Beurteilung ausgewählter Anlageformen zur privaten Alterssicherung
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Michael Roth
- Abgabedatum: Mai 2009
- Umfang: 49 Seiten
- Dateigröße: 392,9 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe Deutschland
- Bibliografie: ca. 32
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4261-3
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Roth, Michael Mai 2009: Beurteilung ausgewählter Anlageformen zur privaten Alterssicherung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Altersvorsorge, Riester Rente, Anlageform, Fonds, Versorgungslücke
28,00 €
PDF-eBook Download: 28,00 €
Bachelorarbeit von Michael Roth
Einleitung:
In den letzten Jahren war die gesetzliche Rente sehr häufig Gegenstand der Medien. Das Rentenniveau wird in den kommenden Jahren, aufgrund der demographischen Entwicklung in Deutschland, drastisch sinken. Ursachen hierfür sind die niedrige Geburtenrate und die steigende Lebenserwartung. Folglich wird die deutsche Bevölkerung in den kommenden Jahrzehnten stark altern. Doch dieses Problem existiert nicht nur in Deutschland, auch in den meisten anderen europäischen Staaten wird der Altersdurchschnitt der Bevölkerung ansteigen.
Die Veränderung der Bevölkerungsstruktur in Deutschland hat weitreichende Folgen. Der Rückgang des Rentenniveaus muss verstärkt durch private Altersvorsorge ausgeglichen werden. Die deutsche Regierung hat mit zahlreichen Rentenreformen seit dem Jahr 2000 einen Umbruch in der Altersvorsorge eingeleitet. Jahrzehntelang konnten sich die Rentner auf ausreichende Rentenzahlungen verlassen. Das Umlageverfahren stößt in den nächsten Jahren jedoch an seine Grenzen. Das System wäre nur mit unvorstellbar hohen Beitragssätzen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufrecht zu erhalten. Diese extrem hohe Belastung würde eine Benachteiligung der jungen Generation darstellen. Es muss ein Gleichgewicht gefunden werden, welches sowohl die Interessen der Rentner, als auch die der arbeitenden Gesellschaft berücksichtigt.
Für die junge Generation wurde mit diversen Rentenreformen die Möglichkeit geschaffen eine zusätzliche, kapitalgedeckte Altersvorsorge aufzubauen. In Kombination mit der gesetzlichen Rente soll es gelingen, in Zukunft den gewohnten Lebensstandard im Rentenalter beibehalten zu können. Hierfür muss die staatliche Förderung im Bereich der privaten Altersvorsorge angenommen und genutzt werden. Der Staat hat mit der Rürup-Rente und der Riester-Rente zwei sehr attraktive Altersvorsorgemöglichkeiten geschaffen. Zusätzlich wurde der Bereich der betrieblichen Altersvorsorge gestärkt. Mittlerweile besteht für jeden Arbeitnehmer ein Rechtsanspruch auf betriebliche Altersvorsorge in Form der Entgeltumwandlung. Durch eine Entgeltumwandlung spart der Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben und profitiert von einer hohen staatlichen Förderung. Das Problem der Übertragbarkeit bei einem Arbeitgeberwechsel wurde durch einen Mitnahme- beziehungsweise Übertragungsanspruch verringert.
Häufig fällt die Entscheidung bei der Altersvorsorge jedoch nicht nur auf den Bereich der staatlich geförderten Vorsorge. Nicht geförderte Produkte stellen mit ihren Eigenschaften eine gute Ergänzung dar, da sie andere Vor- und Nachteile aufweisen. Vor einer Entscheidung für oder gegen eine Vorsorgemöglichkeit müssen die jeweiligen Bedingungen geprüft und die persönliche Lebenssituation in die Entscheidung einbezogen werden. Sowohl bei der staatlich geförderten, als auch bei der nicht geförderten Vorsorge, sind nicht alle Produkte für jeden geeignet. Zudem stehen manche staatlich geförderte Varianten nicht allen Bürgern zur Verfügung. Dieser Aspekt hat Auswirkungen auf den individuellen Aufbau der Altersvorsorge. Im Verlauf der Arbeit werden ausgewählte Altersvorsorgemöglichkeiten mit Vor- und Nachteilen vorgestellt und eine Beurteilung abgegeben.
