Bewertung von Anzeigenwerbung für die Zielgruppe Best-Ager
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Katrina Yunus
- Abgabedatum: Juli 2004
- Umfang: 103 Seiten
- Dateigröße: 1,9 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule der Wirtschaft - FHDW -, Standort Bergisch Gladbach Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8198-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8198-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8198-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Yunus, Katrina Juli 2004: Bewertung von Anzeigenwerbung für die Zielgruppe Best-Ager, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Seniorenmarketing, Zielgruppenmarketing, Werbung, Marketing, Zielgruppe
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Diplomarbeit von Katrina Yunus
Einleitung:
Werbung ist mittlerweile als Bestandteil des täglichen Lebens nicht mehr wegzudenken. Unternehmen investieren jährlich rund 30 Mrd. € in die werbetreibende Wirtschaft, was einem nicht unwesentlichen Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 1,4 Prozent entspricht.
Heutzutage sind Produkte ausgereift und Innovationen selten. Die geringen Qualitätsunterschiede führen nicht nur zu austauschbaren Produkten, sondern häufig auch zu austauschbaren Informationen in der Werbung. Durch emotionale Werbung und den Aufbau von Erlebniswelten wird heutzutage versucht, sich im Wettbewerb zu differenzieren. Vor dem Hintergrund gesättigter Märkte ist Werbung der wesentliche Marketing-Mix-Faktor zur Differenzierung.
Neben den veränderten Informations- und Kommunikationsbedingungen muss Werbung als Teil der Alltagskultur sensibel sein für jegliche gesellschaftliche Veränderungen.1 Die demographische Entwicklung in Deutschland führt dazu, dass im Jahr 2030 bereits jeder dritte Konsument älter als 60 Jahre ist.2 Effizientes Werben bedeutet in diesem Zusammenhang neue Märkte rechtzeitig zu erkennen, zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Produkten, aber vor allem mit der richtigen Kommunikationspolitik zu bewerben.
Aus der demographischen Veränderung ergeben sich Chancen für Unternehmen, da die Wahrscheinlichkeit, dass die wachsende Anzahl älterer Konsumenten mit Werbung in Kontakt kommt, sehr hoch ist. Sie sind intensive Medienkonsumenten, verfügen über die meiste Freizeit und höchste Kaufkraft in Deutschland.
Doch Umfragen bestätigen eine Dominanz der Jugend in der Werbung, die der demographischen und wirtschaftlichen Realität widerspricht.3 Für die Zielgruppe Best-Ager Geld auszugeben halten viele Werbetreibende für reine Verschwendung. Dies spiegelt sich nicht nur in einer erheblichen Unterrepräsentation wider, sondern auch in deren unrealistischer Stereotypenbildung. Zu den Ursachen zählen mangelnde Erfahrung mit den Best-Agern und die Befürchtung, die Marke bzw. das Produkt könne mit einer Ansprache dieser Zielgruppe ebenfalls älter und somit weniger attraktiv werden. Ein weiterer Grund ist der Generationenkonflikt, da sich die jüngeren Werbegestalter nur schwer in die Gefühls-, Bedürfnis- und Erlebniswelt der Älteren hineinversetzen oder sich gar mit ihnen identifizieren können. Ihnen fehlt häufig die Lust und Sensibilität, sich mit Best-Agern auseinander zu setzen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 2 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | WERBUNG | 4 |
| 2.1 | Definition und Abgrenzung | 4 |
| 2.2 | Ziele | 6 |
| 2.3 | Bedingungen der Werbung | 8 |
| 2.4 | Kommunikationsprozess | 10 |
