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Betriebliche Sozialpolitik in Deutschland

Entwicklung der betrieblichen Sozialleistungen im Allgemeinen und Untersuchung des aktuellen Status sowie der künftigen Ausrichtung am Beispiel der Pharmazeutischen Industrie

Betriebliche Sozialpolitik in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Peter Schultz
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 151 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Bad Homburger Akademie für Internationales Management Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8100-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8100-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8100-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schultz, Peter Januar 2004: Betriebliche Sozialpolitik in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Anreize, Vergütung, Sozialleistung, Alterversorgung, Deferred Compensation

Bachelorarbeit von Peter Schultz

Zusammenfassung:

Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die zeitliche und inhaltliche Entwicklung der Sozialleistungen in Deutschland von ihren Anfängen bis heute aufzuzeigen und mögliche Perspektiven für die Zukunft herauszuarbeiten. Mittels einer arbeitgeber- und arbeitnehmerseitigen Umfrage wird darüber hinaus nicht nur ein Blick auf die derzeitige betriebliche Sozialpolitik, sondern auch ein Ausblick auf deren zukünftige Ausrichtung im Bereich der pharmazeutischen Industrie gewährt. Das Thema wird im Wesentlichen in drei Hauptkapiteln behandelt:

Kapitel 1 liefert einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der freiwilligen Sozialleistungen vom Zeitalter der Industrialisierung bis zum 21. Jahrhundert. Dabei werden u. a. anhand von historischen Beispielen die Intentionen und die sich ändernden Rahmenbedingungen der Arbeitgeber dargestellt. Definitionen der freiwilligen betrieblichen Sozialleistungen, eine aktuelle demographische Bevölkerungsanalyse sowie die Beschreibung und Wirkung der wesentlichen Sozialleistungen runden das Kapitel ab.

Kapitel 2 geht differenziert auf das Motivationsinstrument Compensation & Benefits ein. Es unterscheidet monetäre und nicht-monetäre Anreize, erläutert sonstige betriebliche Sozialleistungen und geht auch auf das Sozialleistungsmarketing ein. Die Arbeit setzt sich u. a. mit Verkaufsprämien, Erfolgsbeteiligungen und Long-Term Incentives auseinander und zeigt detailliert die verschiedenen Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung auf. Darüber hinaus werden Stock Option Programme, Deferred Compensation und das Cafeteria Modell, Incentives, Firmenwagen und Zeitsouveränität behandelt.

Trotz der in letzter Zeit geringer gewordenen (finanziellen und gesetzlichen) Spielräume bieten sich den Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, ihre Sozialleistungssysteme entsprechend der Unternehmenslage ertragsorientiert, aber auch leistungssteigernd und motivierend zu gestalten.

In Kapitel 3 werden die Ergebnisse der Unternehmensumfrage in der pharmazeutischen Industrie verbal und mit Hilfe zahlreicher Grafiken dargestellt. Dabei wurden nicht nur die bei den 18 teilnehmenden Unternehmen eingesetzten freiwilligen betrieblichen Sozialleistungen im einzelnen betrachtet, sondern auch ihre Wirkung auf die Arbeitnehmer untersucht. Die Umfrage ergab u. a., dass viele Sozialleistungen im Bewußtsein der Arbeitnehmer offenbar Selbstverständlichkeiten darstellen und das gesamte, umfangreiche Sozialleistungsspektrum der Arbeitgeber nur bedingt bekannt ist. Darüber hinaus wurde deutlich, dass die Arbeitgeber einheitlich für die Zukunft Handlungsbedarf sehen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten tätig werden wollen.

