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Die Bewertung von Kraftwerksinvestitionen in der Elektrizitätswirtschaft unter besonderer Berücksichtigung des CO2-Emissionshandels

Die Bewertung von Kraftwerksinvestitionen in der Elektrizitätswirtschaft unter besonderer Berücksichtigung des CO2-Emissionshandels
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Julia Schröder
  • Abgabedatum: Januar 2006
  • Umfang: 135 Seiten
  • Dateigröße: 634,2 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Stuttgart Deutschland
  • Bibliografie: ca. 120
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9990-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9990-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9990-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schröder, Julia Januar 2006: Die Bewertung von Kraftwerksinvestitionen in der Elektrizitätswirtschaft unter besonderer Berücksichtigung des CO2-Emissionshandels, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Energie, Emissionshandel, Elektrizitätswirtschaft, Kyoto-Protokoll, Kraftwerk

Diplomarbeit von Julia Schröder

Einleitung:

Die Elektrizitätswirtschaft in Deutschland steht vor einer Reihe von Herausforderungen, um den Anforderungen an eine umweltverträgliche, wirtschaftliche und sichere Energieversorgung in der Zukunft gerecht zu werden. Dazu zählt im Besonderen die aus altersbedingten Gründen notwendige Erneuerung eines Großteils der fossilen Kraftwerkskapazitäten, die in den nächsten zwei Jahrzehnten erhebliche Investitionen im Kraftwerksbereich erfordert. Die Ausgestaltung der künftigen Stromerzeugungsstruktur ist dabei wesentlich von Veränderungen der wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Rahmenbedingungen beeinflusst.

Die Liberalisierung der Energiemärkte, das Atomgesetz, welches die Stilllegung und den Ersatz der Kernkraftwerkskapazitäten fordert, das Energiewirtschaftsgesetz oder das Erneuerbare-Energien-Gesetz beeinflussen dabei wesentlich die zukünftige Kraftwerksstruktur. Ausgehend von der globalen Klimaproblematik und den Erfordernissen des Kyoto-Protokolls, auf deren Grundlage in Deutschland zu Beginn des Jahres 2005 der Emissionshandel zur CO2-Emissionsreduzierung eingeführt wurde, sind ebenfalls Auswirkungen auf die Stromerzeugungsstruktur zu erwarten.

Unter diesen gegebenen Umständen müssen die Energieversorgungsunternehmen ihre zukünftigen Investitionsentscheidungen genau abwägen, um auch in Zukunft den Ansprüchen an einen ausgewogenen und wettbewerbsfähigen Energie- und Kraftwerksmix gerecht zu werden. Für Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft bedeutet das, Investitionen zu tätigen, die in diesem Bereich generell durch einen hohen Kapitaleinsatz sowie eine lange Lebensdauer von bis zu 40 Jahren gekennzeichnet sind. Darüber hinaus unterliegen Investitionsentscheidungen einer Vielzahl von Unsicherheiten, wie z. B. volatilen Strom- und Rohstoffpreisen, politischen Unsicherheiten etc. Im Zuge der Einführung des CO2-Emissionshandels ist als weiterer Entscheidungsparameter für zukünftige Investitionen der CO2-Zertifikatepreis zu berücksichtigen.

Von besonderer Bedeutung im Hinblick auf die zu treffende Investitionsentscheidung ist daher die Bewertung möglicher Investitionsalternativen, um die für das Unternehmen optimale Entscheidung treffen zu können. Die klassischen Investitionsbewertungsverfahren können dabei in statische und dynamische Verfahren eingeteilt werden. Da unsicherheitsrelevante Faktoren eine große Rolle in der Elektrizitätswirtschaft spielen, die in den klassischen Verfahren jedoch nur unzureichend Berücksichtigung finden, werden weitere Verfahren vorgestellt. Diese haben zum Ziel die Unsicherheiten bei Investitionsentscheidungen entsprechend zu integrieren und zu berücksichtigen.

