Betrieb von B2C Online-Shops
Status quo, Probleme und Wege zum Erfolge
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jürgen Weber
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 114 Seiten
- Dateigröße: 1,6 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Reutlingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5263-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5263-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5263-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Weber, Jürgen Januar 2002: Betrieb von B2C Online-Shops, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Consumer, E-Business, E-Commerce, Business, Internet
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Diplomarbeit von Jürgen Weber
Einleitung:
„Electronic-Shopping ist der Wachstumsmarkt Nummer eins. Der stationäre Handel ist tot. Wer heute nicht in den elektronischen Handel einsteigt, wird morgen nicht mehr existieren.“ Vor noch gut einem Jahr waren Aussagen wie diese beinahe täglich den verschiedensten Medien zu entnehmen. Autoren, Redakteure und Börsenanalysten überboten sich mit Superlativen und erzeugten so einen bis dato einmaligen Hype. Unternehmen der so genannten „New Economy“ erzielten Börsenwerte, die mit mehreren Milliarden Euro Marktkapitalisierung teilweise den Wert großer etablierter und seit Jahrzehnten profitabler Unternehmen der „Old Economy“ überstiegen.
Doch die Realität holte viele Shop-Betreiber ein. Seit einigen Monaten stehen Schließungen und Insolvenzen von Online-Shops an der Tagesordnung, da interessante Geschäftsideen kein Garant für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens sind und die Aufwendungen in keinem Verhältnis zu den Erlösen stehen. C&A, Vitago, eToys, Lion.cc und Letsbuyit.com sind nur einige prominente Beispiele. Hunderte weitere Online-Händler stehen ebenfalls vor dem Aus. Pessimisten verkünden nun genau umgekehrt den Tod des eCommerce und der „New Economy“, vor allem im Bereich des Handels mit dem Endkunden (Business-to-Consumer). Aus dem anfänglichen Hype wird nun ein Negativ-Hype.
Sowohl die anfängliche Überschätzung als auch die momentan übertriebene Skepsis gegenüber dem eCommerce entsprechen nicht der tatsächlichen Situation des Internet-Handels. Es ist Fakt, dass durch das Aufkommen des Internets ein neuer Vertriebsweg entstanden ist, der zahlreiche neue Möglichkeiten und Chancen bietet und stark an Bedeutung zunehmen wird. Auf der anderen Seite ist es aber genauso ein Fakt, dass in Zukunft nicht der komplette Handel online abgewickelt und die „Old Economy“ sterben wird. Denn nicht jeder Mensch kann oder will am Bildschirm bei einem Online-Shop einkaufen, den er nur virtuell am Bildschirm sehen kann und dessen Produkte er erst bei der Lieferung in den Händen halten kann. Auch auf das „Shopping-Gefühl“ und die persönlichen Kontakte zu anderen Menschen möchten viele Konsumenten nicht verzichten.
Aber wie sieht es mit dem eShopping bei den Händlern in Deutschland aus? Was sind eigentlich die typischen Probleme der Händler, die bereits im eCommerce aktiv sind? Und wie kann man als Shop-Betreiber erfolgreich über das Internet Produkte verkaufen um langfristig einen wirtschaftlichen Erfolg zu erreichen? Antworten auf diese Fragen tauchen in den Diskussionen Pro und Kontra eCommerce zumeist nicht auf. Auch Literatur zu diesem Thema ist so gut wie nicht verfügbar. Erfahrungsberichte der einzelnen Firmen werden wie Staatsgeheimnisse gehütet – schließlich handelt es sich hier um wertvolle Wettbewerbsvorteile, die nicht an Konkurrenten gelangen sollen. Unternehmen, die im Online-Handel mitmischen möchten, müssen bisher eigene Erfahrungen sammeln, indem sie aus eigenen Fehlern lernen. Ein Aufbau auf Erfahrungen anderer Händler ist kaum möglich. Doch das Sammeln eigener Erfahrungen kostet ungemein viel Geld und bedeutet nicht selten, dass ein Shop seine Pforten schon vor dem Erreichen des Break-Even-Points wieder schließen muss.