Die vorliegende Arbeit vermittelt auch dem sich in diese Materie einarbeitenden Leser schnell einen Überblick und eine Entscheidungshilfe für die Einführung angemessener und zeitgemäßer freiwilliger betrieblicher Sozialleistungen. Die vorgestellten Ergebnisse beziehen sich in erster Linie auf die pharmazeutische Industrie, sind aber auch auf andere Industriezweige übertragbar.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
1. Einleitung 6
1.1 Arbeitsmarktsituation in Deutschland 6
1.2 Problemstellung und Begriffsdefinition 7
1.3 Vorgehensweise 8
2. Entwicklung der freiwilligen Sozialleistungen 9
2.1 Zeitalter der Industrialisierung 9
2.2 Das 20. und 21. Jahrhundert 13
2.3 Definition und Ziele der betrieblichen Sozialpolitik 14
2.4 Sozialleistungen als Kostenfaktor 18
2.5 Demographische Entwicklung 18
3. Motivationsinstrument Compensation & Benefits 20
3.1 Monetäre Anreize 25
3.1.1 Vergütungsmanagement 26
3.1.2 Variable Vergütungsinstrumente 27
3.1.2.1 Verkaufsprovisionen und -prämien 28
3.1.2.2 Erfolgsbeteiligungen 28
3.1.3 Long-Term Incentives 31
3.1.3.1 Stock Options 31
3.1.3.2 Belegschaftsaktien 32
3.1.4 Betriebliche Altersversorgung 32
3.1.5 Deferred Compensation 37
3.1.6 Cafeteria-Modelle 39
3.1.7 Betriebliches Vorschlagswesen 42
3.2 Nicht-monetäre Anreize 43
3.2.1 Incentives 43
3.2.2 Zeitsouveränität 44
3.2.3 Status und Statussymbole 46
3.2.4 Firmenwagen 47
3.3 Sonstige betriebliche Sozialleistungen 48
3.3.1 Kantine 48
3.3.2 Fort- und Weiterbildung 49
3.3.3 Gesundheitsvorsorge und -fürsorge 50
3.4 Unterstützung durch Beratungsunternehmen 50
3.5 Sozialleistungsmarketing 51
4. Empirische Untersuchung in der Pharmabranche 53
4.1 Grundlagen und allgemeine Informationen 53
4.2 Arbeitgeberbefragung 54
4.2.1 Alters-, Hinterbliebenen- und Invaliditätsleistungen 54
4.2.2 Finanzielle Zuwendungen und gesundheitliche Absicherung 55
4.2.3 Variable Vergütungen und Long-Term Incentives 56
4.2.4 Sonstige betriebliche Sozialleistungen 57
4.2.5 Worklifebalance 59
4.2.6 Aktuelle und zukünftige C & B-Strategien 61
4.3 Arbeitnehmerbefragung 64
4.3.1 Personenkreis 64
4.3.2 Leistungen zur Absicherung, Vorsorge und Hilfe 65
4.3.3 Einkommenswirksame Sozialleistungen 66
4.3.4 Erstattungsleistungen 68
4.3.5 Materielle und immaterielle Klimaleistungen 68
4.4 Systementwicklung und -einführung 69
5. Schlussbetrachtung und Ausblick 70
Literaturverzeichnis
Anhang

Automatisiert erstellter Textauszug:

In den 80er und insbesondere den 90er Jahren erlebte der Incentive-Markt einen Boom. Im Mittelpunkt der Incentives stehen Teamgeist, Unternehmensloyalität und bindung. Als Prämien wählen die Unternehmen Sachprämien, Gutscheine, Theater-, Konzert- oder Restaurantbesuche und organisierte Teamevents wie Segeltörns und exklusive Südseereisen. Die Arbeitgeber verfügen heute über ein weites Feld an Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter zu motivieren und sie für herausragende Leistungen zu ehren. In Deutschland wird für das Jahr 2001 der Gesamtmarkt der IncentiveNutzer auf 16.000 Unternehmen mit einem Gesamtbudget von 8 Milliarden DM (dies entspricht 4,09 Mio. Euro) geschätzt.123 Derartige Aufwendungen für die Durchführung von Verkaufswettbewerben oder das Erreichen von hoch gesteckten Vertriebszielen sind nicht unumstritten. Einerseits können zwar extrinsisch veranlagte Mitarbeiter rekrutiert und motiviert werden, andererseits kann das Nichterreichen der Ziele bei Schwächeren zu Neid und Demotivation führen. Oft lassen diese Wettbewerbe die Vertriebsmitarbeiter zu Konkurrenten werden, die nicht mehr miteinander, sondern gegeneinander – und damit auch gegen die Unternehmens- und Kundeninteressen – arbeiten. [...]

