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Betriebswirtschaftliche Bewertung der Veränderung von Intermediationsprozessen in der Softwarebranche durch Elektronische Märkte

Betriebswirtschaftliche Bewertung der Veränderung von Intermediationsprozessen in der Softwarebranche durch Elektronische Märkte
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Daniel Lafrentz
  • Abgabedatum: Mai 2000
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 780,6 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Philipps-Universität Marburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3076-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3076-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3076-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lafrentz, Daniel Mai 2000: Betriebswirtschaftliche Bewertung der Veränderung von Intermediationsprozessen in der Softwarebranche durch Elektronische Märkte, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: E-Business, Software, Internet, Distribution

Diplomarbeit von Daniel Lafrentz

Zusammenfassung:

Den Anforderungen des orts- und zeitlosen E-Business kann mit traditionellen Geschäftsmodellen und -prozessen der realen Märkte nur schwer entgegnet werden. Insbesondere Vertriebsstrukturen und Distributionswege müssen der größeren Transparenz, der höheren Wettbewerbsintensität und der schnelleren Umsatzgeschwindigkeit dieser Märkte Rechnung tragen.

Als programmtechnischer Katalysator des raschen Siegeszuges elektronischer Märkte ist speziell die Softwarebranche Pionier für die Veränderung von Intermediationsprozessen, im Zuge derer viele traditionelle Formen der Vermittlung zwischen Herstellern und Anwendern fragwürdig werden. Erfolgspotentiale liegen insbesondere in der effizienten Verbindung der primären Wertschöpfung mit kundenspezifischen Zusatzleistungen zu neuen, individualisierten Angebotsstrukturen.

Die Arbeit geht nach knapper theoretisch-deduktiver Ableitung von Gründen für die Entstehung und Veränderung von Intermediation und einer allgemeinen Darstellung der Implikationen des E-Business im Vergleich zu realen Märkten ausführlich auf die derzeitige Situation in der Softwarebranche aus Vertriebssicht ein. Dabei finden die besonderen Eigenschaften von Software als digitale Informationsgüter entsprechende Berücksichtigung. Es folgt eine detaillierte Darstellung der Veränderung von Intermediationsformen bei Information und Vermittlung (Portale, Foren, Marktplätze, Auktionen, Agenten), konventionellen Vertriebswegen (Direktvertrieb, Distributoren, Händler), Intermediären der sekundären Wertschöpfung und digitalen Vertriebswegen (Lizenzdistribution, Electronic Software Distribution (ESD), Netz-basierende Software).

Neben der Distributionspolitik werden auch Innovationen in der Preis-, Produkt- und Programmpolitik bei der Softwarevermarktung im Internet thematisiert. Im Hinblick auf Effizienz, Rentabilität, Innovationskraft und Marktentwicklung werden Handlungsempfehlungen für Softwarehersteller und Intermediäre gegeben. Ein abschließendes Zukunftsszenario sowie eine thesenartige Zusammenfassung runden die Darstellung ab.

