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Beteiligungsmanagement im Mittelstand unter Berücksichtigung veränderter Managementstrukturen

Beteiligungsmanagement im Mittelstand unter Berücksichtigung veränderter Managementstrukturen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Florian Krämer
  • Abgabedatum: Februar 2007
  • Umfang: 105 Seiten
  • Dateigröße: 769,8 KB
  • Note: 2,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW), Standort Gütersloh Deutschland
  • Bibliografie: ca. 79
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0405-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0405-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0405-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Krämer, Florian Februar 2007: Beteiligungsmanagement im Mittelstand unter Berücksichtigung veränderter Managementstrukturen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Unternehmensführung, Unternehmensübertragung, Private Equity, Heuschrecken, Mittelstand

Diplomarbeit von Florian Krämer

Einleitung:

Infolge prägnanter Auswirkungen einer über mehrere Jahre anhaltenden Rezession und einer sich zur Unternehmerfeindlichkeit entwickelnden Gesellschaft steht der deutsche Mittelstand weiterhin alltäglich vor großen Herausforderungen. Entscheidungen zur neuen Erbschaftssteuer, der neuen Gesundheitsreform oder dem Antidiskriminierungsgesetz vergrößern die alltäglichen Finanzierungsprobleme und -unsicherheiten der Unternehmer um ein Vielfaches.

Das Problem der Erbschaftssteuer stellt sich in vielen mittelständischen Unternehmen jedoch nicht, weil keine Erben greifbar sind. Schätzungsweise werden mehr als 70.000 Unternehmen innerhalb der nächsten Jahre vor einer aussichtslosen Suche nach einem fachlich und finanziell geeignetem Nachfolger stehen. Vereinzelt stellt sich zwar gar nicht die Frage, wer die Nachfolge übernehmen kann, da geeignete Mitarbeiter und Manager vorhanden sind, sondern vielmehr wie kann die Nachfolge finanziert werden.

Zusätzlich entwickeln sich auch unsere Nachbarn aus Osteuropa und Fernost mit großen Schritten stetig weiter und machen es den westeuropäischen mittelständischen Unternehmen alles andere als einfach. Der Wettbewerbsdruck steigt, die eigenen Umsätze fallen. Um sich dem Markt wieder annähern zu können, sind Investitionen und zusätzliches Expertenwissen notwendig. Jedoch ohne vorhandene Finanzmittel bei gleichzeitig sinkenden Umsätzen sind die Gespräche mit der Hausbank nahezu aussichtslos.

Als zusätzlich die Kritik an der ursprünglichen Basler Eigenkapitalverordnung von 1988 laut und der Entschluss zur Einführung von Basel II gefasst wurde, ergaben sich für die Unternehmen deutlich härtere Bedingungen im Bezug auf die Kapitalbeschaffung. Jeder Unternehmer wird, sofern er dies nicht durch eine externe Ratingagentur bereits hat durchführen lassen, einem bankeninternen Rating unterzogen. Die Banken sind nun gezwungen, bei einem schlechten Rating, für den vergebenen Kredit mehr Eigenkapital zu hinterlegen. Dies führt zu erhöhten Kreditzinsen, die an den Unternehmer weitergegeben werden.

Die zuvor genannten Faktoren erhöhen den Druck auf den mittelständischen Unternehmer. Demzufolge ist kaum Zeit für zielgerichtete strategische Maßnahmen, womit sich das Auftreten von Fehlentscheidungen und Aktionismus häufen. Schnell besteht die Gefahr das Unternehmen in die Insolvenz zu treiben. Die Möglichkeiten, das Unternehmen dann zu diesem Zeitpunkt an einen Interessenten gewinnbringend zu verkaufen und sich selber schadfrei zu halten, sind jedoch sehr begrenzt.

