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Bewegungsbezogenes Sicherheitsmanagement von Frauen im Alter

Theoretische Überlegungen und empirische Untersuchungen

Bewegungsbezogenes Sicherheitsmanagement von Frauen im Alter
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Babett Helen Lobinger
  • Abgabedatum: März 2003
  • Umfang: 334 Seiten
  • Dateigröße: 1,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8797-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8797-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8797-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lobinger, Babett Helen März 2003: Bewegungsbezogenes Sicherheitsmanagement von Frauen im Alter, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bewegungssicherheit, Sturzprophylaxe, Bewegungsaktivitäten, Aktivität, Beweglichkeit

Dissertation / Doktorarbeit von Babett Helen Lobinger

Zusammenfassung:

Bewegung im Alter ist mit Risiken und mit Chancen verbunden. Die Risiken der Bewegung im Alter liegen vor allem in der erhöhten Gefahr zu stürzen und sich dabei schwerwiegende Verletzungen zuzuziehen. Bewegungssicherheit im Alter ist folglich ein zentrales Anliegen sowohl für jeden Einzelnen zur Gewährleistung der eigenen Lebensqualität bis ins hohe Alter als auch aus Gründen der Kostensenkung im Gesundheitswesen. Gezielte Bewegungs- und Sportaktivitäten vermögen einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Bewegungssicherheit im Alter zu leisten. Ältere Menschen scheinen von den Chancen der Gesundheitsförderung durch Bewegungs- und Sportangebote jedoch nur in geringem Maß Gebrauch zu machen. Existierende Bewegungsprogramme zur Sturzprophylaxe sind zudem bislang eher wenig erfolgreich.

Ältere Frauen sind von dieser Problematik besonders betroffen, weil sie öfter und vor allem schwerwiegender verunfallen als Männer ihres Alters. Diese Umstände bildeten einen spezifischen Anlass, sich mit dem Phänomen der Bewegungssicherheit älterer Frauen auseinander zu setzen. In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema der Bewegungssicherheit im Alter erfolgte zunächst eine eingehende Betrachtung der Bewegungs- und Sportaktivitäten Älterer. Vor dem Hintergrund der Forschungslage zu Motiven und Barrieren, die mit dem Sporttreiben im Alter verbunden sind, wurde eine dynamische Sicht des Handlungsraums individueller sportlicher Aktivitäten entworfen und skizziert.

Es konnte gezeigt werden, dass sich die Zugänge zu Bewegungs- und Sportaktivitäten im Alter erst durch eine Analyse individueller lebenslanger Bewegungserfahrungen erschließen. Diese unterliegen spezifischen soziohistorischen und geschlechtsspezifischen Bedingungen. In der Forschungskonzeption der vorliegenden Arbeit wurde folglich davon ausgegangen, dass ein Zusammenhang zwischen der individuellen Bewegungsbiografie und der Bewegungssicherheit im Alter besteht.

Die vorgenommene Analyse von Unfällen im Alter und die kritische Auseinandersetzung mit Sturzursachen machten deutlich, dass Unfälle und Stürze als komplexe Ereignisse zu betrachten sind, die sich als Situationen mit spezifischen person-, umwelt- und aufgabenspezifischen Merkmalen darstellen. Bei der Erklärung von Stürzen im Alter dominieren in der sportwissenschaftlichen Fachliteratur bislang biomechanische Arbeiten, die psychologische Einflussvariablen (wie beispielsweise die „Angst vor dem Fallen“) nur am Rande thematisieren. Im Gegensatz dazu wurde in der vorliegenden Arbeit eine Zugangsweise gewählt, die biopsychosoziale Aspekte der Sturzgefährdung in den Mittelpunkt des konzeptionellen Forschungszugangs und des empirischen Forschungsinteresses stellt.

Die gerontologischen Forschungsansätze zu „Aktivität“ und „Mobilität“ im Alter berücksichtigen die Verzahnung biopsychosozialer Aspekte von Bewegungssicherheit und wurden daher vorgestellt und in ihrer Bedeutung für die selbstverantwortliche Lebensgestaltung im Alter diskutiert. Theoretische Überlegungen aus diesem Bereich bildeten die Grundlage für die spätere Kennzeichnung des bewegungsbezogenen Sicherheitsmanagements im Alter.

