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Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven des Discount-Brokerage

Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven des Discount-Brokerage
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ingo Jörz
  • Abgabedatum: Dezember 2000
  • Umfang: 159 Seiten
  • Dateigröße: 699,6 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität der Bundeswehr Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4359-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4359-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4359-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Jörz, Ingo Dezember 2000: Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven des Discount-Brokerage, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Aktien, Bank, Broker, Diskount-Brokerage, Wertpapierhandel

Diplomarbeit von Ingo Jörz

Einleitung:

Seit Beginn der Neunziger Jahre befindet sich die deutsche Kreditwirtschaft in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Insbesondere das Privatkundengeschäft der großen Geschäftsbanken befindet sich gegenwärtig in einem grundlegenden Wandlungs- und Innovationsprozess. Auswirkungen hat dieser Strukturwandel vor allem auf das Vertriebssystem für Bankdienstleistungen. Eine der Marktinnovationen der letzten Zeit ist die Abwicklung von Wertpapierdienstleistungen als Discount-Geschäft. In diesem Zusammenhang sind ein zunehmender Wettbewerbsdruck, eine fortschreitende Ausdifferenzierung des Dienstleistungsangebots und eine abnehmende Ertragsstärke zu verzeichnen.

Auch die Öffnung der Märkte führte zu wesentlichen Veränderungen an den Finanzmärkten. Unter anderem durch die Öffnung der Märkte wurde die Globalisierung der Finanzmärkte ausgelöst, und durch die neuen technischen Möglichkeiten in der Informations- und Kommunikationstechnik der letzten Jahre ist es möglich geworden, in sekundenschnelle geografische Grenzen für große Mengen an Kapital zu überwinden. Diese Entwicklung führte zu sich wandelnden Angebots- und Nachfrageverhaltensweisen. Weiterhin weisen die Nachfrager sowohl im Privatkunden- als auch im Firmengeschäft ein immer kritischer werdendes Preis- und Qualitätsbewusstsein auf, was eine stetige Verschärfung des Wettbewerbs und einen zunehmenden Ertragsdruck der Anbieter verursachte. Diese veränderten Rahmenbedingungen führten seit 1994 zu einer Reihe von neu gegründeten Direktbanken in Deutschland. Ein Großteil dieser Direktbanken spezialisiert sich auf das Discount-Brokerage. Dies hatte zur Folge, dass die bis dahin stabilen und einheitlichen Wertpapierprovisionssätze für Privatkunden in Deutschland erstmals in Bewegung gerieten. Zudem sind durch technischen Entwicklungen, insbesondere die des Internets, die Markteintrittsbarrieren weitgehend gefallen, so dass „zunehmend auch ausländische Anbieter auf virtuellem Weg in Konkurrenz zu den in der Fläche präsenten Kreditinstituten“ treten.

Gang der Untersuchung:

Im Rahmen dieser Arbeit erfolgt eine kritische Bestandsaufnahme sowie eine Darstellung der Entwicklungsperspektiven des Discount-Brokerage. In diesem Zusammenhang wird auf die Sichtweise der Anbieter und Nachfrager eingegangen. Des weiteren soll diese Arbeit Interessenten am Discount-Brokerage die Möglichkeit bieten, eine Entscheidung zur Auswahl des für sie geeignetsten Discount-Brokerage-Anbieters zu treffen. Dies geschieht durch eine ausführliche Darstellung und Analyse der Produkte, Konditionen und Serviceleistungen ausgewählter Discount-Broker anhand für die Nachfrager wichtiger Entscheidungsparameter. Der Bewertungsvorgang wird in diesem Zusammenhang durch Anwendung eines Scoring-Modells durchgeführt. Die Nachfrager werden dazu in die unterschiedlichen Kundentypen des Day-Traders, Wachstums-Traders, Investors und Sparers untergliedert. Allerdings ist es aufgrund der angegebenen Gewichtungen der für die Bewertung relevanten Kriterien ebenfalls möglich, ein auf die persönlichen Präferenzen zugeschnittenes Ergebnis zu ermitteln.