Gang der Untersuchung:
Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist es daher, nach der Kurzvorstellung des Entwicklungsstands und der Probleme des eCommerce in Kapitel 2, ausführlich in den Kapiteln 3 bis 8 die Bestandteile und Faktoren für einen Online-Erfolg zu erörtern und mögliche Wege hierzu aufzuzeigen. Die Besprechung der Erfolgsfaktoren und Wege ist hierbei in die Bereiche Strategie, Marketing, Werbung und Vertrieb, Recht, Vertrauensbildung, Kundenservice und –bindung, eBackoffice (inkl. Logistik) sowie Informationstechnik bzw. Software unterteilt. Da es eine unzählbare Menge an unterschiedlichen Voraussetzungen, Zielen, Erfolgsfaktoren und Umsetzungsmöglichkeiten gibt, können selbstverständlich nicht alle Aspekte betrachtet werden. Diese Arbeit beschränkt sich bewusst auf die wichtigsten firmen- und branchenübergreifenden Erfolgsfaktoren und Möglichkeiten, die den Internet-Anbietern für den elektronischen Handel zur Verfügung stehen.
Es ist nicht Ziel dieser Arbeit, Neulingen im Bereich eCommerce und Versandhandel eine allgemeine Einführung in diese Thematik zu geben. Hierzu ist bereits zahlreiches Material am Markt verfügbar. So werden beispielsweise die Themen Begriffsdefinitionen und -abgrenzungen, Einstiegsbarrieren in den eCommerce-Handel, die Findung einer geeigneten Geschäftsidee, die Finanzierungsmöglichkeiten sowie steuerliche Fragen bewusst ausgeklammert. Dem interessierten Leser seien hierzu unter anderem die Literaturhinweise [1] bis [5] empfohlen.
Darüber hinaus beschränken sich alle nachfolgenden Ausführungen auf den Handel mit dem Endkunden, dem so genannten B2C-eCommerce (Business-to-Consumer). Die Voraussetzungen und der Ablauf beim Handel zwischen Unternehmen (Business-to-Business – nachfolgend mit B2B abgekürzt) unterscheiden sich in vielen Bereichen grundlegend von denen im B2C-Bereich, so dass eine gemeinsame Betrachtung nicht möglich ist.
Da die zu diesem Thema verfügbaren Informationen äußerst spärlich sind, mussten neben verschiedenen Buch- und Internet-Quellen (siehe Literaturverzeichnis am Ende dieser Arbeit) zusätzliche Wege der Informationsbeschaffung gefunden werden. Durch meine Tätigkeit als Geschäftsführer der Weber eBusiness Services GmbH, die sich auf die Erstellung und den Betrieb von Lösungen für das eBusiness und eCommerce spezialisiert hat, konnte ich seit nunmehr knapp sechs Jahren Erfahrungen in diesem Bereich sammeln. So werden etwa 200 Domains, darunter ein gutes halbes Dutzend Online-Shops, von meiner Firma betreut. Zudem betreibe ich seit Januar 2001 unter http://www.quantis.de einen eigenen Online-Shop zum Thema Zeitplanung sowie Büro- und Lifestyle-Accessoires. Dort sammelte ich eine Unmenge an Erfahrungen und konnte die in dieser Diplomarbeit besprochenen Faktoren und Wege zum Erfolg großteils selber ausprobieren und deren Wirksamkeit testen. Daher werde ich auf Quantis in den nachfolgenden Kapiteln regelmäßig Bezug nehmen und diesen Shop häufig als Beispiel anführen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung, Inhalt und Aufbau der Arbeit | 4 |
| 2. | Status quo und Probleme des eCommerce aus Händlersicht | 7 |
| 3. | Strategie | 12 |
| 3.1 | Allgemeine eShopping-Strategie | 12 |
| 3.2 | Sortimentsgestaltung | 15 |
| 3.3 | Preisstrategie | 17 |
| 4. | Marketing, Werbung und Vertrieb | 20 |
