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Die Beurteilung von F&E-Investitionen mit dem Realoptionsansatz

Die Beurteilung von F&E-Investitionen mit dem Realoptionsansatz
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Mathias Wenzel
  • Abgabedatum: Mai 2002
  • Umfang: 86 Seiten
  • Dateigröße: 608,3 KB
  • Note: 3,3
  • Institution / Hochschule: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5935-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5935-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5935-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wenzel, Mathias Mai 2002: Die Beurteilung von F&E-Investitionen mit dem Realoptionsansatz, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Realoptionen, real options, Unternehmensbewertung, Investionsbewertung, Innovationsmanagement

Diplomarbeit von Mathias Wenzel

Einleitung:

Innovationen sind Voraussetzung für einmalige Produkte und Dienstleistungen, die permanente Wettbewerbsvorteile ermöglichen können. Langfristiger Unternehmenserfolg erfordert „unendliche Innovation“, aus dem Bestreben heraus, für alle Anteilseigner innerhalb und außerhalb des Unternehmens Wertsteigerungen zu schaffen.

Forschungs- und Entwicklungsprojekte stellen eine wichtige Möglichkeit dar, Innovation zu forcieren und den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern.

Investitionen in F&E-Projekte sind gekennzeichnet durch einen langen Zeithorizont, hohe Unsicherheiten, sowie durch Handlungsflexibilität. Etablierte Investitionsrechenverfahren, insbesondere verbreitete kapitalwertbasierte Methoden weisen deutliche Schwächen auf, derartige Flexibilitätskomponenten als wesentlichen Wertbestandteil zu erfassen. Ergebnis der Beurteilung von F&E-Investitionen ist häufig deren Nachteiligkeit und die Ablehnung der Projekte. Trotz dieser Tatsache erfolgt die Durchführung von F&E-Investitionen aus strategischen Erwägungen, Intuition und auf Grundlage unternehmerischen Gespürs.

Die genannten Eigenschaften von F&E-Investitionen weisen auf Parallelen zu finanzwirtschaftlichen Optionen hin. Der Realoptionsansatz baut auf diese konzeptionelle Analogie und betrachtet derartige Investitionen als realwirtschaftliche Optionen. Für deren Bewertung erfolgt der Rückgriff auf finanzielle Optionspreismodelle.

Inwieweit sich der Realoptionsansatz zur Beurteilung von Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsprojekten eignet, soll in den folgenden Ausführungen überprüft werden.

Gegenstand der Arbeit ist die Untersuchung des Realoptionsansatzes als mögliches Investitionsrechenverfahren. Der Schwerpunkt liegt dabei in der speziellen Anwendung auf Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen. Auf die Bestimmung von F&E-Budgets und entsprechende Budgetierungsansätze soll dagegen nicht eingegangen werden.

Gang der Untersuchung:

Der folgende Abschnitt enthält ausgehend von einer Erläuterung des Begriffs der Forschungs- und Entwicklungsinvestition und deren Einordnung in die Unternehmensumwelt zunächst eine Spezifizierung derer Struktur und Eigenschaften. Der dritte Abschnitt gibt einen Überblick über mögliche Investitions-beurteilungsverfahren und untersucht die Berücksichtigung von Eigenschaften, sowie die Erfassung wesentlicher Wertkomponenten von F&E-Investitionen insbesondere durch die Kapitalwertmethode und das Entscheidungsbaumverfahren. Ausgehend von einer Darstellung der Grundlagen der finanziellen Optionspreistheorie, wird der Realotpionsansatz mit seinen allgemeinen Anwendungsmöglichkeiten im vierten Abschnitt vorgestellt.

Mit der Übertragung des Realoptionsansatzes auf F&E-Investitionen liegt im fünften Abschnitt der Schwerpunkt dieser Betrachtungen. Darin wird unter anderem auf die Bestimmung des Realoptionstyps, wesentliche Anwendungsvoraussetzungen, die Auswahl des Bewertungsmodells und die Quantifizierung der Optionsparameter eingegangen. Er enthält weiterhin wichtige Punkte einer kritischen Auseinandersetzung für die Nutzung dieses Ansatzes als Beurteilungsverfahren.

