Bewältigungsstrategien der Prüfungsangst
In der Erwachsenenbildung und ihren Ausbildungsstätten in Wien und NÖ
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Irene Prokop
- Abgabedatum: Mai 2001
- Umfang: 312 Seiten
- Dateigröße: 1,5 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4134-0
- ISBN (CD) :978-3-8324-4134-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Prokop, Irene Mai 2001: Bewältigungsstrategien der Prüfungsangst, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Lernprobleme, Ängste, Therapie von Prüfungsangst, Prüfungsangst, schlechte Noten
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Diplomarbeit von Irene Prokop
Einleitung:
Zu Beginn dieser Diplomarbeit soll vorausgeschickt werden, dass es zum Thema der Therapie der Prüfungsangst mit der Progressiven Muskelentspannung bei berufstätigen Erwachsenen in der Literatur nicht sehr viele empirische Befunde gibt. In der Diplomarbeit wird daher wenig Literatur zu jenem Thema erörtert werden können.
Die von der Verfasserin zu untersuchende Gruppe der berufstätigen Erwachsenen beherrscht ihre Ängste oftmals genauso gut wie ihre gleichgesinnten Kollegen/innen an der Universität. Damit Erwachsene lernen, ihre Ängste zur Sprache zu bringen, mit ihren Ängsten umzugehen und sie als Bestandteil ihres Lebens zu begreifen und zu akzeptieren, ist es erforderlich, sie bei diesem Erkenntnis- und Erfahrungsprozess zu unterstützen. Vielen Menschen fällt es schwer, sich die Existenz ihrer Ängste einzugestehen, so dass diese eine sehr große Belastung für sie darstellen können. Durch die Verleugnung ihrer Angst geraten sie immer tiefer in Depression und Hilflosigkeit, aus der sie oft nicht wissen, wie sie entfliehen können.
Die Erfahrungen mit betroffenen prüfungsängstlichen Erwachsenen, welche die Verfasserin durch zahlreiche Trainings in der Erwachsenenbildung gemacht hat, ließen die Verfasserin auf das Phänomen der Angst und ihrer Verdrängung aufmerksam werden. Sensibilisiert durch diese Beobachtungen stellte die Verfasserin der Arbeit auch an vielen befragten Erwachsenen Unsicherheiten im Umgang mit Ängsten bis hin zu eigenen Verdrängungsmechanismen fest. Dies veranlasste die Verfasserin, sich mit der Problematik Angst und Prüfungsangst in ihrer Diplomarbeit intensiver zu beschäftigen.
Eines jener Phänomene, denen in dieser Arbeit auf den Grund gegangen werden soll, ist jenes, dass erschreckend viele erwachsene berufstätige Studenten und Studentinnen unter Prüfungsangst und Hypernervosität leiden. Sehr oft können jene Personen, durch diese Ängste verursacht, ihr optimales Prüfungsergebnis nicht erreichen und versagen oft noch, bevor sie sich überhaupt der Prüfungssituation aussetzen. Diesen Leuten kann in den meisten Fällen geholfen werden, ohne dass sie eine Psychotherapie beginnen müssen.