| 2.5 | Werbewirkung und Wirkungsmodelle | 11 |
| 2.5.1 | Voraussetzungen der Werbewirkung | 12 |
| 2.5.2 | AIDA-Formel | 12 |
| 2.5.3 | S-O-R-Modell | 13 |
| 2.6 | Mediaselektion | 14 |
| 3. | GESTALTUNG DER KOMMUNIKATIVEN BOTSCHAFT | 15 |
| 3.1 | Psychologische Aspekte für die Botschaftsgestaltung | 16 |
| 3.1.1 | Wahrnehmung | 16 |
| 3.1.2 | Lernen und Gedächtnis | 16 |
| 3.1.3 | Aktivierung und Aufmerksamkeit | 18 |
| 3.1.4 | Involvement | 19 |
| 3.2 | Werbestrategische Aspekte | 21 |
| 3.2.1 | Gestaltungsvariablen | 21 |
| 3.2.2 | Emotionale und Informative Werbung | 23 |
| 3.3 | Bedeutung der Zielgruppendefinition für die Botschaft | 24 |
| 4. | MARKTSEGMETIERUNG DER ZIELGRUPPE BEST-AGER | 25 |
| 4.1 | Definition Best-Ager | 25 |
| 4.2 | Arten der Segmentierung des Marktes | 26 |
| 4.2.1 | Segmentierung nach dem chronologischen Alter | 26 |
| 4.2.2 | Segmentierung nach dem nicht-chronologischen Alter | 27 |
| 4.3 | Drei Kernsegmente: Master Consumer, Maintainer, Simplifier | 27 |
| 5. | BEDEUTUNG DES BEST-AGER MARKTES | 29 |
| 5.1 | Ursachen der demographischen Alterung | 29 |
| 5.2 | Kaufkraft | 31 |
| 5.3 | Qualitätsbewusstsein, Preissensibilität und Markentreue | 31 |
| 5.4 | Bildungsniveau | 32 |
| 5.5 | Freizeitverhalten | 33 |
| 5.6 | Wertewandel | 34 |
| 6. | WERBERELEVANTE MERKMALE DER BEST-AGER | 35 |
| 6.1 | Altersbedingte physische Veränderungen | 36 |
| 6.1.1 | Visuelles System | 36 |
| 6.1.2 | Auditives System | 37 |
| 6.1.3 | Bewegungsapparat | 37 |
| 6.1.4 | Erkenntnisse für die formale Anzeigenwerbegestaltung | 38 |
| 6.2 | Veränderung der psychologischen und mentalen Fähigkeiten | 38 |
| 6.2.1 | Aktivierende Prozesse | 38 |
| 6.2.2 | Kognitive Prozesse | 40 |
| 6.2.3 | Erkenntnisse für Kommunikation und Werbegestaltung | 42 |
| 6.3 | Medienverhalten und Einstellung der Best-Ager zur Werbung | 43 |
| 7. | ANFORDERUNGEN AN WERBUNG FÜR BEST-AGER | 46 |
| 7.1 | Checkliste zur Gestaltung der Werbebotschaft | 46 |
| 7.1.1 | Layout | 46 |
| 7.1.2 | Bilder | 47 |
| 7.1.3 | Headline | 47 |
| 7.1.4 | Text | 48 |
| 7.1.5 | Markenlogo | 48 |
| 7.2 | Kommunikationsstrategien | 49 |
| 7.3 | Seniorenmarketing vs. Intergeneratives Marketing | 50 |
| 7.4 | Typen der Altersdarstellungen | 51 |
| 8. | BEWERTUNG DER ANZEIGENWERBUNG FÜR BEST-AGER | 53 |
| 8.1 | Bewertungskriterien | 53 |
| 8.2 | Anzeige 1: Nivea Vital | 55 |
| 8.3 | Anzeigen II: A-Rosa | 60 |
| 8.4 | Anzeigen III: Bertolli | 62 |
| 8.5 | Anzeige IV: Lifta | 63 |
| 8.6 | Anzeigen V: Hörgeräte | 65 |
| 8.7 | Anzeigen VI: Diesel, Switch und Puma | 66 |
| 9. | ZUSAMMENFASSENDE DISKUSSION UND AUSBLICK | 68 |
| Anhangverzeichnis | 71 | |
| Quellenverzeichnis | 87 |
Da die Augen für die Anzeigenwerbung elementar sind und Beeinträchtigungen der Augen im Alter erheblich ausfallen können, müssen bei der Gestaltung von Printanzeigen gerontologische Erkenntnisse berücksichtigt werden. Generell sollten das Layout klar und der grafische Aufbau übersichtlich bzw. gut strukturiert sein.190 Untersuchungen des Blickverlaufes zeigen, dass grundsätzlich folgende Reihenfolge der Informationsaufnahme berücksichtigt werden sollte: Personen werden vor Landschaften, Gesichter vor Körpern sowie Augen, Mund und Nase zuerst betrachtet. Um Anzeigen auch für Best-Ager gut lesbar zu machen, sollte die Schriftgröße mindest 12 Punkt bzw. 5 mm betragen, denn erst ab dieser Größe sind Buchstaben für die meisten mühelos lesbar. Aufgrund der erschwerten Hell-Dunkel-Anpassung sind Kontraste deutlich [...]
