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Betriebswirtschaftliche Potentiale vom Medizintourismus

Patienten aus den GUS-Staaten in deutschen Kliniken

Betriebswirtschaftliche Potentiale vom Medizintourismus
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jutta Markus
  • Abgabedatum: März 2009
  • Umfang: 74 Seiten
  • Dateigröße: 315,2 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
  • Bibliografie: ca. 68
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3170-9
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Markus, Jutta März 2009: Betriebswirtschaftliche Potentiale vom Medizintourismus, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Medizintourismus, Patiententourismus, Gesundheitstourismus, Klinik, GUS Staaten

Diplomarbeit von Jutta Markus

Einleitung:

Globalisierung und Internationalisierung machen neue Formen grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich notwendig.

Der Gegenstand der Arbeit ist der Medizintourismus, eine besondere Reiseform des allgemeinen Tourismus. Das Hauptmotiv des Reisenden ist, seinen Gesundheitszustand zu verbessern. Der Medizintourismus betrifft Patienten, die eine medizinische Behandlung im Ausland annehmen. Die Patientenströme erfolgen üblicherweise von den Industrieländern in die Entwicklungsländer, wo die Patienten gute Qualität zu niedrigen Preisen bekommen möchten, aber auch von den Entwicklungsländern in die Industrieländer, wo die Patienten die Behandlungen von höherer Qualität suchen.

Eine zunehmende Zahl von Medizintouristen ist bereit, für eine ärztliche Behandlung oder eine Operation größere Distanzen zu überwinden. Daher stellt sich die Frage, welche Motive für die Reiseentscheidung eine wichtige Rolle spielen. Hierbei müssen insbesondere folgende Faktoren untersucht werden: das Preis-Leistungs-Verhältnis der medizintouristischen Angebote, der Zugang zu den zusätzlichen Leistungen und die Erfüllung der Anforderungen von den Patienten.

Die vorliegende Arbeit soll neben einem grundsätzlichen Überblick insbesondere auf die Entwicklungsrichtung der Behandlung von Patienten aus GUS-Staaten in deutschen Kliniken eingehen. In dieser Arbeit werden nicht alle 15 GUS-Staaten, sondern nur Russland, die Ukraine und Kasachstan betrachtet. Die drei betrachteten Länder der früheren Sowjetunion werden von deutschen Kliniken als besonders attraktiv und interessant eingeschätzt. Es hat sich als sinnvoll herausgestellt, die drei Länder getrennt voneinander zu untersuchen. Auf die Ähnlichkeiten dieser Länder, die auf Grund der gemeinsamen Vergangenheit in der Sowjetunion entstanden sind, wird in dieser Arbeit nur kurz eingegangen.

Die Zielsetzung der Arbeit ist es, neben der Analyse der aktuellen Situation eine Aussicht auf die Potenziale und die zukünftige Entwicklung des Medizintourismus zu geben.

Die Mehrzahl der verwendeten Daten und Informationen sind im Internet recherchiert sowie durch Befragungen von den Patientenvermittlern und Patienten, die die Behandlung im Ausland in Anspruch genommen haben, zusammengetragen worden, wobei sehr gute Landes- und Sprachkenntnisse sehr nützlich waren.

Im Wesentlichen ist die Arbeit in zwei Teile untergliedert.

Der erste Teil beginnt mit einer Übersicht über die gesundheitliche Situation, das aktuelle Medizinniveau und die Finanzierung der Behandlung. Dabei sollen Deutschland und die GUS-Staaten genau untersucht und miteinander verglichen werden. Anschließend folgt eine Übersicht über die Verfügbarkeit der finanziellen Mittel bei der Bevölkerung der GUS-Staaten. Eine Zusammenfassung zur entstehenden Situation bildet den Abschluss des Teils.

Im zweiten Teil dieser Arbeit werden die wesentlichen Begriffe für die Thematik definiert sowie die kulturellen Unterschiede zwischen deutschen Patienten und Patienten aus den GUS-Staaten dargestellt. Dabei werden die sozialen Wertvorstellungen und Denkweisen gegenübergestellt. In der Folge werden die unterschiedlichen Einflussfaktoren des Medizintourismus thematisiert. Insbesondere wird dargestellt, welche internationalen Patienten mit welchen Krankheiten aus welchen Gründen nach Deutschland zur Behandlung kommen und welche Serviceangebote zur Betreuung von ausländischen Patienten vorhanden sind.

