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Bewertung und Förderung von Innovation in kleinen und mittleren Unternehmen

Bewertung und Förderung von Innovation in kleinen und mittleren Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Daniel Costas
  • Abgabedatum: Juli 2010
  • Umfang: 119 Seiten
  • Dateigröße: 969,2 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Deutschland
  • Bibliografie: ca. 38
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-1068-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Costas, Daniel Juli 2010: Bewertung und Förderung von Innovation in kleinen und mittleren Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: KMU, Innovation, Innovationsmanagement, Förderung von Innovation, kleine und mittlere Unternehmen

Bachelorarbeit von Daniel Costas

Einleitung:

Die Wirtschaft kann seit einigen Jahrzehnten nicht mehr nur regional oder national betrachtet werden. Es hat sich ein internationaler Absatz- und Beschaffungsmarkt entwickelt, der gerade kleine und mittelständige Unternehmen vor neue Herausforderungen stellt. Die Öffnung von Märkten hat dazu geführt, dass auch Mitbewerber aus dem Ausland auf den nationalen Markt drängen, die u. U. durch günstige Produktionskosten und Lohnstrukturen einen Wettbewerbsvorteil besitzen.

Im Zuge der Verleihung des Axia Awards 2009, einem Preis für besondere Leistungen in langfristig orientierter Unternehmensführung, wurde eine Begleitstudie zu Erfolgsfaktoren während der Wirtschaftskrise veröffentlicht. Dabei stehen die Bereiche Internationalisierung, Kundenbeziehungsmanagement, Personalmanagement und Innovationsmanagement im Vordergrund. Grundsätzlich geht es dabei um die Sicherung bestehender Umsatzquellen vor dem Hintergrund wirtschaftlich turbulenter Zeiten, als eine der wichtigsten Aufgaben der Unternehmensführung. In der Auswertung der Studie wird die hohe Bedeutung von Innovationen für den Umsatz gerade für familiengeführte Unternehmen dargelegt.

Bei genauerer Betrachtung des Themas Innovation und dem Innovationsmanagement stellt sich heraus, dass Innovation und Wissen in stark saturierten Märkten Möglichkeiten bieten neue Absatzmärkte zu erschließen und damit die Existenz von Unternehmen sichern können.

Durch die kürzer werdenden Produktlebenszyklen ist eine stetige Neuentwicklung oder zumindest eine Verbesserung der eigenen Produkte und Verfahren wesentlich geworden. Demnach besteht bei der aktuellen Marktbetrachtung eine Notwendigkeit zur Innovation.

Familienunternehmen, Mittelstand, sowie kleine und mittlere Unternehmen besitzen in Deutschland einen hohen Anteil an der Gesamtheit der Unternehmen. Durch die langfristige Ausrichtung von Standort und Mitarbeitern, sind sie eine wichtige Größe in der Beschäftigungs- und Wachstumspolitik Deutschlands.

Ziel dieser Arbeit ist demnach zu analysieren, in wie weit die Unternehmen die Chance der Innovation nutzen und wie die Innovationstätigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen gemessen und gefördert werden kann.

Hierfür werden zwei Hypothesen aufgestellt, die auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse aus Literatur und Expertenbefragungen betrachtet werden.

H1: Je größer das Unternehmen, desto innovativer ist es.

