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Betriebliches Vorschlagswesen

Interessen und Hemmnisse beim Einreichen von Verbesserungsvorschlägen

Betriebliches Vorschlagswesen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Florian Hauser
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 152 Seiten
  • Dateigröße: 743,4 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7031-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7031-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7031-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hauser, Florian April 2003: Betriebliches Vorschlagswesen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ideenmanagement, sozialer Tausch, Mitarbeiterbefragung, Innovation, BVW

Diplomarbeit von Florian Hauser

Einleitung:

Laufende Innovationen sind eine entscheidende Voraussetzung für das Überleben eines Unternehmens. Dies gilt besonders in einer zunehmend dynamischeren und sich immer schneller verändernden betrieblichen Umwelt. Dabei verlassen sich viele Unternehmen nicht nur auf das innovative Potential von Führungskräften und Mitarbeitern aus den Planungs- und Entwicklungsabteilungen, sondern versuchen die Erfahrungen und das Kreativitätspotential aller Mitarbeiter, gerade auch auf unterster Hierarchieebene, zu nutzen. Das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) ist eine relativ alte und etablierte betriebliche Einrichtung, die genau diesem Zweck dient. Die Grundidee besteht darin, dass Mitarbeiter Vorschläge zur Verbesserung von betrieblichen Abläufen einreichen können und als Gegenleistung dafür eine finanzielle Anerkennung erhalten. Welche Bedeutung das BVW für Unternehmen hat, zeigt sich nicht zuletzt an den dadurch erzielten Einsparungen. Die 425 Unternehmen und Öffentlichen Körperschaften, die sich an der Umfrage des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft (DIB) im Jahre 2001 beteiligten, gaben zusammen Einsparungen in Höhe von 1,25 Milliarden Euro an (DIB 2001, 1).

Der Erfolg eines BVW steht und fällt mit der Teilnahme der Mitarbeiter. Entscheidend hierfür ist zum einen die Fähigkeit der Mitarbeiter, Probleme zu erkennen und Lösungen für diese zu finden, zum anderen die Bereitschaft, sich am BVW zu beteiligen. Letzterem gilt das Interesse dieser Arbeit. Im Mittelpunkt stehen die Gründe, die einen Mitarbeiter zur Beteiligung am BVW bewegen, die Hemmnisse, die ihn davon abhalten sowie mögliche Einflussfaktoren darauf. Zentrales Anliegen dieser Arbeit ist es, das BVW als betriebliches Phänomen und die Bereitschaft der Mitarbeiter, sich daran zu beteiligen, im Rahmen einer geeigneten soziologischen Theorie darzustellen und zu erklären. Der Weg von der Entstehung einer Verbesserungsidee bis zu ihrer Umsetzung lässt sich als ein Innovationsprozess mit mehreren Phasen darstellen.

Diese Arbeit konzentriert sich im Wesentlichen auf den Schnittpunkt zwischen den beiden Phasen der Ideengenerierung und der Ideenakzeptierung. Die Wahl dieses thematischen Schwerpunkts bedeutet nicht, dass die anderen Phasen als weniger wichtig erachtet werden. Vielmehr beruht dies auf der Notwendigkeit einer inhaltlichen Eingrenzung der Arbeit.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Teil dieser Arbeit ist es notwendig, die grundlegende Funktionsweise des BVWs darzustellen. An dieser Stelle sollen auch ausgewählte betriebliche Einflussfaktoren in Bezug auf die Teilnahmebereitschaft der Mitarbeiter sowie wichtige Weiterentwicklungen des BVWs erläutert werden. In der einschlägigen Literatur zum BVW werden diese Weiterentwicklungen immer wieder vorbehaltlos als die Lösung aller Probleme angepriesen. Diese Arbeit plädiert für einen kritischen (nicht ablehnenden!) Umgang mit ihnen und möchte auf die damit verbundenen Risiken aufmerksam machen.

Im zweiten Teil der Arbeit soll die Ausarbeitung eines theoretischen Rahmens erfolgen, mit dem sich das BVW und die Teilnahme der Mitarbeiter daran erfassen lassen. Zentral wird dabei der Begriff des Tauschs sein. Besondere Aufmerksamkeit erfahren die Interessen, die Mitarbeiter mit dem Einreichen eines Verbesserungsvorschlags verfolgen bzw. die Gründe, die sie von einer Beteiligung abhalten. Ins Blickfeld rücken damit auch Maßnahmen zur Steigerung der Teilnahmebereitschaft am BVW. Dem Autor dieser Arbeit ist es wichtig, sich nicht nur theoretisch mit einem stark von der Praxis geprägten Thema auseinander zu setzen.