Gang der Untersuchung:

Ziel der Diplomarbeit ist die Darstellung von Anforderungen an die zukünftige Stromerzeugungsstruktur in Deutschland sowie die Bewertung alternativer einzelwirtschaftlicher Investitionsentscheidungen im Kraftwerksbereich. Aufgrund der in den letzten Jahren stark in den Vordergrund getretenen Klimaschutzproblematik soll dabei den Anforderungen, die sich aus dem CO2-Emissionsrechtehandel heraus ergeben, besondere Bedeutung zukommen.

Angesichts der vielen Risiken und Unsicherheiten im Umfeld von Elektrizitätsversorgungsunternehmen wird im Weiteren bei der Bewertung möglicher Investitionsprojekte speziell auf die Möglichkeiten der Berücksichtigung von Unsicherheiten Bezug genommen werden. Die unterschiedlichen Investitionsbewertungsmodelle nehmen eine wirtschaftliche Bewertung verschiedener Investitionsalternativen im Elektrizitätssektor vor, in welche die unsicherheitsbehafteten Rahmenparameter auf unterschiedliche Art und Weise integriert werden.

Daraus wiederum können unterschiedliche Entwicklungspfade abgeleitet werden. Auf der Grundlage der dabei gewonnenen Erkenntnisse soll eine Aussage dazu möglich werden, inwiefern sich die Stromerzeugungsstruktur im Rahmen der notwendigen Erneuerung und unter den Bedingungen des CO2-Emissionshandels weiterentwickeln kann.

Kapitel zwei führt zunächst allgemein in die liberalisierten Energiemärkte und Besonderheiten der Elektrizitätsversorgung ein. Es folgt ein Überblick über die derzeitige Stromerzeugungsstruktur, in dem unter anderem der notwendig werdende Investitionsbedarf aufgezeigt wird.

Nachdem im Weiteren auf die Unsicherheiten bei Investitionsentscheidungen eingegangen wird, schließen sich in Kapitel drei die Ausführungen zum CO2-Emissionsrechtehandel an. Hierbei wird zunächst die allgemeine Klimaproblematik, das Kyoto-Protokoll und der sich daraus abgeleitete Emissionshandel vorgestellt. Aus den Anforderungen des Handelssystems ergeben sich für die Energiewirtschaft als zentraler Akteur im CO2-Emissionshandel neue Rahmenbedingungen des Wirtschaftens. Ebenfalls in Kapitel drei werden die Auswirkungen des Emissionshandelssystems auf die Unternehmen im Allgemeinen sowie auf Investitionsentscheidungen im Besonderen dargestellt.

In Kapitel vier wird anschließend mit Blick auf die später folgenden Investitionsrechnungen eine Übersicht der in der Literatur behandelten Bewertungsansätze und -methoden gegeben. Nach eine kurzen Einführung in die Investitionsproblematik werden Verfahren vorgestellt, die für eine Bewertung unter Sicherheit oder Unsicherheit herangezogen werden können. Dabei ist im Besonderen die Investitionstheorie unter Unsicherheit von großer Relevanz.

In Kapitel fünf schließlich werden aus den vorgestellten Theorieansätzen einige Bewertungsmethoden für konkrete Investitionsentscheidungen in der Elektrizitätswirtschaft ausgewählt und angewendet. Für die Betrachtungen werden dabei sechs Kraftwerkstechnologien herangezogen, die im fossilen und nuklearen Bereich das Potenzial möglicher Stromerzeugungssysteme in der Zukunft abdecken. Dazu gehören ein Steinkohledampfkraftwerk, ein Steinkohlekraftwerk mit integrierter Kohledruckvergasung, ein Steinkohlekraftwerk mit integrierter Kohledruckvergasung und zusätzlicher CO2-Abscheidetechnik, ein Braunkohledampfkraftwerk, ein Erdgas-GuD-Kraftwerk sowie ein europäischer Druckwasserreaktor.