Gerade wenn die Marktbedingungen für einzelne Unternehmen härter werden, stehen oft Entscheidungen an, die eine Konzentration auf das Kerngeschäft mit sich bringen. Die Konzentration und die strategische Trennung von Diversifikationen bringt vielfach notwendige Unternehmensabspaltungen mit sich. Dies war beispielsweise im Herbst 2006 bei der Gabelstaplersparte des Industriegaseherstellers Linde zu beobachten. Nach Umfirmierung und Abspaltung wurde die Unternehmenssparte auf dem freien Markt angeboten. Wird dann kein geeigneter Käufer direkt gefunden, werden die Unternehmensbereiche langfristig vom Markt genommen.

Der Einfluss dieser Faktoren spielt eine große Rolle für die Aufrechterhaltung der zukünftigen Leistungsfähigkeit des gesamten Unternehmens und kann mit dem Begriff besondere Unternehmenssituationen zusammengefasst werden.

In diesen Situationen wird ein Finanzierungsmodell notwendig, welches in der konservativen deutschen Bankenlandschaft bis vor wenigen Jahren undenkbar war. Speziell im Rahmen der Kapitalismusdebatte, wurde Frühjahr 2005 dieses unberechtigt und überaus negativ beurteilt.

Befindet sich ein Unternehmen in einer besonderen Unternehmenssituationen, werden mehr und mehr Private Equity Gesellschaften als notwendige Finanzierungs- und Managementpartner entdeckt.

Diese gestalten, entweder gemeinsam mit den Unternehmern oder in Eigenregie durch aktive Unternehmenssanierung und mit Hilfe der nötigen Kapitaldecke den so genannten „Turnaround“ und die Neuaufstellung der in vielen Fällen krisen-geschüttelten Unternehmen.

Die Wahl des Partners sollte in allen Fällen jedoch wohl durchdacht und geprüft sein, denn schnell kann sich die fürsorgliche Honigbiene als gierige Heuschrecke entpuppen. Die aktuelle Unternehmenssituation wird dann für kurzfristige Spekulationsgewinne auf Kosten des Unternehmens genutzt.

Folglich muss das Management hinsichtlich der geplanten Unternehmensbeteiligung die unterschiedlichsten Aspekte berücksichtigen, damit das neu gestärkte Unternehmen nicht kurz - oder langfristig zerbricht oder bereits in der Vorauswahl des potenziellen Partners aus der Verlosung fällt.

Je nach Beteiligungsverhältnis ist mit Einschnitten im eigenen Handlungsspielraum und Änderung der bestehenden Managementstrukturen zu rechnen. Demnach kann der neue Partner beispielsweise einen Platz im Aufsichtsrat oder die alleinige Geschäftsführung fordern.

Vielfach sind Modifikationen notwendig, wie beispielsweise die Reduktion der Hierarchiestufen, Angleichung der bestehenden Reportingsysteme an die Strukturen des neuen Partners, Optimierung der bisherigen Abläufe oder die Trennung von langjährigen Partnern und einhergehende Nutzung mitgebrachter Lieferantenportfolios, die bereits durch den neuen Partner aufgebaut wurden.

Die Unternehmensfinanzierung durch fremdes Eigenkapital, in Form von Private Equity, ist mittlerweile in Ihrer Bedeutung als Finanzierungsinstrument deutlich gestiegen und wird auch in Zukunft stark wachsen. Dies zeigt u.a. das große Interesse der Private Equity Gesellschaften an DAX Unternehmen und das den Gesellschaften zur Verfügung stehende Kapital. Ein Fall aus der jüngsten Vergangenheit ist das Übernahmeangebot an die im DAX notierte Continental AG durch eine Private Equity Gesellschaft.

Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, das Unternehmen als Einheit und besonders den mittelständischen Unternehmer als Individuum auf diese Finanzierungsform dauerhaft vorzubereiten und zu sensibilisieren.

Denn wer sich für die Finanzierung in Form von Private Equity entscheidet, sollte sich über die weit reichenden Konsequenzen im Klaren sein, die der Eintritt des neuen Partners mit sich bringt und welche Vorkehrungen möglichst getroffen werden sollten.