Unabhängig von den Beurteilungen ist private Altersvorsorge für junge Menschen heutzutage unverzichtbar, wenn sie im Alter nicht mit einer Grundsicherung auf Sozialhilfeniveau leben möchten. Je früher der erste Schritt der eigenen Vorsorge erfolgt, umso besser, denn die Zeit spielt beim Vermögensaufbau eine entscheidende Rolle.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Die aktuelle Situation in Deutschland | 3 |
| 2.1 | Die demographische Entwicklung Deutschlands | 3 |
| 2.2 | Das System der gesetzlichen Rentenversicherung | 5 |
| 2.2.1 | Allgemeines zur gesetzlichen Rentenversicherung | 5 |
| 2.2.2 | Herausforderungen für aktuelle und künftige Generationen | 7 |
| 2.3 | Das Problem der Versorgungslücke bei Renteneintritt | 10 |
| 3. | Das Altersvorsorgesystem in Deutschland | 14 |
| 3.1 | Das Drei-Schichtenmodell im Überblick | 14 |
| 3.2 | Staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte und ihre Vor- und Nachteile | 14 |
| 3.2.1 | Die Rürup-Rente als zusätzliche Basisversorgung | 14 |
| 3.2.2 | Die Riester-Rente zum Aufbau einer kapitalgedeckten Altersvorsorge | 16 |
| 3.2.3 | Betriebliche Altersvorsorge – die Möglichkeit für Arbeitnehmer | 20 |
| 3.3 | Private Altersvorsorge ohne staatliche Förderung – konkurrenzfähig? | 25 |
| 3.3.1 | Immobilien als Möglichkeit der Altersvorsorge | 25 |
| 3.3.2 | Fondssparpläne – eine interessante Möglichkeit für junge Menschen | 28 |
| 3.3.3 | Der Klassiker der Altersvorsorge – die private Rentenversicherung | 32 |
| 4. | Private Altersvorsorge ist für den Erhalt des Lebensstandards unverzichtbar | 36 |
| 4.1 | Berücksichtigung der persönlichen Situation als Entscheidungsgrundlage | 36 |
| 4.2 | Für wen ist welche Altersvorsorgemöglichkeit am geeignetsten? | 36 |
| 4.3 | Die optimale Altersvorsorge – eine Kombination verschiedener Bausteine | 37 |
| 5. | Fazit | 40 |
| Anhang | 42 | |
| Literaturverzeichnis | 45 |
Textprobe:
Kapitel 3.3.3, Der Klassiker der Altersvorsorge – die private Rentenversicherung:
Bereits seit vielen Jahren gibt es die private Rentenversicherung als Vorsorgemöglichkeit für das Alter. Während sie in früheren Jahren häufig im Schatten der Kapitallebensversicherung stand, wird sie heute stärker verkauft.
Wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung wird eine lebenslange Rente, die sogenannte Leibrente, gezahlt. Bei Abschluss einer privaten Lebensversicherung erfolgt also die Absicherung eines langen Lebens. Die Finanzierung der Rentenzahlungen erfolgt im Kapitaldeckungsverfahren. Je länger und höher die Beitragszahlungen sind, umso höher ist in der Auszahlungsphase die Leistung der Versicherung. Unterschieden wird hier zwischen der sofort beginnenden Leibrente und der aufgeschobenen Leibrente.
Die sofort beginnende Leibrente wird durch eine hohe Einmalzahlung finanziert. Interessant ist diese Möglichkeit für Immobilienbesitzer, die sich entscheiden, kurz vor oder zu Rentenbeginn, eine vermietete Immobilie zu verkaufen und einen Teil oder den kompletten Verkaufserlös in eine private Rentenversicherung einzuzahlen. Die Rentenzahlung kann, je nach Vereinbarung, sofort oder erst nach einer Wartezeit beginnen.
