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Betriebliche Strategien zur Senkung von Fehlzeiten

Betriebliche Strategien zur Senkung von Fehlzeiten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Katrin Schmidt
  • Abgabedatum: August 2004
  • Umfang: 114 Seiten
  • Dateigröße: 10,1 MB
  • Note: 1,8
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8514-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8514-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8514-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schmidt, Katrin August 2004: Betriebliche Strategien zur Senkung von Fehlzeiten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Absentismus, präventive und kurative Maßnahmen, Gesundheitszirkel, Rückkehr- Fehlzeitengespräch, Call Center

Diplomarbeit von Katrin Schmidt

Einleitung:

In Zeiten steigender Dynamik und erhöhter Komplexität sollte für die Unternehmen immer deutlicher werden, dass ihre Stellung im Wettbewerb in Zukunft maßgeblich durch eine erfolgreiche Personalpolitik bestimmt wird und dabei einer wirksamen Gestaltung von Anreizen sowie einer situationsgerechten Personalführung vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Als ein Bereich, der mit großer Unsicherheit behaftet ist, wird die Versorgung der Unternehmung mit ausreichend qualifizierten und vor allem auch motivierten Mitarbeitern betrachtet. Die hiermit im Zusammenhang stehenden Phänomene Fehlzeiten sind schon seit einiger Zeit verstärkt in den Blickpunkt unternehmerischer Betrachtung gelangt.

Dies wird auch in Zukunft relevant sein, denn der sich immer stärker verschärfende Wettbewerbsdruck, insbesondere auch durch ausländische Anbieter, zwingt jede einheimische Unternehmung dazu, eine permanente Verbesserung seiner Kostenstruktur herbeizuführen und entsprechende Potentiale auszuschöpfen. Je schlanker die Organisationsstrukturen unter dem Druck des nationalen und internationalen Wettbewerbs werden und je bedeutender damit angesichts einer dünnen Personaldecke der Beitrag jedes einzelnen Mitarbeiters wird, desto mehr stellen Fehlzeiten eine Belastung für die Unternehmen dar. Es bedarf also personalpolitischer Instrumente, um diesem kontraproduktiven Phänomen gezielt entgegenzuwirken. Dabei kommt heute, aufgrund erhöhter Ansprüche und ungleichen Interessen auf der Mitarbeiterseite, eine individualisierte Anreizgestaltung in Betracht.

Ziel der Arbeit ist es, im ersten Teil, die personal- und unternehmungspolitische Relevanz der Fehlzeitenthematik zu verdeutlichen und eine Variation von anreizorientierten Maßnahmen zu präsentieren, die geeignet sind, den mit Fehlzeiten verbundenen Problemen zu begegnen. In diesem Zusammenhang werden, im zweiten Teil, auch Ergebnisse eines Versicherungsunternehmens, das zwei von mir vorgestellten Maßnahmen besonders nutzt, aufgezeigt und beurteilt. Ich habe versucht, alle für mich relevanten und sinnvollsten Maßnahmen zur Anwesenheitsverbessung aufzuführen. Negative Kritik wird kaum zu finden sein, denn es gibt nicht DIE Maßnahme, die auf alle Unternehmen anzuwenden ist, um die Gesundheit zu fördern. Diese Arbeit gliedert sich demnach in zwei Hauptbestandteile, im ersten Teil wird eine umfassende Literaturrecherche betrieben und der Zweite ist an die Empirie angelehnt.

Ich habe, wie eben erwähnt, ein Versicherungsunternehmen gewählt, zur Bewertung von zwei Maßnahmen. Der Grund dafür ist, dass ich durch dieses Unternehmen, erst auf dieses Thema gekommen bin und dadurch die Relevanz und die Aktualität von Fehlzeiten in Organisationen erkannt habe. Dieses Unternehmen möchte ich aber nicht namentlich erwähnen, weil ich die Daten, Analysen und Bewertungen dieser Arbeit nicht der Geheimhaltungspflicht unterwerfen möchte.

Bei dieser Arbeit haben mir für die Theorie viele Bücher und für die Bewertung von Rückkehr- und Fehlzeitengesprächen sowie Gesundheitszirkel das Versicherungsunternehmen mit seinen Erfahrungen und Hilfsmitteln geholfen.

Hierbei möchte ich noch erwähnen, dass die Daten aus dem Fehlzeiten-Report 2003 auf den Krankmeldungen aller erwerbstätigen AOK-Mitgliedern Deutschlands im Jahr 2002 beruhen. Die AOK ist die deutsche Krankenkasse mit dem größten Marktanteil. Sie hat daher die größte Datenbasis, 10,9 Mio. versicherte Arbeitnehmer, zum Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. Dies soll gleichzeitig ein wenig Werbung für das Buch sein, weil Unternehmen hier Daten präsentiert bekommen, für die sie sonst viel Aufwand aufbringen müssten, um an sie zu gelangen.