Der Mensch nimmt mit Hilfe seiner Augen optische (werbliche) Informationen in Form von Lichtstrahlen aus seiner Umwelt auf.178 Best-Ager müssen jedoch mit einem Verlust der Sehschärfe179 bis zu 80% rechnen. Bedeutend ist dies vor allem im Nahbereich und bei schwacher Beleuchtung. Auch die Leistungsfähigkeit einzelner Zellen und die Größe der Pupillen nehmen ab. Die Pupillengröße eines 80-Jährigen Menschen beträgt somit nur noch die Hälfte der eines 20-Jährigen. Daher gelangt weniger Licht auf die Netzhaut, bei einem 65Jährigen nur noch etwa 30%. Doch die Qualität der Sehschärfe ist abhängig von der Beleuchtung und Blendwirkung, d.h. die Sehschärfe ist um so größer, je heller die Beleuchtung ist, ohne jedoch zu blenden.180 Grelles Licht und Neonlicht sind allerdings zu vermeiden, da es leicht zu Blendungen führt und somit Informationen nicht aufgenommen werden können.181 Ebenfalls nimmt mit dem Alter die Fähigkeit zur Adaption ab, d.h. das Auge kann sich nicht mehr so schnell auf Hell- und Dunkel-Kontraste umstellen. Die Anpassung an eine dunkle Umgebung dauert wesentlich länger als die an eine hellere Umgebung. So dauert eine Anpassung von hell auf dunkel bei einem 70-Jährigen im Vergleich zu einem 25-Jährigen etwa dreimal so lange. 182 [...]
Um Marketingaktivitäten zu planen, sollten Unternehmen eine Vorstellung über die Werte, Einstellungen, Erfahrungen und Erlebnisse ihrer Konsumenten haben, da sich daraus indirekt Lebensstile und somit konkrete Verhaltensmuster erklären lassen. So führt bspw. der Wert „Familienorientierung“ zu bestimmten Einstellungen und beobachtbaren Verhaltensweisen in Bezug auf Wohnen, Essen, Freizeit etc.170 Doch aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen gleicht keine Generation der anderen. So lassen sich auch die Best-Ager in drei Generationen einteilen, anhand derer sich die für sie bedeutenden Werte erkennen lassen. So können die Kriegsgeneration, die junge Aufbaugeneration und die 68er-Generation unterschieden werden.171 Die heute über 70-Jährigen (Simplifier) sind besonders durch die Erfahrungen des Krieges, den damit verbundenen Entbehrungen und der mit der Nachkriegszeit verbundenen Sparsamkeit sowie dem langsamen wirtschaftlichen Aufschwung geprägt. Sie zeichnen sich durch Werte wie Fleiß, Arbeitsethos, Pflichterfüllung, Sicherheit und Großfamilie aus.172 Die junge Aufbaugeneration (Maintainer), die unmittelbar nach dem Krieg geboren wurde, zeichnet sich durch Werte wie materiellen Wohlstand, Gesundheit, Geborgenheit, Freiheit und Unabhängigkeit aus.173 Genuss und Selbstverwirklichung sind die dominierenden Werte der 68er-Generation (Master Consumer). Ferner sind sie geprägt durch Wohlstandserfahrung, [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832481988
Arbeit zitieren:
Yunus, Katrina Juli 2004: Bewertung von Anzeigenwerbung für die Zielgruppe Best-Ager, Hamburg: Diplomica Verlag
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Seniorenmarketing, Zielgruppenmarketing, Werbung, Marketing, Zielgruppe