| 4.1 | Bestandteile des Marketings | 21 |
| 4.2 | Marketingstrategie als Ausgangspunkt | 22 |
| 4.3 | Aufbau einer Internet-Marke | 22 |
| 4.3.1 | Domainstrategie | 23 |
| 4.4 | Erfolgsfaktor medienübergreifende Kommunikation | 24 |
| 4.5 | Wie finden Surfer auf eine Website? | 25 |
| 4.6 | Klassische Bannerwerbung | 26 |
| 4.7 | Marketinginstrument Suchmaschinen | 32 |
| 4.7.1 | Exkurs: Grundlagen des Suchmaschinenrankings | 38 |
| 4.8 | Kooperationen mit branchen- und themenorientierten Websites | 42 |
| 4.8.1 | Einfache Verlinkung, Link-Austausch-Programme | 43 |
| 4.8.2 | Content-Partnerschaften | 44 |
| 4.9 | Affiliate-Marketing | 45 |
| 4.10 | Integration in Shopping-Malls | 50 |
| 4.11 | Elektronische Marktplätze | 53 |
| 4.12 | Sonstige Werbeformen | 55 |
| 4.12.1 | Newsgroups, Mailinglisten, Foren | 55 |
| 4.12.2 | E-Mail- und Newsletter-Werbung | 57 |
| 4.12.3 | Online-Sponsoring | 58 |
| 4.13 | Erfolgsfaktor „Usability“ | 59 |
| 5. | Rechtliche Probleme | 62 |
| 5.1 | Haftungsausschluss | 62 |
| 5.2 | Kurze Einführung in die wichtigsten Gesetze für eShops | 62 |
| 6. | Vertrauensbildung, Kundenservice und Kundenbindung | 66 |
| 6.1 | Gewinnung des Vertrauens der Shop-Besucher | 66 |
| 6.1.1 | Explizite Hinweise auf Sicherheit, Datenschutz und Service | 66 |
| 6.1.2 | Einsatz von Verschlüsselungstechnologien | 68 |
| 6.1.3 | Gütesiegel | 70 |
| 6.2 | Kundenservice | 72 |
| 6.3 | Möglichkeiten der Kundenbindung | 74 |
| 6.3.1 | Personalisierung und Individualmarketing | 75 |
| 6.3.2 | Erfolgsfaktor Bequemlichkeit | 78 |
| 6.3.3 | Kundenbindung durch Zusatzdienste | 79 |
| 7. | Backend-Prozesse (eBackoffice) | 84 |
| 7.1 | Risikobewertung und Zahlartenmanagement | 85 |
| 7.2 | Zahlungsabwicklung | 90 |
| 7.3 | Fulfilment und Logistik | 94 |
| 7.4 | Forderungsmanagement | 97 |
| 8. | Informationstechnik / Software | 98 |
| 8.1 | Bedeutung der Informationstechnik für Online-Shops | 98 |
| 8.2 | Anforderungen an eine Shoplösung | 99 |
| 8.2.1 | Checkliste | 100 |
| 8.2.2 | Kauf oder Eigenentwicklung? | 101 |
| 8.3 | Hardware und Provider | 102 |
| 9. | Fazit | 104 |
| Anhang A: Inhalt der beiliegenden CD-ROM | 105 | |
| Anhang B: Literaturhinweise / Quellenverzeichnis | 106 | |
| Anhang C: Abbildungsverzeichnis | 112 | |
| Anhang D: Erklärung des Studenten | 113 |
Das World Wide Web bietet Händlern vielfältige Möglichkeiten und Chancen für die Präsentation und den Verkauf von Waren und Dienstleistungen. Ebenso zahlreich sind allerdings die rechtlichen Probleme, über die ein Online-Händler stolpern kann, falls er die gesetzlichen Bestimmungen nicht einhält. Umso erschreckender ist es, dass nach einer Studie der TÜV-NordSecurity [35] mehr als 90 Prozent der Online-Shops teilweise gravierende Fehler in der Umsetzung der Gesetzesvorgaben und der Datenschutzbestimmungen machen. Nur 5 Prozent aller Shops halten sich an sämtliche Vorgaben. Insbesondere auch die kleineren Online-Shops, die im Gegensatz zu Anbietern wie Amazon oder Neckermann keine eigene Rechtsabteilung unterhalten, setzen sich dadurch ungeahnten Gefahren aus. Aus diesem Grund möchte ich nachfolgend eine kurze Einführung in die allerwichtigsten gesetzlichen Rahmenbedingungen für deutsche Online-ShopBetreiber geben und ein Gefühl dafür vermitteln, welche Auswirkungen diese Rahmenbedingungen für die Händler haben. [...]