Jacobson beschäftigt sich seit den 60er Jahren mit der Entspannung und hat eine Reihe verschiedenster Entspannungstechniken wie unter anderem die Progressive Muskelentspannung zusammengestellt. Jene Techniken helfen dem Prüfling, Nervosität oder gar Panikgefühle, die ihn in seiner Leistungsfähigkeit stark einschränken, zu vermeiden und so sein individuelles Lernpotential voll auszuschöpfen und sein Wissen.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | THEORETISCHER TEIL | 13 |
| 0. | EINLEITUNG | 13 |
| ERGEBNISSE ZU DEN URSACHEN DER PRÜFUNGSANGST | 14 | |
| BEHANDLUNG UND THERAPIEMÖGLICHKEITEN DER PRÜFUNGSANGST | 16 | |
| UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE ZUR PRÜFUNGSANGST | 17 | |
| SOZIALER STELLENWERT DER AUSBILDUNG IM LEBEN EINES BERUFSTÄTIGEN | 20 | |
| ZWECK DER PROGRESSIVEN MUSKELENTSPANNUNG | 25 | |
| STREß - DIE HERAUSFORDERUNG DES MODERNEN LEBENS | 27 | |
| NICHT ABGEBAUTER STREß MACHT KRANK | 28 | |
| II. | ALLGEMEINER TEIL | 29 |
| 1. | THEORIE DER PRÜFUNGSANGST IN DER ERWACHSENENBILDUNG UND DEREN ALLGEMEINE BEDEUTUNG IN DER BEVÖLKERUNG | 29 |
| 1.1 | THEORIE ÜBER DEN AUFBAU VON PRÜFUNGSANGST UND PRÜFUNGSÄNGSTLICHKEIT | 31 |
| 1.2 | URSACHEN DER LEISTUNGS- UND PRÜFUNGSANGST | 33 |
| 1.1.1 | Begriffliche Klärung des Terminus der Prüfungsangst | 33 |
| 1.1.2 | Der Zusammenhang zwischen Leistung und Prüfungsangst | 39 |
| 1.2.1 | Einfluss des elterlichen Erziehungsverhaltens auf die Entstehung von Leistungs- und Prüfungsangst in der Schule und in der späteren Ausbildung | 44 |
| 1.2.2 | Zusammenhang zwischen der Art der Zuwendung und der Leistungsangst des Studenten | 47 |
| 1.2.3 | Prozessmodell nach Spielberger | 49 |
| 1.2.4 | Zusammenhang von Angst und Prüfungsangst mit dem Lernen | 50 |
| 1.2.5 | Prüfungsangst und deren Zusammenhang mit den Noten in der jeweiligen Ausbildungsstätte | 51 |
| 1.2.6 | Zusammenhang zwischen Prüfungsangst und der Schicht | 52 |
| 1.2.7 | Der Zusammenhang von Angst als Ursache mangelnder Entspannungsfähigkeit | 54 |
| 1.3 | DETERMINANTEN DER PRÜFUNGSANGST | 54 |
| 1.4 | DEFINITION DER PRÜFUNGSANGST AUS KLINISCHER SICHT | 55 |
| 1.4.1 | Theorien zur Entstehung von Prüfungsangst aus klinischer Sicht | 55 |
| 1.5 | DAS PHÄNOMEN ANGST | 63 |
| 1.5.1 | Angst als Zustand | 63 |
| 1.5.2 | Angst als Wesenszug | 64 |
| 1.5.3 | Zusammenhang zwischen Angst und Selbstwert | 65 |
| 1.5.4 | Auswirkungen von Leistungs- und Prüfungsangst im Zusammenhang mit dem Alter | 66 |
| 1.6 | KLASSIFIKATION VON ÄNGSTEN | 67 |
| 1.6.1 | Phobische Störungen | 67 |
| 1.6.2 | Angstzustände | 70 |
| 1.6.3 | Angstarten nach Schwarzer | 72 |
| 1.7 | DIAGNOSTISCHE ZUGANGSWEISEN ZUR PRÜFUNGSANGST | 73 |
| 1.8 | AUSWIRKUNGEN DER PRÜFUNGSANGST AUF DIE KÖRPERLICHE GESUNDHEIT | 75 |
| 2. | ERWACHSENENBILDUNG IN DEN VHS, WIFI, BFI, POLYCOLLEGE | 77 |
| 3. | DER BEITRAG DER PROGRESSIVEN MUSKELENTSPANNUNG NACH JACOBSON ZUR REDUKTION DER PRÜFUNGSANGST | 79 |
