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Bewertung bei Neuemissionen

Bewertung bei Neuemissionen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dietmar Isert
  • Abgabedatum: Juni 2000
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 9,2 MB
  • Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2552-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2552-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2552-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Isert, Dietmar Juni 2000: Bewertung bei Neuemissionen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Underpricing, Unternehmensbewertung, Neuer Markt, Börseneinführung, IPO

Diplomarbeit von Dietmar Isert

Einleitung:

Die Bewertung von Unternehmen bei der Börseneinführung (Initial Public Offerring oder kurz IPO genannt) erfährt gerade am Neuen Markt eine besondere Relevanz. Während in den Jahren 1983 bis 1996 im Durchschnitt nur 16 Unternehmen an die Börse gingen, ist die Anzahl seit 1997 stark angestiegen und allein 1999 gab es über 160 IPOs. Dieser Anstieg ist in erster Linie auf die große Anzahl der IPOs am Neuen Markt zurückzuführen: 1997 wurden 48%, 1998 61% und 1999 sogar über 78% der Unternehmen, die an die Börse gingen, am Neuen Markt notiert.

In den letzten Jahrzehnten sind die Emissionsrenditen deutlich gesunken und Anfang der Neunziger Jahre lag sie im Durchschnitt bei nur 8,5%. Jedoch am Neuen Markt liegt der durchschnittliche Zeichnungsgewinn bei über 50% und ist somit im gleichen Zeitraum viel höher als bei anderen Marktsegmenten. Da am Neuen Markt die Abweichung vom Emissionspreis mit der Notierung am Kapitalmarkt besonders hoch ist, wird in dieser Arbeit in diesem Marktsegment untersucht, aus welchen Gründen diese Abweichung so hoch ist. In der Literatur gibt es einige Erklärungsansätze, die auf die Gründe für das Underpricing eingehen. Diese Arbeit konzentriert sich jedoch nur auf Fragen, die die Bewertung von IPOs betreffen.

Gang der Untersuchung:

Die hohen Emissionsrenditen werden als große Diskrepanz zwischen der fundamentalen Unternehmensbewertung (und unter Berücksichtigung von anderen Bewertungsmethoden) und der Bewertung durch den Kapitalmarkt angesehen. In dieser Arbeit werden sowohl die Einflussgrößen, die diese Diskrepanz verursachen, als auch die Möglichkeiten sie zu verringern, untersucht. Die Einflussgrößen lassen sich in die folgenden Bereiche aufteilen:

Zuerst ist der Zusammenhang zwischen der Unsicherheit über den Wert des Unternehmens vor dem Börsengang und den Emissionsrenditen modellähnlich untersucht worden.

Des Weiteren konnte empirisch nachgewiesen werden, dass der Wert von Unternehmen vor dem Börsengang stark von der Verfassung des Marktes abhängt. Insbesondere muss die Marktentwicklung drei Monate vor dem Börsengang und die aktuelle Aufnahmefähigkeit des (Neuen) Marktes berücksichtigt werden. Da in einer Baisse-Phase und bei hoher IPO-Aktivität ein und dasselbe Unternehmen weniger Wert hat als in einer Hausse-Phase mit wenig IPO-Aktivitäten, sollte sich dies auch im Emissionspreis widerspiegeln, was in der Praxis jedoch oft nicht der Fall war. Die Problematik bei einer Festlegung des Emissionspreises in einer günstigen Marktverfassung besteht aber darin, dass in einer späteren Baisse-Phase die Börsennotierung unter den Emissionspreis fallen kann, und dass somit das Vertrauen der Investoren für weitere Kapitalerhöhungen verspielt wird.

Außerdem konnte empirisch nachgewiesen werden, dass große Bookbuilding-Spannen die gegenwärtige Markteinschätzung bezüglich des Wertes eines Unternehmens tendenziell besser berücksichtigen können. Dabei kann jedoch wie beim Auktionsverfahren die erwähnte Problematik für weitere Kapitalerhöhungen bestehen.

Gerade am Neuen Markt besteht eine erhöhte Schwierigkeit darin einzuschätzen, inwieweit zusätzliche Kapitalerhöhungen notwendig sind, die u. U. erst weit in der Zukunft stattfinden, da z. B. zukünftige Innovationen die Wettbewerbssituation eines Start-ups vollständig verändern können.

Die Unternehmen, die an die Börse gehen, sind daran interessiert, dass der Emissionspreis am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne festgelegt wird, da dies als ein großes Interesse der Investoren an dem Unternehmen und ebenso als eine positive Signalwirkung für die spätere Wertentwicklung am Kapitalmarkt angesehen wird. Bei Festlegung der Bookbuilding-Spanne muss also auch berücksichtigt werden, dass sich der Emisssionspreis mit hoher Wahrscheinlichkeit am oberen Ende der Spanne befinden soll.

Bei einer Einteilung der Unternehmen am Neuen Markt in Branchen konnte mit Hilfe einer Regressionsanalyse gezeigt werden, dass Unternehmen umso genauer bewertet werden, je höher die Anzahl der Vergleichsunternehmen ist. Des Weiteren konnten bestimmte chronologische Entwicklungen der IPOs am Neuen Markt nachgewiesen werden, die für die Bewertung dieser Unternehmen eine große Rolle spielen.

Im letzten Abschnitt werden die Methoden, die insbesondere für die Bewertung von Unternehmen am Neuen Markt geeignet sind, beschrieben und nach ihren Stärken und Schwächen analysiert.