Die Daten, die den Investitionsrechnungen jeweils zugrunde liegen, wurden vom IER, dem betreuenden Lehrstuhl dieser Diplomarbeit, zur Verfügung gestellt. Als Bewertungsverfahren zur Bestimmung einer Entscheidungsgrundlage für die Investitionsentscheidung werden die in der Praxis gängigsten Verfahren, die Kapitalwertmethode und die interne Zinsfußmethode, angewendet. Darüber hinaus wird den unsicherheitsrelevanten Aspekten, mit spezieller Berücksichtigung der CO2-Zertifikatepreise, in entscheidungstheoretischen Modellen, der Risikoanalyse, der Sensitivitätsanalyse und dem Realoptionsansatz Beachtung geschenkt. Damit sollen verschiedene Entscheidungsgrundlagen dargestellt werden, die zur Lösung des Problems beitragen sollen, wie Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft angesichts des gewaltigen bevorstehenden Investitionsprogramms bei unsicheren Rahmenbedingungen und unter vielfältigen Anforderungen ihre strategischen Investitionsentscheidungen treffen können.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Lösungsweg 2
2. Investitionen in der Elektrizitätswirtschaft 4
2.1 Die liberalisierten Energiemärkte 4
2.2 Besonderheiten der Elektrizitätsversorgung 5
2.3 Darstellung des Status Quo 6
2.3.1 Struktur der Stromerzeugung und des Kraftwerksparks 6
2.3.2 Entwicklung der Investitionstätigkeiten 8
2.4 Unsicherheiten bei Investitionsentscheidungen 9
2.4.1 Stromnachfrageentwicklung 9
2.4.2 Strompreise 11
2.4.3 CO2-Preise 12
2.4.4 Rohstoffpreise 14
2.4.5 Energiepolitik 16
3. Investitionsentscheidungen und der CO2-Emissionshandel 18
3.1 Klimaschutz und Kyoto-Protokoll 18
3.1.1 Klimawandel als globales Umweltproblem 18
3.1.2 Das Kyoto-Protokoll 19
3.2 Emissionshandel und Zertifikatshandelsansätze 21
3.2.1 Klimaschutz durch ökonomische Instrumente 21
3.2.2 Emissionshandel und Minderungsziele in Europa 23
3.2.3 Eckpfeiler des Deutschen Klimaschutzes 25
3.3 Der Nationale Allokationsplan in Deutschland 26
3.4 Die Energiewirtschaft als zentraler Akteur im CO2-Emissionshandel 29
3.4.1 Auswirkungen des CO2-Emissionshandels auf Unternehmen der Energiewirtschaft 29
3.4.2 CO2-Emissionsrechte als Produktionsfaktor 30
3.4.3 CO2-Zertifikatepreise als variabler Kostenbestandteil 31
3.5 Investitionsentscheidungen innerhalb des CO2-Emissionsrechtehandelssystems 33
3.5.1 Grundlagen von Planungs- und Investitionsentscheidungen 33
3.5.2 Auswirkungen auf die Stromerzeugungsstruktur 36
4. Bewertungsansätze in der Investitionstheorie 42
4.1 Einleitung 42
4.2 Investitionen als Entscheidungsproblem 43
4.3 Zielsetzungen in der Investitionstheorie 44
4.4 Investitionsrechenverfahren bei Sicherheit 45
4.4.1 Statische Bewertungsverfahren 45
4.4.2 Dynamische Bewertungsverfahren 49
4.5 Investitionsrechenverfahren bei Unsicherheit 54
4.5.1 Das Unsicherheitsproblem 55
4.5.2 Arten von Unsicherheit 56
4.5.3 Korrekturverfahren 56
4.5.4 Entscheidungstheoretische Methoden 57
4.5.5 Risikoanalyse 60
4.5.6 Sensitivitätsanalyse 62
4.5.7 Realoptionsansatz 63
4.5.8 Weitere Bewertungsverfahren 67
5. Anwendung ausgewählter Bewertungsansätze für Investitionsentscheidungen in der Elektrizitätswirtschaft 71
5.1 Investition als Entscheidungsproblem 71
5.2 Zielsetzungen 72
5.3 Der Kraftwerksneubau 73
5.3.1 Ausgangssituation und zukünftige Entwicklungsperspektiven 73
5.3.2 Ausgewählte Kraftwerkstechnologien 77
5.4 Investitionsbewertung bei Sicherheit 80
5.4.1 Kapitalwertmethode 80
5.4.2 Interne Zinsfußmethode 83
5.5 Investitionsbewertung bei Berücksichtigung von Unsicherheit 85
5.5.1 Entscheidungstheoretische Modelle 85
5.5.2 Risikoanalyse 87
5.5.3 Sensitivitätsanalyse 92
5.5.4 Realoptionsansatz 97
5.6 Zusammenfassung der Ergebnisse 101
5.7 Kritische Würdigung 102
6. Schlussbetrachtung 104
6.1 Zusammenfassung 104
6.2 Ausblick 106
Anhang 107
Literaturverzeichnis 115
Erklärung zur Diplomarbeit 127