Nach der Analyse der aktuellen Situation schließt sich die Untersuchung zur Entwicklung des Medizintourismus an.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
Teil 1: Das deutsche Gesundheitswesen - attraktiv auch für Auslandspatienten aus GUS-Staaten 3
2. Demographie und Gesundheitszustand 3
2.1 Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 3
2.2 Bevölkerungsentwicklung in den GUS-Staaten 5
2.2.1 Bevölkerungsentwicklung in Russland 5
2.2.2 Bevölkerungsentwicklung in Kasachstan 7
2.2.3 Bevölkerungsentwicklung in der Ukraine 8
2.3 Gesundheitszustand in Deutschland und den GUS-Staaten 9
2.3.1 Lebenserwartung 9
2.3.2 Sterblichkeit 12
3. Gesundheitssystem 13
3.1 Die medizinische Versorgung in Deutschland 14
3.2 Die medizinische Versorgung in den GUS-Staaten 15
3.3 Krankenversicherung in den GUS-Staaten 17
3.4 Krankenversicherung in Deutschland 18
3.5 Gesundheitsausgaben in Deutschland und den GUS-Staaten 19
4. Verfügbarkeit über finanzielle Mittel und Bereitschaft für eine Behandlung in Deutschland 22
4.1 Einkommen und Renten in den GUS-Staaten 22
4.2 Reiche und Millionäre in den GUS-Staaten 23
5. Zwischenergebnis 24
Teil 2: Medizintourismus in Deutschland 26
6. Ausgangspunkte des Medizintourismus 26
6.1 Tourismus 26
6.2 Gesundheitstourismus 26
6.2.1 Kurtourismus 27
6.2.2 Wellnesstourismus 28
6.2.3 Medizintourismus 29
6.3 Begünstigende und hemmende Faktoren für den Medizintourismus 30
6.3.1 Begünstigende Faktoren 31
6.3.2 Hemmende Faktoren 31
6.4 Kuratorium zur Förderung deutscher Medizin im Ausland 32
7. Internationale Patienten in deutschen Kliniken 33
7.1 Behandlung von Auslandspatienten als attraktive Einnahmequelle für deutsche Krankenhäuser. 33
7.2 Typologisierung von internationalen Patienten 34
7.2.1 Patienten aus Nachbarländern 34
7.2.2 Wartelisten-Patienten 35
7.2.3 Patienten aus Ländern mit eingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten 35
7.2.4 Patienten aus Ländern, in denen die Behandlung teurer ist als in Deutschland 35
7.2.5 Patienten, die sich während einer Geschäfts- oder Privatreise behandeln lassen. 37
7.3 Quellmärkte für deutsche Kliniken 37
7.4 Kulturelle Unterschiede 40
7.4.1 Sprache 40
7.4.2 Religion 41
7.4.3 Soziale Wertvorstellungen und Denkweisen 41
7.5 Wege zur Gewinnung internationaler Patienten 42
7.5.1 Kommunikationsweg Internet 43
7.5.2 Kooperation mit Patientenvermittlern 44
7.5.3 Messen 46
7.5.4 Vermarktungsnetzwerke 47
7.5.5 Kooperation mit den Krankenversicherungen 49
7.5.6 Werbung in TV-Sendern und Zeitungen 50
7.6 Patienteninteresse 50
7.6.1 Primäre Angebote 52
7.6.2 Sekundäre Angebote 52
7.6.3 Tertiäre Angebote 53
7.7 Kooperationsansätze für die Tourismusindustrie 55
7.8 Zukünftige Entwicklung des Geschäftsfeldes 56
8. Fazit 59
Literaturverzeichnis 61

Textprobe:

Kapitel 7.5, Wege zur Gewinnung internationaler Patienten:

Immer mehr Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken versuchen ausländische Patienten und auch Versicherungen als ‘Kunden’ und Nachfrager von Gesundheitsleistungen zu gewinnen.

Die Mehrzahl der Kliniken führt Marketingaktionen durch, diese beziehen sich primär auf die persönliche Kommunikation, die auf Referenzen und Kontakten basieren. Ministerien, Botschaften, Kongresse, Internet und Messen zählen ebenfalls zu den oft genutzten Kommunikationskanälen. Kooperationen mit der Tourismusbranche oder den Wirtschaftsverbänden werden ebenso selten genutzt wie Werbung in ausländischen Radio- und TV-Sendern.

Kommunikationsweg Internet:

Das Internet ist der zweitwichtigste Kommunikationsweg, obwohl die Webseiten der meisten Kliniken bisher kaum Informationen für ausländische Interessenten bereitstellen. Eine Studie zum Internetauftritt von 125 deutschen Kliniken ergab, dass potenzielle Patienten im Ausland nur bei wenigen Krankenhäusern nützliche Angaben zur Behandlung und zu den angebotenen Dienstleistungen erhalten.