Der Autor ist tätig in einem Beteiligungsunternehmen von einer der führenden Private Equity Gesellschaften in Deutschland. Erkenntnisse, die im Unternehmensalltag ausgewertet werden konnten, wurden in dieser Diplomarbeit berücksichtigt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einführung in das Thema 1
2. Ziel und Aufbau der Arbeit 5
3. Gestaltungsrahmen von Unternehmensbeteiligungen 7
3.1 Abgrenzung der Begriffe 7
3.1.1 Beteiligungsmanagement 7
3.1.2 Der Mittelstand 9
3.1.3 Veränderte Managementstrukturen 11
3.2 Historische Entwicklung und aktuelle Relevanz 13
3.2.1 Geschichtlicher Verlauf der Finanzierung durch Private Equity 13
3.2.2 Gründe für eine angestrebte Unternehmensbeteiligung 16
3.2.2.1 Insolvenz und Managementverfehlungen 17
3.2.2.2 Eigenkapitalbeschaffung und Basel II 17
3.2.2.3 Ungesicherte Unternehmensnachfolge 18
3.2.2.4 Unternehmenskonzentration und -abspaltung 19
3.3 Private Equity als Baustein der Corporate Finance 19
3.4 Beteiligungsmodell Private Equity 21
3.4.1 Eingrenzung Private Equity 21
3.4.2 Die Volkswirtschaftliche Bedeutung von Private Equity 24
3.4.3 Beteiligungsmodelle 26
3.4.3.1 Buy out 26
3.4.3.2 Institutional Buy Out 30
3.4.3.3 Expansion Financing 30
3.4.3.4 Turnaround Financing 31
3.4.3.5 Bridge Financing 31
3.4.3.6 Buy and Build 31
3.4.4 Beteiligungsgrad 32
3.4.4.1 Co-Investment 32
3.4.4.2 Beteiligungshöhe 33
3.4.5 Vor- und Nachteile einer Unternehmensbeteiligung 33
3.4.5.1 Vorteile 33
3.4.5.2 Nachteile 34
3.5 Mergers & Acquisitions 35
3.5.1 Motive der Beteiligungsentscheidung durch den Käufer 35
3.5.1.1 Portfoliomanagement 35
3.5.1.2 Restrukturierung des Zielunternehmens 36
3.5.1.3 Synergieeffekte 38
3.5.1.4 Spekulativer Hintergrund 40
3.5.2 Beteiligungsphasen 41
3.5.2.1 Akquisitionsphase 41
3.5.2.2 Investitionsphase 43
3.5.2.3 Performancephase 43
3.5.2.4 Desinvestitionsphase 43
3.5.3 Identifikation und Selektion des Zielunternehmens 44