Das Anliegen der Sturzprophylaxe zieht die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Förderung motorischer Fähigkeiten nach sich, deren Konzepte und Befunde unter dem Begriff der „motorischen Kompetenzen“ diskutiert und untersucht werden. Der Vergleich der unterschiedlichen Verständnisweisen von Kompetenz ließ dabei erkennen, dass die notwendige Verknüpfung gerontologischer und sportwissenschaftlicher Konstrukte noch zu selten erfolgt. Als Konsequenz aus der kritischen Sichtung des Forschungsstands zum Thema Risiken und Chancen von Bewegung im Alter wurde eine Integration von Erkenntnissen aus Sportwissenschaft, Gerontologie, Sicherheits- und Unfallpsychologie und der Sicherheitspädagogik angestrebt.

„Sichern und Vorbeugen“ ist eine Grundfunktion menschlichen Handelns. Es kann und muss folglich bei der Untersuchung von Bewegungssicherheit davon ausgegangen werden, dass gefährdete Personen sich selbst (intentional) bereits um Bewegungssicherheit bemühen. Daher und wegen des bereits erwähnten Systemcharakters und Situationsbezugs der Bewegungssicherheit im Alter wurde ein handlungstheoretischer Ansatz gewählt und die Bewegungssicherheit im Alter im Hinblick auf die Voraussetzungen, Bedingungen und Erfordernisse sicherheitsbezogenen Handelns analysiert. Unter Einbezug der Forschungskonzeption der „Handlungsfehler im Sport“ wurden Schwerpunkte eines „bewegungsbezogenen Sicherheitsmanagements“ erarbeitet.

Für die empirische Untersuchung des bewegungsbezogenen Sicherheitsmanagements von Frauen im Alter wurden drei methodische Zugangsweisen gewählt. Die Durchführung themenzentrierter biographischer Explorationen zum Thema Bewegung und Sicherheit ermöglichte neben dem Einblick in individuelle Bewegungsräume die Kennzeichnung der bewegungsbezogenen und sicherheitsrelevanten individuellen Handlungsorientierungen und Handlungsstrategien. Im Rahmen der Interviewstudie wurden zehn Frauen der Geburtsjahrgänge 1911 bis 1934 zu ihren Bewegungs- und Sporterfahrungen sowie zu etwaigen Sturzerfahrung und dem Umgang mit Altersveränderungen befragt. Es zeigte sich, dass Bewegungs- und Sporterfahrungen entscheidend mit dem Erleben von Risikosituationen verbunden sind. Bewegungseinschränkungen stellen bislang wenig berücksichtigte ökopsychologische Übergänge dar. Die immanenten Bewegungsselbstkonzepte der befragten Seniorinnen enthalten Effizienz- und Kongruenzaspekte, aber auch Defizienzaspekte, die mit einem niedrigen Sportengagement einher gehen.

Im Hinblick auf die Gestaltung der individuellen Bewegungssicherheit, die sich vor allem im Umgang mit wahrgenommenen Alterseinschränkungen zeigte, wurde deutlich, dass die Seniorinnen bestimmte Handlungsorientierungen und Handlungsstrategien erworben haben bzw. einsetzen, um mit riskanten Situationen umzugehen.

In der Ursachenzuschreibung von Stürzen und Unfällen offenbarten sich Aspekte des individuellen Fehlermanagements. Es wurde deutlich, dass positive Fehlereffekte nachweisbar sind und nutzbringend innerhalb von Bewegungsprogrammen zur Sturzprophylaxe eingesetzt werden sollten. Die Ergebnisse der Interviewstudie mündeten in konkrete Empfehlungen für eine gezielte bewegungsbezogene Biografiearbeit und eine „Sturzanamnese“ und in praktische Hinweise für die Gestaltung von Sportangeboten für Ältere.

Zur Exploration des Forschungsfelds „Bewegung und Sicherheit im Alter“ wurde ein Fragebogen entwickelt („Fragebogen für Bewegung und Sicherheit im Alter“ (SBA)), der biopsychosoziale Handlungsbedingungen, Sicherheitsverhalten und Fehler und Missgeschicke erfasst. Dieser Fragebogen wurde in einer Untersuchung mit 228 Frauen und Männern zwischen 65 und 93 Jahren eingesetzt, um einen Vergleich des bewegungsbezogenen Sicherheitsmanagement gestürzter und nicht-gestürzter Seniorinnen und Senioren zu ermöglichen.