Bei der aufgeschobenen Rente können zwei Phasen unterschieden werden. Die erste Phase ist die Ansparzeit, in der mehrere Jahre Beiträge in den Vertrag eingezahlt werden. Alle Versicherungen bieten die Möglichkeit einer jährlichen Steigerung der Beiträge. Durch die Anpassung kann der Kaufkraftverlust durch die Inflation ausgeglichen werden. Die späteren Renten werden dementsprechend höher ausfallen. Dies ist positiv zu bewerten. Die Dynamisierung sollte allerdings in einer sinnvollen Höhe erfolgen. Bei einer Laufzeit von 35 Jahren, einer Dynamisierung von 10% jährlich und einem Anfangsbetrag von 50,00 Euro monatlich, liegt der Beitrag im letzten Jahr bei 1.405,12 Euro. Dieses Beispiel zeigt, dass die Dynamik sorgfältig ausgewählt werden muss. Die Versicherungen bieten zwar die Möglichkeit an, die Beitragsanpassung in einzelnen Jahren auszusetzen, aber wird von diesem Recht Gebrauch gemacht, fällt die spätere Rentenzahlung niedriger aus als ursprünglich geplant und die Versorgungslücke wird nicht ausreichend geschlossen. Hierbei ist die Rolle der Versicherungsvertreter kritisch zu betrachten, da deren Provision von der Höhe der bei Vertragsabschluss erwarteten Beiträge abhängt. Hohe Beitragsanpassungen werden empfohlen mit der Begründung, dass in Zeiten finanzieller Engpässe die Beitragsanpassung abgelehnt oder die Beiträge vorrübergehend komplett ausgesetzt werden können. Wodurch sich wieder das Problem der geringeren Leistung am Ende der Vertragslaufzeit ergibt. Noch schlimmer ist eine Kündigung des Vertrags während der Laufzeit. Die Rückkaufswerte der Versicherungen sind, vor allem in den Anfangsjahren, sehr viel niedriger als die eingezahlten Beiträge. Dies ist auf die Zillmerung der Verträge zurückführen. In den ersten Vertragsjahren verwendet die Versicherung den Großteil der Beiträge für die Provision des Verkäufers und die Verwaltungskosten. Das ist wichtig, da im Fall von Arbeitslosigkeit und anschließendem Übergang zu Hartz IV Rentenversicherungen als Vermögen berücksichtigt werden und unter Umständen aufgelöst werden müssen. Erst nach Verbrauch des privaten Vermögens ist der Staat zur Zahlung von Leistungen bereit. Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass die Altersvorsorge aus versteuertem Einkommen aufgebaut wird und bei Auszahlung der Versicherungsleistung erneut eine Besteuerung statt findet.
Die Höhe der Rente wird durch zwei Faktoren maßgeblich beeinflusst. Der Gesetzgeber hat den Versicherungen vorgeschrieben, dass die Beiträge mit mindestens 2,25% pro Jahr verzinst werden müssen. Erzielt der Versicherer aufgrund hoher Marktzinssätze bessere Renditen, muss er diese an die Versicherten weitergeben. Hierbei handelt es sich um die Überschussbeteiligung. Daher sollte bei privaten Rentenversicherungen zunächst immer die garantierte Ablaufleistung beziehungsweise die garantierte Rente betrachtet werden. Versicherer werben jedoch gerne mit den Zahlen der Überschussbeteiligung. Diese Leistungen sind deutlich attraktiver, jedoch bei Vertragsabschluss nicht garantiert. Viele Kunden sind in den letzten Jahren, durch die anhaltende Niedrigzinsphase, genau von diesem Problem betroffen. Die bei Vertragsabschluss aufgezeigten Leistungen werden viele Versicherungen voraussichtlich nicht erreichen. Auch die Mindestrendite von 2,25% lag vor einigen Jahren noch bei 3,25% und wurde schrittweise gesenkt.