Einer Studie des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft aus dem Jahre 1997 zufolge haben Verbesserungsvorschläge ca. „1,6 Milliarden Mark an nachweisbarem Nutzen erwirtschaftet.“118 Bereits drei Jahre später wurden 2,13 Milliarden Mark Einsparungen ermittelt, für die die Unternehmen etwa 338 Millionen Mark an Prämien ausgeschüttet haben.119 Die Summe könnte noch größer sein, wenn die Mitarbeiter in Deutschland im Durchschnitt nicht nur einen, sondern ebenso viele betriebliche Verbesserungsvorschläge einreichen würden wie ihre japanischen Kollegen, nämlich zwischen zwanzig und vierzig pro Jahr.120 Zahlreiche Unternehmen wie die Adam Opel AG, die FAG Kugelfischer Georg Schäfer AG oder die Siemens AG verfügen heute über – teilweise dauerhafte – Systeme zur Förderung des betrieblichen Vorschlagswesens, des Ideen- und Qualitätsmanagements. Damit sollen die Kreativität, Eigeninitiative und Innovationsfähigkeit ihrer Mitarbeiter unterstützt und (heraus-)gefordert werden. Die Systeme selbst sind unternehmensspezifisch ausgestaltet; gemeinsam ist allen das Ziel, die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen zu stärken und das Innovationspotenzial auf Mitarbeiterseite zu steigern. Oft werden auf diese Weise Arbeitsabläufe optimiert, Kosten gesenkt und Neuerungen entwickelt, die für das Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil darstellen. Der Prozess des betrieblichen Vorschlagswesens ist i. d. R. firmenintern festgelegt. Kürten hält in diesem Zusammenhang folgende Aspekte für wesentlich121: Festlegung der Themengebiete, für die Vorschläge eingereicht werden können, schriftliche Form zur Einreichung der Verbesserungsvorschläge, Rückmeldebestätigung seitens des Arbeitgebers, Vorschlagsbearbeitung und Gutachtenerstellung durch ein Bewertungsund Prämierungsteam, Nutzenanalysen, [...]

Cafeteria-Modelle müssen klar strukturiert und in jeder Hinsicht transparent sein, damit sie für alle Beteiligten gut verständlich und optimal anwendbar sind. Darüber hinaus setzt die Einführung dieser Modelle eine hohe Flexibilität seitens der Mitarbeiter voraus. Ist diese Flexibilität gegeben und die Entscheidung für ein Cafeteria-System gefallen, sind in einem ersten Schritt interne Daten auszuwerten, in einem zweiten intensive Beratungen mit Arbeitnehmervertretern und i. d. R. externen Beratern bzgl. der Ausgestaltung und Implementierung des gesamten Pakets durchzuführen. Nach der Planungsphase und grundsätzlichen Information der betroffenen Mitarbeiter folgt die Einführungsphase, die durch eine hohe Informations- und Kommunikationstätigkeit, insbesondere auch durch individuelle Beratungen mit kompetenten Gesprächspartnern der Personalabteilung, gekennzeichnet ist. Der Einführungsphase folgt die Durchführungsphase, in der die intensive Mitarbeiterberatung fortgesetzt werden muss, bevor es zur Administration der Cafeteria-Bestandteile kommt. Der Verwaltungsbedarf ist dabei nicht zu unterschätzen und sollte von geeigneten EDV-Systemen unterstützt werden.117 [...]

Arbeit zitieren:
Schultz, Peter Januar 2004: Betriebliche Sozialpolitik in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Anreize, Vergütung, Sozialleistung, Alterversorgung, Deferred Compensation

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