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Lösungsweg 2
2. Investitionen in der Elektrizitätswirtschaft 4
2.1 Die liberalisierten Energiemärkte 4
2.2 Besonderheiten der Elektrizitätsversorgung 5
2.3 Darstellung des Status Quo 6
2.3.1 Struktur der Stromerzeugung und des Kraftwerksparks 6
2.3.2 Entwicklung der Investitionstätigkeiten 8
2.4 Unsicherheiten bei Investitionsentscheidungen 9
2.4.1 Stromnachfrageentwicklung 9
2.4.2 Strompreise 11
2.4.3 CO2-Preise 12
2.4.4 Rohstoffpreise 14
2.4.5 Energiepolitik 16
3. Investitionsentscheidungen und der CO2-Emissionshandel 18
3.1 Klimaschutz und Kyoto-Protokoll 18
3.1.1 Klimawandel als globales Umweltproblem 18
3.1.2 Das Kyoto-Protokoll 19
3.2 Emissionshandel und Zertifikatshandelsansätze 21
3.2.1 Klimaschutz durch ökonomische Instrumente 21
3.2.2 Emissionshandel und Minderungsziele in Europa 23
3.2.3 Eckpfeiler des Deutschen Klimaschutzes 25
3.3 Der Nationale Allokationsplan in Deutschland 26
3.4 Die Energiewirtschaft als zentraler Akteur im CO2-Emissionshandel 29
3.4.1 Auswirkungen des CO2-Emissionshandels auf Unternehmen der Energiewirtschaft 29
3.4.2 CO2-Emissionsrechte als Produktionsfaktor 30
3.4.3 CO2-Zertifikatepreise als variabler Kostenbestandteil 31
3.5 Investitionsentscheidungen innerhalb des CO2-Emissionsrechtehandelssystems 33
3.5.1 Grundlagen von Planungs- und Investitionsentscheidungen 33
3.5.2 Auswirkungen auf die Stromerzeugungsstruktur 36
4. Bewertungsansätze in der Investitionstheorie 42
4.1 Einleitung 42
4.2 Investitionen als Entscheidungsproblem 43
4.3 Zielsetzungen in der Investitionstheorie 44
4.4 Investitionsrechenverfahren bei Sicherheit 45
4.4.1 Statische Bewertungsverfahren 45
4.4.2 Dynamische Bewertungsverfahren 49
4.5 Investitionsrechenverfahren bei Unsicherheit 54
4.5.1 Das Unsicherheitsproblem 55
4.5.2 Arten von Unsicherheit 56
4.5.3 Korrekturverfahren 56
4.5.4 Entscheidungstheoretische Methoden 57
4.5.5 Risikoanalyse 60
4.5.6 Sensitivitätsanalyse 62
4.5.7 Realoptionsansatz 63
4.5.8 Weitere Bewertungsverfahren 67
5. Anwendung ausgewählter Bewertungsansätze für Investitionsentscheidungen in der Elektrizitätswirtschaft 71
5.1 Investition als Entscheidungsproblem 71
5.2 Zielsetzungen 72
5.3 Der Kraftwerksneubau 73
5.3.1 Ausgangssituation und zukünftige Entwicklungsperspektiven 73
5.3.2 Ausgewählte Kraftwerkstechnologien 77
5.4 Investitionsbewertung bei Sicherheit 80
5.4.1 Kapitalwertmethode 80
5.4.2 Interne Zinsfußmethode 83
5.5 Investitionsbewertung bei Berücksichtigung von Unsicherheit 85
5.5.1 Entscheidungstheoretische Modelle 85
5.5.2 Risikoanalyse 87
5.5.3 Sensitivitätsanalyse 92
5.5.4 Realoptionsansatz 97
5.6 Zusammenfassung der Ergebnisse 101
5.7 Kritische Würdigung 102
6. Schlussbetrachtung 104
6.1 Zusammenfassung 104
6.2 Ausblick 106
Anhang 107
Literaturverzeichnis 115
Erklärung zur Diplomarbeit 127