| 3.1 | DIE FUNKTIONSWEISE DER MUSKELENTSPANNUNG | 80 |
| 3.2 | DIE MUSKULÄRE TIEFENENTSPANNUNG: DAS GRUNDPRINZIP | 81 |
| 4. | ALTERNATIVE METHODEN DER THERAPIE GEGEN PRÜFUNGSPANIK | 83 |
| 4.1 | ENTSPANNUNGSÜBUNGEN | 83 |
| 4.2 | AROMATHERAPIE | 83 |
| 4.3 | NERVENNAHRUNG | 83 |
| 4.4 | TEMPERATURTRAINING UND ENTSPANNUNG | 83 |
| 4.5 | DIE LETZTE RETTUNG | 84 |
| 4.6 | PRIVATES STREßMANAGEMENT – PRÜFUNGSANGST BEWÄLTIGEN | 84 |
| 4.6.1 | Prinzip des Streßmanagments | 84 |
| 4.6.2 | Entspannungsübungen zur Streßbewältigung | 86 |
| 4.6.3 | Theorie der Streßbewältigung und Angstverarbeitung nach Lazarus | 89 |
| 4.6.4 | Biofeedback als Methode und Training | 91 |
| 4.7 | SYSTEMATISCHE DESENSIBILISIERUNG | 98 |
| 4.8 | HYPNOSE VS. PROGRESSIVE MUSKELENTSPANNUNG | 101 |
| 5. | COPING VON PRÜFUNGSANGST BEI BERUFSTÄTIGEN ERWACHSENEN IN DER PRAXIS | 102 |
| 5.1 | THERAPIE VON PRÜFUNGSANGST MIT HYPNOSE | 104 |
| 5.2 | COPING VON PRÜFUNGSANGST AUS KOGNITIONSPSYCHOLOGISCHER SICHT | 104 |
| 5.2.1 | Coping:Angstbewältigung aus kognitionstheoretischer Sicht | 104 |
| 5.2.2 | Coping-Verhalten in Leistungssituationen | 106 |
| 6. | PERSÖNLICHKEITSENTFALTUNG DER BERUFSTÄTIGEN ERWACHSENEN STUDENTEN IN DER ERWACHSENENBILDUNG | 108 |
| 6.1 | BILDUNGSINSTITUTIONELLE MAßNAHMEN UND KONSEQUENZEN | 109 |
| 6.2 | THERAPIE DER PRÜFUNGSANGST ONLINE | 110 |
| III. | EMPIRISCHER TEIL | 114 |
| 7. | FRAGESTELLUNG UND ZIELSETZUNG DER UNTERSUCHUNG | 114 |
| 8. | UNTERSUCHUNGSDESIGN | 116 |
| 8.1 | BESCHREIBUNG DES UNTERSUCHUNGSDESIGNS BZW. DER UNTERSUCHUNGSMETHODE | 116 |
| 8.1.1 | Untersuchung vor dem Training | 116 |
| 8.1.2 | Rolle des Klienten /der Klientin während der Trainings | 118 |
| 8.1.3 | Einfluss der therapeutischen Kommunikation vor Beginn des Trainings | 119 |
| 8.1.4 | Die äußere Umgebung | 119 |
| 8.1.5 | Die erste Sitzung - die Grundzüge | 121 |
| 8.2 | BESCHREIBUNG DES MEßVERFAHRENS | 123 |
| 8.2.1 | Beschreibung der Stichprobe | 123 |
| 8.2.2 | Variablen | 125 |
| 8.2.3 | Operationalisierung der Prüfungsangst durch | 128 |
| 8.2.4 | Materialien | 130 |
| 8.2.5 | Untersuchung der soziodemographischen Verteilungen | 146 |
| 8.2.6 | Ablauf der Untersuchung | 149 |
| 8.3 | STATISTISCHE HYPOTHESEN | 152 |
| 8.3.1 | Alter und Prüfungsangst (1) | 152 |
| 8.3.2 | Geschlecht und Prüfungsangst (2) | 153 |
| 8.3.3 | Zuletzt besuchte Bildungsinstitution und Prüfungsangst (3) | 153 |
| 8.3.4 | Streßtypus und Prüfungsangst (4) | 154 |
| 8.3.5 | Personentypus und Prüfungsangst (5) | 155 |
| 8.3.6 | Prüfungsangst während und nach Prüfungen (6) | 156 |
| 8.3.7 | Prüfungsangst und Progressive Muskelentspannung (7) | 157 |
| 8.3.8 | Reproduktion von Lerninhalten und Anwenden der Progressiven Muskelentspannung (8) | 158 |
| 8.3.9 | Subjektive erlebte Merkleistung und Progressive Muskelentspannung (9) | 159 |