3.5.4 Unternehmensbewertung im Rahmen der Akquisition 45
3.5.4.1 Die Discounted-Cashflow-Methode 46
3.5.4.2 Vergleichsorientierte Methoden 46
3.5.4.3 Ertragswertmethode 47
3.5.5 Due Diligence zur Optimierung der Wertfindung 49
3.5.5.1 Eingrenzung 49
3.5.5.2 Bedeutung für den Verkäufer 51
3.5.6 Unterscheidung der Akquisitionsstrategien 52
3.5.6.1 Share Deal 52
3.5.6.2 Asset Deal 53
3.6 Performancemessung und Steuerung durch Kennzahlensysteme 54
3.6.1 EVA - Economic Value Added 54
3.6.2 Fortschreibung des EVA anhand des MVA 56
3.7 Sanierung im Rahmen der Unternehmensbeteiligung 57
3.7.1 Einführung Sanierung 57
3.7.1.1 Restriktive Sanierung und Restrukturierung 58
3.7.1.2 Konsolidierende Sanierung und Restrukturierung 59
3.7.1.3 Expansive Sanierung und Restrukturierung 59
3.7.1.4 Übertragende Sanierung 59
3.7.2 Eilige Maßnahmen in Krisensituationen 59
3.7.3 Der Turnaround als Zwischenziel 61
4. Veränderte Managementstrukturen 62
4.1 Die neue Führung des Unternehmens und ihre Auswirkungen 62
4.2 Der Bezug zum Change Management 64
5. Beteiligungsmanagement in der Praxis 65
5.1 Kritische Analyse der Branchenstudien 65
5.1.1 Entwicklung der Transaktionsarten 65
5.1.2 Deutsche vs. ausländische Investoren 66
5.1.3 Umsatzentwicklung der Beteiligungsunternehmen 66
5.1.4 Subjektive Einschätzung der Unternehmensentwicklung 67
5.1.5 Entwicklung der Eigenkapitalausstattung 69
5.1.6 Beschäftigungsentwicklung der Beteiligungsunternehmen 69
5.1.7 Leistungsbewertung der Private Equity Gesellschaft 70
5.1.8 Beurteilung der Exitvarianten 71
5.2 Steuerung des Akquisitionsprozesses durch den Verkäufer 73
5.2.1 Optimale Vorbereitung als Kaufpreis-Multiplikator nutzen 73
5.3 Kritische Betrachtung der Exit - Varianten am Ende des Beteiligungszyklus 76
5.4 Wettbewerbsgestaltung in der Private Equity Branche 79
6. Abschließende Beurteilung und Ausblick 81
Anhang 83
Quellenverzeichnis 90
Ehrenwörtliche Erklärung 97