Textprobe:

Kapitel 3.1.2, Das Kyoto-Protokoll:

Mit der Vermutung eines Einflusses des anthropogenen Treibhauseffektes auf das Klima wurde – wenn auch nur sehr mühsam – auf internationaler Ebene ein Prozess der gemeinsamen Verständigung über Maßnahmen zum Klimaschutz in Gang gesetzt.

Ein wesentlicher Meilenstein in diesem Prozess markierte die Klimarahmenkonvention von 1992, die auf dem Weltumweltgipfel in Rio de Janeiro gegründet wurde. Ziel dieser Konvention ist die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen auf ein Niveau, bei dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verhindert wird.

Die Konvention, die hinsichtlich ihrer Anforderungen noch sehr allgemein gehalten war, bildete das Fundament für das Kyoto-Protokoll, welches auf der dritten Vertragsstaatenkonferenz im Dezember 1997 verabschiedet wurde.

Das Protokoll umfasst 28 Artikel sowie zwei Anlagen und schreibt erstmals rechts-verbindlich Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen fest. Es trat mit der Ratifizierung durch Russland im Februar 2005 für alle Unterzeichner völkerrechtlich in Kraft, nachdem die Bedingungen des Artikels 2565 erfüllt waren. Vorausgegangen waren langwierige Verhandlungen und intensive diplomatische Bemühungen besonders seitens der EU, um den Vertrag - auch ohne die USA – schließlich ratifizierbar zu machen. Gemäß Artikel 3, der die zentrale Verpflichtung des Protokolls enthält, müs-sen demnach die Industrieländer die sechs Treibhausgase CO2, CH4, N2O, HFC, PFC und SF6 innerhalb des Verpflichtungszeitraums 2008 bis 2012 um mindestens 5% unter das Niveau von 1990 senken. Für die einzelnen Vertragsstaaten wurden jeweils folgende Emissionsreduktionsziele gegenüber dem Basisjahr 1990/9566 fest-gelegt:

Zur Zielerreichung bietet das Kyoto-Protokoll verschiedene Flexibilitätsmechanismen an. Dazu gehören der Emissionsrechtehandel sowie die Instrumente Joint Implementation, welches die gemeinsame Umsetzung von Maßnahmen zur Begrenzung von THG-Emissionen zwischen Industrieländern vorsieht, und Clean Development Mechanism, ein projektorientierter Ansatz zur Verrechnung von Emissionen mit Entwicklungsländern.

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die ersten beiden Kritikpunkte führten zu den weiterentwickelten Modellen der simultanen Produktions- und Investitionsplanung und der simultanen Planung von Investitions- und Finanzierungsprogrammen. Im ersten Fall, das insbesondere bei Mehrproduktunternehmen zur Anwendung kommt, ist bspw. das Modell von JACOB160 zu erwähnen. Im zweiten Fall kann das Ausgangsmodell von DEAN genannt werden, wonach das optimale Investitions- und Finanzierungsprogramm mit Hilfe der internen Zinsfüße der Investitionsobjekte und der Kapitalkostensätze der Finanzierungsquellen zu bestimmen ist.161 In Bezug auf den dritten Kritikpunkt sind die in nachfolgendem Kapitel gemachten Ausführungen zur Berücksichtigung von Unsicherheit heranzuziehen. Die dynamischen Rechenmethoden erfahren darüber hinaus viele Erweiterungen wie z. B. in der Berücksichtigung von Preisänderungen162, der Bestimmung der optimalen Nutzungsdauer163 oder des optimalen Ersatzzeitpunktes164. [...]