Zahlreiche Praxisbeispiele, Tabellen und Abbildungen verdeutlichen die gewonnenen Einsichten. Der Anhang enthält statistisches Material zur Softwarebranche und eine empirische Untersuchung zur Preispolitik bei Software.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VI
1. Einführung in das Thema 7
1.1 Problemstellung 7
1.2 Vorgehensweise und thematische Eingrenzung 7
2. Märkte, Transaktionen und Intermediation 9
2.1 Phasen und Prozesse des Leistungstauschs 9
2.2 Transaktionskosten als Erklärungsansatz für Intermediation 10
2.2.1 Direkte Marktbeziehungen 11
2.2.2 Indirekte Marktbeziehungen 11
2.3 Funktionen und Formen der Intermediation 13
2.3.1 Intermediation bei der Information 13
2.3.2 Intermediation beim Erwerb 14
2.3.2.1 Vermittlung 15
2.3.2.2 Weiterverkauf 16
2.3.3 Intermediation bei der Abwicklung 16
2.3.3.1 Verteilung 17
2.3.3.2 Zahlung und Absicherung 17
3. Die Evolution elektronischer Märkte 18
3.1 Definition und Eigenschaften 18
3.2 Elektronische Marktsysteme 20
3.2.1 Electronic Data Interchange (EDI) 20
3.2.2 Value Added Networks (VANs) 21
3.2.3 Das Internet 21
3.3 Elektronische Märkte und Intermediation 23
4. Digitale Informationsgüter in der Softwarebranche 25
4.1 Software als Produkt 25
4.1.1 Definition 25
4.1.2 Besonderheiten beim Erwerb und der Nutzung 26
4.1.3 Die Differenzierung zwischen Software und Service 27
4.1.3.1 Anwendersoftware 28
4.1.3.2 Systemsoftware 29
4.2 Zur Struktur der Softwarebranche 29
4.2.1 Derzeitige Situation und Entwicklung 29
4.2.2 Die Bedeutung von Standards 31
4.2.3 Wertschöpfung und Intermediation im Vertrieb 32
4.2.3.1 Distributoren und Händler 33
4.2.3.2 Nicht relevante Vertriebswege 35
5. Die Softwarebranche als Innovator für neue Formen der Intermediation auf elektronischen Märkten 36
5.1 Implikationen der Internet-Ökonomie 36
5.1.1 Die Bedeutung des Softwareverkaufs im Internet 36
5.1.2 Die Umgestaltung von Softwareangebot und -nutzung 37
5.1.3 Traditionelle und neue Intermediäre im Internet 39
5.2 Kriterien der betriebswirtschaftlichen Bewertung 39
5.3 Veränderungen bei der Information und Vermittlung 40
5.3.1 Direkte Informationsflüsse 41
5.3.2 Information über Portale 42
5.3.3 Informationsaustausch über Foren 42
5.3.4 Information und Vermittlung durch virtuelle Handelsplätze 43
5.3.5 Vermittlung durch Börsen 44
5.3.6 Information, Vermittlung und Verhandlung durch Agenten 45
5.3.7 Folgen der Veränderungen und ihre Beurteilung 46
5.4 Veränderungen in konventionellen Vertriebswegen 48
5.4.1 Direktvertrieb 48
5.4.2 Distributoren 50
5.4.3 Händler 50
5.4.4 Folgen der Veränderungen und ihre Beurteilung 51
5.5 Veränderungen in der sekundären Wertschöpfung 53
5.5.1 Transportintermediäre 53
5.5.2 Finanzintermediäre 54
5.5.3 Folgen der Veränderungen und ihre Beurteilung 55
5.6 Veränderungen durch digitale Distributionswege 55
5.6.1 Digitale Lizenzdistribution 55
5.6.2 Digitale Softwaredistribution 56
5.6.3 Netz-basierte Softwarenutzung 58
5.6.4 Folgen der Veränderungen und ihre Beurteilung 58
5.7 Die Ableitung kritischer Erfolgsfaktoren für Intermediäre 60
5.8 Softwareobjekte und Intermediation: ein Zukunftsszenario 62
6. Fazit und Zusammenfassung 63
Anhang I: Die URLs der erwähnten Websites LXVI
Anhang II: Beispiel eines Preisvergleichs für ein Softwareprogramm LXVII
Anhang III: Preisvergleich bei Online-Bezugsquellen für Software LXVIII
Anhang IV: Marktanteile und Wachstum des IKT-Marktes nach Branchen LXIX
Anhang V: Software-Umsatzwachstum in der EU LXIX
Anhang VI: Markteintrittsbarrieren für europäische Softwarehersteller LXIX
Anhang VII: Marktanteile von Softwareherstellern nach Regionen LXX
Anhang VIII: Übersicht über die Distributionskanäle für Software LXX
Literaturverzeichnis LXXI

Automatisiert erstellter Textauszug:

37 Die Softwarebranche befindet sich darüber hinaus in der Rolle eines Innovators für Dienstleistungen im elektronischen Handel, deren programmtechnische Umsetzung ein zunehmender Schwerpunkt ihres Produktangebotes wird.194 Weil Software als rationales, komplexes Produkt überwiegend an technisch versierte und somit dem elektronischen Erwerb zugängliche Kunden (Anwender) verkauft wird,195 werden über diesen globalen Markt Absatzsteigerungen möglich, die eventuelle Verluste infolge erhöhter Wettbewerbsintensität ausgleichen können. Es soll daher grundlegend festgehalten werden, daß das Internet ideale Strukturen zum Handel von Software aufweist.196 5.1.2 Die Umgestaltung von Softwareangebot und -nutzung Ein wichtiger Aspekt für Softwarehersteller ist die Neuausrichtung ihrer Angebotsstruktur im Internet. Informationsgüter wie Software werden auf realen Märkten meist in gebündelter Form verkauft, zum einen aufgrund von Kosteneinsparungen,197 zum anderen, weil durch die Ausnutzung durchschnittlicher Zahlungsbereitschaften diese Bündelung einen höheren Gewinn verspricht als die Summe des Einzelverkaufs.198 Ausgehend davon, daß Bündelungseffekte im Zuge hoher Einzelvertriebskosten auftreten, ist die Attraktivität eines entbündelten Verkaufs infolge der enormen Kostensenkungen im Internet zunächst als hoch einzustufen.199 Damit jedoch sinkt die Zahlungsbereitschaft, die in Verbindung mit den geringen Reproduktionskosten neue Bündelungsformen wiederum entscheidend für die Generierung von Gewinnen werden lassen.200 Über die Anpassung an individuelle Präferenzen, die einen Vergleich erschweren, läßt sich Software sehr leicht differenzieren, sei es über neue oder unterschiedliche Versionen, der Nutzung verschiedener Distributionsmedien (Diskette, CD-ROM, elektronisch) oder verschiedene Abstufungen beim Support.201 Tabelle 2 nennt einige Beispiele. [...]

