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Besteuerung von Transaktionen im Internet

Besteuerung von Transaktionen im Internet
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andrea Günther
  • Abgabedatum: April 2000
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 448,9 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3148-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3148-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3148-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Günther, Andrea April 2000: Besteuerung von Transaktionen im Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Steuern, Umsatzsteuer, E-commerce, Wirtschaftsinformatik

Diplomarbeit von Andrea Günther

Problemstellung:

Das heutige Wirtschaftsgeschehen ist vor allem durch die enorme Internationalisierung der Märkte und die zunehmende Globalisierung geprägt. Dabei werden im Zuge der Technisierung immer mehr Hilfsmittel geschaffen, die diese Entwicklung vereinfachen und beschleunigen. Dem Voranschreiten einer internationalen Vernetzung durch das Internet im Rahmen eines weltweit möglichen Geschäftsverkehr wird daher größte Bedeutung beigemessen. Die Folgen der durch die elektronische Vernetzungen entstanden Möglichkeiten sind ein internationaler Handel und Dienstleistungsverkehr ohne geographische Grenzen und unabhängig der Unternehmensgröße.

Während nach öffentlichen Schätzungen 1997 das Internet bereits von mehr als 100 Millionen Menschen genutzt wurde, rechnen Experten für das Jahr 2005 mit einer Nutzerzahl von mindestens einer Milliarde Menschen. Der Datenverkehr über elektronische Netze verdoppelt sich alle 100 Tage.

Diese Diplomarbeit soll die Problematik der Umsatzbesteuerung im Rahmen des elektronischen Geschäftsverkehrs im allgemeinen erläutern, einen Vergleich zwischen der Umsetzung auf Ebene der EU und auf amerikanischer Ebene schaffen und mögliche Lösungsansätze aufzeigen. Natürlich bringt der elektronische Geschäftsverkehr in gleichem Maße Schwierigkeiten innerhalb des Ertragsteuersystems im Rahmen u. a. der Erhebung der Einkommenssteuer mit sich, doch soll dies in der vorliegenden Arbeit außen vor gelassen werden, da es hier allein um die Besteuerungsproblematik von grenzüberschreitenden Transationen handelt. Ziel dieser Arbeit ist es, die grundsätzlichen Probleme innerhalb des Geschäftsverkehrs über das Internet im Bereich der EU sowie der USA näher zu beleuchten, mögliche Ansatzpunkte zur Verbesserung des bisherigen Umsatzsteuersystems zu diskutieren und die derzeitige Entwicklung staatlicher Maßnahmen in Form von Zusammenschlüssen und Diskussionsrunden genauer darzustellen.

Gang der Untersuchung:

Im Kapitel II. der Arbeit erfolgt zunächst eine Definition des Begriffs „E-Commerce“ sowie seiner wirtschaftlichen Bedeutung für den internationalen Handel. Gleichzeitig werden mögliche Unterscheidungsmerkmale innerhalb des E-Commerce dargestellt und allgemein auftretende Probleme für den elektronischen Geschäftsverkehr genauer beleuchtet.

In Kapitel III. wird die Umsatzsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer hinzugezogen. Nach einer genauen Darstellung des derzeitigen Umsatzsteuersystems erfolgt der eigentliche Kern der Arbeit unter Betrachtung der EU - die Diskussion der Umsatzsteuerproblematik innerhalb des elektronischen Geschäftsverkehrs. Hier sollen die drei grundlegenden Problemthemen, die Frage der Einordnung digitaler Transaktionen in den Güter- bzw. Dienstleistungsbereich, die Frage nach der Anwendung des Ursprungsland-/ Bestimmungslandprinzip sowie die Betriebsstättenproblematik genauer dargestellt werden.

Ein Vergleich zu dem amerikanischen System und der damit verbundenen Schwierigkeiten erfolgt in Kapitel IV. Vergleichbar mit der Umsatzsteuer innerhalb der EU erhebt die US-Regierung eine Sales Tax auf den Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen. Nach einer näheren Erläuterung des amerikanischen Umsatzsteuersystems sollen die speziell im Vergleich zur EU entstehenden Problemfelder digitaler Transaktionen über das Internet in Verbindung mit möglichen Lösungskonzepten dargestellt werden.

