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Betriebliche Modelle zur Senkung von Fehlzeiten

Betriebliche Modelle zur Senkung von Fehlzeiten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Frank Neidiger
  • Abgabedatum: Mai 1997
  • Umfang: 99 Seiten
  • Dateigröße: 770,6 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1482-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1482-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1482-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Neidiger, Frank Mai 1997: Betriebliche Modelle zur Senkung von Fehlzeiten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Lohnfortzahlung, Fehlzeiten, Absentismus, Entgeltfortzahlung, Krankheitsfall

Diplomarbeit von Frank Neidiger

Gang der Untersuchung:

Ziel dieser Arbeit ist es, Fehlzeiten im Betrieb zu analysieren und Strategien sowie Maßnahmen, die von Arbeitgebern und der Literatur zur Reduktion vorgeschlagen werden, darzustellen und zu bewerten.

Die Arbeit ist in drei Teile gegliedert.

Im ersten Teil werden Fehlzeiten analysiert und nach ihren Determinanten gegliedert sowie auf die Kosten und die Verteilung von Fehlzeiten eingegangen.

Im zweiten Teil werden betriebliche Reduktionsmodelle zur Senkung von Fehlzeiten dargestellt. Ähnlich wirkende Modelle werden hierbei in Gruppen zusammengefaßt.

Der letzte Teil entwickelt ein Bewertungsschema anhand dessen die Modelle beurteilt werden. Dieses Bewertungsschema ist ein Phasenmodell, in dem jede Phase anhand von Plausibilitäts-überlegungen geprüft wird.

Das in sich geschlossene Grundmodell beschreibt im wesentlichen um drei Phasen : die Introduktionsphase, die Umsetzungsphase und die Reduktionsphase.

Die Phasen zeichnen den Weg eines Modells in seinem Lebenszyklus durch den Betrieb: eine Maßnahme wird eingeführt, anschließend umgesetzt und hat eine Reaktion bzw. Reduktion zur Folge. Somit entsteht ein fester Weg, den jedes Modell in einer Unternehmung zu durchlaufen hat.

Innerhalb der drei Phasen wird anhand von Plausibilitätsüberlegungen geprüft, welche Schwierigkeiten ein bestimmtes Modell hat, die einzelnen Phasen zu durchlaufen oder welche spezifischen Vorteile / Nachteile dieses Modell bietet.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
A. Analyse von Fehlzeiten 1
I. Einleitung und Problemstellung 1
II. Arten von Fehlzeiten 2
III. Dauer, Häufigkeit und Verteilung der Abwesenheitsfälle und -tage 4
IV. Kosten der Fehlzeiten 6
1. Direkte Kosten 7
2. Indirekte Kosten 7
V. Determinanten der Fehlzeiten 8
1. Individuelle Fehlzeiten 8
a) Alter 8
b) Geschlecht und Familienstand 9
c) Nationalität 10
d) Beruflicher Status und Entgeltsystem 11
2. Betriebsbedingte Fehlzeiten 12
a) Arbeitsumgebung 12
b) Art der Tätigkeit 12
c) Arbeitsgruppen- und Betriebsorganisation 14
d) Vorgesetztenverhalten 15
3. Extern generierte Fehlzeiten 17
a) Konjunktur und Arbeitsmarkt 17
b) Jahreszeiten 18
c) Rechtliche Einflußfaktoren 18
B. Modelle zur Senkung von Fehlzeiten 20
I. Präventivmodelle 20
1. Die Anwesenheitsprämie 20
2. Die Projektgruppe 23
3. Änderung der Attestpflicht 28
4. Arbeitsorganisatorische Maßnahmen 29
5. Änderung des Vorgesetztenverhaltens 31
II. Nachsorgemodelle 33
1. Mitarbeitergespräche 33
a) Das Rückkehrgespräch 33
b) Das Opel Modell 36
2. Verstärkte Kontrolle des Krankenstandes 41
3. Die versicherungsrechtliche Lösung 44
4. Änderung von Arbeitsentgelt und Arbeitszeit 45
a) Entlohnungsform 45
b) Flexibilisierung der Arbeitszeit 46
5. Personalauswahl und Einarbeitung 48
C. Bewertung der Modelle 50
I. Kriterienbildung 50
1. Einführungsphase 51
2. Anwendungsphase 51
3. Reduktionsphase 52
II. Anwendung der Kriterien auf die Modelle 52
III. Zusammenfassung und Ausblick 60
Anhang 62
Literaturverzeichnis 74
Rechtsquellenverzeichnis 83
Eidesstattliche Erklärung VIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Andererseits entstünde durch die Attestpflicht kein weiterer Legitimationszwang der Arbeitnehmer gegenüber ihrem Betrieb, so daß sie nur den Arzt von ihrer Krankheit überzeugen müßten, was aufgrund von Informationsmängeln des Arztes als nicht weiter schwierig erscheint.191 4. Arbeitsorganisatorische Maßnahmen Der Gruppengröße kommt bei arbeitsorganisatorischen Maßnahmen ein besonderer Einfluß zu. Eine Arbeitsgruppe sollte demnach aus nicht mehr als acht bis zehn Personen bestehen, da diese Anzahl gute Gruppengespräche ergibt und eine optimale Führungsspanne darstellt.192 Eine Über- oder Unterforderung von Arbeitnehmern führt zu einer überhöhten Fehlzeitenrate.193 Um der besonders im Produktionsbereich vorherrschenden Unterforderung von Arbeitnehmern entgegenzuwirken, bieten sich eine Reihe von Maßnahmen an. Diese sind Job Enlargement, Job Enrichment und Job Rotation. Dabei soll die Monotonie einer Tätigkeit verringert und durch Erweiterung der Handlungs- und Entscheidungsspielräume das Arbeitsfeld quantitativ und qualitativ vergrößert werden.194 In teilautonomen Arbeitsgruppen, die die höchste Autonomiestufe der Gruppenarbeit darstellt, werden den Gruppenmitgliedern weitere Kompetenzen zugeteilt, die sich auf Entscheidungen der Arbeitsplanung und -verteilung beziehen.195 Anzumerken ist hier, daß sowohl die arbeitsplatzbezogene Erwartungshaltung als auch die Perzeption der verschiedenen Tätigkeiten in einer Gruppe von jedem Mitglied unterschiedlich ist. Die positiven Erfahrungen, die mit der Einführung von Gruppenarbeit gemacht worden sind, dürfen nicht außer acht lassen, daß sich manche Arbeitnehmer nur schwer in neue Strukturen integrieren lassen. Schwierigkeiten bereitet die neue Form insbesondere denen, die frühere Führungsverantwortung verloren haben und in ihrer Kompetenz Zugeständnisse machen mußten sowie älteren Arbeitnehmern. Diese fühlen sich oft mit der neuen Situation überfordert und ihr spezifischer Krankenstand verringert sich nicht, sondern steigt sogar noch an. Dennoch kann ein regelmäßiger Wechsel zwischen verschiedenen Arbeitstätigkeiten [...]