Diese Arbeit kann als Informationsmaterial für Unternehmen gesehen werden, die in Bezug auf Fehlzeitensenkung Handlungsbedarf haben und nach bestimmten Modellen suchen.

Inhaltsverzeichnis:

Eidesstattliche Erklärung IV
Abkürzungsverzeichnis V
I. Aktualität und Relevanz des Themas und Aufbau der Arbeit 1
II. Analyse von Fehlzeiten 3
II.1 Definition rund um die Fehlzeiten 3
II.2 Ursachen von Absentismus und Krankheit 4
II.2.1 Betriebliche Gründe 6
II.2.2 Gesellschaftliche Gründe – Betriebliche Rahmenbedingungen 9
II.2.3 Individuelle Gründe 10
II.3 Dauer, Häufigkeit und Verteilung von Fehlzeiten 12
II.4 Auswirkungen von Abwesenheit 14
II.5 Ursachenanalyse-Instrumente für Fehlzeiten 17
III. Strategien zur Reduktion von Fehlzeiten aus der Literatur 20
III.1 Präventive Maßnahmen 21
III.1.1 Personale Maßnahmen 21
III.1.1.1 Mitarbeiterauswahl - Bewerberscreening 21
III.1.1.2 Fähigkeitsgerechter Einsatz der Mitarbeiter 22
III.1.1.3 Gespräche mit Mitarbeitern 23
III.1.1.4 Führungsverhalten des Vorgesetzten 24
III.1.1.5 Gesundheitliche Betreuung der Mitarbeiter - Spezielle Gesundheitsförderprogramme 26
III.1.1.6 Materielle Anreize für Mitarbeiter und insbesondere Führungskräfte 29
III.1.1.7 Gestaltung des Freizeitverhaltens und der Worklife-Balance 30
III.1.2 Strukturelle Maßnahmen 33
III.1.2.1 Gestaltung der Unternehmens- und Gesundheitskultur 33
III.1.2.2 Gesundheitsgerechte Gestaltung der Arbeitswelt 34
III.1.2.3 Zeitkultur vs. Anwesenheits-/Fehlzeitenkultur 38
III.1.2.4 Unternehmensinterne Kooperation 40
III.1.2.5 Beteiligung der Mitarbeiter 41
III.1.2.6 Transparenz über krankheitsbedingte Abwesenheit 44
III.1.3 Sonstige Maßnahmen auf personaler und struktureller Ebene 45
III.2 Kurative Maßnahmen 48
III.2.1 Personale Maßnahmen 48
III.2.1.1 Betreuung von Suchtkranken 48
III.2.1.2 Betreuung von bestimmten Mitarbeitergruppen 50
III.2.1.3 Gesundheitscoaching 51
III.2.1.4 Rehabilitation und Wiedereingliederung 53
III.2.1.5 Rückkehrgespräche 54
III.2.1.6 Fehlzeitengespräche 56
III.2.1.7 Unterstützungsangebote für Führungskräfte 58
III.2.2 Strukturelle Maßnahmen 60
III.2.2.1 Abbau von Belastungen 60
III.2.2.2 Kommunikation mit Führungskräften 61
III.2.2.3 Kooperation mit niedergelassenen Ärzten 62
III.2.2.4 Dialog mit Krankenkassen und Einschaltung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen 63
IV. Bewertung von zwei durchgeführten Maßnahmen in einem Versicherungsunternehmen 66
IV.1 Arbeit im Call Center 66
IV.2 Personalmanagement und Unternehmenskultur der Versicherung 68
IV.3 Maßnahmen der Versicherung, speziell Rückkehr-/Fehlzeitengespräche und Gesundheitszirkel 69
IV.3.1 Rückkehr-/Fehlzeitengespräche 70
IV.3.2 Gesundheitszirkel 73
IV.3.3 Andere Maßnahmen 75
IV.4 Analyse und teilweise Bewertung der Rückkehr- und Fehlzeitengespräche 76
IV.5 Bewertung des Modells Gesundheitszirkel 82
IV.6 Kurze Bewertung der anderen Maßnahmen 85
V. Fazit und Ausblick 90
Literaturverzeichnis 93
Anlagenverzeichnis 96

Automatisiert erstellter Textauszug:

Im letzten Punkt können Aspekte der Abwesenheit ausführlich dargestellt werden, wie die Entwicklung des Krankenstandes, die Auswirkungen auf die Arbeit, die Kostensituation und Wettbewerbsfähigkeit sowie vorgesehene Maßnahmen. Ein besonders schnelles und vielseitiges Mittel ist das Intranet, doch wird es von den Unternehmen noch sehr wenig genutzt, weil es ständig aktualisiert werden muss. Transparenz lässt sich durch eine betriebliche Gesundheitsberichterstattung schaffen, bei der vorhandene gesundheitsrelevante Daten analysiert und um weitere, eigene Daten vervollständigt werden. Primärdaten werden erhalten durch Gefährdungsanalysen, Mitarbeiterbefragungen, Daten aus arbeitsmedizinischen Untersuchungen und Belastungs- Beanspruchungs-Analysen. Sekundärdaten kommen i. d. R. aus Auswertungen von Routinedaten der Sozialversicherungsträger, von arbeitsmedizinischen Daten und von Umsetzungsanträgen.166 Zudem kann Benchmarking, zwischen Betrieben mit gleichartiger Belastung, durchgeführt werden, um für die Mitarbeiter eine Transparenz nach außen hin zu schaffen. Benchmarking hilft, konsequent und zielorientiert nach neuen Ideen für Methoden, Verfahren und Prozesse außerhalb der eigenen Unternehmenswelt und auch außerhalb der eigenen Branche zu suchen. Es gilt also die Best Practices zu identifizieren und nicht die Unterschiede zu anderen Unternehmen hervorzuheben.167 Gruppenarbeit führt zu Dezentralisierung von Kompetenzen und Verantwortung. So sollte der Umgang mit Fehlzeiten sein. Der Gesundheitsstand ist in Teamsitzungen regelmäßig zu diskutieren, um somit den regelmäßigen Absentisten ihr unkollegiales Verhalten klar zu machen. Auf diese Art und Weise können sich Werte, Überzeugungen und Verhaltensnormen herausbilden.168 Vorrangige Themen, für die Transparenzmachung und Kommunikation von Fehlzeiten, sind oft, die Kosten von Fehlzeiten, die Absentismusproblematik sowie die Ursachen von Abwesenheit, hierbei geht es um die Motivation zur persönlichen Anwesenheit. [...]

Transparenz hat das Ziel, die Motivation der Beschäftigten zu einer Verhaltensänderung für die Gesundheit zu bewegen. Es sind dafür ständige Informationen erforderlich, da einmalige Maßnahmen keinen nachhaltigen Effekt versprechen. Die Mitarbeiter sollten rechtzeitig informiert werden, vor allem über Krankenstandsquoten und über Maßnahmen des Unternehmens. Offene und rechtzeitige Kommunikation sind eine Basis für Vertrauen zwischen den Hierarchieebenen.164 Es reicht nicht aus, dass nur wenige Arbeitnehmer im Unternehmen über die Höhe und Auswirkungen von krankheitsbedingten Abwesenheiten instruiert sind, der ökonomischen Bedeutung müssen allen Vorgesetzten und Mitarbeitern bekannt sein. Um dies zu erreichen kann folgendes getan werden165: - Schautafeln/Aushänge in jedem Arbeitsbereich, auf denen der aktuelle Gesundheitsstand aller Abteilungen anschaulich dargelegt wird (Visualisierung), - regelmäßige Reports der Vorgesetzten von ihrem Bereich, an die entsprechende Stelle, - Besprechung der Gesundheitsstandauswertung in Gruppengesprächen und Führungskräfterunden, - Artikel in der Unternehmenszeitung. [...]

9. Ergebnispräsentation des Zirkels, 10. Evaluierung, Befragung der Zirkelbeteiligten. GZ dienen der Kommunikation über Problembereiche und mögliche Gesundheitsgefährdungen. Es werden zwei Hauptziele angestrebt, einmal die Identifikation mit den gesundheitlich bedeutsamen psychosozialen und ergonomischen negativen Belastungen und zum anderen sollen Verbesserungsvorschläge zum Abbau der identifizierten Belastungen herausgearbeitet und möglichst schnell umgesetzt werden.163 GZ ermöglichen zudem Partizipation, sichern prozessuale Gerechtigkeit und dienen letztlich auch der Verbesserung der internen Kommunikation. Die Kooperation zwischen allen Teilnehmern schafft innerbetriebliche Transparenz und schnellere Ableitung von Handlungsoptionen aus Zusammenhängen. Um einen optimalen Erfolg zu gewähren, ist es zweckmäßig Regeln für den GZ aufzustellen, die ich im Kapitel IV noch näher angeben werde. Grundsätzlich ist anzumerken, dass Maßnahmen, die einzeln angewandt werden, wie die beiden eben genannten, keine dauerhafte und weiterreichende Wirkung haben, wenn sie nicht Bestandteil einer Gesamtpolitik werden. [...]

Arbeit zitieren:
Schmidt, Katrin August 2004: Betriebliche Strategien zur Senkung von Fehlzeiten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Absentismus, präventive und kurative Maßnahmen, Gesundheitszirkel, Rückkehr- Fehlzeitengespräch, Call Center

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