Im Hinblick auf das Sicherheitsverhalten ließ sich festhalten, dass die Seniorinnen und Senioren, die gezielte Sicherheitsmassnahmen ergreifen, dieses vor dem Hintergrund geringerer aktueller Bewegungserfahrungen tun. Das ist, wie gezeigt wurde, eine ungünstige Voraussetzung für die notwendige Synchronisation von Handlungsvalenzen und Handlungskompetenzen. Es wurde unter anderem deutlich, dass „gutgemeinte Ratschläge“ anderer („Overprotection“) oder Altersstereotype keine sinnvollen Grundlagen für ein erfolgreiches bewegungsbezogenes Sicherheitsmanagement darstellen und durch eigene aktuelle Bewegungserfahrungen ergänzt oder gar abgelöst werden müssen. Die Ergebnisse der Fragebogenuntersuchung zeigten weiterhin, dass eine hohe wahrgenommene Bewegungsunsicherheit mit einer höheren Sturzerfahrung und dem vermehrten Berichten über Fehler und Missgeschicke einherging. Es konnte gezeigt werden, dass in der Diagnose der individuellen Bewegungsunsicherheit und der persönlichen Fehlerquote (operationalisiert als individueller Fehlerscore) Möglichkeiten eines effektiven Fehlermanagements liegen. In diesem Zusammenhang wurden die Gefahren eines Teufelskreises aus Sturz und Angst vor Fehlern und Missgeschicken beschrieben und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Drei experimentelle Einzelfallstudien einer 60-jährigen, einer 71-jährigen und einer 84-jährigen Seniorin unter Verwendung des Verfahrens „Strukturdimensionale Analyse-Motorik“ (SDA-M) machten deutlich, dass die mentale Repräsentation der Gehbewegung von spezifischen Bewegungseinschränkungen beeinflusst ist. Die vorgenommene Strukturierung von Aspekten der Bewegungskontrolle und Aspekten der Bewegungsausführung sprach in ihrer Unterschiedlichkeit für das Aufbrechen automatisierter Bewegungsabläufe und damit letztlich für die Notwendigkeit einer gezielten Neuordnung von Bewegungsvorstellungen bei zunehmenden Bewegungseinschränkungen. Die Ergebnisse legten zudem Folgestudien zum Zusammenhang zwischen kognitiven Ressourcen, der Fähigkeit zur Strukturierung motorischer Beschreibungseinheiten und konkreten Bewegungsabläufen im Alter nahe.

Das Konzept des bewegungsbezogenen Sicherheitsmanagements im Alter ermöglichte insgesamt die Exploration der Bewegungssicherheit im Alter vor dem Hintergrund von Entwicklungspotenzialen im Alter. Kennzeichen des bewegungsbezogenen Sicherheitsmanagements, wie sie im Rahmen dieser Arbeit theoriebezogen hergeleitet und empirisch untersucht wurden, sind individuelle Bewegungserfahrungen, erworbene Bewegungsselbstkonzepte, Handlungsorientierungen und Handlungsstrategien, die individuelle wahrgenommene Bewegungsunsicherheit, das Fehlermanagement, persönliche Sicherheitsmaßnahmen und die Bewegungsorganisation.