| 8.3.10 | Subjektiv erlebter Entspannung und Progressive Muskelentspannung (10) | 160 |
| 8.3.11 | Entspannungsfähigkeit und Progressive Muskelentspannung in der VG und in der KG (11) | 161 |
| 8.4 | STATISTISCHE METHODEN | 163 |
| 8.4.1 | Reliabilitätsanalysen | 163 |
| 8.4.2 | Kolmogornov-Prüfstatistiken | 163 |
| 8.4.3 | Berechnung der Mittelwerte | 164 |
| 8.4.4 | Kreuztabellen | 164 |
| 8.4.5 | Unterschiedsstatistiken | 166 |
| 8.4.6 | Spearman Rang Korrelation | 168 |
| 8.4.7 | Fragebogen zur Überprüfung der Merkfähigkeit der Versuchspersonen nach der Progressiven Muskelentspannung | 169 |
| 9. | STATISTISCHE INTERPRETATION DER ERGEBNISSE | 170 |
| 9.1 | ÜBERPRÜFUNG DES SKALENNIVEAUS DER METRISCHEN VARIABLEN | 170 |
| 9.1.1 | Variable „Situative Prüfungsangst“ | 170 |
| 9.1.2 | Variable „Generelle Prüfungsangst“ | 171 |
| 9.1.3 | Variable „Merkleistung vor der progressiven Muskelentspannung“ | 172 |
| 9.1.4 | Variable“Merkleistung nach der progressiven Muskelentspannung“ | 173 |
| 9.2 | INTERPRETATION DER STATISTISCHEN ERGEBNISSE | 173 |
| 9.2.1 | Einfluss des Alters auf die situative und die aktuelle Prüfungsangst | 173 |
| 9.2.2 | Einfluss des Geschlechts auf situative und aktuelle Prüfungsangst | 175 |
| 9.2.3 | Einfluss der Ausbildungsinstitution auf situative und aktuelle Prüfungsangst | 178 |
| 9.3 | PERSÖNLICHKEITSTYPUS UND PRÜFUNGSANGST | 184 |
| 9.4 | AUSMAß DER TATSÄCHLICHEN PRÜFUNGSANGST ALS PERSÖNLICHKEITSEIGENSCHAFT VOR DER ERSTEN, ZWEITEN UND DRITTEN MUSKELENTSPANNUNG | 188 |
| 9.5 | AKTUELLE UND SITUATIVE PRÜFUNGSANGST | 190 |
| 9.5.1 | Unterschiede zwischen Versuchsgruppe und Kontrollgruppe in der aktuellen und situativen Prüfungsangst | 190 |
| 9.5.2 | Ausmaß der situativen Angst und der Ängstlichkeit | 193 |
| 9.5.3 | Einfluss der Progressiven Muskelentspannung auf die Lernleistung (auf die Anzahl bestimmter gemerkter Wörter und auf die Angaben der Personen) | 197 |
| 9.5.4 | Einfluss der Progressiven Muskelentspannung auf die Lernleistung (Anzahl der gemerkten Wörter und die Angaben der Personen) | 202 |
| 9.5.5 | Entspannungsfähigkeit der Versuchspersonen | 205 |
| 9.5.6 | Progressive Muskelentspannungstherapie als Hilfe | 208 |
| 9.5.7 | Erste, zweite und dritte Progressive Muskelentspannungstherapie als Hilfe | 211 |
| 9.5.8 | Stress nach den Muskelentspannungssitzungen | 213 |
| 10. | INTERPRETATION UND DISKUSSION | 215 |
| 10.1 | AUSWIRKUNGEN VON LEISTUNGS- UND PRÜFUNGSANGST IM ZUSAMMENHANG MIT DEM ALTER | 215 |
| 10.2 | EINFLUß DES GESCHLECHTS AUF DIE SITUATIVE UND DIE AKTUELLE PRÜFUNGSANGST | 217 |
| 10.3 | EINFLUSS DER BILDUNGSINSTITUTION UND DER SCHICHT AUF DIE PRÜFUNGSANGST | 218 |
| 10.3.1 | Einfluss der Bildungsinstitution auf die Prüfungsangst | 218 |
| 10.3.2 | Einfluss des Ausbildungsstandes oder der Schicht auf die Prüfungsangst | 219 |
| 10.4 | EINFLUSS DES GESTREßTSEINS AUF DIE PRÜFUNGSANGST NACH DEN DREI SITZUNGEN MIT DER PROGRESSIVEN MUSKELENTSPANNUNG | 221 |