Inhaltsverzeichnis:

Gliederung II
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Gang der Untersuchung 1
1.2 Begriffliche Abgrenzungen 2
1.2.1 Discount-Brokerage 2
1.2.2 Electronic Banking 3
1.2.3 Abgrenzung des Discount-Brokerage 4
2. Entwicklung des Discount-Brokerage 5
2.1 Entwicklung des strategischen Umfelds im Privatkundengeschäft 5
2.2 Entwicklung der technischen Möglichkeiten 6
2.3 Bedeutung des Internets als Vertriebskanal für Finanzdienstleistungen 7
2.4 Entwicklung des Discount-Brokerage in den USA 9
2.5 Entwicklung des Discount-Brokerage in Deutschland 12
3. Zweck des Discount-Brokerage und Anforderungen an Discount-Broker 16
3.1 Zweck des Discount-Brokerages 16
3.2 Aus der Literatur erarbeitete Anforderungen 17
4. Struktur des Discount-Brokerage 19
4.1 Anbieterstruktur des Discount-Brokerage 19
4.1.1 Reine Discount-Brokerage-Anbieter 19
4.1.2 Gemischte Discount-Brokerage-Anbieter 19
4.1.3 Reine Online-Brokerage-Anbieter 20
4.2 Nachfragerstruktur des Discount-Brokerage 20
4.2.1 Segmentierungskriterien 20
4.2.1.1 Soziodemographische Merkmale 21
4.2.1.2 Psychologische Merkmale 21
4.2.1.3 Anlageverhalten 22
4.2.2 Kundenzielgruppen 22
5. Abwicklung des Discount-Brokerage 23
5.1 Kommunikation zwischen Kunden und Discount-Brokerage-Anbietern 23
5.1.1 Brief 24
5.1.2 Faxgerät 25
5.1.3 Telefon 25
5.1.4 Internet 26
5.1.5 WAP-Mobiltelefon 27
5.1.6 Sicherheitsverfahren der elektronischen Vertriebswege 29
5.1.7 Erreichbarkeit 35
5.2 Eingeschränkte Beratungspflicht der Discount-Broker 36
6. Die Produkt- und Preispolitik der Discount-Brokerage-Anbieter 39
6.1 Produkte 39
6.1.1 Verzinsliche Wertpapiere 39
6.1.2 Aktien 40
6.1.3 Optionsscheine 40
6.1.4 Investmentanteilsscheine 41
6.1.5 Weitere Produktangebote aus dem Finanzbereich 42
6.2 Wertpapierdepotgeschäft und Kontoführung 42
6.2.1 Depoteröffnung 42
6.2.2 Wertpapierdepotgeschäft 43
6.2.3 Kontoführung 44
6.3 Service 44
6.3.1 Informationen 45
6.3.1.1 Informationsbezug über den Postweg 45
6.3.1.2 Informationsbezug über Faxgeräte 46
6.3.1.3 Informationsbezug über Mobiltelefone 46
6.3.1.4 Informationsbezug über das Internet 47
6.3.2 Handelsformen 47
6.3.2.1 Traditioneller Handel 48
6.3.2.2 Außerbörslicher Handel 48
6.3.2.3 Intraday-Handel 49
6.4 Konditionen 50
7. Bewertung ausgewählter Discount-Broker 50
7.1 Einteilung der Kundentypen 52
7.2 Darstellung und Gewichtung der Bewertungskriterien 55
7.2.1 Orderwege 56
7.2.2 Handel mit Aktien 57
7.2.3 Handel mit Derivaten 59
7.2.4 Investmentfondsangebot 59
7.2.5 Angebot an Anleihen 60
7.2.6 Informationsangebot 61
7.2.7 Orderkosten 63
7.2.8 Depot, Effektenkredit und Zinsen 65
7.2.9 Allgemeine Kriterien 66
7.3 Bewertung 67
7.3.1 Erfülltheit der Anforderungen 68
7.3.2 Bewertung der Kriterien 71
7.3.3 Empirisch erfaßte Daten zur Kundenzufriedenheit 77
8. Entwicklungsperspektiven des Discount-Brokerage 79
8.1 Entwicklung der Aktienkultur in Deutschland 79
8.2 Internetnutzung 82
8.3 Perspektiven des WAP-Mobiltelefons 83
8.4 Wachstumsperspektiven des Discount-Brokerage 85
9. Schlußbetrachtung 87
Anhang VI
Anhangverzeichnis VII
Literaturverzeichnis LI
Ehrenwörtliche Erklärung LVII

