Bewährungsprobe für den Stabilitäts- und Wachstumspakt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Patrick Dieses
- Abgabedatum: Juni 2002
- Umfang: 61 Seiten
- Dateigröße: 537,7 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6426-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6426-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6426-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dieses, Patrick Juni 2002: Bewährungsprobe für den Stabilitäts- und Wachstumspakt, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Stabilitätspakt, Defizitsgrenze, Frühwarnsystem, Sanktionsmechanismus, Währungsunion
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Diplomarbeit von Patrick Dieses
Zusammenfassung:
Am Anfang des Jahres 2002 geriet der Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP) wieder in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion, als die Europäische Kommission (EK) Deutschland und Portugal wegen zu hoher öffentlicher Defizite eine Frühwarnung aussprechen wollte. Diese Ankündigung löste eine heftige Diskussion in Politik, Wirtschaftspresse und Wissenschaft über die Notwendigkeit und Ausgestaltung des SWP aus. Die Palette der Forderungen reicht von einer unveränderten Beibehaltung des SWP bis hin zu dessen ersatzloser Streichung.
Vor dem Hintergrund der zuvor skizzierten Kontroversen wird in dieser Diplomarbeit untersucht, ob und inwieweit sich das Regelwerk des SWP als Instrument zur Defizitbegrenzung bislang bewährt hat und welche Erwartungen zukünftig an den SWP gerichtet werden können. Zur Bearbeitung dieser Problemstellung werden die finanzwissenschaftliche Theorie ebenso wie die neuesten Erfahrungen mit der Umsetzung und Anwendung des Regelwerks ausgewertet.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Problemstellung und Aufbau der Arbeit | 1 |
| 2. | Inhalt des Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP) | 2 |
| 2.1 | Entstehung des SWP | 2 |
| 2.2 | EG-Vertrag als Grundlage | 3 |
| 2.3 | Konkretisierung des Sanktionsmechanismus nach dem SWP | 5 |
| 2.4 | Frühwarnsystem zur Vermeidung übermäßiger Defizite | 9 |
| 3. | Argumente für eine Defizitbegrenzung in der EWU | 10 |
| 3.1 | Gefahren für die Geldpolitik | 11 |
| 3.2 | Negative externe Effekte | 12 |
| 4. | Analyse des SWP | 15 |
| 4.1 | Defizitquote als Zielgröße | 15 |
| 4.1.1 | Referenzwert für die Defizitquote | 16 |
| 4.1.2 | Vereinbarkeit von Defizitgrenze und Stabilisierungspolitik | 18 |
| 4.1.3 | Ausgabenziele als Ersatz für die Defizitgrenze | 20 |
| 4.2 | Glaubwürdigkeit des Sanktionsmechanismus | 22 |
| 4.2.1 | Effektivität des „Quasi-Automatismus“ | 22 |
| 4.2.2 | Fehlende Unabhängigkeit der Entscheidungsträger | 24 |
| 4.2.3 | Eignung der Sanktionen | 27 |
| 4.3 | Wirksamkeit des Frühwarnsystems | 28 |
| 4.4 | Zusammenfassung der Analyseergebnisse | 33 |
| 5. | Alternative Mechanismen zur Defizitbegrenzung | 35 |
| 5.1 | Finanzmärkte als Disziplinierungsinstrument | 35 |
| 5.2 | Stabilitätssteuer | 36 |
| 5.3 | Verschuldungslizenzen | 38 |
| 6. | Empfehlungen unter Berücksichtigung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen | 39 |
| 7. | Zusammenfassung und Ausblick | 42 |
auf zehn Monate;91 dies stärkt die Effektivität. Bei korrekter Regelanwendung greift zwar für die Mehrzahl der Fälle der Quasi-Automatismus, dennoch ist auch dieser letztlich eine diskretionäre politische Entscheidung. Dies ist für die Glaubwürdigkeit des Quasi-Mechanismus als negativ zu erachten. Die Glaubwürdigkeit wird jedoch in erster Linie davon abhängen, ob und wie die Regeln des Quasi-Automatismus in der Praxis angewandt werden bzw. von den Ausnahmeregeln nur restriktiv Gebrauch gemacht wird.92 Eine Bewährungsprobe hatte dieser Mechanismus bisher noch nicht zu bestehen. Es können lediglich Erfahrungen aus der Anwendung des Frühwarnsystems übertragen werden, was in Kapitel 4.4 erfolgt. 4.2.2 Fehlende dungsträger Der verbleibende Gremium diskretionäre Entscheiist, Unabhängigkeit der Entschei- [...]
siert;83 daher wird dieser Mechanismus als Quasi-Automatismus bezeichnet. SIEBERT kritisiert, dass die quasiautomatische Auslösung der Sanktionen bei Überschreitung der Defizitgrenze nur erfolgt, wenn das reale BIP des betroffenen Landes um weniger als 0,75% zurückgeht.84 Dadurch sieht er die „Automatik der Sanktionen erheblich eingeschränkt“85. Dem ist entgegenzuhalten, dass nur in Ausnahmejahren das BIP um mehr als 0,75% zurückgeht86 und somit der Quasi-Automatismus die Mehrzahl der Fälle abdeckt. Zu bemängeln ist, dass für den Rückgang des realen BIP im Bereich von 0,75% bis 2% kein Automatismus greift, sondern diskretionäre Entscheidungen erforderlich sind.87 Denn in diesem Bereich kann der ECOFINRat weitere relevante Umstände berücksichtigen, die ein Überschreiten der Defizitgrenze rechtfertigen.88 Bei einem Rückgang von mehr als 2% besteht die Defizitgrenze ohnehin nicht mehr.89 Entscheidend für die Effektivität des Mechanismus ist auch, dass er schnell und ohne Verzögerungen greift.90 Der SWP verkürzt das Verfahren zur Feststellung eines übermäßigen Defizits im Vergleich zum ursprünglichen Prozedere des EG-Vertrages von etwa drei bis vier Jahren [...]
Die Analyse des Sanktionsmechanismus umfasst drei Aspekte. Erstens wird die Effektivität des Quasi-Automatismus bewertet. Zweitens wird die fehlende Unabhängigkeit der Entscheidungsträger problematisiert und drittens die Eignung der vorgesehenen Sanktionen erörtert. Bei der Analyse dieser drei Aspekte werden den geltenden Regeln auch Reformvorschläge gegenübergestellt und beurteilt. 4.2.1 Effektivität des „Quasi-Automatismus“ Ein Automatismus ist als unabdingbares Element für einen wirksamen SWP angesehen worden,79 da diskretionäre Entscheidungen zu politischen Rücksichtnahmen und Ausnahmeregelungen führen würden.80 Der sogenannte QuasiAutomatismus ist nun das Ergebnis eines politischen Kompromisses aus zwei Positionen: auf der einen Seite stand die Forderung nach vollständiger EGV Im Automatisierung81 und auf der anderen Seite die nach einem Festhalten des in Art. 104 vorgesehenen Ergebnis ist diskretionären zwar der Verfahrens.82 Ermessensspielraum [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832464264
Arbeit zitieren:
Dieses, Patrick Juni 2002: Bewährungsprobe für den Stabilitäts- und Wachstumspakt, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Stabilitätspakt, Defizitsgrenze, Frühwarnsystem, Sanktionsmechanismus, Währungsunion



