Betriebliches Fehlzeiten- und Gesundheitsmanagement
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Alexander Giers
- Abgabedatum: September 2005
- Umfang: 94 Seiten
- Dateigröße: 998,3 KB
- Note: 2,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Dortmund Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9264-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9264-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9264-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Giers, Alexander September 2005: Betriebliches Fehlzeiten- und Gesundheitsmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Arbeitskreis Gesundheit, Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Eingliederung, Attest
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Diplomarbeit von Alexander Giers
Einleitung:
Eine Diskussion im Hinblick auf ein wirkungsvolles betriebliches Fehlzeiten- und Gesundheitsmanagement ist von großer Bedeutung für Betriebe jeglicher Art. Denn auch, wenn nach Angaben der Betriebskrankenkassen die Zahl der Krankmeldungen in Deutschland im letzten Jahr auf den niedrigsten Stand seit Beginn der 70er Jahre gesunken ist und ein Arbeitnehmer im Jahr 2004 im Durchschnitt lediglich an 13 Tagen krank war (1990 waren es noch 25 Tage), verursachen Fehlzeiten dennoch jedes Jahr einen enormen betriebswirtschaftlichen Schaden.
Den größten Anteil hieran haben die krankheitsbedingten Fehlzeiten. Allein die jährlich verursachten Kosten durch arbeitsbedingte Erkrankungen sind mit 28,5 Milliarden Euro enorm.
Aber besonders in konjunkturell schwierigen Zeiten und bei einer Erwerbslosenquote von 9,6 % (Stand: März 2005) und ca. fünf Millionen Arbeitslosen gehen viele Unternehmen immer noch davon aus, dass sich das Problem der Fehlzeiten ’von alleine’ löst. Sie vertreten regelmäßig die Meinung, dass die Angst, ebenfalls den Arbeitsplatz zu verlieren, ausreicht, die Anwesenheit der Belegschaft am Arbeitsplatz zu erhöhen.
Eine solche Sichtweise birgt erhebliche Gefahren in sich. Auf bestimmten Teilarbeitsmärkten, wie beispielsweise in der IT-Branche, sind qualifizierte Arbeitskräfte bereits knapp. Sobald wieder eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt eintritt, werden sich unzufriedene Mitarbeiter umorientieren und nach einem neuen Arbeitgeber umsehen. So entstehen nicht nur Kosten für das „unattraktiv“ gewordene Unternehmen, es wechseln auch wertvolles Mitarbeiterpotential und Know-how zu einem Konkurrenten.
Auch der demographische Wandel wird größeren Einfluss auf die Fehlzeitenentwicklung haben. Langfristig wird der Anteil der älteren Arbeitnehmer in Deutschland steigen. Da sich mit zunehmendem Alter ebenfalls die Wahrscheinlichkeit zu erkranken und die Krankheitsdauer erhöhen, führt diese oben beschriebene Entwicklungstendenz dazu, dass mit einer steigenden krankheitsbedingten Abwesenheit zu rechnen ist.
Auch im Rahmen der Diskussion über die hohen Lohn- und Lohnnebenkosten wird immer wieder darauf hingewiesen, dass deutsche Mitarbeiter im Vergleich zu ihren europäischen und besonders außereuropäischen Kollegen die meisten Urlaubstage beanspruchen und darüber hinaus auch noch die höchsten Fehlzeitenquoten aufweisen, was insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland belastet. So sagte der Vorsitzende des nordrheinwestfälischen Handwerks, Wolfgang Schulhoff: „Wir arbeiten pro Jahr rund 400 Stunden weniger als die Japaner, 300 weniger als die Amerikaner und 100 weniger als die Schweden.“ Das müsse sich ändern, um international konkurrenzfähig zu bleiben.
Aufgrund dieser aktuellen Situation und der prognostizierten Entwicklungstendenz ist Handlungsbedarf gegeben. Jedes Unternehmen sollte genau die Entwicklung seiner Fehlzeiten beobachten und analysieren, sowie bei Bedarf geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. Es sollte dabei der Schwerpunkt nicht nur darauf gelegt werden, die Fehlzeiten zu reduzieren, da hierbei lediglich die bereits fehlzeitenauffälligen Mitarbeiter angesprochen werden.