Anhand eines Fallbeispiels zur Beurteilung einer Möglichkeit in ein spezielles F&E-Projekt im Pharmabereich zu investieren, soll der sechste Abschnitt unter Verwendung eines ausgewählten optionsbasierten Bewertungsverfahrens eine Möglichkeit der praktischen Anwendung des Realoptionsansatzes verdeutlichen und die Betrachtungen abrunden.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis VI
Abbildungsverzeichnis VII
1. Einführung 1
2. F&E-Investitionen – charakterisiert durch Handlungsflexibilität und Unsicherheit 3
2.1 Bedeutung von F&E-Investitionen für die Unternehmung 3
2.1.1 Forschung und Entwicklung 3
2.1.2 F&E-Investitionen im Zielsystem der Unternehmung 4
2.2 Handlungsflexibilität – wesentlicher Wertbestandteil von F&E-Investitionen 6
2.2.1 Struktur und Eigenschaften von F&E-Investitionen 6
2.2.2 Optionaler Charakter von F&E-Investitionen 8
3. Erfassung von Handlungsflexibilität und Unsicherheit durch die etablierte Investitionsrechnung 9
3.1 Verfahren zur Beurteilung von F&E-Investitionen 9
3.1.1 Investitionsrechenverfahren im Überblick 9
3.1.2 Kapitalwertbasierte Ansätze 10
3.1.2.1 Kapitalwertmethode 10
3.1.2.2 Berücksichtigung von Unsicherheit im Rahmen der Kapitalwertmethode 10
3.1.3 Entscheidungstheoretische Ansätze 13
3.2 Kritische Beurteilung der etablierten Verfahren in der F&E-Investitionsbeuerteilung 15
4. Realoptionen – Quantifizierung von Flexibilität und Unsicherheit 19
4.1 Finanzielle Optionspreistheorie - Grundlage des Realoptionsansatzes 19
4.1.1 Grundbegriffe 19
4.1.2 Optionspreismodelle im Überblick 20
4.1.3 Black/Scholes-Modell 21
4.2 Realoptionen – Instrument zur Bewertung von Realinvestitionen 25
4.2.1 Grundlegendes Konzept 25
4.2.1.1 Zum Begriff der Realoption 25
4.2.1.2 Erweiterter Kapitalwert 26
4.2.2 Analogie von Finanz- und Realoptionen 27
4.2.3 Klassifizierung von Realoptionen 28
4.2.4 Grenzen der konzeptionellen Analogie finanzieller und realer Optionen 30
5. Anwendung des Realoptionsansatzes auf Investitionen in F&E-Projekte 32
5.1 Identifizierung von F&E-Investitionen als reale Optionen 32
5.2 Ermittlung des Optionstyps – Voraussetzung für die Bewertung mit dem Realoptionsansatz 35
5.2.1 Grundüberlegungen 35
5.2.2 Modellierung der Realoption des F&E-Projekts 35
5.2.2.1 Bestimmung der projektinhärenten Optionen 35
5.2.2.2 Berücksichtigung von Interaktionen zwischen Optionen 37
5.2.2.3 Berücksichtigung von Konkurrenz und möglicher Interderpendenzen zu anderen F&E-Investitionsprojekten 39
5.3 Optionspreismodell und Bewertungsverfahren 41
5.3.1 Grundlegende Betrachtungen des Bewertungsproblems 41
5.3.2 Anwendungsvoraussetzungen für Realoptionsmodelle 42
5.3.3 Auswahl des Bewertungsmodells 43
5.4 Bestimmung der Modellparameter 46
5.4.1 Grundüberlegungen 46
5.4.2 Spezifizerung der Optionsparameter zur Anwendung des Realoptionsansatzes auf F&E-Investitionen 46
5.4.3 Quantifizierung der F&E-Optionsparameter 49
5.4.3.1 Gegenwartswert der Projekt-Cash Flows 49
5.4.3.2 Projektvolatilität 50
5.4.3.3 Gegenwartswert der Markterschließungsauszahlungen 51
5.5 Kritische Betrachtungen 52
5.5.1 Übertragbarkeit der finanziellen Optionspreistheorie 52
5.5.2 Anwendbarkeit des Realoptionsansatzes 55
6. Fallbeispiel: Bewertung einer F&E-Investition im Pharmabereich 58
6.1 Spezifizierung des Bewertungsproblems 58
6.1.1 Vorüberlegungen 58
6.1.2 Beschreibung der F&E-Investition 59
6.1.3 Optionsstruktur des Pharmaprojekts 60
6.2 Bewertung der Realoption 61
6.2.1 Das GESKE Compound Option Call-Modell als theoretische Grundlage 61
6.2.2 Bewertungspezifische Formulierung der Compound Option-Formel 63
6.2.3 Quantifizierung der Optionsparameter 65
6.3 Diskussion des Bewertungsergebnisses 66
7. Schlussbetrachtung 68
Literaturverzeichnis 71