Ziel der vollständigen Finanzplanung ist es, zur rechnerischen Fundierung einer Investitionsentscheidung die damit verbundenen Finanzierungs- und Steuerzahlungen explizit auszuweisen. Dies geschieht auf der Grundlage eines vollständigen Finanzplans, der die einem Investitionsobjekt zurechenbaren Zahlungen einschließlich der monetären Konsequenzen finanzieller Dispositionen in tabellarischer Form aufzeigt.156 Dabei kann zwischen originären und derivativen Zahlungen als Elemente vollständiger Finanzpläne unterschieden werden. Zu den originäre Zahlungen gehört die als Eigenkapitaleinsatz interpretierte Verwendung des Anfangsbestandes an liquiden Mitteln sowie ggf. Entnahmen und Einlagen.157 Derivative Zahlungen ergeben sich aus den finanziellen Kredit- oder Geldanlagedispositionen sowie den Steuerzahlungen. Zentrales Zielwertkonzept für die Investitionsbewertung ist der Endwert einer Investition.158 Ein positiver Endwert ist als Überschuss der liquiden Mittel über den Kreditstand am Ende der Nutzungsdauer definiert. Ein Investitionsobjekt ist dann durchzuführen, wenn der zusätzliche Endwert, der sich aus der Differenz des Endwerts der Investition und des Endwerts einer Alternativanlage ergibt, positiv ist. Bei der Wahl zwischen alternativen Projekten ist dasjenige auszuwählen, welches den größten Endwert hat. Die Rechenelemente können dabei jeweils pauschal oder detailliert abgebildet werden, für die jeweils unterschiedliche sog. Standardtypen definiert werden.159 Die finanzwirtschaftliche Seite des vollständigen Finanzplans kann zum einen auf einem einheitlichen Zinsfuß basieren oder aber die komplette Konditionenvielfalt auf dem Finanzierungssektor berücksichtigen. Ein Problem in diesem Zusammenhang ist in der Zurechnung von Eigen- und Fremdkapital auf ein Investitionsprojekt zu sehen. Die steuerliche Dimension als weiterer Modellinput kann entweder durch einen konstanten Multifaktor für sämtliche Ertragssteuerarten oder aber durch periodenindividuelle, steuerartenspezifische Zahlungen ausgedrückt werden. Die Hauptfunktion vollständiger Finanzpläne liegt in ihrer Abbildungs- und Explizierungsfunktion, d. h. in der modellmäßigen Erfassung sämtlicher der Investition zuzurechnenden Ein- und Auszahlungen inkl. Finanzierungs- und Steuerzahlungen. Das [...]

Die dynamischen Verfahren versuchen die wesentlichen Kritikpunkte der statischen Verfahren bei der Investitionsbeurteilung abzubauen. So erfassen die dynamischen Verfahren sämtlichen Ein- und Auszahlungen über den gesamten Investitionszeitraum und richten den Blick damit nicht nur auf Durchschnittswerte einer repräsentativen Einzelperiode. Darüber hinaus wird der unterschiedliche zeitliche Anfall von Zahlungsströmen durch einen Zinsfaktor, den sog. Kalkulationszinssatz, in dem sich die Zeitpräferenz des Investors niederschlägt, mitberücksichtigt. Dadurch lassen sich alle Zahlungen durch Auf- und Abzinsung auf einen bestimmten Zeitpunkt beziehen und werden damit vergleichbar. Zu den klassischen Verfahren der dynamischen Investitionsrechnung gehören die Kapitalwert-, die Annuitätenmethode sowie die Methode des internen Zinsfußes. Der Vollständigkeit wegen soll auch die dynamisierte Version der im vorigen Abschnitt vorgestellten statischen Amortisationsrechnung aufgeführt werden sowie die Barwertmethode. Darüber hinaus wird die vollständige Finanzplanung vorgestellt, die im Gegensatz zu den anderen klassischen Verfahren zusätzlich Finanzierungs- und Steuerzahlungen explizit ausweist. [...]

Arbeit zitieren:
Schröder, Julia Januar 2006: Die Bewertung von Kraftwerksinvestitionen in der Elektrizitätswirtschaft unter besonderer Berücksichtigung des CO2-Emissionshandels, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Energie, Emissionshandel, Elektrizitätswirtschaft, Kyoto-Protokoll, Kraftwerk

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