Vielmehr sollte eine Erhöhung der Anwesenheit angestrebt werde, da bei diesem Prozess alle Mitarbeiter eines Unternehmens eingebunden werden. Es wird also nicht mehr nur einseitig und reaktiv sondern umfassend und präventiv gearbeitet. Es ist entscheidend, wie gesund und motiviert sämtliche Mitarbeiter sind, denn nur ein Unternehmen mit „gesunder“ Unternehmenskultur und zufriedener, ernst genommener Belegschaft wird am Markt ihr volles Potential ausschöpfen können.
Die Umsetzung eines ganzheitlichen Fehlzeiten- und Gesundheitsmanagements ist somit eine der wichtigen Grundvorrausetzungen für langfristigen, konstanten Unternehmenserfolg.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Inhaltsverzeichnis | I |
| II. | Abbildungsverzeichnis | IV |
| III. | Abkürzungsverzeichnis | V |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Fehlzeiten - Begriff und Grundlagen | 5 |
| 2.1 | Definition von Fehlzeiten | 5 |
| 2.2 | Gründe für Fehlzeiten | 7 |
| 2.2.1 | Krankheitsbedingte Fehlzeiten | 8 |
| 2.2.1.1 | Anzeige- und Nachweispflicht | 10 |
| 2.2.1.2 | Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall | 11 |
| 2.2.2 | Arbeitsbefreiung bei persönlicher Arbeitsverhinderung | 14 |
| 2.2.3 | Sonstige Gründe für Fehlzeiten | 15 |
| 3. | Betriebliches Fehlzeiten- und Gesundheitsmanagement - rechtlicher Handlungsrahmen | 16 |
| 3.1 | Fragerecht des Arbeitgebers | 16 |
| 3.2 | Kündigung bei Krankheit | 18 |
| 3.2.1 | Lang anhaltende Krankheit | 19 |
| 3.2.2 | Häufige Kurzerkrankung | 19 |
| 3.2.3 | Dauernde Arbeitsunfähigkeit | 20 |
| 3.2.4 | Krankheitsbedingte Leistungsminderung | 20 |
| 3.2.5 | Verhaltensbedingte Kündigung wegen Vortäuschung einer Krankheit | 21 |
| 3.2.6 | Anhörung des Betriebsrates | 21 |
| 3.3 | Eingliederungsmanagement gemäß Sozialgesetzbuch zur Integration von Schwerbehinderten und Beschäftigten nach längerer Erkrankung | 22 |
| 3.4 | Sicherheit und Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer bei der Arbeit | 24 |
| 4. | Betriebliches Fehlzeitenmanagement in der Praxis | 25 |
| 4.1 | Betriebliche Handlungsebenen | 25 |
| 4.2 | Von der Mitarbeiterauswahl und Arbeitszeitgestaltung bis zur Implementierung geeigneter Instrumente zur Fehlzeitenreduzierung | 26 |
| 4.3 | Instrumente des betrieblichen Fehlzeitenmanagements | 32 |
| 4.3.1 | Das Rückkehrgespräch | 32 |
| 4.3.2 | Die Anwesenheitsprämie | 35 |
| 4.3.3 | Zielvereinbarungen | 36 |
| 4.3.4 | Nichtmonetäre Anreize | 40 |
| 4.3.5 | Anpassung des Handlungsspielraumes und leistungsadäquater Mitarbeitereinsatz | 42 |
| 5. | Reduzierung von Fehlzeiten durch betriebliches Gesundheitsmanagement | 46 |
| 5.1 | Hintergrund | 46 |
| 5.2 | Gesundheitsmanagement als Prozess | 49 |
| 5.3 | Kooperationspartner im Gesundheitsmanagement | 50 |
| 5.4 | Ausgewählte Instrumente des betrieblichen Gesundheitsmanagements | 53 |
| 5.4.1 | Mitarbeiterbefragung | 54 |
| 5.4.2 | Gesundheitszirkel | 59 |
| 5.4.3 | Arbeits- und Arbeitsplatzgestaltung | 61 |
| 5.4.4 | Betriebliches Gesundheitsmanagement als Führungsaufgabe | 62 |
| 5.4.5 | Umsetzungscontrolling | 63 |
| 5.5 | Umgang mit Alkohol und Suchtmitteln am Arbeitsplatz | 65 |
| 6. | Schlusswort | 70 |
| 7. | Versicherung | 71 |
| 8. | Literatur- und Internetquellenverzeichnis | 73 |
| 9. | Anhang | 78 |
| 9.1 | Mitarbeiterbefragung | 78 |
| 9.2 | Ottawa-Charta | 84 |