Im Kapitel V erfolgt eine Veranschaulichung der Entwicklung im Rahmen der EU und auf Ebene der US-Regierung sowie deren Standpunkt zur Steuerproblematik des E-Commerce. Es werden chronologisch die bisher wichtigsten Diskussionsrunden und Stellungnahmen sowie deren Ergebnisse zu diesem Thema verdeutlicht. Abschließend sollen einige aktuell diskutierte Lösungskonzepte näher erläutert werden, um in Kapitel VI. die Ergebnisse dieser Arbeit noch einmal zusammenzufassen und um einen Ausblick zu erweitern.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung 5
II. E-Commerce
1. Definition des Begriffs „E-Commerce“ 8
2. Wirtschaftliche Aspekte des E-Commerce 9
3. Abgrenzung zu Telekommunikationsdienstleistungen 11
4. Güterarten im Bereich des E-Commerce 12
4.1. Physische Produkte 13
4.2. Digitale Produkte 13
4.3. Dienstleistungen 16
5. Transaktionsarten 18
5.1 Business-to-Business/ Business-to-Consumer 18
5.2 Online-/ Offline-Transaktionen 20
5.2.1 Offline-Umsätze 21
5.2.2 Online-Umsätze 21
5.3. Inbound-/Outbound-Sachverhalte 23
5.3.1. Reine Inlandssachverhalte 23
5.3.2. Outbound-Sachverhalte 24
5.3.3. Inbound-Sachverhalte 25
6. Allgemeine Problemfelder des E-Commerce im Rahmen der Umsatzbesteuerung 26
6.1. Verlust des Zwischenhandels 26
6.2. Zunahme von Verschlüsselungsmöglichkeiten von Daten 27
6.3. Ortsunabhängigkeit der Unternehmen 28
6.4. Erschwerte Nachprüfbarkeit steuerrelevanter Angaben 28
6.5. Veränderbarkeit von Daten 29
6.6. Zunahme geringwertiger Geschäftsvorfälle 29
6.7. Anonymität der Transaktionspartner 30
6.7.1. Transaktionen zwischen Unternehmen 31
6.7.2. Transaktionen mit Privatpersonen 32
III. Die Behandlung der Umsatzsteuer im Rahmen der EU
1. Einführung 36
2. Ursprungsland-/Bestimmungslandprinzip 37
3. Derzeitige Anwendungsregelungen in der EU 38
4. Probleme in der steuerlichen Umsetzung im elektronischen Handel 39
4.1. Das Problem der mangelnden Anwendbarkeit digitaler Transaktionen auf das Steuerrecht 40
4.1.1. Offline-Umsätze 41
4.1.2. Online-Umsätze 41
4.2. Die Betriebsstättenproblematik 43
4.3. Das Problem der Besteuerungsort-Feststellung 44
IV. Behandlung der Steuerproblematik des E-Commerce in den USA
1. Einführung 48
2. Definition der „Sales Tax“ 48
3. Definition der „Use Tax“ 49
4. Auftretende Probleme im Rahmen der Anwendung von Sales und Use Tax 50
5. Das derzeitige amerikanische Sales-Tax-System 51
6. Erforderliche Änderungen innerhalb des Sales-Tax-Systems 52
7. Differenzierung zwischen Gütern und Dienstleistungen innerhalb der Sales-Tax-Besteuerung 53
8. Das Problem der Festlegung eines Besteuerungsortes 55
9. Lösungsansätze bei mangelnder Identifikationsmöglichkeit 62
10. Notwendige Vereinfachungen in der Steuerverwaltung und -erhebung im Rahmen des E-Commerce 63
10.1. Änderung der Steuererhebungsmethode 64
10.2. Verbesserung der bestehenden Steuerverwaltung 66
V. Derzeitige internationale Entwicklungen im Rahmen der Besteuerungsproblematik des E-Commerce
1. „A Framework for Global Electronic Commerce“ 70
2. Initiative der Bundesregierung „Elektronischer Geschäftsverkehr“ 72
3. Die Haltung der OECD 73
4. Internet-Tax-Freedom-Act 76
5. Aktuelle Stellungnahme der Europäische Kommission 78
6. Mögliche Lösungsansätze 79
6.1. Einführung eines transaktionsbezogenen Abzugsverfahren durch die Zahlungsprovider 80
6.2. Die Bit-Steuer 81
6.3 Clearing-Center-der aktuellste Vorschlag 82
VI. Zusammenfassung und Ausblick 84
V. Literatur 89

