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Beteiligungsmodelle für Jugendliche an Entscheidungsprozessen im Sport

Entwicklung von Qualitätsmerkmalen auf der Grundlage eines Feministischen Planungsverständnisses

Beteiligungsmodelle für Jugendliche an Entscheidungsprozessen im Sport
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Britt Dahmen
  • Abgabedatum: Juni 2001
  • Umfang: 137 Seiten
  • Dateigröße: 10,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6353-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6353-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6353-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Dahmen, Britt Juni 2001: Beteiligungsmodelle für Jugendliche an Entscheidungsprozessen im Sport, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ehrenamt, Geschlecht, Mitbestimmung, Engagement

Diplomarbeit von Britt Dahmen

Zusammenfassung:

Anhand der Analyse von aktuellen Studien der Frauen-, Jugend- und Ehrenamtsforschung werden in der vorliegenden Diplomarbeit Merkmale für eine erfolgsversprechende Beteiligung von männlichen und weiblichen Jugendlichen an Entscheidungsprozessen im Sportverein in Zeiten gesellschaftlichen Wandels formuliert. Ausgangspunkte der Arbeit sind, dass laut Untersuchungen zwar eine hohe Engagementbereitschaft bei den Jugendlichen vorhanden zu sein scheint, diese aber in den Strukturen des Sports nur bedingt zum tragen kommt und Mädchen und Frauen trotz steigenden Mitgliederanteils in den Sportvereinen in sportpolitischen Entscheidungsprozessen unterrepräsentiert bleiben.

Um Veränderungsmöglichkeiten formulieren zu können, werden zunächst die Anforderungen der Lebensphase Jugend vor dem Hintergrund von Individualisierungstendenzen und bestehender Geschlechterverhältnisse betrachtet. Weiterhin werden aktuelle Daten zum ehrenamtlichen Engagement von männlichen und weiblichen Jugendlichen aufgearbeitet und Engagementmöglichkeiten innerhalb der Sportvereine aufgeschlüsselt. Dabei stehen insbesondere aktuelle Aktivitäten der Sportverbände zur Förderung von Mädchen und jungen Frauen sowie von Jugendlichen allgemein im Blickpunkt.

Quer zu allen Teilbereichen der Diplomarbeit liegt eine grundlegende Analyse aktueller Wirkungszusammenhänge des Geschlechterverhältnisses und deren Einfluss auf die politische Sozialisation von Mädchen und Jungen. Daraus folgernd ergeben sich Konsequenzen für die Planung von Beteiligungsprozessen, die in die weiteren Ausführungen eingeflossen sind.

Abgeschlossen wird die Diplomarbeit mit 13 Qualitätsmerkmalen für Beteiligungsmodelle für Jugendliche, die auf der Basis der vorangegangenen Erläuterungen erfolgsversprechend erscheinen, will man zukünftig sowohl junge Frauen als auch junge Männer wieder stärker in die Sportvereinsarbeit einbinden.

Das Thema ordnet sich in die aktuelle Debatte über die Entwicklungen von Beteiligungsformen von Bürgerinnen und Bürgern an gesellschaftlichen Willensbildungsprozessen ein. Politische Maßnahmen wie bspw. die Ernennung des Jahres 2001 zum „Internationalen Jahr der Freiwilligen“ durch die Vereinten Nationen, die Einrichtung einer Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages zur „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ oder die Kampagne „Danke den Ehrenamtlichen“ des Deutschen Sportbundes verdeutlichen die gesellschaftspolitische Relevanz der Thematik. Sie heben einerseits den hohen Stellenwert ehrenamtlichen Engagements für die Gesellschaft heraus und bieten andererseits Raum für die Diskussion von notwenigen Anpassungsprozessen. Innerhalb der Debatte wird davon ausgegangen, dass sich aufgrund aktueller gesellschaftlicher Rahmenbedingungen Motive für und Erwartungen an ein Ehrenamt verändern und sich demzufolge die Formen des Engagements verschoben haben. Insbesondere Jugendliche scheinen VorreiterInnen zu sein für einen solchen „Strukturwandel des Ehrenamts. Der Verlust an Bindungskraft traditioneller Organisationen wird durch fehlende Mitgliedschaften und rückläufige Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen bei dieser Altersgruppe besonders offensichtlich. Andererseits wird eine prinzipiell vorhandene starke Engagementbereitschaft bei Jugendlichen nachgewiesen.

Auch die Sportvereine stehen in diesem Zusammenhang vor der Herausforderung, ihre Strukturen der Selbstorganisation zur Disposition zu stellen, sind sie doch auf die ehrenamtlichen Aktivität ihrer Mitglieder angewiesen und haben seit den 70er Jahren Mitbestimmungsmöglichkeiten für Jugendliche sukzessive aufgebaut. Diese sind gekoppelt an ein Verständnis von ehrenamtlicher Aktivität, das im Zuge gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse nicht mehr aktuell erscheint. Der Mangel an aktiver Beteiligung von Seiten der Jugendlichen ist folglich auch hier deutlich zu spüren. Aktuelle Aktivitäten zur Motivation junger Menschen für ein ehrenamtliches Engagement, vor allem der Deutschen Sportjugend aber auch anderer Jugendsportverbände, greifen bereits strukturelle Defizite auf und begegnen der „Krise des Ehrenamts“ offensiv und mit teilweisem Erfolg.