4.3.5 Anpassung des Handlungsspielraumes und leistungsadäquater Mitarbeitereinsatz Monotone Tätigkeiten, zu geringe Verantwortung aber auch die Überforderung mit den gestellten Arbeitsaufgaben sind Ursachen dafür, dass sich Mitarbeiter in einer unbefriedigenden Arbeitssituation befinden. Signale hierfür sind unter anderem auch sehr häufig Fehlzeiten und hohe Krankenstände. Je geringer die Arbeitsmotivation, desto eher entscheidet sich ein Mitarbeiter, dem Arbeitsplatz fern zu bleiben. (motivationsbedingte Fehlzeiten /Absentismus). Betroffene in einer solchen Situation fühlen sich auch oft subjektiv eher krank, als solche, die leistungsadäquat eingesetzt werden und entsprechend motiviert sind. Um diesen oben beschriebenen Problemen entgegenzuwirken und die daraus resultierenden Fehlzeiten zu reduzieren, ist in einem ersten Schritt sicherzustellen, dass das Anforderungsprofil des Arbeitsplatzes der Qualifikation des Mitarbeiters entspricht. Ist dies nicht der Fall, muss mit entsprechenden Gegenmaßnahmen, beispielsweise mit Versetzung auf einen der Qualifikation entsprechenden Arbeitsplatz, reagiert werden, um ein Gleichgewicht zwischen Anforderung und Qualifikation herzustellen. Es ist erwiesen, dass sich eine Erweiterung des Handlungsspielraumes im Arbeitsprozess – also eine persönlichkeitsfördernde Arbeitsgestaltung –positiv auf die Arbeitsmotivation auswirkt.54 Bei der Umsetzung auf einen anderen Arbeitsplatz sind die Mitarbeiter frühzeitig und umfassend zu informieren. Ihnen sollten nicht nur Perspektiven aufgezeigt werden, sondern sie müssen für die neue Tätigkeit qualifiziert und in den neuen Arbeitsbereich integriert werden. Gegebenenfalls kann eine Vereinbarung zur [...]
4.3.4 Nichtmonetäre Anreize Genau wie insbesondere in vielen amerikanischen Unternehmen die Wahl bzw. Auszeichnung des „Mitarbeiters des Monats“ ein festes Instrument zur Motivation und Anerkennung von guten Arbeitnehmern geworden ist, besteht auch im Rahmen eines betrieblichen Fehlzeitenmanagements die Möglichkeit, durch nichtmonetäre Gesten seine Anerkennung auszudrücken. So kann Mitarbeitern mit hoher Anwesenheitsquote durch ein entsprechendes Schreiben der Geschäftsführung Dank ausgesprochen werden. Eine persönliche Einladung zu einem Gespräch oder eine kleine Aufmerksamkeit sind zur Steigerung der Motivation denkbar. Auch eine Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswissenschaft und Organisation in Stuttgart hat ergeben, dass Anreize nicht unbedingt in barer Münze ausgezahlt werden müssen. Von 100 befragten Firmen gaben nur 21 Prozent an, dass ihnen monetäre Anreize besonders wichtig sind. 61 Prozent hingegen setzen auf immaterielle Gegenleistungen. Das können [...]
39 auf die Einsatzbereitschaft für das Unternehmen und somit auf die Anwesenheit auswirken. Darüber hinaus ist eine Vielzahl weiterer Zielvereinbarungen denkbar. Die Vereinbarungen müssen an die Unternehmensstruktur und –philosophie angepasst sein. In diesem Zusammenhang wäre auch die persönliche Zulage als ergänzende oder eigenständige Komponente im Rahmen von Zielvereinbarungen zu nennen. Allerdings wird hier der Fokus nicht auf die Leistung sondern auf das Mitarbeiterverhalten gerichtet. Persönliche Zulage Hier werden der individuelle Einsatz und das Engagement in der Gruppe nach einem Bewertungsschema festgestellt und führen über ein Punktesystem zu einer persönlichen Zulage. Dieses Bewertungsschema könnte folgendermaßen aufgebaut sein: Das Bewertungsschema für die individuelle Zulage Eigenverantwortung [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832492649
Arbeit zitieren:
Giers, Alexander September 2005: Betriebliches Fehlzeiten- und Gesundheitsmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Arbeitskreis Gesundheit, Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Eingliederung, Attest