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einführung in das Thema 1
2. Ziel und Aufbau der Arbeit 5
3. Gestaltungsrahmen von Unternehmensbeteiligungen 7
3.1 Abgrenzung der Begriffe 7
3.1.1 Beteiligungsmanagement 7
3.1.2 Der Mittelstand 9
3.1.3 Veränderte Managementstrukturen 11
3.2 Historische Entwicklung und aktuelle Relevanz 13
3.2.1 Geschichtlicher Verlauf der Finanzierung durch Private Equity 13
3.2.2 Gründe für eine angestrebte Unternehmensbeteiligung 16
3.2.2.1 Insolvenz und Managementverfehlungen 17
3.2.2.2 Eigenkapitalbeschaffung und Basel II 17
3.2.2.3 Ungesicherte Unternehmensnachfolge 18
3.2.2.4 Unternehmenskonzentration und -abspaltung 19
3.3 Private Equity als Baustein der Corporate Finance 19
3.4 Beteiligungsmodell Private Equity 21
3.4.1 Eingrenzung Private Equity 21
3.4.2 Die Volkswirtschaftliche Bedeutung von Private Equity 24
3.4.3 Beteiligungsmodelle 26
3.4.3.1 Buy out 26
3.4.3.2 Institutional Buy Out 30
3.4.3.3 Expansion Financing 30
3.4.3.4 Turnaround Financing 31
3.4.3.5 Bridge Financing 31
3.4.3.6 Buy and Build 31
3.4.4 Beteiligungsgrad 32
3.4.4.1 Co-Investment 32
3.4.4.2 Beteiligungshöhe 33
3.4.5 Vor- und Nachteile einer Unternehmensbeteiligung 33
3.4.5.1 Vorteile 33
3.4.5.2 Nachteile 34
3.5 Mergers & Acquisitions 35
3.5.1 Motive der Beteiligungsentscheidung durch den Käufer 35
3.5.1.1 Portfoliomanagement 35
3.5.1.2 Restrukturierung des Zielunternehmens 36
3.5.1.3 Synergieeffekte 38
3.5.1.4 Spekulativer Hintergrund 40
3.5.2 Beteiligungsphasen 41
3.5.2.1 Akquisitionsphase 41
3.5.2.2 Investitionsphase 43
3.5.2.3 Performancephase 43
3.5.2.4 Desinvestitionsphase 43
3.5.3 Identifikation und Selektion des Zielunternehmens 44
3.5.4 Unternehmensbewertung im Rahmen der Akquisition 45
3.5.4.1 Die Discounted-Cashflow-Methode 46
3.5.4.2 Vergleichsorientierte Methoden 46
3.5.4.3 Ertragswertmethode 47
3.5.5 Due Diligence zur Optimierung der Wertfindung 49
3.5.5.1 Eingrenzung 49
3.5.5.2 Bedeutung für den Verkäufer 51
3.5.6 Unterscheidung der Akquisitionsstrategien 52
3.5.6.1 Share Deal 52
3.5.6.2 Asset Deal 53
3.6 Performancemessung und Steuerung durch Kennzahlensysteme 54
3.6.1 EVA - Economic Value Added 54
3.6.2 Fortschreibung des EVA anhand des MVA 56
3.7 Sanierung im Rahmen der Unternehmensbeteiligung 57
3.7.1 Einführung Sanierung 57
3.7.1.1 Restriktive Sanierung und Restrukturierung 58
3.7.1.2 Konsolidierende Sanierung und Restrukturierung 59
3.7.1.3 Expansive Sanierung und Restrukturierung 59
3.7.1.4 Übertragende Sanierung 59
3.7.2 Eilige Maßnahmen in Krisensituationen 59
3.7.3 Der Turnaround als Zwischenziel 61
4. Veränderte Managementstrukturen 62
4.1 Die neue Führung des Unternehmens und ihre Auswirkungen 62
4.2 Der Bezug zum Change Management 64
5. Beteiligungsmanagement in der Praxis 65
5.1 Kritische Analyse der Branchenstudien 65
5.1.1 Entwicklung der Transaktionsarten 65
5.1.2 Deutsche vs. ausländische Investoren 66
5.1.3 Umsatzentwicklung der Beteiligungsunternehmen 66
5.1.4 Subjektive Einschätzung der Unternehmensentwicklung 67
5.1.5 Entwicklung der Eigenkapitalausstattung 69
5.1.6 Beschäftigungsentwicklung der Beteiligungsunternehmen 69
5.1.7 Leistungsbewertung der Private Equity Gesellschaft 70
5.1.8 Beurteilung der Exitvarianten 71
5.2 Steuerung des Akquisitionsprozesses durch den Verkäufer 73
5.2.1 Optimale Vorbereitung als Kaufpreis-Multiplikator nutzen 73
5.3 Kritische Betrachtung der Exit - Varianten am Ende des Beteiligungszyklus 76
5.4 Wettbewerbsgestaltung in der Private Equity Branche 79
6. Abschließende Beurteilung und Ausblick 81
Anhang 83
Quellenverzeichnis 90
Ehrenwörtliche Erklärung 97