Der Softwareumsatz im Internet wird nach Schätzungen der IDC exponentiell von 3,5 Mrd. US-$ (1999) auf 32,9 Mrd. US-$ (2003) ansteigen.189 Der Anteil des Softwareumsatzes am gesamten Internet-Handel betrug 1997 13% und wird bis 2002 etwas fallen (10%).190 Die Verteilung dieses Umsatzes im Hinblick auf die definierten Softwarekriterien und Zielgruppen läßt dabei auf einen deutlichen Schwerpunkt der PC-Anwender und damit dem Einzelverkauf standardisierter System- und Anwendersoftware im elektronischen Handel schließen. Für physische Güter wird das Internet heute v.a. als Marketinginstrument und für ergänzende Serviceleistungen genutzt, denn die Vorteile für den Verkauf bleiben auf Informations- und Vereinbarungsphasen beschränkt.191 Hingegen erschließen sich für Informationsgüter durch die Möglichkeit zur vollständig mediatisierten Transaktion ohne Medienbrüche Kosteneinsparungs- und Effizienzsteigerungspotentiale in allen Phasen.192 Zusätzlich bestehen weniger Probleme hinsichtlich mangelnder Erfahrbarkeit des Produkts: "It is easier to scrutinise or test Information products in EM [Electronic Markets] than in traditional markets."193 [...]

35 Diese Intermediäre jedoch sind zur Servicebranche zu zählen und somit für die Untersuchung nicht relevant, wobei die Abgrenzung unscharf bleibt.182 "This varied and highly competitive pattern of distribution channels is complicated even further by end user preferences in different countries and rapid technical and market changes."183 Rein auf Informationstätigkeiten beruhende Geschäftsmodelle der Intermediation sind auf realen Märkten für Software weniger verbreitet. Weil das Angebot für die Kunden auf in geographischer oder versandtechnischer Reichweite liegende Händler beschränkt ist, werden sie meist von diesen internalisiert. In bezug auf den Informationsfluß sind die hier skizzierten Vertriebswege der realen Märkte insgesamt als ineffizient zu bezeichnen. Durch die zeitversetzte Kommunikation liegen zuwenig oder verfälschte Informationen über den Bedarf von Händlern und Endkunden vor. Oftmals spielt dabei auch mangelndes Vertrauen der Händler (die in direktem Kontakt zu den Kunden stehen) bei der Weitergabe ihres Wissens eine Rolle.184 4.2.3.2 Nicht relevante Vertriebswege Die Übernahme von Intermediationsprozessen durch Hardwarehersteller, die Software als sog. Original Equipment Manufacturer (OEM) weiterverkaufen, stellt eine Besonderheit dar. In gewisser Hinsicht entspricht ihre Funktion der von Händlern, denn sie statten durch Lizenznahmen ihre Rechner ab Werk mit "vorinstallierter" oder in die Hardware fest integrierte Software aus und verkaufen diese im Paket. Eine solche Bündelung verspricht durch Netzeffekte höheren Umsatz für beide Hersteller.185 Weil für den Verkauf jedoch ausschließlich die (branchenfremde) Vertriebsorganisation des Hardwareherstellers genutzt wird und die speziellen OEM-Versionen der Software i.d.R. nicht für den Einzelverkauf gedacht sind, tritt die Softwarebranche hierbei nicht selbst als Anbieter in Erscheinung.186 Daher gehört das OEM-Geschäft nicht zu den untersuchungsrelevanten Intermediationsprozessen. Ohnehin "macht der ... Verkauf an den Endverbraucher den größten Anteil am Erlösmix aus"187. [...]

Arbeit zitieren:
Lafrentz, Daniel Mai 2000: Betriebswirtschaftliche Bewertung der Veränderung von Intermediationsprozessen in der Softwarebranche durch Elektronische Märkte, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
E-Business, Software, Internet, Distribution

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