Entwicklung 10
2.3 Lokale Agenda 21 - Die Rolle der Städte und Gemeinden bei der Umsetzung der Agenda 21 12
2.3.1 Die „Charta von Aalborg“ - Europäische Vereinbarung für eine zukunftsbeständige Entwicklung der Städte und Gemeinden 14
2.4 Die Rolle der Akteure bei der Erstellung einer Lokalen Agenda 21 16
2.5 Mögliche Probleme bei der Umsetzung der Lokalen Agenda 21 17
3. Lokale Agenda 21 konkret - Die Umsetzung der Agenda 21 auf kommunaler Ebene 19
3.1 Fördernde Aspekte im Hinblick auf die praktische Umsetzung der Lokalen Agenda 21 19
3.2 Bewußtsein als Voraussetzung zum Handeln - Die Rolle der Bildung bei der Umsetzung der Agenda 21 in die Praxis 22
3.3 Die Verbraucher-Zentrale als Träger von Verbraucherbildung und potentieller Akteur im Rahmen der lokalen Agenda 21 23
3.3.1 Politische Zielsetzung und bisherige Arbeitsinhalte 24
3.3.2 Konkrete Ziele und Inhalte der Verbraucherarbeit zur Lokalen Agenda 21 26
3.3.3 Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster als Leitlinien der Verbraucheraufklärung 29
3.4 Voraussetzungen für die Umsetzung eines Konzepts zur nachhaltigen Entwicklung auf regionaler Ebene 31
3.4.1 Kommunikation als Voraussetzung für die Planung und Umsetzung kommunaler Nachhaltigkeits-Konzepte 32
3.4.2 Partizipation und Mitbestimmung als Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung 33
3.5 Organisation der Kommunikation und Beteiligung in lokalen Agenda 21-Prozessen 34
3.5.1 Kommunikationsformen und -verfahren der Bürgerbeteiligung 36
3.6 Organisationstypologien von Kommunikations- und Entscheidungsprozessen in lokalen Agenda 21-Prozessen 39
3.7 Zusammenfassende Beurteilung im Hinblick auf den Erfolg einer Lokalen Agenda 21-Initiative 43
4. Bestandsaufnahme der Lokalen Agenda-Initiative der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen 45
4.1 Allgemeine Voraussetzungen des Untersuchungsrahmens 45
4.2 Methodisches Vorgehen 46
4.2.1 Erhebung der Lokalen Agenda 21-Initiative 47
4.3 Der Fragebogen 48
4.3.1 Aufbereitung der Fragebögen 50
4.4 Auswertung des Datenmaterials 53
5. Bewertung der Planung und Umsetzung unter Berücksichtigung der prozessualen Einbindung 79
5.1 Methodisches Vorgehen 79
5.2 Vergleichende Gesamtbetrachtung auf der Grundlage der Bestandsaufnahme 02/1998 der Geschäftsstelle der Verbraucher-Zentrale 80
5.3 Ergebnisdiskussion 82
6. Schlußbetrachtung 91
Literaturverzeichnis 93
Verzeichnis der Tabellen 97

Automatisiert erstellter Textauszug:

Neben den reinen Umweltaspekten waren vor allem Themen aus den Bereichen Energie, Ernährung und Sozialorientierung die gefragtesten Lokalen Agenda-Themen. Als erschwerend für die Agenda-Arbeit der Beratungsstellen wurde empfunden, daß zu dem damaligen Zeitpunkt die Prozesse vorwiegend noch zu allgemein gefaßt waren. Zum Großteil fanden sie auf einer eher diskussiven Ebene statt, auf der es galt, mögliche Konzepte zu erarbeiten. Weiterhin wurde durch die Bestandsaufnahme deutlich, daß von Seiten der Beratungsstellen vor allem Bedarf nach Unterstützung hinsichtlich der Integration des Themenkomplex „Konsumverhalten – Konsumtrends“ in die Thematik „Agenda 21“ angemeldet wurde. In diesem Sinne sollte vor allem eine fachinhaltliche Unterstützung im Hinblick auf einen umwelt- und sozialverträglichen Konsum erfolgen. Desweiteren wurde für Aktionen sowie örtliche Pressearbeit, Bedarf nach Unterstützung seitens der Geschäftsstelle bekundet. Hierauf stützend habe ich durch meine eigene Erhebung versucht zu analysieren, wie mit den damaligen Erkenntnissen umgegangen wurde und wie sich die Lokale Agenda 21-Initiative der Beratungsstellen daraufhin entwickelt hat. [...]