Die private Rentenversicherung bietet aber auch einige Vorzüge. Das Vertragsende kann variabel festgelegt werden. Häufig wird eine fünfjährige Abrufphase vereinbart. Der Vertragsinhaber kann innerhalb dieser Zeit das Vertragsende selbst bestimmen und zwischen einer Einmalzahlung oder einer lebenslangen Rente wählen.
Steuerliche Vorteile ergeben sich, wenn der Vertrag mindestens 12 Jahre läuft und die Rentenzahlung nicht vor dem 60. Lebensjahr beginnt. Bei einer Einmalzahlung muss nur die Hälfte des Ertragsanteils versteuert werden. Noch attraktiver wird die Situation, wenn sich der Vertragsinhaber für eine lebenslange Rentenzahlung entscheidet. Beginnt die Zahlung beispielsweise mit 65 Jahren, beträgt die Besteuerung nur 18 %. Liegt das Vertragsende jedoch vor dem 60. Lebensjahr, muss der komplette Ertragsanteil versteuert werden. Im Gegensatz zur Lebensversicherung erfolgt, bei Abschluss einer Rentenversicherung, keine Gesundheitsprüfung, da die Versicherung von einem früheren Tod des Vertragsinhabers profitiert. Das Risiko für die Versicherungsgesellschaft liegt darin, dass der Versicherte länger lebt als geplant. Bei der aufgeschobenen Rente zahlt die Versicherung im Todesfall die eingezahlten Beiträge, abzüglich der Vertriebs- und Verwaltungskosten, an die Erben zurück. Tritt der Todesfall nach Leistungsbeginn der Rentenzahlung ein, wird die Rente für die vereinbarte Rentengarantiezeit gezahlt.
Mittlerweile gibt es viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten für Rentenversicherungen. Es gibt klassische Varianten, bei denen die Beiträge und Überschüsse sicher angelegt werden, aber auch die Möglichkeit, dass die Überschüsse in Fonds investiert werden, um höhere Ablaufleistungen zu erreichen. Am Markt werden auch fondsgebundene Versicherungen angeboten, bei denen die kompletten Beiträge in Fonds investiert werden. Zu beachten ist hierbei, dass keine Aussage zur Ablaufleistung der Versicherung möglich ist.
Rentenversicherungen können mit anderen Versicherungen, wie dem Schutz gegen Berufsunfähigkeit, kombiniert werden. Bei der Entscheidung müssen die abzusichernden Risiken und die Anlagementalität berücksichtigt werden.
Aus den Vor- und Nachteilen lässt sich folgern, dass privaten Rentenversicherungen eine sinnvolle Ergänzung im Bereich der Altersvorsorge darstellen können. Bevor die Entscheidung für eine private Rentenversicherung erfolgt, sollten jedoch die Möglichkeiten einer Riester- oder Rürup-Rente geprüft werden, um die steuerliche Förderung zu nutzen. Der einzige Vorteil der privaten Rentenversicherung liegt in der Möglichkeit der Einmalzahlung. Wem dieses Wahlrecht wichtig ist, sollte die Möglichkeit einer betrieblichen Altersvorsorge prüfen, um hier ebenfalls von der staatlichen Förderung zu profitieren.
Private Rentenversicherungen eignen sich für konservative Anleger, da die Risiken überschaubar sind und die garantierte Ablaufleistung bereits bei Vertragsbeginn feststeht. Interessant ist sie auch für diejenigen, für die keine Möglichkeit besteht eine staatlich geförderte Altersvorsorge abzuschließen.
28,00 €
PDF-eBook Download: 28,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836642613
Arbeit zitieren:
Roth, Michael Mai 2009: Beurteilung ausgewählter Anlageformen zur privaten Alterssicherung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Altersvorsorge, Riester Rente, Anlageform, Fonds, Versorgungslücke