| 10.5 | PERSONENTYPUS UND PRÜFUNGSANGST (5) | 225 |
| 10.5.1 | Zusammenhang zwischen Angst und Selbstwert: | 226 |
| 10.5.2 | Einfluss der Angst als Personeneigenschaft auf die Prüfungsangst | 226 |
| 10.5.2 | Prüfungsangst während und nach Prüfungen (6) | 229 |
| 10.5.3 | Der Zusammenhang zwischen Lernleistung und Prüfungsangst | 230 |
| IV. | ZUSAMMENFASSUNG | 250 |
| ANHANG | 272 | |
| ANHANG | 272 | |
| X. | LEBENSLAUF | 305 |
| 10.7 | ANGST ALS WESENSZUG UND ZUSTAND UND IHR ZUSAMMENHANG MIT DER WIRKUNG DER ENTSPANNUNG AUF DIE ÄNGSTIGENDE VORSTELLUNG DER PROBANDEN IN DER PRÜFUNGSSITUATION | 232 |
| 10.8 | REPRODUKTION VON LERNINHALTEN UND PROGRESSIVE MUSKELENTSPANNUNG (8) | 244 |
| 10.9 | DIE WIRKUNG DER ENTSPANNUNG AUF DIE GEDÄCHTNISLEISTUNG | 247 |
| V. | LITERATURVERZEICHNIS | 258 |
| VI. | VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN | 267 |
| IX. | EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | 304 |
4.6.3 Theorie der Streßbewältigung und Angstverarbeitung nach Lazarus Lazarus Theorie basiert auf der Annahme, daß allein kognitive Faktoren für das Auslösen und die Regulierung von Emotionen verantwortlich sind. In diesem Zusammenhang beschäftigten sich Lazarus und Launier (1981) mit dem Phänomen Streß und der Angstverarbeitung. Streß ist eine Reaktion auf Reize –die Stressoren-, die von außen oder innen auf den Organismus einwirken und dessen emotionales Gleichgewicht stören. Je nach Stressor ist die Reaktion spezifisch oder unspezifisch. Dabei kommt eine „besondere Art von Beziehung zwischen einer Person oder einem Tier und der jeweiligen Umwelt“ zustande. Spielberger (1980) definiert Streß als den von außen einwirkenden, den Menschen physisch und psychisch fordernden Umstand. Er entsteht, wenn sich das Individuum mit den Anforderungen der Umwelt bezüglich seiner Handlungskompetenzen überfordert fühlt. Streß kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Wie oben erwähnt, handelt es sich in Form des Eustreß um einen positiven Streß. Der Distreß hingegen zeigt negative Auswirkungen, die vom Menschen je nach persönlicher Veranlagung in unterschiedlicher Intensität wahrgenommen werden. Lazarus (1981) geht davon aus, daß der Mensch genau wie das Tier seine Umwelt nach den für ihn relevanten Hinweisreizen untersucht. Die dabei in Gang gesetzten kognitiven Prozesse bewerten die wahrgenommenen Reize und stufen sie entweder als bedrohlich oder gefahrlos ein. Angst äußert sich im Sinne von Lazarus und Launier (1978, zit. nach Krohne, 1996) als emotionale Reaktion, dessen Intensität und Dauer von interindividuellen Veranlagungen bestimmt wird. Die kognitive Bewertung kann in drei zeitlich aufeinanderfolgende Phasen untergliedert werden. Unterschieden werden die „Primärbewertung“ (primary appraisal), die „Sekundärbewertung“ (secondary appraisal) und die [...]
