Bewertung von Kreditportfoliorisiken am Beispiel einer Sparkasse
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Tilo Walter
- Abgabedatum: Mai 2000
- Umfang: 175 Seiten
- Dateigröße: 8,2 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Fridericiana Karlsruhe (TH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2811-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2811-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2811-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Walter, Tilo Mai 2000: Bewertung von Kreditportfoliorisiken am Beispiel einer Sparkasse, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kreditrisiko, empirische Untersuchung, Rating, Portfoliorisiko
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Diplomarbeit von Tilo Walter
Einleitung:
Die achtziger und neunziger Jahre waren, abgesehen von kurzen Pausen, weltweit eine Zeit kontinuierlichen wirtschaftlichen Wachstums. In dieser Phase kam den Banken als Finanzierungsquelle für Unternehmen, insbesondere in den aufstrebenden Märkten Asiens eine entscheidende Bedeutung zu. Auf der anderen Seite hat die Wirtschaftskrise der späten 90er Jahre in Ostasien deutlich gemacht, dass eine fehlende Absicherung von Kreditrisiken Banken in existenzbedrohende Schwierigkeiten bringen kann.
Darüber hinaus erhöht das Zusammenwachsen der internationalen Finanzmärkte den Konkurrenzdruck im Finanzsektor. Banken stehen dabei vor der Herausforderung, die Erträge ihrer Geschäftsaktivitäten im Verhältnis zu den zur Absicherung ihrer Geschäfte erforderlichen Eigenmitteln zu maximieren. Besondere Bedeutung kommt dabei der Quantifizierung der mit dem Kreditgeschäft verbundenen Risiken zu, was aber aufgrund kaum vorhandener historischer Daten über Kreditausfälle nur sehr schwer und mit vielen Annahmen möglich ist.
Gang der Untersuchung:
Ziel dieser Arbeit ist es, der Lösung der beschriebenen Problematik etwas näher zu kommen. Dazu wurden in einer umfangreichen empirischen Analyse zwei Datenbanken mit 1,2 Millionen bzw. 50.000 Datensätzen ausgewertet und das Risiko eines Kreditportfolios einer Sparkasse in verschiedenen Szenarien ermittelt. Der Fokus lag dabei nicht auf der ausführlichen Darstellung der verwendeten mathematischen Modelle zur Berechnung des Portfoliorisikos, sondern auf der Auswertung des umfangreichen Zahlenmaterials. Die resultierenden Kenngrößen können sowohl Banken als auch deren Beratern als Anhaltspunkt für weitere Arbeiten in diesem Bereich dienen.
Nach einer kurzen Einleitung werden im zweiten Teil dieser Arbeit die Risiken des Bankgeschäfts im allgemeinen und die Bedeutung des Kreditrisikos im speziellen untersucht. Darauf aufbauend werden die Einflussgrößen auf das Kreditrisiko und den Kreditvergabeprozess, insbesondere die Systeme zur Bonitätseinstufung, diskutiert. Diese Kenntnisse bilden die Grundlage für die Betrachtung der Portfoliotheorie bevor zum Abschluss des zweiten Abschnitts der Einfluss des Kreditrisikos auf das Eigenkapital von Banken beleuchtet wird.
Der dritte Teil dieser Arbeit stellt die mathematischen Grundlagen zur Bewertung von Kreditrisiken auf Portfolioebene vor, wobei neben dem optionspreistheoretischen Ansatz und dem Ansatz mit Hilfe von Bonitätsmigration insbesondere das versicherungsmathematische Bewertungsmodell vorgestellt wird. Auf Basis der theoretischen Grundlagen werden die Modelle, in denen die Ansätze Berücksichtigung finden, insbesondere CreditRisk+ von Credit Suisse Financial Products und Credit Metrics von J.P. Morgan, vorgestellt.