Die empirischen Ergebnisse legen im Hinblick auf die Sturzprophylaxe die Etablierung von Assessment-Centern nahe. Die methodischen Zugangsweisen dieser Arbeit stellen dabei erste, nach den nun vorliegenden Erkenntnisse weiterzuentwickelnde, Bausteine eines entsprechenden Assessment-Centers dar. Praktische Übungen und spezifische Bewegungsaufgaben (im Sinne von „Sicherheitstrainings“) sind weitere Bestandteile. Im Rahmen eines solchen Assessments der Bewegungssicherheit können die unterschiedlichen Aspekte des bewegungsbezogenen Sicherheitsmanagements sorgfältig diagnostiziert und konkrete individuelle und differenzierte Interventionskonzepte ausgearbeitet werden. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Förderung der Lebensqualität im Alter geleistet.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 13
2. Bewegung als Risiko und Chance 20
2.1 Bewegungs- und Sportaktivitäten im Alter 21
2.1.1 Motive und Barrieren 22
2.1.2 Funktionen von Bewegung und Sport 25
2.1.3 Sport- und Bewegungsbiografien 32
2.2 Bewegung im Alter als Risiko 34
2.2.1 Unfälle im Alter 35
2.2.2 Sturzursachen im Alter 39
2.2.3 Veränderungen der Gehbewegung im Alter 43
2.3 Bewegung im Alter als Chance 47
2.3.1 Aktivität und Mobilität 48
2.3.2 Motorische Kompetenz 53
2.4 Zusammenfassung und Konsequenzen für den Forschungsansatz 59
3. Bewegungssicherheit im Alter durch bewegungsbezogenes Sicherheitsmanagement 62
3.1 Handlungstheoretische Grundlagen der Bewegungssicherheit 62
3.1.1 Systemcharakter der Bewegungssicherheit 63
3.1.2 Intentionale Organisation der Bewegungssicherheit 65
3.1.3 Situationsbezug der Bewegungssicherheit 69
3.2 Sicherheit und Handlungsfehler 74
3.2.1 Handeln in gefährlichen Situationen 74
3.2.2 Sicherheit durch Fehler 85
3.2.3 Ansatzstellen bewegungsbezogenen Sicherheitsmanagements im Alter 97
3.3 Selbsterleben und Entwicklungspotenziale im Alter 103
3.3.1 Erleben von Alternsprozessen 103
3.3.2 Erwerb von Handlungsstrategien 108
3.4 Zusammenfassung und Konsequenzen für den Forschungsansatz 111
4. Interviewstudie zu Bewegungsbiografien 117
4.1 Fragestellung 117
4.2 Methodik 118
4.2.1 Interviewkonzeption 118
4.2.2 Interviewpartnerinnen 122
4.2.3 Durchführung und Auswertungsschritte 134
4.3 Ergebnisse 137
4.3.1 Bewegung und Sport im Lebenslauf 137
4.3.2 Bewegungsbezogenes Risiko- und Sicherheitserleben 152
4.3.3 Bewegungsselbstkonzepte 161
4.3.4 Bewegungsbezogene und sicherheitsrelevante Handlungsorientierungen und –strategien 166
4.4 Interpretation und Diskussion 171
4.5 Zusammenfassung 179
5. Fragebogenstudie zu Bewegung und Sicherheit im Alter 183
5.1 Fragestellung 183
5.2 Methodik 184
5.2.1 Fragebogenkonzeption 184
5.2.2 Untersuchungsgruppe 192
5.2.3 Untersuchungsdurchführung 195
5.2.4 Auswertung 196
5.3 Ergebnisse 197
5.3.1 Stürze und körperliche Verfassung 197
5.3.2 Aktivitäten 202
5.3.3 Handlungsbedingungen 209
5.3.4 Sicherheitsverhalten 215
5.3.5 Fehler und Missgeschicke 221
5.3.6 Anmerkungen der Untersuchungsgruppe 231
5.4 Interpretation und Diskussion 233
5.5 Zusammenfassung 244
6. Experimentelle Einzelfallstudien zur mentalen Repräsentation der Gehbewegung 247
6.1 Fragestellung 247
6.2 Methodik 250
6.2.1 Untersuchungsverfahren 250
6.2.2 Auswahl der Knotenpunkte 252
6.2.3 Untersuchungsteilnehmerinnen und Untersuchungsdurchführung 253
6.3 Ergebnisse 253
6.4 Interpretation und Diskussion 257
6.5 Zusammenfassung 262
7. Folgerungen für das bewegungsbezogenen Sicherheitsmanagement im Alter 264
7.1 Bewegungserfahrungen und Bewegungsselbstkonzept 265
7.2 Handlungsorientierungen und Handlungsstrategien 274
7.3 Bewegungsunsicherheit, Fehlermanagement, Sicherheitsmaßnahmen und Bewegungsvorstellungen 276
8. Gesamtzusammenfassung 281
Literaturverzeichnis 286
Anhang 302

Automatisiert erstellter Textauszug:

„Das [Gardinenaufhängen] mach ich nicht. Habe ich lange Zeit gemacht, aber jetzt seit 2, seit 3 Jahren mach ich es nicht. Ist mir zu riskant. Vielleicht könnte ich’s, aber ich hab da, wo ich das Knie operiert lassen hab, da in der Reha-Klinik, Frauen erlebt, die da so von der Leiter gefallen sind und so. Da hab ich mir gedacht: Nee, das mach ich nicht. Die [Gardinen] sind so hoch. Ich hab mir jetzt an diesem Stock auch noch so ein Ding gekauft, wo ich dann hochsteigen kann, denn in der Küche hab ich hohe Küchenmöbel, da bin ich immer auf den Stuhl gestiegen, das war mir dann auch zu riskant. // Jetzt habe ich mir auch so ein (3) [sucht nach dem Wort]“ I.: Trittleiter [...]

„Nicht, also hier Fahrstuhl geht bis runter in den Keller, ist herrlich, und dann hier, na ja, ist altersgerecht gebaut, also keine Schwellen, keine Zimmerschwellen und so weiter, und der Toilettensitz ist etwas höher, //, also es ist schön. Zu Hause hatte ich mir so einen Sitz mir extra bestellt mal, wenn man aufstand, war herrlich.“ (Frau B., 86 Jahre, 3-02) „Ja, Fahrstuhl und sogar bis in den Keller rein, und ich will niemals im Parterre wohnen, ist mir zu gefährlich.“ (Frau D., 85 Jahre, 3-06) „Ja, das ist mein Rolls Royce. [gemeint ist der Gehwagen] (Lachen) Den nehme ich auch, also hier zum Einkaufen, ist gar nicht schlimm, ist ja auch ein Sitz, dass ich mich drauf setzen kann zwischendurch. // Und in Amerika hab ich einen richtigen Rollstuhl, also den können wir auch zusammenschieben, also ins Auto setzen.“ (Frau B., 86 Jahre, 3-02) „Nein, ja, ich hab mir nur in der Dusche so Halterungen machen lassen, das hab ich nämlich da, wie ich die Knieoperation hatte, so gesehen und hab gedacht, man rutscht ja doch mal leicht und das hab ich mir dann so machen lassen. (...) Ja, ja und wissen Sie, dann denken Sie mal was anderes, und schon rutschen Sie. // Und wenn ich mal in der Dusche rutsche, dann kann man ungeschickt fallen.“ (Frau G., 71 Jahre, 3-01) [...]

„Und dann war in dem Hühnerhof eine Schaukel. Da bin ich – also da war ich höchstens vier, kann ich da gewesen sein - da bin ich rauf, musste ich aber dran springen, drauf gesetzt, hoch geschaukelt und mich dann freihändig in die Knie gehangen, ne. Also ich war risikofreudig, (Lachen). Und ich war auch sehr geschickt. // Also ich sag immer: „Wenn man mir sagte: „Du traust Dich nicht.“, dann war das schon passiert.“ (...) „Ach, hören Sie mal, das waren nicht Mutproben, das war die Spannung am Klettern. Natürlich haben wir das gemacht, aber nicht, wer am höchsten kommt oder so. Da kann ich mich eigentlich nicht entsinnen. // Mal beim Schwimmen, mal ein Wettschwimmen oder so, oder beim Springen: Wer kann vom Dreimeter, wer springt vom Fünfmeter. Das sind Mutproben schon gewesen, (lachend) ja. Aber vom Fünfmeter bin ich einmal gesprungen und wie ich unten war habe ich gedacht: „Ne, so schön war das nicht, das machst Du nicht mehr.“ (Frau E., 80 Jahre, 3-04) „Ja, natürlich, gab’s auch, //, gab’s auch, oder wer kann am längsten unter Wasser bleiben, //, ich hab mich da immer dünne gemacht (lacht), na wenn man einen großen Bruder hat, macht man ja alles mit, der hat mich auch überall mitgenommen.“ (Frau D., 85 Jahre, 3-06) [...]

Arbeit zitieren:
Lobinger, Babett Helen März 2003: Bewegungsbezogenes Sicherheitsmanagement von Frauen im Alter, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bewegungssicherheit, Sturzprophylaxe, Bewegungsaktivitäten, Aktivität, Beweglichkeit

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