88 entspannen Sie den Oberarm, den Ellenbogen und den Unterarm. Entspannen Sie dann die Handflächen und jeden einzelnen Finger –beginnen Sie beim Daumengehen Sie dann zum Zeige-, Mittel- und Ringfinger und zum kleinen Finger. Fühlen Sie, wie Ihr Arm und Ihre Hand schlaff werden. Konzentrieren Sie sich nun auf den linken Arm: Entspannen Sie Oberarm, Ellenbogen, Unterarm, Handfläche und jeden Finger einzeln: Daumen, Zeige-, Mittel,- Ring- und kleiner Finger. Atmen Sie dabei ruhig und tief und fühlen Sie, wie der Arm und die Hand schlaff werden. Konzentrieren Sie sich auf das rechte Bein. Entspannen Sie die Hüfte, den Oberschenkel, das Knie, die Wade, den Fuß und jeden Zeh einzeln –beginnen Sie beim großen Zeh-, gehen Sie dann zum zweiten, zum mittleren, zum vierten und zum kleinen Zeh. Entspannen Sie nun das linke Bein: die Hüfte, den Oberschenkel, das Knie, die Wade, den Fuß, den großen Zeh, den zweiten Zeh, usw. Beide Beine sind nun ganz entspannt. Denken Sie nun an einen friedlichen Ort, an dem Sie jetzt gerne wären: vielleicht an einem Strand, an einem See, im Regenwald. Schauen Sie dem rhythmischen Fließen des Wassers zu, riechen Sie die frische Luft, fühlen Sie den Wind und hören Sie dem Gesang der Vögel und den Geräuschen der anderen Tiere zu. Stellen Sie sich vor, Sie liegen auf einem Floß und lassen sich über das Wasser treiben. Die Sonne wärmt Ihren Körper. Atmen Sie tief und ruhig. Schauen Sie sich in Gedanken die Landschaft an, wenn andere Gedanken kommen und Sie ablenken, lassen Sie sie wie Vögel wegfliegen. Fühlen Sie, wie Ihre Floß vom Wasser getragen wird. Atmen Sie tief und ruhig. Bleiben Sie so 5 Minuten liegen –ohne Instruktionen–, nur von der Musik und Ihrem Atem getragen. Kommen Sie nun mit Ihren Gedanken zurück zu Ihrem Körper. Lassen Sie Ihre Augen aber noch geschlossen. Fühlen Sie weiter, wie die Sonnenstrahlen Sie wärmen. Atmen Sie tief ein und fühlen Sie, wie die Sonnenstrahlen Ihren Körper mit Licht und Wärme erfüllen und sich beim Ausatmen im Körper verteilen. Werden Sie sich nun bewußt, wo Sie sich befinden und bewegen Sie Zehen und Finger, Beine und Arme. Strecken sich, schütteln Sie die Beine aus und kreisen [...]
87 Im Zimmer sollte es warm sein, denn die Körpertemperatur fällt im entspannten Zustand. Tragen Sie deshalb auch im Sommer Socken und legen Sie eine Decke bereit. Stellen Sie ruhige, langsame Musik an –achten Sie darauf, daß kein Gesang dabei ist (also nur Instrumentalmusik). Legen Sie sich bequem auf den Rücken oder setzen Sie sich in einen bequemen Fauteuil und decken Sie sich zu. (Wenn Sie sich hinlegen, sollte die Unterlage bequem, aber nicht zu weich sein, z.B. auf eine Matte auf dem Boden). Schließen Sie die Augen. Die Wirbelsäule sollte gerade sein und mit dem Kopf eine Linie bilden. Die Arme liegen locker neben dem Körper, die Handflächen zeigen entspannt nach oben. Die Beine liegen ungefähr schulterbreit auseinander, die Füße zeigen im Liegen nach außen (wenn Sie sitzen, stehen die Füße mit den Sohlen flach auf dem Boden). Atmen Sie nun 6 Sekunden lang ein und spannen Sie dabei den gesamten Körper –von der Stirn bis zu den Zehen– fest an und halten Sie die Anspannung 3 Sekunden lang. Atmen Sie dann langsam aus und entspannen Sie den Körper dabei völlig. Wiederholen Sie die Übung noch zweimal. Öffnen Sie die Augen, schauen Sie zur Decke und schließen Sie die Augen nun halb. Öffnen Sie den Mund so weit es geht, gähnen und schließen Sie den Mund, bis sich die Lippen leicht berühren. Die Zungenspitze liegt an der oberen Zahnreihe an, Unter-und Oberkiefer sind ganz entspannt. Atmen Sie tief und ruhig: Atmen Sie 6 Sekunden lang ein, halte Sie den Atem für 3 Sekunden an und atmen Sie dann 6 Sekunden lang aus. Legen Sie eine Atempause für 3 Sekunden ein und atmen Sie dann wieder 6 Sekunden lang ein. Versuchen Sie, während der gesamten Entspannungsphase in diesem Rhythmus zu atmen. Richten Sie nun die Aufmerksamkeit auf Nacken und Schultern. Denken Sie daran, daß diese Körperteile am meisten verspannt sind und entspannen Sie dann die Schultern und den Nacken. Vergessen Sie das Atmen nicht. Entspannen Sie die Rückenmuskulatur, den Brustbereich und den Bauch. Vergessen Sie wieder das Atmen nicht. Gehen Sie dann zum rechten Arm, [...]
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