Besondere Bedeutung kommt dem empirischen Teil dieser Arbeit zu, indem Auswertungen auf eine Art und Weise gemacht werden, wie sie dem Verfasser ansonsten nicht bekannt sind. Anhand eines Firmenportfolios von Creditreform, in dem Unternehmen über mehrere Jahre hinweg aufgeführt sind, werden auf Basis der verzeichneten Insolvenzen Ausfallraten ermittelt. Aufgrund der großen Anzahl an Attributen, die für jedes Unternehmen in der Datenbank aufgeführt sind, können diese Ausfallraten für die unterschiedlichsten Eigenschaften ermittelt werden. Diese Ausfallraten werden nach einem genau beschrieben Verfahren auf das Kreditportfolio einer deutschen Sparkasse übertragen, so dass für diese die Höhe des zur Abdeckung der Kreditrisiken erforderlichen Eigenkapitals bestimmt werden kann. Wie sich die erwarteten und unerwarteten Verluste dieses Kreditportfolios in bestimmten Szenarien verändern, ist Inhalt der abschließenden Analysen.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Einleitung | 1 |
| 1. | Die veränderte Wettbewerbssituation auf dem Bankenmarkt | 1 |
| 2. | Aufbau der Arbeit | 2 |
| II. | Risiko und Risikomanagement | 3 |
| 1. | Grundlagen zu Risiko und Risikomanagement | 3 |
| 1.1 | Der Risikobegriff | 3 |
| 1.2 | Risikoarten im Bankgeschäft | 6 |
| 1.2.1 | Das Marktpreisrisiko | 6 |
| 1.2.2 | Das Kreditrisiko | 7 |
| 1.2.3 | Das operative Risiko | 9 |
| 1.3 | Ebenen und Möglichkeiten des Kreditrisiko-Managements | 11 |
| 1.4 | Das KonTraG | 13 |
| 2. | Einflussfaktoren auf das Kreditrisiko (des einzelnen Kredits) | 14 |
| 2.1 | Das Standardmodell | 14 |
| 2.1.1 | Die Ausfallrate | 16 |
| 2.1.2 | Das Kreditäquivalent | 19 |
| 2.1.3 | Die Ausfallquote | 20 |
| 2.1.3.1 | Einflussfaktoren auf die Ausfallquote | 20 |
| 2.1.3.2 | Auswirkungen der neuen Insolvenzordnung | 23 |
| 3. | Bedeutung des Ratings innerhalb des Kreditvergabeprozesses | 25 |
| 3.1 | Der Kreditvergabeprozess | 25 |
| 3.2 | Das Kreditrating | 26 |
| 3.2.1 | Quantitative Einflussfaktoren | 28 |
| 3.2.2 | Qualitative Einflussfaktoren | 28 |
| 3.2.3 | Unterschiedliche Ratingsysteme | 29 |
| 3.2.4 | Migration zwischen Bonitätsklassen | 30 |
| 4. | Neue Konzepte: Moderne Portfoliotheorie und Value-at-Risk | 31 |
| 4.1 | Moderne Portfoliotheorie | 31 |
| 4.1.1 | Portfoliotheorie für Wertpapiere | 32 |
| 4.1.2 | Portfoliotheorie für Kredite | 36 |
| 4.1.2.1 | Einflussfaktoren auf das Kreditrisiko auf Portfolioebene | 37 |
| 4.1.2.2 | Vergleich der Portfoliotheorie für Wertpapier- und Kreditportfolios | 39 |
| 4.2.1.3 | Erwarteter und unerwarteter Verlust auf Portfolioebene | 40 |
| 4.2 | Value-at-Risk für Ausfallrisiken | 44 |
| 4.3 | Innovative Instrumente zur Steuerung des (Portfolio-)risikos | 47 |
| 4.3.1 | Entwicklungen auf den Finanzmärkten | 47 |
| 4.3.2 | Neue Produkte und Definitionen | 48 |
| 5. | Bedeutung des Kreditrisikos für das Eigenkapital | 50 |
| 5.1 | Bedeutung des Eigenkapitals im Zusammenhang mit Risiken | 50 |
| 5.1.1 | Der Zielkonflikt: Sicherheit – Ertrag | 50 |
| 5.1.2 | Verschiedene Eigenkapitaldefinitionen | 51 |
| 5.1.2.1 | Das regulatorische Eigenkapital | 51 |
| 5.1.2.2 | Das ökonomische Eigenkapital | 53 |
| 5.2 | Ökonomisches Eigenkapital und Rentabilitätskennziffern | 56 |
| 5.3 | Vorschläge des „Basle Committee on Banking Supervision“ | 61 |
| III. | Methoden zur Bewertung des Kreditrisikos auf Portfolioebene | 64 |
| 1 | Der versicherungsmathematische Ansatz und das Modell CreditRisk+ | 64 |
| 1.1 | Das Bewertungsmodell CreditRisk+ | 65 |
| 1.1.1 | Aufbau und Annahmen des Modells | 65 |
| 1.1.2 | Der Zeithorizont der Betrachtung | 67 |