Textprobe:

Kapitel 3.2.1, Geschichtlicher Verlauf der Finanzierung durch Private Equity:

Dieses Kapitel zeigt die in den letzten Jahrzehnten veränderte Entwicklung im Private Equity Markt auf und bezieht gleichermaßen die aktuelle Bedeutung dieses Themas mit ein. Im nachfolgenden Kapitel 3.2.2 werden die Gründe für eine Private Equity Unternehmensbeteiligung aufgezeigt, die in dieser Arbeit besondere Berücksichtigung finden.

Die Finanzierung in Form von Private Equity stellt eine Eigenkapitalfinanzierung dar. Vielfach wurde in der Vergangenheit synonym der Begriff des Venture Capital verwendet. Dieser grenzt jedoch heutzutage den Bereich der Start-up- und Risikofinanzierung von Unternehmensgründungen ein.

Der Gedanke dieser Finanzierungsform, insbesondere das verteilen von Risiko auf mehrere Personen, ist schon sehr alt und wurde bereits von Kaufleuten im Mittelalter betrieben.

Die eigentliche Venture Capital- und Private Equity Finanzierung hat erst vor dem zweiten Weltkrieg in den USA begonnen. Am Anfang standen in vielen Fällen Privatpersonen, die sich durch diese riskante Finanzierungsform eine überdurchschnittlich hohe Rendite erhofften.

Die erste Venture Capital Gesellschaft, mit einer fokussierten Kapitalbeschaffung auf den Kapitalmarkt, wurde 1972 in den USA gegründet. Die darauf folgenden Jahre wurden in den USA genutzt, um breite wissenschaftliche Erörterungen zu dieser Thematik durchzuführen. Die ansässigen Gesellschaften nutzten die Zeit, um die bisher gewonnen Erkenntnisse in neue organisatorische Konzepte und Geschäftspraktiken umzusetzen.

Der amerikanische Markt wuchs seit Anfang der 80er Jahre rasant an und bekam immer wieder neue Impulse. Eine treibende Kraft war die steuerliche Begünstigung für so genannte Capital Gains . Der angesetzte Steuersatz wurde damals um mehr als fünfzig Prozent reduziert.

Weitere Faktoren waren das Aufkommen von neuen Technologien, die Bildung von Altersvorsorgeprodukten und die hohen Erwartungen potentieller Anleger an den Kapitalmarkt, die diese Branche rasch wachsen ließen.

Die Möglichkeiten und Vorteile dieser Finanzierungs- und Wachstumsmöglichkeit wurde schon damals erkannt. Beispielsweise wurde die Firma Microsoft in ihrer frühen Wachstumsphase durch Venture Capital finanziert. Mehr als fünfzig Prozent der am amerikanischen NASDAQ notierten Unternehmen wurden vor Ihrem Börsengang mit Venture Capital bzw. Private Equity unterstützt.

Die Entdeckung dieser neuartigen Finanzierungsform setzte in Europa deutlich später ein als in den USA und begann damals in England. Dort wurde die erste Gesellschaft 1975 gegründet. Deutschland zog in den frühen 80er Jahren nach.

Zu Anfang der 90er Jahre steckte die Branche in einer schweren Krise. Viele Gesellschaften mussten Konkurs anmelden. Investoren wie Banken oder Versicherungen mussten ihre finanziellen Engagements an Private Equity Gesellschaften komplett abschreiben.

Während des Aufschwungs der späten 90er Jahre durchlief der Beteiligungsmarkt in den Jahren zwischen 2001 und 2003 eine Konsolidierungsphase. Diese war geprägt von anhaltenden Problemen im Fundraising. Quantitative und qualitative Veränderungen bei den Investitionen sowie Probleme bei der Durchführung von Exits , erschwerten den Gesellschaften die Abwicklungen der Investments.

Der maßgeblich durch den Verfall der „New Economy“ gelenkte Crash an den Kapitalmärkten sowie die Abkühlung des Private Equity - Marktes erschwerte das Fundraising um einen weiteren Schritt. Daher war es für die deutschen Beteiligungsgesellschaften seit 2002 fast unmöglich, neue Fonds aufzulegen, um an weitere notwendige Gelder von Anlegern zu gelangen. Die Exitkanäle IPO und Tradesale waren zu dieser Zeit fast vollkommen verschlossen, so dass nur wenige Anteilsverkäufe ausgeführt werden konnten.

Die mit dem Ende der „New Economy“ erlittenen Verluste und die mangelnde Erfahrung mit dieser Anlageform führte zu einer Zurückhaltung bis hin zur Abwendung der erforderlichen Investoren gegenüber den Private - Equity Fonds. Zusätzlich lieferte die ab 2001 aufgekommene Debatte der Finanzbehörden über die steuerliche Behandlung von Private Equity Fonds die folgenden drei Jahre weitere Unsicherheiten für die Investoren. Obendrein belastete die Portfoliobereinigung die Exitsituation und ließ Volumina und Totalverluste innerhalb der Unternehmensbeteiligungen drastisch ansteigen.