So arbeite ich beispielsweise auch fortwährend an der Verbesserung der Usability des Quantis Shops. Dabei nutze ich vor allem die TrackingFunktionen des Shopsystems, die mir die typischen Abbruchsstellen und Ausstiegspunkte der Kunden im Shoppingprozess und somit die Schwachstellen des Angebots zeigen. So konnte ich z. B. feststellen, dass sehr viele Surfer am Ende des Bestellprozesses, während der Eingabe der Daten und Auswahl der Zahlungsart, den Einkaufsvorgang abgebrochen haben. Durch eine Restrukturierung und Vereinfachung der Bestellabschlussseiten sowie durch die Visualisierung der verschiedenen Schritte des Bestellabschluss-Prozesses mittels einer simplen Progress-Bar konnten die Abbrüche bereits um mehr als zehn Prozent gesenkt werden. Vor einigen Wochen wurde von mir zudem eine einfache Übernahmemöglichkeit der Rechnungsanschrift als Lieferanschrift geschaffen, so dass in den Fällen einer identischen Liefer- und Rechnungsanschrift die doppelte Eingabe der Adresse entfällt. Diese Anregung stammt von einem Telefonat mit einem Kunden und hat ebenfalls eine stattliche Senkung der Bestellabbrüche um einige zusätzliche Prozent gebracht. Analog zu diesem Beispiel konnten bei Quantis durch die Analyse der Besucherströme und durch das Feedback der Besucher eine große Zahl an weiteren Verbesserungen durchgeführt werden, die in der Summe zu einer Verdoppelung der Conversion-Rate geführt haben und ganz entscheidend zur Wirtschaftlichkeit des Shops beitragen. [...]
Etwas mehr Freiraum hat ein Shop-Betreiber bei der Gliederung und Strukturierung des Produktkatalogs und des restlichen Angebots. Es bietet sich dennoch die Verwendung einer baumartigen Gliederung an. Damit finden sich die Benutzer am leichtesten zurecht. Wichtig ist, dass der Nutzer jederzeit weiß, wo auf der Website er sich im Moment befindet und wie er wieder auf die vorherigen Seiten zurückkommt. Über die Navigation muss der Shop-Besucher auch jederzeit einen Zugriff auf seinen Warenkorb und die Suchfunktion haben. Noch besser ist es, wenn diese beiden Punkte auf jeder Seite des Shops integriert sind, so dass ein Nutzer beispielsweise ständig den Inhalt seines Warenkorbs im Blick hat und über ein Formularfeld jederzeit eine Suche starten kann. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832452636
Arbeit zitieren:
Weber, Jürgen Januar 2002: Betrieb von B2C Online-Shops, Hamburg: Diplomica Verlag
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Consumer, E-Business, E-Commerce, Business, Internet