| 1.1.3 | Die benötigten Daten | 68 |
| 1.2 | Vorgehen bei der Berechnung des Portfoliorisikos | 70 |
| 1.2.1 | Konstante Ausfallraten und unabhängige Kreditnehmer | 70 |
| 1.2.2 | Die Standardabweichung der Ausfallrate | 74 |
| 1.2.3 | Systematische und spezifische Einflussfaktoren | 75 |
| 1.3 | CreditRisk+ im praktischen Einsatz | 77 |
| 2. | Der optionspreistheoretische Ansatz | 78 |
| 2.1 | Grundlagen des optionspreistheoretischen Ansatzes | 78 |
| 2.2 | Bewertung des Ausfallrisikos mittels der Optionspreistheorie | 81 |
| 2.3 | Anwendung der Optionspreistheorie in der Kreditportfoliosteuerung | 83 |
| 3. | Bonitätsmigration und das Kreditrisikomodell CreditMetrics | 85 |
| 3.1 | Grundidee von Migrationsansätzen | 85 |
| 3.2 | Das Kreditrisikomodell CreditMetrics | 87 |
| 3.2.1 | Kreditrisikoberechnung eines einzelnen Kredits | 88 |
| 3.2.2 | Kreditrisikoberechnung für ein Portfolio aus zwei Krediten | 90 |
| 4. | Vergleich der verschiedenen Bewertungsansätze | 93 |
| IV. | Berechnung des Portfoliorisikos an einem Beispiel | 95 |
| 1. | Das Creditreform-Portfolio | 95 |
| 1.1 | Creditreform | 95 |
| 1.2 | Die Creditreform-Datenbank | 96 |
| 1.2.1 | Die Datengrundlage | 96 |
| 1.2.2 | Struktur der Datenbank | 98 |
| 1.2.3 | Vorgehen beim Ermitteln der Ausfallraten | 99 |
| 1.2.4 | Bestimmung von Ausfallraten nach verschiedenen Parametern | 100 |
| 1.2.4.1 | Ausfallraten nach Umsatzhöhe | 100 |
| 1.2.4.2 | Ausfallraten nach Mitarbeiterklassen | 103 |
| 1.2.4.3 | Ausfallraten nach Branchen | 106 |
| 1.2.4.4 | Ausfallraten nach Alter | 108 |
| 1.2.4.5 | Ausfallraten nach Rechtsform | 110 |
| 1.2.4.6 | Ausfallraten nach der Zahlungsweise | 112 |
| 1.2.4.7 | Ausfallraten nach Bonität | 114 |
| 2. | Das Sparkassenportfolio | 117 |
| 2.1 | Merkmale eines typischen Sparkassenportfolios | 117 |
| 2.2 | Die Kreditdatenbank der Sparkasse | 118 |
| 3. | Vergleich und Vernetzung beider Datenbanken | 122 |
| 3.1 | Berechnung des Portfoliorisikos mit der Umsatzhöhe als Schlüsselfaktor | 122 |
| 3.2 | Berechnung des Portfoliorisikos mit der Bonität als Schlüsselfaktor | 125 |
| 3.2.1 | Ermittlung der Eingangsgrößen für die Portfolioberechnungen | 126 |
| 3.2.1.1 | Die Ausfallrate | 126 |
| 3.2.1.2 | Die Rückflussquote | 128 |
| 3.2.1.3 | Die Standardabweichung der Ausfallrate | 130 |
| 3.2.1.4 | Datengrundlage für die Berechnung des Portfoliorisikos | 131 |
| 3.3 | Berechnung der Kreditportfoliorisikos einer Sparkasse | 133 |
| 3.3.1 | Konstante Ausfallraten | 133 |
| 3.3.2 | Volatile Ausfallraten, abhängige Kreditnehmer (ein Sektor) | 134 |
| 3.3.3 | Volatile Ausfallraten, für jede Kundengruppe ein Sektor | 135 |
| 3.3.4 | Volatile Ausfallraten, ein spezifischer und zwei systematische Sektoren | 136 |
| 3.3.4.1 | Analyse des Risikobeitrags einzelner Kreditnehmer | 138 |
| 3.3.4.2 | Beitrag der einzelnen Bonitätsstufen | 140 |
| 3.3.4.3 | Beitrag der einzelnen Kundensegmente | 143 |
| V. | Fazit | 147 |
| VI. | Anhang | 150 |
| 1. | Das Ratingsystem von Creditreform | 150 |
| 2. | Struktur der Creditreform-Datenbank | 151 |
| VII. | Abbildungsverzeichnis | 152 |
| VIII. | Tabellenverzeichnis | 154 |
| IX. | Literaturverzeichnis | 156 |
| 1. | Zeitschriftenartikel | 156 |
| 2. | Bücher | 162 |
| 3. | Internetseiten | 166 |
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Walter, Tilo Mai 2000: Bewertung von Kreditportfoliorisiken am Beispiel einer Sparkasse, Hamburg: Diplomica Verlag
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Kreditrisiko, empirische Untersuchung, Rating, Portfoliorisiko