Die 2004 aufkommenden ersten Zeichen für eine Erholung des Marktes konnten sich auch in 2005 bewahrheiten und führten zu einer positiven Entwicklung bei Investitionen und Fundraising. Weiterhin konnte eine Vielzahl an Unternehmensverkäufen in Form von Tradesales und ersten Börsengängen verzeichnet und somit das Niveau der Totalverluste gesenkt werden.

Gesetzliche und verwaltungsrechtliche Maßnahmen schufen ab 2005 eine weitgehende Rechtssicherheit, so dass viele Investoren wieder zur Anlage in deutsche Private Equity - Fonds gewonnen werden konnten. Dieser Vertrauensbeweis schlug sich in einem gestiegenen Volumen an neu eingeworbenen Fondmitteln wieder. Besonders die Investments in Early stage - Venture Capital Fonds zeigten, dass das Vertrauen der Anleger weitestgehend gefestigt wurde.

Trotz der anhaltend guten Entwicklung im Jahre 2005, musste die Branche im April einen herben Tiefschlag einstecken. Im Rahmen der Kapitalismusdebatte wurden Vergleiche zwischen der Branche und den in der Tierwelt gierigen Heuschrecken gezogen. Diese würden nichts anderes im Sinn haben als Unternehmen auszusaugen.

Abgesehen von seiner durchaus positiven Entwicklung, hinkt der deutsche Private Equity Markt dem erfahrenen US-amerikanischen ca. 20 Jahre hinterher. Durch diese Zeitverschiebung fehlt es an einer gewissen Private Equity Kultur. Erfahrene Private Equity Manager, selbstregulatorische Marktparameter, eine voraus denkende Investorenlandschaft, steuer- und gesellschaftsrechtliche Rahmenbedingungen und eine Aktienkultur zur Finanzierung von Unternehmenswachstum sind noch mangelnde Faktoren auf dem deutschen Markt.

Gemessen am deutschen Bruttoinlandsprodukt, ist der deutsche Private Equity Markt drei bis fünfmal kleiner als der US-amerikanische Markt.

Im Jahr 2005 erreichten die Private Equity Investitionen ein Volumen von 3,0 Mrd. Dies bedeutet zwar einen Rückgang um 19 % gegenüber dem Vorjahr, jedoch ist dies maßgeblich auf die geringere Zahl großer Buy-Outs zurückzuführen.

Aktuell mangelt es im größeren Milliardenbereich an Deals und das mittlere Marktsegment - der Mittelstand - wird für die Private Equity Gesellschaften interessanter. Nach Ansicht von Branchenbeobachtern hat dies zur Folge, dass die Preise für Unternehmen aus diesem Segment stark gestiegen sind. Durchschnittlich werde schätzungsweise das acht- bis zehnfache des operativen Gewinns bei Übernahmen gezahlt.

Trotz des Rückgangs beim Investitionsvolumen im Jahr 2005, erhöhte sich die Zahl der durch Private Equity finanzierten Unternehmen von 950 auf 983. Die gesteigerte Anzahl illustriert die große Nachfrage nach Beteiligungskapital in Deutschland von Seiten der Unternehmen. Auch 2005 dominierte laut BVK die Beteiligungsform des Management Buy-out.

Zum Ende der zweiten Jahreshälfte 2006 vollzog sich ein Kurswechsel in Bezug auf die Förderung und das Verständnis für die Branche. Anfang 2008 sollen mit einem neuen Gesetz die Rahmenbedingungen deutlich verbessert werden. Wie dies jedoch aussehen wird und welche Marktteilnehmer wirklich profitieren werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch in den Sternen.

Arbeit zitieren:
Krämer, Florian Februar 2007: Beteiligungsmanagement im Mittelstand unter Berücksichtigung veränderter Managementstrukturen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Unternehmensführung, Unternehmensübertragung, Private Equity, Heuschrecken, Mittelstand

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