Aus diesem Grund besteht der dritte Teil dieser Arbeit aus einer empirischen Untersuchung, in deren Rahmen eine quantitative Mitarbeiterbefragung in einem Unternehmen durchgeführt wurde. Neben der Überprüfung von Hypothesen dient die Untersuchung vor allem einer Analyse der Interessen und Hemmnisse der Mitarbeiter sowie deren Wahrnehmung des BVWs. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen als Grundlage für eine effektivere Gestaltung des BVW´s in dem untersuchten Unternehmen dienen und so dazu beitragen, das Wissen und die Erfahrungen der Mitarbeiter besser nutzen zu können. Gleichzeitig soll aber auch auf die Belange und möglichen Befürchtungen der Mitarbeiter aufmerksam gemacht werden. Denn eines wird im Verlauf dieser Arbeit deutlich: ein BVW kann nur dann erfolgreich sein, wenn es auf lange Sicht die Interessen beider Seiten befriedigt – die des Unternehmens und die der Mitarbeiter.

Inhaltsverzeichnis:

ANMERKUNGEN IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
TABELLENVERZEICHNIS V
EINLEITUNG 1
1. DAS BETRIEBLICHE VORSCHLAGSWESEN 4
1.1 Notwendigkeit und betriebliches Interesse am BVW 4
1.2 Organisation 7
1.2.1 Der Verbesserungsvorschlag 7
1.2.2 Aufbau- und Ablauforganisation des BVW´s 8
1.2.3 Weitere Akteure im BVW 9
1.3 Führung 10
1.4 Organisationskultur 14
1.5 Kritik am klassischen BVW-Modell 17
1.6 Erweiterungen des BVW´s 18
1.6.1 Dezentralisierung und Deregulierung 18
1.6.2 Gruppenarbeit und BVW: Gruppenvorschläge 20
1.6.3 Vorgesetzten-Modell 23
2. TEILNAHME AM BVW ALS TAUSCH UNTER UNSICHERHEIT 27
2.1 Grundlegende Begrifflichkeiten des Tauschs 28
2.2 Die Funktionen des Tauschs 29
2.3 Die Formen des Tauschs 30
2.3.1 Der einfache Tausch 31
2.3.2 Der soziale Tausch 34
2.4 Interessen und Hemmnisse beim Einreichen von Verbesserungsvorschlägen 36
2.4.1 Interessen beim Einreichen von Verbesserungsvorschlägen 36
2.4.2 Gründe für eine Nichtteilnahme am BVW 41
2.5 Möglichkeiten zur Förderung und Absicherung von Austausch 48
2.5.1 Drei Ansatzpunkte 48
2.5.1.1 Erträge 48
2.5.1.2 Transakt 50
2.5.1.3 Tauschrisiko 50
2.5.2 Mechanismen 51
2.5.2.1 Gelegenheiten des Zusammentreffens 51
2.5.2.2 Wiederholter Austausch und Einbettung in ein Beziehungsnetzwerk 52
2.5.2.3 Einbettung in eine übergeordnete Beziehung 54
2.5.2.4 Institutionen und Normen 57
2.5.2.5 Vertrauen 67
3. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG 71
3.1 Untersuchungsrahmen 72
3.1.1 Das Unternehmen 72
3.1.2 Datenerhebung 74
3.1.3 Auswertung und Darstellung der Ergebnisse 76
3.2 Beteiligung 78
3.3 Das BVW allgemein 81
3.3.1 Bewertung des BVW 81
3.3.2 Beurteilung der Annahme- und Umsetzungswahrscheinlichkeit 87
3.3.3 Sinnhaftigkeit des BVW´s 90
3.3.4 Unterstützung des BVW´s 91
3.4 Gründe für die Einreichung eines Vorschlags 92
3.5 Gründe für eine Nichtteilnahme am BVW 95
3.6 Der Vorgesetzte 98
3.6.1 Das allgemeine Verhältnis zwischen Mitarbeiter und Führungskraft 98
3.6.2 Erwartete Reaktion der Führungskraft 101
3.6.3 Thematisierung des BVW´s durch die Führungskraft 103
3.6.4 Eingereichte Vorschläge der Mitarbeiter 104
3.6.5 Zusammenfassung 106
3.7 Die Kollegen 108
3.7.1 Die Beteiligung der Kollegen am BVW 109
3.7.2 Thematisierung des BVW´s durch die Kollegen 110
3.7.3 Beurteilung durch die Kollegen 111
3.7.4 Zusammenfassung 112
3.8 Gruppenarbeit 112
3.9 Eingereichte Vorschläge 114
3.9.1 Unterschiede zwischen Teilnehmern und Nichtteilnehmern am BVW 115
3.9.2 Anzahl der eingereichten Verbesserungsvorschläge 120
3.9.3 Einreichweg 122
3.9.4 Grund für die Wahl des Einreichwegs 123
3.9.5 Bitte um Unterstützung 124
3.9.6 Erhalt von Unterstützung 125
3.9.7 Ablehnung eines Verbesserungsvorschlags 126
3.9.8 Zusammenfassung 128
3.10 Maßnahmen 128
3.10.1 Die Verbesserung des Informationsstands der Mitarbeiter 129
3.10.2 Die Steigerung des Engagements der Führungskräfte 131
4. FAZIT 133
LITERATURVERZEICHNIS 135
GESAMMELTE ERFAHRUNGEN 141

Arbeit zitieren:
Hauser, Florian April 2003: Betriebliches Vorschlagswesen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Ideenmanagement, sozialer Tausch, Mitarbeiterbefragung, Innovation, BVW

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