H2: Der Zufall ist im KMU der wesentliche Innovationsfaktor.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Ziele der Arbeit 1
1.2 Begriffsdefinition und Abgrenzung 2
1.2.1 Innovation 2
1.2.2 Klassifizierung von KMU 4
2. Innovationen systematisieren durch Management 9
2.1 Innovationsmanagement 9
2.2 Arten von Innovation 14
2.2.1 Gegenstandsbereich 14
2.2.2 Bezugsrahmen 15
2.2.3 Grad der Neuartigkeit 16
2.2.4 Auslöser 18
2.3 Rahmenbedingungen für Innovation schaffen 18
2.3.1 Ideengenerierung und -sammlung 19
2.3.2 Unternehmenskultur und -umfeld 23
2.3.3 Personelle Rahmenbedingungen 26
2.4 Bewerten von Innovation 29
2.4.1 Bewertungsverfahren für Ideen 29
2.4.2 Messen von Innovationsprozessen 38
2.4.3 Erfolgsfaktoren 40
3. Innovationen in KMU 44
3.1 Besonderheiten von inhabergeführten KMU 45
3.2 Experteneinschätzungen 46
3.2.1 Erhebungsmethode 46
3.2.2 Profil der Experten 47
3.2.3 Leitfragen und Auswertung 48
3.3 Verbreitung von Innovationsmanagement 67
3.3.1 Zufall oder Systematik in KMU 67
3.3.2 Ressourceneinsatz 69
3.3.3 Bürokratie im Innovationsprozess 70
3.4 Ausrichtung von Innovation auf den Absatzmarkt 71
3.4.1 Informationsbeschaffung über den Absatzmarkt 71
3.4.2 Finanzierung 72
3.4.3 Herausforderungen des Marktes 73
3.4.4 Markttopologie und Bedeutung der Unternehmensgröße 76
3.4.5 Entwicklung einer Marktstrategie 78
3.4.6 Vernetzung und Kooperationen 78
4. Fazit und weiterer Forschungsbedarf 79
4.1 Weitere Erkenntnisse 81
4.2 Weiterer Forschungsbedarf 81
Anhang 83
A Fragebogen Experteninterview 83
B Experteninterview Ekaterina Arlt 84
C Experteninterview Erik A. Leonavicius 88
D Experteninterview Experte A 94
E Experteninterview Uwe Lück 103
Literaturverzeichnis 109

Textprobe:

Kapitel 3.3.2, Ressourceneinsatz:

Die personellen und finanziellen Ressourcen sind in einem KMU in der Regel geringer als bei Großunternehmen. Auf der anderen Seite sind Innovationsprojekte mit hohen Investitionen und einem hohen Marktrisiko verbunden. Es besteht die Gefahr durch gescheiterte Innovationsprojekte mit dem Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten, da Projekte nicht parallelisiert werden können, und somit auch das Risiko durch dieses Vorgehen nicht gestreut werden kann.

Im Vergleich zu Großunternehmen ist die Akquise von neuen Mitarbeiten für KMU schwerer. Das liegt hauptsächlich an dem regional begrenzten Einzugsgebiet. Weiterhin können KMU durch den Mangel an fachspezifischen Abteilungen teilweise nicht die Höhe der Durchschnittsgehälter von Konzernen bieten. In Folge dessen werden viele Aufgaben der Innovationsprozesse in Personalunion und neben der täglichen Aufgaben erledigt, so dass sich die Situation der personellen Ressourcen in Quantität und Qualität weiter verschärft.

In der Praxis führt dies zu einer niedrigen Priorisierung von strategischen bzw. mittelfristig ausgelegten Unternehmenszielen. Vielmehr wird direkt auf die Anforderungen des Kunden eingegangen, ohne den Nutzen der Mehrfachverwertung oder des strategischen Einsatzes am Markt zu berücksichtigen. Genau dieses Ziel könnte jedoch die Effizienz von Innovationen steigern und der Ressourcenknappheit entgegen wirken.

Wie oben gezeigt ist die systematische Informationssuche und Datengewinnung über die Zielgruppe und Marktentwicklungen zwar essentiell, wird in der Praxis jedoch oft vernachlässigt. Die Folgen können Fehlschläge im Produktsortiment und mangelnde Erfüllung der Kundenwünsche sein. Folglich sollten nach LÜCK die Ideengenerierung und Inspiration zu neuen Produkten auch im KMU systematisiert werden und die gesammelten Ideen dann gemeinschaftlich bewertet und ggf. Weitergeführt werden.

3.3.3, Bürokratie im Innovationsprozess:

Es wird sowohl in der Fachliteratur, als auch im Experteninterview deutlich, dass Innovationen für KMU besonders notwendig und existenzsichernd sind.