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die in den USA vergleichbar mit dem Europäischen System erhobene Umsatzsteuer wird dort als Sales Tax bezeichnet. Sie wird in Verbindung mit einer Use Tax auf Verkauf, Erwerb, Übertragung, Lagerung, Konsum, Vertrieb, Lizensierung oder einer ähnlichen Nutzung von Gütern und Dienstleistungen erhoben. Sie ergibt sich aus dem Wert des Verkaufspreises z uzüglich aller Kosten und Gebühren oder einem anderen feststellbaren Wert derartiger Güter oder Dienstleistungen.49 Die Sales Tax wird sowohl staatsübergreifend von allen Staaten ausgenommen Alaska, Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon, als auch innerhalb der Staaten lokal erhoben. Sie beinhaltet keinerlei Besitzsteuern basierend auf dem unternehmerischen Einkommen oder Gewinn, sondern vertritt grundlegend die Aufgabe einer Besteuerung des letzten Konsumenten, ähnlich der deutschen Mehrwertsteuer. Auch in den USA gilt die Anwendung des Bestimmungslandprinzips zur Festlegung des Besteuerungsortes. Allerdings erfolgt die Abfuhr der Steuer auf eine andere Art und Weise wie zum Beispiel bei der uns bekannten deutschen Umsatzsteuer. In diesem Fall behält der leistende Unternehmer die Sales Tax gleich während der Geschäftsabwicklung vom Steuerschuldner ein und führt sie an das zuständige Finanzamt ab. Der leistende Unternehmer ist allerdings von der Pflicht der Einbehaltung und Abführung der Sales Tax befreit, wenn er in dem Bundesstaat des Verbrauchs keine ausreichende Präsenz ( "nexus") besitzt. In diesem Fall muß dann der Steuerschuldner seine Steuer selbst abführen.50 Diese Rechtslage führt bei Transaktionen zwischen unterschiedlichen Staaten oft zu folgendem Ablauf: einerseits be49 [...]

heute, wenn auch mit abnehmender Tendenz, Vorbehalte vor allem bzgl. der Sicherheit personenbezogener sensibler Daten bestehen, ist in den USA der Geschäftsverkehr über elektronische Netze kaum noch wegzudenken. Die starke Nutzung des Internets in den USA liegt zum einen an den im Vergleich zu Europa sehr geringen Telekommunikationskosten. Dies macht es für den Nutzer äußerst kostengünstig und daher attraktiv, Transaktionen über das Netz durchzuführen. Zum anderen hat die weitgehend mangelnde Erhebung einer allgemeinen Verbrauchssteuer innerhalb des elektronischen Handels in den USA große Auswirkungen auf den elektronischen Geschäftsverkehr. Dementsprechend begann in den USA zeitlich bereits etwas früher die Diskussion über die Besteuerung des E-Commerce, an deren Gedankengängen sich die mittlerweile auch in Europa entfachte Debatte in vielen Punkten anlehnt. Nach einer kurzen Erläuterung des amerikanischen Umsatzsteuersystems sollen im folgenden dieses Kapitels die in den USA im Vergleich zu der EU verstärkten Problemfelder innerhalb des E-Commerce analysiert werden. [...]

Regel auf sämtliche Produkte die Verbrauchssteuer. Bei einem Kauf im Ausland zahlen sie lediglich die dort anfallende ausländische Verbrauchssteuer, die oft geringer sein kann als die heimische und die Ware somit günstiger werden läßt. Die heimische Verbrauchssteuer fällt bei dieser Transaktion dann nicht mehr an und läßt einen Einkauf im Ausland für den Konsumenten vorteilhafter werden. Diese Art von Direktimporten läßt sich in vielen Urlaubsländern, zum Beispiel bei Einkauf von Alkohol und Zigaretten, bis zu einer bestimmten Toleranzgrenze erkennen. Als Folge davon verlieren einheimische Produzenten durch die billigeren Importe im Rahmen der günstigeren ausländischen Besteuerungssätze Marktanteile an das Ausland. Um einen derartigen steuerbedingten Einkauf im Ausland durch private Konsumenten zu steuern bzw. zu unterbinden, wäre es für den Staat notwendig, auch den privaten Handelsverkehr zu kontrollieren. Das Internet und seine Möglichkeit zum weltweiten Handel unterstützt die Zahl der Direktimporte enorm. Transaktionen privater Konsumenten, hervorgerufen durch das stetig steigende Angebot von virtuellen Einkaufszentren im nI ternet mit Folge digitaler oder postalischer Lieferung, bringen große Steuereinbußen für die heimischen Finanzbehörden mit sich. Bei physischer Lieferung auf dem Postweg über den Zoll ist zwar die Möglichkeit der Kontrolle noch gegeben, doch bei digitaler Lieferung aus dem Ausland direkt auf den Rechner des inländischen Konsumenten ist dem Staat bisher jeglicher Kontrollmechanismus entzogen. [...]

Arbeit zitieren:
Günther, Andrea April 2000: Besteuerung von Transaktionen im Internet, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Steuern, Umsatzsteuer, E-commerce, Wirtschaftsinformatik

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