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das Interaktionsausmaß reicht über eine Bandbreite von der Auslöschung einer Option bishin zur vollständigen Wertadditivität.1 Für die Formulierung der wesentlichen projektinhärenten Realoptionen ist zunächst die Identifizierung der vorhandenen Handlungsspielräume unter Berücksichtigung aller technischen und juristischen Rahmenbedingungen notwendig. Dabei müssen die voraussichtlich entscheidenden Wertkomponenten erfaßt werden.2 Um schon zu diesem Zeitpunkt eine gewisse Komplexitätsreduktion für eine Vereinfachung der Bewertung zu erreichen, sollten die Ausübungsbereiche der identifizierten Handlungsspielräume auf Überschneidungen untersucht werden und im Fall starker Interaktionen ausgeschlossen werden.3 Im Weiteren ist durch eine genaue Prüfung der möglichen Projektoptionen auf ihren potentiellen Wertbeitrag sowie ihre Quantifizierbarkeit hin, eine deutliche Reduzierung der Anzahl der Optionsrechte auf unter fünf notwendig. Eine Beschränkung auf wenige wesentliche Optionen, die das F&E-Projekt korrekt abbilden, beeinträchtigt die Bewertungsqualität nicht, da der Grenzbeitrag zusätzlicher Optionen abnehmend ist.4 Durch Konzentration auf die wesentlichen Realoption und Vernachlässigung von F&EProjektoptionen mit hohem Interaktionsausmaß kann ein zuverlässiges Bewertungsergebnis erreicht und eine Beurteilung mit dem Realoptionsansatz überhaupt ermöglicht werden. Sind die wertbestimmenden strategischen Handlungsspielräume identifiziert, folgt die formale Formulierung als spezifische Realoptionen der zu beurteilenden Forschungsund Entwicklungsinvestition.5 Dies beinhaltet auch eine erste Analyse der Optionsparameter. Die Wesentlichsten: Basisobjekt, Ausübungspreis, Laufzeit und Volatilität sollten schon an dieser Stelle eine Konkretisierung erfahren.6 [...]

Derartige verbundene Optionen können projektspezifisch in unterschiedlichen Ausprägungen von Lern- und Flexibilitätsoptionen2 oder in Form weiterer Wachstumsoptionen in interaktiven Beziehungen existieren. Bestehende interaktive Beziehungen zwischen verbundenen Optionen gilt es zu identifizieren und in eine Gesamtbetrachtung der Compound Option einzubeziehen, da verbundene Optionen nicht isoliert bewertet werden können, wenn verzerrte Bewertungsergebnisse vermieden werden sollen.3 Bei Interaktionen zwischen untrennbar verbundenen Realoptionen kommt es zu einer gegenseitigen Beeinflussung der Werte vorhergehender und nachfolgender Realoption. Das liegt darin begründet, dass sich die jeweiligen Optionen auf den durch deren Ausübung veränderbaren Gesamtprojektwert der F&E-Investition beziehen. Der Bezug liegt auf einem gemeinsamen Basisobjekt.4 Das Ausmaß der Interaktion wird durch folgende Faktoren bestimmt. (1) (2) (3) (4) Gleichartigkeit/ Verschiedenheit (Put/Call) der Realoptionen Unterschiede in den Laufzeiten Reihenfolge der Optionen Verhältnis zwischen Preis des Basisobjekts und Ausübungspreis [...]

5.2.1 Grundüberlegungen Bereits im Abschnitt 2.2.1 wurde deutlich, daß sich F&E-Projekte in verschiedene Phasen gliedern lassen, die im Einzelnen verschiedene Realoptionsrechte aufweisen, die wiederum in vielfältigen Beziehungen zueinander stehen können.1 Im Hinblick auf eine Bewertung der Forschungs- und Entwicklungsinvestition mit dem Realoptionsansatz gilt es zunächst alle projektinhärenten Realoptionsrechte zu identifizieren und diese mittels einer groben Analyse nach ihrem finanziellen Wertbeitrag für das Gesamtprojekt in einer Rangfolge zu ordnen.2 Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine exakte wirklichkeitsnahe Abbildung des Projekts durch Erfassung aller implementierten Realoptionen die bewertungsspezifische Komplexität so stark erhöht, so dass die als Bewertung mit einem Modellansatz für zur den Realoptionsbewertung unmöglich wird.3 Notwendig ist daher die Identifikation der wichtigsten Realoptionsrechte wesentliche Wertgeneratoren Gesamtprojektwert. Häufig ist es möglich mit zwei Realoptionsrechten bereits 80 % des Gesamtoptionswertes zu erfassen.4 In diesem Zusammenhang ist der Zweck, die Zielsetzung und auch der Aufwand der F&E-Projektbewertung schon in die Modellierung der Realoptionen einzubeziehen.5 5.2.2 Modellierung der Realoption des F&E-Projekts 5.2.2.1 Bestimmung der projektinhärenten Optionen [...]

Arbeit zitieren:
Wenzel, Mathias Mai 2002: Die Beurteilung von F&E-Investitionen mit dem Realoptionsansatz, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Realoptionen, real options, Unternehmensbewertung, Investionsbewertung, Innovationsmanagement

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