Es stellt sich deshalb die Frage, wie trotz des beschriebenen Mangels an Finanzmitteln und Personal KMU überhaupt am Markt bestehen können. Eine Relevanz der systematischen Ideenfindung und Strukturierung des Innovationsprozesses wird regelmäßig bestätigt. Der Einsatz von Controlling und Projektmanagement ist genauso, wie die frühzeitige Rückversicherung der Akzeptanz am Markt essentiell für den Erfolg einer Innovation. Andererseits bedeutet der Einsatz von Innovationsmanagement in der dargestellten Form einen hohen Verwaltungsaufwand, den KMU zusätzlich zum Tagesgeschäft bewältigen müssen. Auch in KMU ist ein Bewusstsein vorhanden, dass durch Innovationstätigkeit die Chancen am Absatzmarkt wachsen können. Allerdings sind unternehmensinterne Hemmnisse und Managementdefizite verbreitet. Gerade in den ersten und grundlegenden Phasen des Innovationsprozesses sind personale und organisatorische Gründe als Hemmnisse zu erkennen. Erst danach werden finanzielle und technische Gründe angeführt.

Wie ebenfalls durch die Experten erläutert, muss Innovation nicht in Bürokratie und hohen Verwaltungskosten münden, vielmehr ist eine effiziente Form der Informationspolitik und der Kommunikation wesentlich für den Erfolg von Innovationen. Es wird deutlich, dass besonders dasWissen über Prozesse der Innovationen vorhanden sein sollte, jedoch in der Praxis häufig nicht so ist.

Während KMU aus fachlicher Sicht gut für den relevanten Markt aufgestellt sind, sind auf der wissenschaftlichen Seite aufgrund der geringen Akademikerquote Defizite zu verzeichnen, die eine theoretische Sichtweise auf den Innovationsprozess erschweren. Dieser Mangel könnte duch Kooperationen mit anderen Unternehmen oder Hochschulen reduziert werden.

3.4, Ausrichtung von Innovation auf den Absatzmarkt:

3.4.1, Informationsbeschaffung über den Absatzmarkt:

Die Ausrichtung auf den Absatzmarkt muss eines der Hauptanliegen von Innovation sein. Dennoch ist hier in KMU ein Mangel zu erkennen. Neuentwicklungen werden ohne fundierte Informationen zu Zielgruppe und Marktbedarf durchgeführt und es wird sich auf das unternehmerische ‘Bauchgefühl’ verlassen.

Mangelnde Informationen zu Markt und Produkten können zu folgenden Problemen führen:

- Wenig Kenntnis über Mitbewerbern und Kundenwünsche.

- Zu viele oder zu wenige Produktfunktionen für das Empfinden des Kunden.

- Ansprache der falschen Zielgruppe in Marketingkampagnen.

- Produkt entspricht nicht der aktuellen Technologie und ist technologisch veraltet.

Es gilt deshalb Methoden zu entwickeln, um Informationen dauerhaft zu erhalten und mögliche Warnsignale frühzeitig zu erkennen. Ein Weg ist der Einsatz von Marktforschung. Dabei kann die Unternehmensumwelt und der relevante Markt systematisch analysiert und beurteilt werden. Gerade aus Sicht der KMU ist der Einsatz von Marktforschung oft ein aufwändiger und langwieriger Vorgang. Hier bietet es sich an, auf vorhandene Daten aus dem Unternehmen zurückzugreifen. Eine weitere Möglichkeit ist der Bezug von Informationen aus der Sekundärforschung, die beispielsweise von Branchenverbänden oder Handelskammern schnell und kostengünstig angeboten werden. Allerdings müssen auch auf die Detailgenauigkeit und die Aktualität dieser Daten geachtet und die Relevanz der Informationen bewertet werden. In KMU werden bei der Primärfoschung häufig Marktforschungsinstitute beauftragt, die im Innovationsprozess oft einen verhältnismäßig hohen Aufwand bedeuten. Eine Variante der Informationsbeschaffung ist die Kooperation mit Hochschulen oder der Beteiligung an Omnibusumfragen. Mittels dieser kostengünstigen Umfragemethodik können Daten zu bestimmten Themen regelmäßig erhoben und interpretiert werden. Allerdings müssen hierbei der Nutzen für die Innovationstätigkeit und die Relevanz der Zielgruppe berücksichtigt werden.