Angestellten erhebliche Abweichungen. Laut § 4 I Manteltarifvertrag gilt für die Angestellten des Baugewerbes eine Fünf-Tage-Regelung während der Großteil183 der Arbeiter ab dem ersten Tag eine Bescheinigung benötigen, die spätestens vor Ablauf des dritten Tages dem Arbeitgeber vorliegen muß.184 Die gewöhnliche Drei-Tage-Regelung bei Angestellten wird als eine Art „Sicherheitsventil“ gesehen, das die Entstehung von ernsthaften und damit langfristigen Krankheiten verhindert. Froemer weist dabei auf eine Untersuchung in Schweden hin, wonach Arbeitnehmer, die häufig wegen Kurzerkrankungen fehlen, selten an ernsthaften Krankheiten leiden, da sie sich durch das „Sicherheitsventil Krankheit“ vor ernsthaften Erkrankungen schützen.185 Die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle müßte nach Einführung der Regelung erwartungsgemäß steigen und die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage sinken. Berichte deutscher Unternehmen, die die Drei-Tage-Regelung eingeführt haben, sagen aus, daß sich nicht nur die Zahl der Kurzerkrankungen, sondern auch die Zahl der länger dauernden Arbeitsunfähigkeitsfälle erhöht hat.186 Zahlenmaterial über eventuelle Verkürzung der Arbeitsunfähigkeitstage liegen nicht vor. Arbeitgeber verzichten aber auch aufgrund eines damit einhergehenden geringeren Verwaltungsaufwandes auf Atteste.187 Auch die Angleichung der gesetzlichen Regelungen188 für Arbeiter und Angestellte konnte die Unterschiede in den Krankenständen der Statusgruppen nicht beseitigen.189 Spies und Beigel sehen in der Attestpflicht selbst jedoch ein Mittel zur Fehlzeitensenkung. Sie argumentieren, daß es Mitarbeitern dadurch erschwert wird, aus spontanen, motivationsbedingten Gründen zu fehlen, da der Attestnachweis für sie einen höheren Aufwand erfordert, als ein Anruf in der Personalabteilung.190 [...]

Das Feedback kann in schriftlicher Form über Rundschreiben oder Betriebszeitungen erfolgen. Die mündliche Rückkopplung in Abteilungs- oder Betriebsversammlungen hält Bitzer jedoch für wesentlich effektiver. Eine Betriebsversammlung verspricht einen geringen Kostenaufwand, hat aber den Nachteil, daß ein eventueller Diskussionsprozeß, aufgrund der Masse an Teilnehmern, auf qualitativ niedrigem Niveau stattfindet.176 Abteilungsversammlungen sind zwar durch die größere Anzahl an Berichten kostenintensiver, haben aber auch eine größere Diskussionsqualität. Hierbei entsteht am häufigsten ein Diskussionsprozeß zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, der eventuell vorher bestehende Kommunikationshemmnisse, auch durch die Unterstützung der neutralen Moderatorenseite, beseitigen kann.177 Datenrückkopplungen sind somit ein wichtiger Baustein im Instrumentarium eines Veränderungsprozesses im Betrieb. Sie beweist allen Mitgliedern des Unternehmens die Ernsthaftigkeit der Datenerhebungsprozesse. Sie kann dabei der Motivationssteigerung, der Verbesserung des Betriebsklimas, der Identifikation der Mitarbeiter mit den Unternehmenszielen und somit insgesamt zur Senkung der Fehlzeitenfaktoren dienlich sein.178 Einschneidende Veränderungen benötigen aber nach Bitzers Erfahrung ein bis drei Jahre, bis Fehlzeiten in einem Unternehmen wirksam reduziert werden können. Die Arbeit einer Projektgruppe endet in optimaler Weise, wenn im Betrieb solche Strukturen geschaffen worden sind, die zur Lösung von Fehlzeitenproblemen eine Projektgruppe überflüssig machen.179 [...]

Arbeit zitieren:
Neidiger, Frank Mai 1997: Betriebliche Modelle zur Senkung von Fehlzeiten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Lohnfortzahlung, Fehlzeiten, Absentismus, Entgeltfortzahlung, Krankheitsfall

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