Hinweise zur Unterbringung von Begleitpersonen, zu den Visabestimmungen oder zum Transfer vom Flughafen in die Klinik fehlen ebenso wie Angaben über Vertragsbedingungen und Behandlungskosten. Selbst Basisdaten wie Zimmerausstattung, Speise- und Ernährungspläne oder Angebote zur Religionsausübungen liefern nur wenige Krankenhäuser.

Besonders wichtig ist für Kliniken, die an der Gewinnung von internationalen Patienten interessiert sind, eine entsprechende Sprachauswahl auf den Internetseiten anzubieten. Laut einer Studie der FH Bonn-Rhein-Sieg bieten nur 21 % aller untersuchten Kliniken die englischsprachigen Seiten an und lediglich 9 % verfügen über eine weitere Sprache. Wer seine Kunden in Russland, Saudi-Arabien oder Großbritannien erreichen will, wird aber ohne das entsprechende Sprachangebot wenig Erfolg haben. Auch wichtig ist die Aufbereitung der Informationen für die entsprechenden Zielgruppen einer Klinik. Neben den Patienten können dies auch ausländische Kostenträger, Ärzte und Verbände, Botschaften und Ministerien oder international agierende Unternehmen sein. Fast alle Kliniken vernachlässigen bisher diese Multiplikatoren.

Kooperation mit Patientenvermittlern:

Mehr als die Hälfte der deutschen Kliniken arbeiten mit Patientenvermittlern zusammen. Bundesweit existieren mehr als 60 professionelle Patientenvermittler unterschiedlicher Größe und Rechtsform. Die Unternehmen sind zumindest inhabergeführt und beschäftigen nur wenige, meist freie Mitarbeiter. Das Aufgabenspektrum erstreckt sich von der Akquisition von Patienten bis zur vollständigen Betreuung sowohl von Patienten als auch von deren Begleitpersonen. Die Anzahl der vermittelten Patienten schwankt zwischen 20 und mehreren Hundert pro Jahr. Daher erzielen die Vermittler Umsätze zwischen 10.000 und 500.000 Euro.

Viele Kliniken kooperieren mit Patientenvermittlern. Diese Kooperation bringt sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich. Die Vorteile für Kliniken liegen vornehmlich in der Erschließung lukrativer Märkte in kurzer Zeit und in der Minimierung der Personalkosten.

Messen:

Internationale Messen haben aufgrund ihrer Multifunktionalität eine bedeutende Rolle und gehören uneingeschränkt zu den wichtigsten Marketinginstrumenten. Messen sind zentraler Treffpunkt, um persönliche Kontakte zu pflegen, neue aufzubauen und den internationalen Wettbewerb zu beobachten.

Die größten Medizinmessen in den GUS-Staaten sind MosMedSalon und Sdravoochranenie in Moskau, Hospital in Sankt Petersburg sowie Ukraine Medica in Kiew. Sie bringen die weltweit führenden Hersteller, Organisationen und Fachleute im Gesundheitswesen zusammen.

Die Teilnehmer aus Deutschland sind immer häufiger auf diesen Messen zu treffen. Die Hauptziele der Teilnahme sind der Aufbau neuer Kontakte, Präsentation von neuen Produkten bzw. Dienstleistungen, Unterstützung des Images sowie Gewinnung von Marktinformationen.

Im Jahr 2008 präsentiert sich zum Beispiel der Gesundheitsstandort Bochum auf der MosMedSalon und Sdravoochranenie. Sie sind die größten Medizinmessen Russlands und finden einmal jährlich statt. Hier sind medizinische Organisationen, Häuser und Institute aus mehreren GUS-Staaten sowie Krankenkassen, Unternehmen und Organisationen der Medizintechnik, Biotechnologie und Beauty & Wellness beteiligt.

Das Ziel des Moskauer Messeauftritts für Bochum2015 war, in umfassender Weise für den Gesundheitsstandort Bochum zu werben, Kontakte für medizinische Workshops zu knüpfen und zudem auch gleich konkrete Versorgungsverträge mit Krankenkassen und Unternehmen anzubahnen.

‘Bereits jetzt haben wir zahlreiche Kontakte in Folgegesprächen intensiviert und Verhandlungen mit russischen Partnern der Medizinwirtschaft geführt, um Bochum als feste Größe im Medizinmarkt Russlands zu platzieren’, sagte Jie-Hyun Lee, die für Bochum2015 in Moskau dabei war.

Arbeit zitieren:
Markus, Jutta März 2009: Betriebswirtschaftliche Potentiale vom Medizintourismus, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Medizintourismus, Patiententourismus, Gesundheitstourismus, Klinik, GUS Staaten

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