Automatisiert erstellter Textauszug:

In diesem Kapitel wird die Bewertung der in dieser Untersuchung ausgewählten DiscountBroker vorgenommen. Die Auswahl der Unternehmen beruht auf den für die jeweiligen Discount-Broker beschaffbaren Informationen. Eine alleinige Auswertung der ausschließlich von den Unternehmen veröffentlichten Daten zu den Produkten und Serviceleistungen wäre zu einseitig. Des weiteren erhält man einige Detailinformationen z.B. in Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit des Online-Brokerage-Angebots im Internet nur durch aufwendige Recherche. Diese ist in der Bearbeitungszeit der Untersuchung nicht realisierbar. Da für die auf dem deutschen Markt nach Kundenzahl führenden Discount-Broker ausreichend Datenmaterial zur Verfügung steht, werden diese in die Untersuchung einbezogen. Nur für einige kleinere Discount-Brokerage-Anbieter war es nicht möglich, ausreichende [...]

Dass die Preise für Wertpapierorder unter bestimmten Voraussetzungen durchaus noch weiter gesenkt werden können, zeigt die Entwicklung in den USA. Dort kostet eine durchschnittliche Wertpapierorder seit einiger Zeit zwischen 15 und 16 Dollar. Doch der Online-Broker von American-Express bietet seit Ende des Jahres 1999 kostenlose Wertpapierorder, wenn der Kunde mindestens 25.000 Dollar auf seinem Konto hat. Seit Mai 2000 bieten die beiden Online-Broker Freetrade.com und Financial Cafe.com ebenfalls diesen Service an, der aus Anzeigen, Zinseinnahmen aus den nicht investierten Kundengeldern und Zahlungen von Handelsunternehmen für weitergeleitete Order finanziert werden soll. Diese Angebote gelten bei allen drei Online-Brokern allerdings nur für unlimitierte Orderaufträge.178 Dem Preiswettbewerb können sich jedoch Discount-Broker mit starkem Markennamen und einer breiten Produktpalette entziehen, wie Erfahrungen aus den USA zeigen. Dort verlangen Schwab und Fidelity zwischen 25 und 30 Dollar je Transaktion, was deutlich über dem Durchschnittspreis von 15 bis 16 Dollar liegt. Viele Kunden sind in den USA bereit einen höheren Preis für eine Transaktion zu bezahlen, wenn sie Informationen und Beratung erhalten. Erfahrene Anleger, die ohne Informationen und Beratung ihres Discount-Brokers auskommen, sind allerdings Kunden bei den preisgünstigeren Discount-Brokern.179 [...]

Intraday-Handel bedeutet „das Ausnutzen der Schwankungsbreite von Kursen innerhalb eines Tages durch vielfache Orders, die im Zeitraum von Sekunden oder Minuten vollzogen werden.“174 Voraussetzungen für diesen Handel sind eine störungsfreie Verbindung zum Broker, die sofortige Weiterleitung der Order an die Börse und eine schnelle Aktualisierung des Portfolios nach der Orderausführung. Zudem werden für den Intraday-Handel auch Kursinformationen in Echtzeit benötigt, um schnell reagieren zu können. Dieser Service wird vom Großteil der untersuchten Discount-Broker angeboten175, aber bei den Discount-Broker mit diesem Serviceangebot sind einige weitere Details zu berücksichtigen. Die Direkt Anlage Bank und pulsiv.com ermöglichen den Intraday-Handel nur über kursstellende Makler, bei denen wiederum eine zusätzliche Gebühr fällig wird. Diese ist allerdings in Relation zu den Gebühren der Discount-Broker zu vernachlässigen. Bei ConSors stehen dem Kunden bei einem Verkauf eines Wertpapiers nach Rückmeldung des Ausführungskurses die Erlöse zu Verfügung. Allerdings gibt es keine Angaben über die maximale Dauer dieser Rückmeldung. Ein weiteres zu beachtendes Detail ist die [...]

Arbeit zitieren:
Jörz, Ingo Dezember 2000: Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven des Discount-Brokerage, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Aktien, Bank, Broker, Diskount-Brokerage, Wertpapierhandel

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