Nach LÜCK und LEONAVICIUS ist die Beschaffung von neuen Impulsen und Informationen vor allem durch den Blick über die Unternehmensgrenzen hinaus zu realisieren. Der Unternehmer sollte dabei durch die Erkundung anderer Branchen oder Befragung von Experten, Rückmeldung und Inspiration für sein eigenes Vorhaben erhalten.

3.4.2, Finanzierung:

Das Phänomen der wirtschaftlichen Entwicklung einer Gesellschaft sieht SCHUMPETER durch die Personengruppen des dynamischen Unternehmers und des dynamischen Financiers.

Der Unternehmer schafft es mit seiner Persönlichkeit, Risikobereitschaft und Weitsicht neue Erfindungen wirtschaftlich zu nutzen. Sollte sich während des Innovationsprozess herausstellen, dass die Neuerung überlegen ist tritt der Effekt der schöpferischen Zerstörung ein. Im Anschluss entsteht am Markt demnach ein Anpassungsprozess der Wettbewerber, der unterlegende Produkte aussondert. Der Zustand vor der Neuerung wird folglich bewusst aufgegeben.

Auf der anderen Seite ist für den Wandel durch Innovation der Einsatz von Finanzmitteln notwendig. Hier hat der dynamische Financier nach SCHUMPETER eine wesentliche Rolle. Durch die Vergabe von Krediten ermöglicht er dem Unternehmer erst die Entwicklung von Innovation. Es ist davon auszugehen, dass gerade in KMU die flüssigen Finanzmittel der Unternehmen aus Erlösen und Kapitalverzinsung häufig nicht ausreichen, um eine Neuerung zu entwickeln. Erst durch die Risikobereitschaft und die Chance auf eine lohnenswerte Rendite des Financiers durch Investition in das Unternehmen ist die Grundlage für die Innovation gelegt. Den Kreditinstituten und privaten Geldgebern kommt dementsprechend eine Schlüsselfunktion während der Innovation zu. Die moderne Form von SCHUMPETERS Financiers findet in der modernen Finanzwelt unter dem Begriff Venture-Kapitalgeber Verwendung.

Es hat sich gezeigt, dass sich Neuprodukte, die weniger als fünf Jahre alt sind, besonders positiv auf die Unternehmensumsätze auswirken. Sie sorgen dafür, dass kurzfristig die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, um neue Technologien und Verfahren einzusetzen. Es bedarf gleichzeitig eines schnelleren Innovationszykluses, da auf der Marktseite eine kürzere Produktlebenszeit zu verzeichnen ist. Die stetige Weiterentwicklung von vorhandenen Produkten für neue Verwendungsbereiche bietet dem Unternehmen die Grundlage für neue Geschäftsfelder, ohne dass dieses eine komplette Neuentwicklung finanzieren muss.

Die Relevanz von Neuerungen scheint auch bei den KMU erkannt worden zu sein. Die Ausgaben für Innovationen werden laut Expertenaussagen in den kommenden zwei Jahren nicht verringert. Sie gehen davon aus, dass auch aufgrund der Fördermaßnahmen durch den Staat und die Europäische Union die Ausgaben gleich bleiben oder tendenziell erhöht werden. Dabei ist zu beachten, dass die Verwendung der Ausgaben sich ändern kann. LEONAVICIUS erläutert, dass die Entwicklung bei der Forschung und Entwicklung darauf deutet die Kundenbedürfnisse zu verstehen, um damit die Kundenwünsche besser erfüllen zu können, statt primär neue Technologien zu entwickeln.

Arbeit zitieren:
Costas, Daniel Juli 2010: Bewertung und Förderung von Innovation in kleinen und mittleren Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
KMU, Innovation, Innovationsmanagement, Förderung von Innovation, kleine und mittlere Unternehmen

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