Im Rahmen meiner Untersuchung sollten mittels einer Totalerhebung sämtliche Aktivitäten der Beratungsstellen der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalens im Rahmen der Lokalen Agenda 21 erfaßt werden. Die Bestandsaufnahme wurde für alle in der Untersuchungsregion ansässigen Beratungsstellen durchgeführt. Die aktuelle Bestandsliste erfaßt nach Angaben der Geschäftsstelle der Verbraucher-Zentrale insgesamt 54 Verbraucherberatungsstellen. Hinzu kommt eine Informationsstelle der Umweltberatung in Unna. Die folgenden 10 Beratungsstellen wurden bei der Erhebung nicht einkalkuliert, da sie zum Zeitpunkt der Erhebung an einem zeitintensiven „Programm-Controlling“ teilnahmen: Aachen, Brühl, Dortmund, Düsseldorf, Euskirchen, Gelsenkirchen, Lünen, Münster, Oberhausen und Paderborn. Somit konnte mit einem maximalen Rücklauf von 45 Fragebögen gerechnet werden. Wie eingangs erwähnt, stellen die Ergebnisse der Bestandsaufnahme 02/98 eine Basis für meine eigene Erhebung dar, indem sie als Vergleichswerte dienen. Die damals gewonnenen Erkenntnisse möchte ich an dieser Stelle kurz skizzieren: Der Anteil der Beratungsstellen, die nicht in lokalen Agenda 21-Prozessen eingebunden waren, lag demzufolge bei 21%. Dieser wurde als relativ hoch empfunden. [...]

lokalen Agenda ist die Initiative der jeweiligen Kommunalbehörde, den politischen Willen zur Erarbeitung einer Lokalen Agenda 21 zu formulieren. Eine Verbindung zwischen lokalen Aktivitäten und der Kommunalverwaltung ist nötig, um eine effektive Umsetzung der Maßnahmen zu gewährleisten. Außerdem schafft dieser Weg die Voraussetzung, daß auch in der Kommunalbehörde eine Vernetzung der Ämter eintritt. Ein Ratsbeschluß zur Vorlage einer Lokalen Agenda 21 erweist sich für den Erfolg als sehr wichtig. Liegt dieser Beschluß vor, muß ein Konsultationsprozeß mit allen Teilen der Bevölkerung herbeigeführt werden, um eine nachhaltige Verankerung des Prozesses sowie das Bewußtsein für die Notwendigkeit der Verhaltensänderung hin zu einem zukunftsfähigem Handeln zu erreichen. Die Problematik der Partizipation bzw. des gesamten Konsultationsprozesses liegt neben der Schwierigkeit der Vermittlung des Agenda-Begriffs vor allem darin, den BürgerInnen zu verdeutlichen, daß ihre Meinung, ihre Wünsche und Visionen gefragt sind und ernst genommen werden. Die Verbraucher-Zentrale ist als Anlaufstelle für Verbraucherfragen, aufgrund der dadurch vorhandenen Bürgernähe sowie ihrer Kompetenz und Glaubwürdigkeit, sehr geeignet, vor allem auch die Aufgabe der Partizipation zu erfüllen und so die Lokale Agenda 21 zu einem Begriff zu machen. Insbesondere durch Kooperationen mit anderen Akteuren kann sie hier die Möglichkeiten, die insbesondere die Verfahrenskultur der Agenda 21 bietet, nutzen, um relevante Agenda-Themen aus Verbrauchersicht in den Prozeß einzubringen. Dadurch kann sie dazu beitragen, daß sich der Blickwinkel für alle Beteiligten öffnet und so gemeinsame Ziele entwickelt werden, die den Agenda-Prozeß vor allem hinsichtlich „Nachhaltiger Konsummuster und Lebensstile“ qualitativ voranbringen können. Auf diese Weise können bestehende Potentiale genutzt und Parallelarbeiten verhindert werden. Um den Prozeß vor einer gewissen Orientierungslosigkeit zu schützen und die Zusammenarbeit der Akteure aufeinander abzustimmen, sollte deshalb insbesondere auch die Organisation von Kommunikations- und Entscheidungsprozessen eine zentrale Rolle bei der Konzeption bzw. Planung der Lokalen Agenda 21-Initiative einnehmen. [...]

Arbeit zitieren:
Spiekermann, Markus Mai 2000: Bewertung der Planung und Umsetzung der Lokalen Agenda 21 Initiative der Verbraucher - Zentrale NRW, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Agenda 21, Umwelt und Beratung

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