Die Berücksichtigung der Einflussgrößen auf die Emissionsrenditen und die Anwendung von geeigneten Bewertungsmethoden sollen dazu beitragen, die Emissionsrendite und die damit einhergehende Vermögensvernichtung der Altaktionäre zu verringern.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
1. Einführung 1
2. Underpricing und Bewertungsunsicherheit 3
2.1 Probleme bei der Festsetzung des Emissionspreises 3
2.2 Bewertungsunsicherheit und Festlegung des Emissionspreises 4
3. Empirische Untersuchungen über Einflussfaktoren auf die Emissionsrenditen 7
3.1 Abgrenzung und Gegenstand der Untersuchungen 7
3.2 Trends und Struktur der Emissionsrenditen 9
3.2.1 Anzahl der IPOs und Entwicklung des UPs im Untersuchungszeitraum 9
3.2.2 Verteilung der Emissionsrenditen 10
3.3 (Neuer) Marktspezifische Einflussfaktoren auf die Emissionsrendite 12
3.3.1 Marktumfeld und IPO-Aktivitäten 12
3.3.2 Einfluss der Marktentwicklung auf die Emissionsrendite 12
3.3.2.1 Nemax-All-Share-Performance-Index 12
3.3.2.2 Marktentwicklung während der Zeichnungsfrist 13
3.3.2.2.1 Bereinigte und unbereinigte Zeichnungsrenditen 13
3.3.2.2.2 Baisse- und Hausse-Phasen 15
3.3.2.2.3 Statistische Signifikanz der Ergebnisse 15
3.3.2.3 Zusammenhang zwischen längerer Marktentwicklung und Emissionsrendite 17
3.3.2.3.1 Bisherige Untersuchungen 17
3.3.2.3.2 Eigene Untersuchungen 17
3.3.2.3.3 Weiterführende Arbeiten 20
3.3.3 Aufnahmefähigkeit des Marktes 20
3.3.3.1 Emissionsrendite und das Angebot von Aktien 20
3.3.3.2 Emissionsrendite und Emissionsvolumen der einzelnen Unternehmen 20
3.3.3.3 Emissionsrendite und monatliches Emissionsvolumen 22
3.3.3.4 Gewichtete Emissionsrendite und monatliches Emissionsvolumen 23
3.3.3.5 Emissionsrendite und Anzahl der monatlichen IPOs 24
3.3.3.6 Aufnahmefähigkeit und Regelwerk des Neuen Marktes 25
3.3.4 Zusammenhang zwischen der Marktentwicklung und dem Angebot an Aktien sowie Implikationen der Untersuchungen über die marktspezifischen Einflussfaktoren 26
3.4 Bewertung und Emissionsverfahren, insbesondere Bookbuilding 27
3.4.1 Emissionsverfahren 27
3.4.2 Bookbuilding-Verfahren 27
3.4.2.1 Emissionsrendite und Bookbuilding-Spanne 27
3.4.2.2 Emissionsrendite und die Lage des Emissionspreises innerhalb der Bookbuilding-Spanne 30
3.4.2.3 Implikationen bei der Festlegung der Bookbuilding-Spanne und des Emissonspreises 33
3.5 Branchenbewertung 33
3.5.1 Brancheneinteilung 33
3.5.2 Branchenvergleich der Emissionsrenditen 35
3.5.3 Branchenbewertung und Bewertungsunsicherheit 37
3.5.4 Chronologische Entwicklung der Emissionsrenditen innerhalb der Branchen 40
3.5.4.1 Anzahl der Vergleichsunternehmen und Underpricing 40
3.5.4.2 Bedeutung des Internet-Sektors im Neuen Markt 41
3.5.4.3 Kleinst-Quadrate-Regression für den Internet-Sektor 41
3.5.4.4 Kleinst-Quadrate-Regression für die anderen Sektoren 44
3.5.4.5 Entwicklung am Neuen Markt 47
3.5.4.6 Implikationen der steigenden Anzahl börsennotierter Unternehmen am Neuen Markt 49
3.6 Zusammenhang zwischen Underpricing und Bewertungsunsicherheit 50
4. Bewertungsmethoden 52
4.1 Bewertungsmethoden am Neuen Markt 52
4.2 DCF- und speziell für den Neuen Markt geeignete Bewertungsmethoden 52
4.2.1 DCF-Methode 52
4.2.2 Realoptionsmodell 54
4.2.3 Das Stufenselektionsmodell der Deutschen Bank AG 54
4.2.3.1 Marktwachstum und Marktstellung 54
4.2.3.2 Cash-Flow-Zyklusmodell 57
4.2.4 Drei-Phasen-DCF-Modell der Deutschen Bank AG 59
4.2.5 Integration der beiden Modelle der Deutschen Bank AG 59
4.3 Multiplikatoren-Verfahren 59
4.3.1 Vorgehensweise bei der Bewertung mit Multiplikatoren 59
4.3.2 Gewinn und Verlust-Multiplikatoren 60
4.3.2.1 Gewinn und Verlust-Kennszahlen 60
4.3.2.2 KGV 60
4.3.2.3 PEG-Ratio 61
4.3.3 Industriespezifische Multiplikatoren 62
4.3.4 Berücksichtigung der zukünftigen Entwicklung 62
5. Zusammenfassung 63
Anhang 65
Literaturverzeichnis 71

Arbeit zitieren:
Isert, Dietmar Juni 2000: Bewertung bei Neuemissionen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Underpricing, Unternehmensbewertung, Neuer Markt, Börseneinführung, IPO

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