Auffällig bleibt, dass Mädchen und Frauen sich im Sport wie in den meisten anderen gesellschaftlichen Bereichen nach wie vor weniger an Entscheidungsprozessen beteiligen als Jungen und Männer. Aktivitäten zur Förderung des Engagements junger Menschen werden trotzdem nur selten unter der Berücksichtung von Geschlecht konzipiert. In der Diplomarbeit wird herausgearbeitet, dass die Unterrepräsentanz von Mädchen und jungen Frauen ihren Ursprung in den komplexen Wirkungszusammenhängen des Geschlechterverhältnisses hat und nur einen Teil des Verdeckungszusammenhangs wiederspiegelt, dem Mädchen und Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen unterliegen. Folglich - und gemäß eines feministischen Verständnisses - ist die Aufhebung der Unterrepräsentanz nur durch eine grundlegende Auflösung der Mechanismen von Geschlechterhierarchien zu erreichen.

Mit dieser Diplomarbeit wurde versucht, die Debatte zum Strukturwandel des Ehrenamts auf den Sport zu übertragen und die bisher weitestgehend unerforschten Entwicklungsmöglichkeiten für die Beteiligung von Jugendlichen aufzudecken sowie eine weitere Lücke zu schließen: der Entwicklung angepasster Engagementformen für Jugendliche die Perspektive des Geschlechts hinzuzufügen und somit einer dauerhaften Unterrepräsentanz von Mädchen und jungen Frauen in den Entscheidungsprozessen des Sports entgegen zu wirken.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Beteiligung von Jugendlichen: Aktuelle Begründungszusammenhänge und Problembeschreibung 4
2.1 Beteiligung als gesellschaftliche Herausforderung 5
2.2 Rechtsgrundlagen 6
2.3 Begriffsbestimmung: zum Verständnis von Beteiligung 9
2.4 Strukturwandel des Ehrenamts: Neue Formen von Engagement und Beteiligung 11
2.5 Beteiligung männlicher und weiblicher Jugendlicher: ein Problem für den Sport? 15
2.6 Konsequenzen für weitere Überlegungen 19
3. Grundlagen eines feministischen Planungsverständnisses 20
3.1 Wirkungszusammenhänge des Geschlechterverhältnisses 20
3.2 Politische Sozialisation und Raumaneignung 27
3.3 Konsequenzen für die Planung von Beteiligungsprozessen 31
4. Lebensphase Jugend: Voraussetzungen für Beteiligungsprozesse 34
4.1 Individualisierte Jugend 34
4.2 Soziale Lebensbereiche 41
4.2.1 Bildung und Ausbildung 41
4.2.2 Familie und Partnerschaft 43
4.2.3 Freundschaft, Freizeit und Konsum 45
4.3 Engagierte Jugendliche 48
4.3.1 Determinanten für ein Engagement 48
4.3.1.1 Geschlecht 50
4.3.1.2 Werteorientierungen 51
4.3.1.3 Alter 54
4.3.1.4 Bildungsgrad 55
4.3.1.5 Soziale Integration 56
4.3.1.6 Ausländische Jugendliche .56
4.3.2 Orte und Formen des Engagements .57
4.3.3 Motivationen und Erwartungen 63
4.4 Zwischenbilanz 68
5. Beteiligung von Jugendlichen im Sportverein 74
5.1 Sport in der Freizeit von Jugendlichen - Bindungen an den Sportverein 74
5.2 Formen der Beteiligung 78
5.3 Selbst- und Mitbestimmung der Jugendlichen- Traditionelle Interessensvertretung und Funktionen 84
5.4 Aktuelle Aktivitäten zur Förderung der Beteiligung von männlichen und weiblichen Jugendlichen 89
5.4.1 Mädchen- und Frauenförderung 89
5.4.2 Förderung der Beteiligung Jugendlicher 92
5.4.2.1 Allgemeine Fördermaßnahmen 93
5.4.2.2 Das Konzept ‚Soziale Talente' 95
5.4.2.3 Das Beteiligungsprojekt der Sportjugend Hessen 97
5.4.2.4 Das Beteiligungsmodell ‚Juniorteam' 101
5.5 Zusammenfassung und Bewertung 103
6. Beteiligungsmodelle für den Sport auf der Grundlage eines feministischen Planungsverständnisses: Handlungsleitende Perspektiven und Qualitätsmerkmale 106
6.1 Handlungsleitende Perspektiven 107
6.2 Qualitätsmerkmale 109
6.2.1 Selbstbestimmung 109
6.2.1.1 Geschlechtshomogene Räume 110
6.2.2 Mitbestimmung und Anbindung an traditionelle Strukturen 111
6.2.3 Freiwilligkeit 111
6.2.4 Zeitliche Überschaubarkeit 112
6.2.5 Langfristigkeit 113
6.2.5.1 Qualifizierte Betreuung 114
6.2.6 Gleichberechtigung 114
6.2.7 Jugendgerechte Sitzungskultur 115
6.2.8 Themenvielfalt 116
6.2.9 Transparenz und gezielte Ansprache 116
6.2.10 Sensible Einführung 117
6.2.11 Anerkennung 118
6.2.12 Qualifizierung und Kenntniserweiterung 118
6.2.13 Vernetzung 119
7. Ausblick 121
8. Literaturverzeichnis

Arbeit zitieren:
Dahmen, Britt Juni 2001: Beteiligungsmodelle für Jugendliche an Entscheidungsprozessen im Sport, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Ehrenamt, Geschlecht, Mitbestimmung, Engagement

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